Schlagwort-Archive: Trotzphase

Mama und Kleinkind kuscheln und schlafen

Schnullerfrei Einschlafen – So klappt es bei uns

Nun ist es gut anderthalb Wochen her, dass wir der Schnullerfee die Nuckis geschickt haben. Das Einschlafen lief danach natürlich nicht mehr so supi, wie in der Phase vor der Schnuller-Entwöhnung. Ihr wisst schon, wo es den Schnulli nur noch Nachts gab und das Bilderbuch-Mädchen quasi um 18:30 Uhr freiwillig ins Bett gegangen ist, nur um gemütlich schnullernd einzuschlafen.

Nö, stattdessen gab es die in regelmäßigen Abständen wiederkehrende „Ich will aber nicht schlafen“– und die „Ich bin aber gar nicht müde!“-Phase. Das abendliche ins Bett gehen drohte schon wieder auszuarten, aber das konnten wir glücklicherweise doch verhindern. Wie? Das erzähl ich euch jetzt.  Weiterlesen

Kleinkind hat Trotzanfall beim Schuhe kaufen

Schuhe kaufen mit Kleinkind

Mittwoch.

„Jetzt noch Schuhe anziehen, dann können wir los,“ murmle ich zufrieden nachdem sich das Bilderbuch-Mädchen vorbildlich Jacke, Schal und Mütze hat anziehen lassen.

„Neeeeheihein! Ich will die Schuhe nicht anziehen!“

Es wundert mich ein bisschen, denn die besagten Schuhe mochte sie immer gern. Und ich auch, denn sie hatte so tollen Halt darin und sie waren einfach anzuziehen. Tja, nun. Was war los? Die erfahreneren Mütter hätten es sicher schon längst gemerkt, ich jedoch nicht … Die Schuhe waren zu eng. Nach nicht mal zwei Monaten … Ein Graus. Und in unserem Dorf gibt es nur einen Schuh-Laden …

Wenig hoffnungsvoll sind wir vom Kindergarten direkt in eben diesen gefahren. Ich mit Schuhen an den Füßen, das Bilderbuch-Mädchen ohne. Barfuß tapert sie zum Kinderschuh-Regal und ich hinterher. Wir finden nüscht … Also ich finde nichts, was dem Wetter angemessen wäre. Sneakers gibt es ein paar in ihrer Größe, aber teilweise ganz schön teuer. Dafür, dass es eigentlich nur Notfall-Schuhe wären. Das Geld würde ich dann doch lieber in die „ordentlichen“ Schuhe stecken, die ich im Sinn hab.

Notgedrungen kaufe ich dennoch ein paar Sneaker. Immerhin runtergesetzt. Pink, mit einer Schlappe in Tierform. Eigentlich finde ich sowas ja kitschig, aber irgendwie sehen sie an der kleinen Maus soooo süüüüß aus. Hachja. Und das Bilderbuch-Mädchen liebt sie. Perfekt also.

Sache erst mal erledigt. Doch dann: Es ist Donnerstag und es wird ein Schnee-Chaos angekündigt für Freitag … SCHNEE-CHAOS!!! Ne, da gehen Sneaker gar nicht. Sagt übrigens auch die Erzieherin am Nachmittag als ich das Bilderbuch-Mädchen nach der Arbeit aus dem Kindergarten abhole. Ich solle morgen das Kind bitte mit geeignetem Schuhwerk abliefern. Weiterlesen

Familienmoment

Familienmoment 20 – Die Mama soll das machen!

Der erste Familienmoment 2017. Endlich ist es soweit 🙂 Auch dieses Jahr möchte ich wieder bei der Aktion der Küstenmami mitmachen. Jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat könnte ihr mitmachen mit Familienmomenten, die euch besonders berührt haben.

Gut, wenn man es genau nimmt, beginnt mein Familienmoment Nummer 20 noch in 2016, denn da gab es diese Phase des Bilderbuch-Mädchens, in der nur die Mama alles machen sollte. Und der Papa am besten nüscht … Außer die Mama war nicht da, dann war es ok.

