Schlagwort-Archive: Tipps

Baby schläft nicht

Unser Einschlaf-Drama und die einfache Lösung inklusive Zauberformel …

Das Bilderbuchmädchen ist nun 18 Monate alt und ich weiß nicht, ob es an der langen Krankheitsphase lag oder an einem Schub, aber das Einschlafen wurde in letzter Zeit zu einem richtigen Drama bei uns …

Wir hatten eine gute Phase vorher, in der musste ich nur kurz händchenhaltend an ihrem Bett sitzen und schwupps erreichte die Kleine das Land der Träume.

Doch in den vergangenen Nächten mit dem hohen Fieber schlief die kleine Maus wieder bei uns im Bett. Denn sie brauchte unsere Nähe. Nach dieser Phase klappte das Einschlafen im eigenen Bett eigentlich wieder gut, jedoch wurde sie nachts gegen 1:00 Uhr wach und konnte dann nicht mehr allein einschlafen. Ich legte mich dann erschöpft einfach mit in ihr Zimmer auf die Matratze, die ich in der Zeit vor ihrem Bett liegen hatte. Da ich auch angeschlagen war durch Erkältung und Schlafmangel war ich froh wenn das Bilderbuchmädchen einschlief mit mir im Raum und ich nichts weiter machen musste, als danebenzuliegen. Manchmal hat sie auch mit auf der Matratze geschlafen. Meist hab ich dann die ganze Nacht dort verbracht. War ja auch ganz gemütlich …

Einschlafritual – Alles auf Anfang

Nachdem nun aber die Krankenstation abgebaut wurde und alle wieder auf dem Damm waren, wollte ich das alte Einschlaf-Ritual einführen: Im Zimmer noch etwas spielen oder lesen. Dann Wickeln, Schlafsack an, Zähne putzen, das letzte Buch gucken und das Bilderbuchmädchen in ihr Bett legen. Etwas Händchen halten und Friede, Freude, Eierkuchen oder so …

Aaaaber weit gefehlt. Die letzte Woche war wirklich mein persönliches Einschlafdrama. Ich habe jeden Abend zwischen 1,5 und 3 Stunden damit verbracht die Kleine ins Land der Träume zu befördern.

Nach dem letzten Buch habe ich sie in ihr Bett gelegt, mich auf der Matratze vor ihrem Bett dazugelegt und dann versucht sie mit Händchenhalten in den Schlaf zu begleiten. Erst ganz liebevoll und geduldig, irgendwann immer gereizter.
Erst wollte sie noch was trinken, dann nochmal in den Arm genommen werden, dann nochmal den kompletten Tag durchgehen. Oder sie fing an albernen Quatsch zu machen. Natürlich musste ich manchmal darüber lachen, was dazu führte, dass sie sich bestätigt fühlte und weiter fröhlich Grimassen zog. Wenn ich dann gesagt habe: „So jetzt ist Schluss. Es wird geschlafen. Mach mal die Äuglein zu!“ wurde das mit verständnislosem Weinen quittiert.
Ich hab alles versucht: den Tag mit ihr besprochen, sie getröstet, sie in den Arm genommen, gesungen, gestreichelt, sie zu mir auf die Matratze geholt, ruhig erklärt, dass wir jetzt schlafen und dann nichts mehr gesagt, sondern so getan, als würde ich schlafen … Nichts klappte.

Wer braucht schon einen Feierabend? (Ich!!!!!)

Ich war gefrustet, hatte ich doch schon seit Tagen keinen richtigen Feierabend mehr oder erst dann wenn ich selbst so müde war, dass ich nur noch ins Bett wollte.
An einem Abend verließ ich nach zwei Stunden entnervt den Raum. Mein Mann sollte es jetzt bitte richten. Was natürlich nicht klappte, weil das Bilderbuchmädchen traurig war, dass die Mama den Raum so wütend verlassen hatte. Da konnte der Papa solange trösten wie er wollte, das Bilderbuchmädchen war ja verwirrt und verunsichert, weil die Mama so komisch drauf war. Wie soll man da auch einschlafen?
Und so kam ich zurück, um ihr zu sagen, dass es mir Leid tut und ich sie ganz doll liebhabe. Es hat zwar trotzdem noch lang gedauert, doch sie schlief dann ein. Ich leider auch direkt mit … Feierabend ade.