Der Papa gab sich Mühe, wollte ja auch für sein kleines Bilderbuch-Mädchen da sein. Auch mal trösten, auch mal das Gute-Nacht-Buch vorlesen, auch mal die schlaftrunkene Maus vom Auto ins Haus tragen … Doch die kleine Madame war in der Phase eigen. Nö, der Papa durfte nichts von alledem und manchmal hörte er gar noch: „Papa, geh, weg!“ Weiterlesen

Mama kämpft gegen Windmühlen

Autonomiephase und Haushalt sind meine Windmühlen …

Irgendwie brodelt es grad in mir. Ich kann gar nicht sagen, warum genau, aber alles mögliche bringt mich total auf die Palme … Vielleicht muss ich mir einfach mal Luft machen 😉

Bei jedem gemeinsamen Essen mit dem Bilderbuch-Mädchen kann ich hunderprozentig davon ausgehen, dass mindestens einmal ein Getränk komplett über den Tisch gekippt wird. Die Lautstärke am Tisch ist immer schön hoch und mein Auge zuckt schon nervös, wenn das fünfte Mal infolge eine Gabel oder ein Messer scheppernd zu Boden fliegt. „Ups …“ erklingt es dann vom Bilderbuch-Mädchen und sofort schiebt sie ihren Stuhl ruckartig, krachend über die Fliesen zurück, um dem Besteck hinterherhechten zu können. Und dann taucht das Mädelchen wieder auf – mit irgendwelchen alten Krümeln vom Vortag im Mund. Natürlich …

Räume ich an der einen Stelle auf, wird an der anderen Stelle schon wieder alles durch die Gegend verteilt. Zum Saubermachen komme ich eigentlich gar nicht, da ich immer nur das wegräume, was grad genutzt oder erledigt wurde: Kochuntensielen, Spielsachen oder Klamotten, Wäsche … Und alle möglichen Dinge, die man in der alltäglichen Hektik nur kurz zur Seite legt, weil man grad keine Zeit hat sie an den richtigen Ort zurückzulegen, stapeln sich in den Räumen. Grrr … Und wenn ich Zeit hab, sie wegzuräumen, dann nur um festzustellen, dass die Bestimmungsorte auch zugemüllt sind mit irgendwelchem Mist, den ich längst mal aussortieren wollte …

Es ärgert mich. Weiterlesen

Mama im Stress

Der alltägliche Wähnsinn …

„Neiiiheiiiin!“ erschallt es durch den Bilderbuch-Haushalt. Es ist 08:00 Uhr. Die Mama ist ready to go, das Bilderbuch-Mädchen nicht. Und es will auch nichts daran ändern.

„Komm, Schätzelein, Wickeln haben wir doch schon geschafft (unter riesigem Protest), jetzt nur noch eben anziehen. Hier, möchtest du diese Hose anziehen?“

„Neiiiiheiiiin!!!! DIE HIER!“

„Aber das ist keine Hose, das ist ein Pullover …“, gebe ich zu Bedenken.

„Wuäääähhh!!! Ich will die aber anziehen!!!“

„Ja, wir können das anziehen, aber als Pullover, nicht als Hose …!“

„Wuäähhh!“

Weiterlesen

Familienmoment

#Familienmoment 18 – Die Momente-Sammlerin

Das letzte Mal hab ich ausgesetzt beim #Familienmomente – Mittwoch. Nicht, dass es keine gegeben hätte. Die gibt es doch immer! Schöne, traurige, witzige, alles dabei. Und das ist ja grad das Tolle an der Aktion der Küstenmami, für die ich hier auch nochmal die Werbetrommel rühren möchte. Mitmachen lohnt sich. Denn gerade die vielen kleinen Momente machen eine Familie aus. Und aus Erfahrung kann ich sagen, dass es wunderschöne Erinnerungen sind, die man sich hier schafft 🙂

Daher hab ich heute auch gleich eine ganze Liste für Momente für euch. Jeder für sich einzigartig, manchmal in einem Wimpernschlag vorbei und doch so besonders! Weiterlesen