Abends hatte ich nun schon immer ein ungutes Gefühl beim ins Bett bringen. Jeden Abend dasselbe Szenario. Schlafenszeit gleich Schrei- und Weinzeit … Einmal brauchte ich ganze 3 Stunden um sie zum Schlafen zu bekommen. Zwischendurch habe ich sie aus dem Bett geholt und noch eine halbe Stunde spielen lassen, weil ich dachte sie sei nicht müde genug. Nachdem ich wieder alle Register gezogen hatte und nichts half und sie nur schrie, wurde ich auch laut. Ich war mit den Nerven am Ende, wollte nur noch endlich selber schlafen.
„Jetzt schlaf doch endlich!“ In meinem Kopf war dieser Gedanke schon ewig gekreist und nun war er raus und das nicht besonders leise. Verschüchtert legte sich mein Mädchen hin und schlief … Oh nein … Das wollte ich doch auch nicht. Wie traurig muss sie eingeschlafen sein? Es tat mir so unendlich Leid. Ich wartete still an ihrem Bett und hoffte sogar sie würde nochmal aufwachen, damit ich mich entschuldigen könnte. Aber sie schlief durch bis zum nächsten Morgen. Es folgte noch ein weiterer unsäglicher Einschlaf-Drama-Abend und dann beschloss ich:

So kann es nicht weiter gehen.

Jeden Abend wieder Angst vor dieser schlimmen Phase. Wahrscheinlich bei mir und der Kleinen gleichermaßen. Das Bilderbuchmädchen verband das ins Bett gehen wahrscheinlich jetzt damit, dass die Mama irgendwann immer entnervt war.

Wir haben eine Lösung gefunden. Wir haben nur einige Kleinigkeiten verändert:

1. Die Matratze vor ihrem Bett habe ich weggeräumt und durch einen Stuhl ersetzt. Das bewirkt, dass ich nicht so schnell müde werde. Denn das dauert im Sitzen länger, als wenn man sich mithinlegt. Nicht so müde bedeutet für mich, weniger gereizt zu sein, wenn das Baby nicht sofort einschläft 😉

2. Für das Einschlaf-Ritual habe ich extra ein neues Buch gekauft (Mein erstes großes Gutenacht-Buch *- Rezension folgt noch. So viel schon vorab, es ist total süß illustriert und die Geschichten sind sehr niedlich und schön kurz). Ich hoffe, dass sie das Buch später immer mit Schlafenszeit verbindet, wenn wir das gemütlich zusammen lesen.

3. Die Schlafenszeit habe ich etwas nach hinten verschoben, denn ich hatte auch die Vermutung, dass sie nicht mehr so früh müde ist.

4. Reihenfolge ist nun: Noch etwas spielen, wickeln, Schlafsack an, Zähneputzen, das neue Buch lesen und danach sofort ins Bett.

Der erste Abend war heftig. Sie schrie aufgelöst …. Es folgte ein schlimmer Wutausbruch so wie hier beschrieben Wickeln in der Trotzphase … So heftig hatte ich das seitdem nicht mehr erlebt. Alles nur, weil ich sie ins Bett legte und mich danach nicht auf der Matratze vor ihrem Bett.

Ich war lange ratlos, versuchte dies und das aber nichts half, doch dann fand ich die einfachste Lösung ever!

Irgendwann sagte ich einfach: „Du bist wütend und traurig! Das ist dein gutes Recht! Du darfst ruhig weinen, wenn du traurig bist, dass die Mama nicht hier schläft. Mama weint auch manchmal wenn sie traurig ist. Lass einfach alles raus!“. Das war alles. Das Zaubermittel. Ich hab ihr gesagt, dass ich verstehe, warum sie weint und dass das vollkommen ok ist traurig zu sein. Zack, hat sie sich beruhigt. Ab und zu wollte sie meine Hand, hat kurz geschluchzt, dann aber beruhigt: „Mama!“ geseufzt und ist eingeschlafen. Wahrscheinlich war sie erleichtert und glücklich, dass ich sie endlich verstanden hab.

Der zweite Abend danach lief super. Ich legte sie ins Bett, sie wollte aber noch nicht und sagte: „Iss wütend. Iss traurig! Darf weinen!“ (Herzzereißend …) „Mama kuscheln!“

Also haben wir lange gekuschelt und dann wollte sie von sich aus in ihr Bett, drehte sich zufrieden seufzend um und schlief. Wow!

Heute war der 3. Abend. Gegen 19:30 Uhr erklärte sie mir: „Iss müde! Schlafen!“

Wir gingen in ihr Zimmer und nach dem Einschlaf-Ritual sagte sie: „Schlafenszeit!“

Ganz so toll klappte es dann doch nicht mit dem Schlafen, aber kein Vergleich zur Anfangsphase. Sie wollte nochmal auf den Arm kuscheln und als ich sie danach ins Bett legte, war sie ein bisschen hibbelig. „Milch! Papa!“ verlangte sie. Also hat der Papa ein Milchfläschchen gemacht. Und siehe da, nachdem sie das gemütlich im Bett trinken durfte, schlief sie friedlich ein.

Ich bin so dankbar, dass es wieder besser klappt mit dem Einschlafen. Endlich sind wir wieder entspannt in dieser Phase. Und ich brauche einfach Abends noch etwas Zeit für mich. Das macht mich viel ruhiger und ausgeglichener 🙂 Drückt mir die Daumen, dass es so bleibt!

Eure  Nätty

*Affiliate-Link

Den richtigen Buggy zu finden ist gar nicht so einfach!

Was muss unser Buggy eigentlich alles können?

Gerade beim ersten Kind weiß man nicht so genau worauf man achten soll. Naiv wie ich war, dachte ich das der Buggy-Aufsatz, der bei unserem 3-in-1-Kombikinderwagen dabei war, völlig ausreichend sein würde. Aber weit gefehlt … Ok, solange man damit direkt aus dem Haus losgehen konnte, ging es eigentlich. Aber sobald man mit dem Auto irgendwo hinwollte, war der Wagen völlig unpraktisch. Riesiges Klappmaß, umständlich auseinanderzunehmen und in meinem Kleinwagen eh nur transportabel, wenn ich vorher die Sitze umgeklappt hatte. Da ich auf dem Land wohne, ist ein Auto aber unerlässlich, also musste ein neuer Buggy her. Einer der Auto-kompatibel wäre und mit dem man auch in kleineren Ladenlokalen nicht in jedem Gang stecken bliebe. Einer der sich schön klein zusammenklappen ließe und das möglichst mit einer Hand. Das wieder Aufklappen sollte natürlich genauso schnell wieder funktionieren. So viele Wünsche …
Da hatte ich erst mal eine ganze Menge Recherche-Arbeit zu leisten … Der Buggy-Markt ist ja total überfüllt. Und ich gehöre nicht zu den Menschen, die immer alles von den gerade angesagten Marken haben müssen. Das heißt für mich aber auch intensive Suche nach guten, möglichst günstigeren Alternativen. Die Buggy-Recherche hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt, daher hier das Ergebnis für euch.

Entschieden haben wir uns für den Litetrax 3 der Marke Joie*. Seit 7 Monaten ist er unser treuer Begleiter und wir sind immer noch voll und ganz zufrieden! Hier findet ihr unsere Erfahrungen und einen ausführlichen Testbericht zum Litetrax 3.

IMG_2407

Da es sich um eine in Deutschland noch unbekanntere Marke aus Großbritannien handelt, habe ich damals auf deutsch kaum ausführliche Bewertungen gefunden, vielleicht kann mein Bericht ja dem ein oder anderen bei der Entscheidung auf dem Weg zum richtigen Buggy helfen.

In den Buggy von Joie habe ich mich sofort verliebt. Schlichtes Design und dazu wirklich total durchdacht. Auch der Preis geht vollkommen in Ordnung. Wir haben damals 159,00 € bezahlt.

Der Wagen hält was er verspricht!

Absoluter Hammer ist sein kompaktes Klappmaß: 26 x 67 x 83 cm. So passt er auch in meinem Kleinwagen (Chevrolet Kalos). Falls man noch weniger Platz haben sollte, kann man auch noch mit einem Handgriff die Reifen Abmontieren, so ist er noch kleiner.

IMG_2411

Der Wahnsinns-Vorteil für schwer bepackte Mamis ist natürlich, dass man ihn mühelos mit einer Hand zusammenklappen bzw. wieder aufbauen kann und zwar innerhalb von Sekunden! Das ist wirklich richtig easy! Und da er dank Aluminium-Gestell so leicht ist (9,6 kg), auch kein Problem für nicht so starke Mamis (wie mich …).