Familienmoment

Familienmoment 9 – „Ich bin dagegen, denn ihr seid dafür …“

Heute gibt es wieder einen #Familienmoment für euch. Ist ja schließlich Mittwoch 😉

Manchmal könnte ich derzeit ausrasten … Wir haben hier grad die schlimmste „Nein“-Phase aller Zeiten. Egal worum es geht, zu allem sagt Madame Bilderbuchmädchen erst mal „Nein!“ Frei nach dem Motto: „Ich bin dagegen, denn ihr seid dafür …“

„Schuhe anziehen?“
„Nein!“

„Mama kocht jetzt …“
„Ne!“

„So, du brauchst eine neue Windel. Komm wir gehen wickeln.“
„Nein! Wegrennen!“

„Ne!“, „Nein!“, „Lass das, Mama!“, „Das nicht!“ Diese Worte höre ich den ganzen Tag und zwar in Dauerschleife. Egal was wir machen. Das kann schon mal an den Nerven zehren.
Nach den ganzen Verneinungen folgt in manchen Fällen, dann ein „Doch!“ Das geht dann so:

„Sollen wir eine Runde spazieren gehen?“
„Nein. Niss spazieren gehen! Ne!“

„Doch!“
Puh, dieser eigene Wille kann manchmal ganz schön anstrengend sein …

Soweit zur Vorgeschichte. Eines Tages nach gewohnt vielen „Neins“ war ich, sagen wir mal etwas gereizt. Ich bereitete in der Küche das Abendessen vor und schälte gerade die Kartoffeln. Es kam wie es kommen musste, es war der kleinen Bilderbuchdame nicht genehm.

„Niss Kartroffeln schälen! Nein! Ne. Ne. Ne. Ne. Ne …“ (bitte stellen Sie sich das „Ne!“ in Dauerschleife und in einem sehr jammernden, leidenden Tonfall vor)

„Jetzt reicht es! Ich habe beim ersten „Nein.“ verstanden, dass du nicht möchtest, dass ich Kartoffeln schäle, aber die muss ich jetzt nunmal fertig machen. Du brauchst mir dabei ja nicht zusehen, möchtest du vielleicht lieber noch was spielen?“
„Ne!“, kommt es wie aus der Pistole geschossen vom Bilderbuchmädchen …
War ja klar …
„Doch!“, folgte direkt hinterher.
Also schön, ich gab ihr ein Puzzle und was machte Madame? Pfeffert es mit aller Wucht auf den Boden. „Das niss!“, krakelte sie.
„Fräulein! So nicht! Spielsachen werden hier nicht rumgeschmissen! Das macht mich wütend!“ zischte ich entnervt und packte das Puzzle wieder weg.

Kurzzeitig herrschte danach Ruhe in der Küche. Ich schälte meine Kartoffeln und stellte sie im Topf auf den Herd. Plötzlich zupfte es an meinem Hosenbein. Ich beugte mich herunter zum Bilderbuchmädchen.

„Tsuldigung, Mama!“, kam es mit einem mal betreten von unten. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. Das hatte sie noch nie gemacht. Sich entschuldigt.
Es war einfach zu niedlich. Zum Dahinschmelzen! Tja, und was sagt man da als Mama natürlich?
„Entschuldigung angenommen!“
Gerührt umarmte ich mein kleines Mädchen. Das war unser #Familienmoment dieser Woche.

Wollt ihr mehr Geschichten? Dann hüpft rüber zum Blog der Küstenmami kuestenkidsunterwegs. Da gibt es wie immer mehr Familien-Momente für euch.

Alles Liebe,

Nätty

Familienmoment

#Familienmoment 7 – Nudeln statt Kapern für die Puppen-Mami

Es ist Mittwoch und diesmal habe ich es wieder geschafft einen #Familienmoment aufzuschreiben zur Aktion der Küstenmami.