Am Verdeck des Wagens hat man die Möglichkeit in einer integrierten Tasche ein paar Kleinigkeiten unterzubringen. Meist verstaue ich darin Trinkfläschchen, Portemonaie und Taschentücher. Der Einkaufskorb unter dem Wagen ist recht geräumig. Man bekommt einiges unter. Allerdings, wie bei vielen Buggys kommt man kaum an etwas heran, wenn der Wagen in Liegeposition steht.

Die gerade Liegeposition war übrigens sehr wichtig für mich. Und auch diese bietet der Litetrax 3. Die Rückenlehne ist stufenlos verstellbar, von „Gerade-sitzen“ bis „Liegen“.

Ein weiteres Plus ist für mich der durchgehende Griff, damit kann man den Buggy ganz komfortabel mit einer Hand schieben. Überhaupt gleitet der Wagen nur so vor sich hin. Das Fahrgefühl ist echt gut. Natürlich handelt es sich hier eher um einen Stadtwagen. Für Wald und Feld ist er nur bedingt geeignet durch die Hartgummireifen. Was nicht heißt, dass man bei jedem Schotterweg Probleme haben würde. Die schafft er locker, aber wenn man oft Offroad unterwegs ist, wäre der Sportwagen wohl nicht die erste Wahl.

Das Highlight des Buggys ist das Sonnenverdeck.

Dieses lässt sich so weit herunter schieben, dass ein Sonnenschirm bzw. -verdeck unnötig wird. Wirklich praktisch.

Da Teile des Verdecks aus einem netzartigen Stoff sind, kann das Kind dennoch nach draußen schauen und langweilt sich nicht. Gleichzeitig ist es vor neugierigen Blicken und zu vielen äußeren Reizen geschützt, so dass einem kleinen Schläfchen nichts im Wege steht 😉

 

20150723_170030

 

Je nach Alter und Vorliebe des Kindes kann man die Ablage für die Füße gerade lassen oder herunterklappen.

Der 5-Punkt-Sicherheitsgurt ist lässt sich einfach zusammenstecken und mit einem Knopfdruck geht er komplett auf. Kein langes rumfriemeln. Die Schultergurte sind dreifach höhenverstellbar.

Ein hochwertiger Regenschutz sowie ein Bügel werden mitgeliefert und man muss sie nicht noch zusätzlich kaufen, wie bei anderen beliebten Marken, deren Wagen an sich meist schon teurer sind.

Auch das Bilderbuchmädchen hat sich auch auf Anhieb in den Sportwagen verliebt. Sie ist damals sogar von sich aus zu dem Wagen hingekrabbelt und wollte hinein. Als wir ihn angeschafft haben war sie schon 10 Monate alt. Ich wünschte wir hätten ihn schon früher gehabt. Verwenden kann man den Buggy übrigens bis das Kind ca. 15 kg wiegt.

Nun kennt ihr also die Vorteile des Sportwagens.

 Natürlich gibt es auch kleine Nachteile an diesem tollen Buggy, die ich nicht verschweigen möchte.

Manchmal verhakt sich das Vorderrad wenn man einen Bordstein hinunterfährt. Wir haben ja den Joie Litetrax 3 * und daher diesen ausgiebig getestet. Dieser hat insgesamt drei Räder (vorne nur eins). Eventuell hat man dieses Problem bei Joie Litetrax 4 * nicht, der hat vorne zwei Räder hat.

Flüsterleise ist der Buggy nicht, aber auch nicht unangenehm laut.

Wie bereits erwähnt ist der Einkaufskorb in Liegeposition nicht so gut zu erreichen.

Für manche vielleicht ein Nachteil: Das Kind kann nur vorwärtsgerichtet fahren. Das ist aber wohl der Preis dafür, dass man den Wagen so leicht mit einer Hand zusammen- und auseinanderklappen kann.

Im Winter kann man sein Baby nicht gut sehen, da im geschlossenen Verdeck leider klein Fenster ist. Manche Wagen bieten da ja so Plastik-Fensterchen, so dass man zumindest sieht wie sein Kind gerade sitzt.

Der Schieber ist nicht höhenverstellbar. Für mich hat er die optimale Höhe. Ich bin 1,70 groß. Aber den Wagen haben schon verschieden große Leute geschoben und alle fanden es komfortabel. Also vielleicht doch nicht so ein riesiger Nachteil.