Das Bilderbuchmädchen war ja jetzt sehr lange krank (Kri-Kra-Krank sind wir schon wieder …) zuletzt mit einer Mittelohrentzündung und wir haben daher gaaanz viel Zeit zuhause verbracht. Natürlich wurde viel geschlafen (auf Mama versteht sich), ausgeruht und getröstet, aber gestern war dann doch endlich mal wieder die Kraft da zum richtigen Spielen.

Im Keller hatte ich noch einen gebrauchten Puppen-Hochstuhl, den ich mal bei einem Spielzeugkauf über eine Kleinanzeigenbörse dazu bekommen hatte. Das Stühlchen holte ich also gestern hoch, machte es sauber und baute es für die Puppe („Puppi“) des Bilderbuchmädchens zusammen.

Und das hat sich gelohnt 😉 Ich war mir nicht sicher, ob sie mit knapp 18 Monaten schon was damit anfangen kann. Aber es war zu goldig! Sie wusste sofort, wozu der Hochstuhl gut ist. Sobald der Stuhl stand musste ich die „Puppi“ holen. Das Bilderbuchmädchen hat sie dann in den Stuhl gesetzt und wollte direkt anfangen für sie zu kochen.
Tja, was braucht man denn da so? Schnurstracks verschwand die Kleine vom Wohnzimmer in die Küche und ich hörte nur wie sie in unseren Vorratsschränken herumwühlte.
„Oh oh …“
Schnell hinterher …

Ich kam gerade noch rechtzeitig in die Küche, um zu verhindern, dass das Bilderbuchmädchen die Kapern aus ihrem Glas befreite und zwar durch einen gezielten Wurf auf den Boden …

Nach zähen lautstarken Verhandlungen (mancher mag es einen Trotzanfall nennen), konnte ich die Kleine überzeugen, dass „Puppi“ vielleicht lieber Nudeln essen würde, als Kapern. Und siehe da, wir suchten zusammen einen Behälter aus, schütteten eine handvoll Nudeln hinein und zack ging`s wieder ins Wohnzimmer. Auf dem imaginären Herd kochte das Bilderbuchmädchen dann lecker Nudeln für ihr Baby. Total niedlich! Der Herd durfte schon noch imaginär sein, aber eine richtige Gabel für „Puppi“ durfte dann doch nicht fehlen. Die musste ich dann auch noch ganz dringend aus der Küche holen.

Puppenmami

Hach, war es schön ihr beim „kochen“ und „füttern“ zuzusehen. Eine richtige „Puppen-Mami“, die Kleine. Wieder ein neues Spiel im Repertoire. Und ich darf jetzt offiziell auch wieder mit Puppen spielen. Also mir gefällt das ja! Für den Papa bleibt ja immer noch das Fußballspielen  😉

Wieder mal ein kleiner, feiner #Familienmoment. Mehr Momente gibt es auf kuestenkidsunterwegs.

Schaut doch mal rein!

Alles Liebe,

Nätty

Baby schmollt

Wickeln in der Trotzphase … kann ganz einfach sein.

Gestern Abend ist es passiert. Ich dachte: „Bin ich im falschen Film? Was passiert hier grad?!“

Mein Mann und ich erlebten den bisher schlimmsten Wutausbruch unserer Kleinen. Sie schrie und schrie und schrie. Sie hat sich gar nicht mehr einbekommen vor Wut und wir standen dabei und wussten nicht wie uns geschah …

Alles fing damit an, dass ihre Windel ausgelaufen war. Scheinbar hatte ich beim letzten Wickeln die Flügel nicht ausgeklappt. Wenn sie auch immer so rumhampelt …
Ich schnappte mir also mein Mädchen und legte sie auf den Wickeltisch. Das passte Madame so gar nicht. Sie wütete und wand sich wie ein Aal. Ununterbrochen machte sie Anstalten sich vom Wickeltisch zu stürzen – mit einem Hechtsprung natürlich …

Ich wurde ungeduldig, denn ich mochte ja nur schnell das Wickeln hinter uns bringen. Ich wollte ihr doch nichts Böses und das sagte ich auch, aber davon kam nichts mehr bei ihr an. Sie schrie wie am Spieß. Als letzten Ausweg dachte ich mir: „Ok, Augen zu und durch, dann halte ich sie jetzt kurz fest, es muss ja sein und je schneller wir es hinter uns haben, desto schneller kann sie sich nachher beruhigen. Oder ich sie.“

Aber weit gefehlt. Sie wehrte sich so heftig gegen das Wickeln, dass ich sie mit aller Gewalt hätte auf den Wickeltisch pressen müssen, um sie irgendwie darauf zu halten. Das wollte ich natürlich nicht. Innerlich war ich geladen. Warum stellte sie sich so an? Ich wollte ihr doch nur eine frische Windeln und Klamotten anziehen. Schließlich gab ich auf. Ich setzte sie ab, in der Hoffnung, sie würde sich dann von selbst wieder beruhigen.

Mittlerweile stand auch mein Mann im Zimmer. Seine Vermutung war, dass die Kleine Schmerzen hatte, denn so ein Geschrei macht man ja nicht einfach so, oder?
Anfangs war ich mir noch sicher: „Doch, doch, so benimmt sie sich schon mal, wenn ihr etwas nicht passt …“
Zunehmend wurde ich jedoch unsicherer, es schien keinerlei Beruhigung in Sicht. Die Kleine hockte in unnatürlicher Haltung im Raum, schien nicht mehr zu wissen wohin mit sich, hatte Schnapp-Atmung und schrie. Mein Instinkt sagte mir, du musst sie tröstend in den Arm nehmen. Das tat ich auch, aber sie wollte zwar Trost, aber keine Nähe. Auf den Arm nehmen ließ sie sich, aber beruhigend über den Rücken streicheln, wurde mit Zusammenzucken und bitterem Aufheulem quittiert.

„Nun, lass das doch mal. Das scheint ihr weh zu tun! Das kann doch nicht normal sein“ bemerkte mein Mann.
Unsicher überlegte ich: Hat sie etwa doch schlimme Schmerzen? War es nicht „nur“ Trotz?
Ich wusste es nicht. Woher auch?
„Was soll ich denn deiner Meinung nach machen? Was meinst du denn, was sie hat?“ fragte ich ungehalten.
„Das weiß ich auch nicht …“

Da standen wir nun, gestresst von der Situation, in der keiner wusste was los war, und raunzten uns gegenseitig an. Das half der Kleinen auch nicht  gerade dabei sich zu beruhigen, denn solche Spannungen spürt sie ja.

Ich machte dann das einzige was mir einfiel. Ich arrangierte mich damit, dass ich grad nicht viel tun konnte und hielt die Kleine im Arm, mit dem Abstand, den sie gern wollte und redete monoton beruhigend auf sie ein: „Wir haben dich doch lieb, alles wird gut, alles wird gut. Lass einfach alles raus …“
Es dauerte eine Weile, aber sie wurde ruhiger und am Ende konnte sie mein tröstendes in den Arm nehmen zulassen. Sie atmete endlich wieder entspannter und schlief später schnell und friedlich in ihrem Bettchen mit Händchenhalten ein.

Puh, wir haben schon einige Wutanfälle bei ihr erlebt, obwohl sie erst 16 Monate alt ist, aber das gestern übertraf alles.

Im Nachhinein würde ich sagen, dass die Situation aus verschiedenen Gründen aus dem Ruder lief:

  1. Die Kleine war übermüdet. Sie hatte mittags nur eine halbe Stunde geschlafen.
  2. Es war die erste Woche nach dem Urlaub, in der sie vormittags wieder bei der Tagesmutter war. Zusätzlich hatten wir mittags noch viel Programm. Daher kam eine allgemeine Überreizung dazu.
  3. Meine Genrvtheit beim Wickeln.
  4. Unsicherheit / Gespannte Atmosphäre bei uns Eltern

Nach dem Abend hab ich erst mal viel über die Trotzphase, (natürlich ist es eigentlich die Autonomiephase) von Kindern gelesen. Das war gut, um mein kleines Schätzchen besser zu verstehen. Geholfen haben mir u. a. diese Blog-Artikel bei „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten“:  TROTZPHASE – UMGANG MIT WUTANFÄLLEN IN DER AUTONOMIEPHASE und bei „Geborgen Wachsen“: KEINE „WICKELKÄMPFE“ – ANLEITUNG ZUR ACHTSAMEN KÖRPERPFLEGE IM ALLTAG 

Ich danke den Autorinnen, denn sie haben mir wirklich geholfen. Folgende Tipps speziell fürs Wickeln habe ich für mich heute schon umgesetzt:

  1. Ich reiße, die Kleine nicht mehr unangekündigt aus ihrer Spielsituation, sondern kündige an, dass ich sie wickeln möchte. (Meistens sagt sie dann: „Ne!“) Früher hätte ich sie daraufhin einfach gepackt und angefangen. Denn was muss, dass muss, nicht wahr? Nun, aber habe ich dank den Tipps aus dem Artikel bessere Möglichkeiten gefunden.
  2. Ich reiche ihr z. B. eine Windel und bitte sie, sich hinzulegen und die Pampers schon mal auseinanderzufalten. Das hat sie heute tatsächlich gemacht. Auf dem Boden gewickelt werden, gefällt ihr übrigens besser als auf dem Wickeltisch. Vermutlich, weil man da schneller wegrennen kann, wenn man keine Lust mehr hat 😉
  3. Während ich sie sauber mache, bekommt sie auch ein Tuch und darf mitmachen. Das wurde begeistert aufgenommen.
  4. Ich habe eine sehr feine Nase … In diesem Falle leider. Ohne verletzen zu wollen, habe ich beim Windeln wechseln oft die Nase gerümpft und bestimmt auch angeekelt geguckt. Oder scherzeshalber zu meinem Mann gesagt: „Das nächste mal bist du aber dran …“ Bevor ich den genannten Artikel las, habe ich mir gar nichts dabei gedacht. Aber wie toll soll ein Baby die Wickelsituation schon finden, wenn Mama die scheinbar auch furchtbar findet? Daher wird sich ab jetzt zusammengerissen. Keine Gesicht verziehen, keine blöden Bemerkungen mehr! Versprochen, kleine Maus! (Dieser Punkt erklärt auch, warum sie bei Papa beim Wickeln nicht so viel Theater macht, denn der stellt sich bei Gerüchen nicht so an wie ich 😉
  5. Alles was geht, machen wir im Stehen. Also vor allem das Anziehen danach. Und wenn’s sein muss, auch die frische Pampers festmachen. Übung macht den Meister!

Was habe ich aus gestern gelernt? Die Kleinen bekommen viel mehr mit, als ich eh schon dachte. Und sie wollen ernstgenommen werden. Ihnen passt die Fremdbestimmung langsam nicht mehr und solange, es sie nicht gefährdet oder es gerade wegen wichtigen Terminen nicht möglich ist, sollte man ihnen ein Mitspracherecht zugestehen.

Bei Dingen, die einem wichtig sind, konsequent sein, aber bei Dingen die nicht zwingend so geschehen müssen, wie die Eltern es wollen, darf man sich auch mal vom Mini-Menschen umstimmen lassen. So würde ich es gern in Zukunft handhaben. Die Kleine soll lernen, dass ihre Meinung wichtig ist. Wir möchten kein Kind, dass Dinge nur macht, um uns zu gefallen, sondern ein starkes Kind, das weiß, dass es ein respektvolles Miteinander von uns erwarten kann. Das ist manchmal im Alltag gar nicht so einfach umzusetzen. Aber wir werden uns bemühen.

PS:
Heute Mittag als die Windel voll war, fragte ich also: „Wie machen wir das jetzt mit dem Wickeln? Lieber auf dem Wickeltisch oder auf dem Boden?“
„Papa!“
„Soll der Papa dich wickeln?“
„Ja!“
Tja, was soll man da machen 😉
Vor ihr werde ich es sicher nicht mehr zeigen, aber innerlich darf ich mich doch ein wenig freuen, wenn sie sich wünscht, dass der Papa das macht, oder? Der macht das schließlich auch sehr gut 🙂