Abschließend kann ich sagen, vom Preis-/Leistungsverhältnis ist der Wagen absolut empfehlenswert! Meine Erfahrungen mit dem Litetrax 3 sind durchweg gut. Daher würde ich ihn immer wieder kaufen! Auch nach 7-monatigem Gebrauch überzeugt uns dieser Buggy im Test.

Auf den Fotos könnt ihr hoffentlich alles erkennen was euch interessiert. Falls ihr noch mehr Fragen habt, schickt sie mir gerne. Ich werde sie euch schnellstmöglich beantworten.

Ich hoffe ich konnte euch mit meinen Erfahrungen im Bereich  Joie Litetrax 3 bei der Entscheidung im Buggy-Wust etwas helfen!

Alles Liebe,

Nätty

*die gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Falls ihr euch entscheidet einen der verlinkten Buggys zu kaufen würde ich mich freuen, wenn ihr das über die eingefügten Links macht. Ich habe viel Zeit in die Recherche und Erstellung des Artikels gesteckt und ihr würdet meine Arbeit damit honorieren. Für den Kauf über die Affiliate-Links erhalte ich eine kleine Provision von Amazon. Für euch ändert sich am Preis nichts, d.h. das Produkt wird für euch dadurch nicht teurer. 

Baby

Wenn Babys sich nicht trösten lassen …

Zum Einschlafen zärtlich über das Köpfchen streicheln? – Hat mein Baby gehasst.
Ruhig Einschlaflieder summen? Hab ich in der Anfangszeit mit Baby eigentlich mehr gemacht, um überhaupt etwas zu tun und nicht vollkommen hilflos zu sein. Denn beruhigt hat meine Kleine das nicht im geringsten.

Rituale? Babymassage? Mozart-Musik? White Noise? Ruhige Abend-Atmosphäre? Wo bitte bekommt man ruhige Abend-Atmosphäre her, wenn das Baby schreit und schreit und schreit? Zum Teil sechs Stunden am Stück.
Wir waren mit unserem Latein am Ende. Das Babyschreien ging mir durch Mark und Bein. Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen, wenn sie weinte. Manchmal weinte ich mit. Mir gelang irgendwie nichts mehr.
Tagsüber schaffte ich es immerhin die Kleine im Tragerucksack zum Schlafen zu bringen. Dazu musste ich lange durch die Wohnung tanzen oder draußen lange spazieren gehen, obwohl ich meist hungrig und müde war und auch noch unter den Geburtsverletzungen litt. Sobald ich mich hinsetzte oder die Kleine ablegte, war sie war wieder hellwach.

Als sie ein paar Wochen alt war, schlief sie zumindest beim Autofahren im MaxiCosi mal ein. Manchmal bin ich tatsächlich mit Baby, Schokolade und etwas zu trinken ins Auto gestiegen und rumgefahren, damit ich mal im Sitzen etwas essen konnte. Und es dazu auch noch still war. Einfach eine halbe Stunde Stille. Hey, so hab ich direkt mal die neue Umgebung kennengelernt (wir waren grad umgezogen).

Unsere Kleine konnte nichts beruhigen in den ersten Monaten. Sie war vom anderen Stern und noch nicht bereit in unserer Welt anzukommen. Aber das wusste ich damals nicht. Ich war verzweifelt. Was machte ich nur falsch? Hatte sie Schmerzen? Hunger? Durst?

Und immer diese bohrende Frage: „Ich bin doch ihre Mama, warum kann ich sie nicht trösten?“

Ich wurde in dieser Anfangszeit mal gefragt, ob ich ein einfaches Baby hätte. Und ich sagte: „Das weiß ich nicht. Ich kenne ja nur meins.“ Ich wollte nicht „Nein“ sagen und die Versager-Mama sein, die nicht mal ihr eigenes Kind trösten konnte. Die zugibt, dass sie es schwierig findet, für ein Baby zu sorgen, wo das doch das natürlichste auf der Welt ist. Nein, nein, alles bestens. Ist bestimmt normal und ich stelle mich nur an … Alle anderen schaffen das ja auch mit links …

Wenn ich andere Mamas sah, deren Babys ruhig und wach im Kinderwagen lagen, zweifelte ich an mir. Wieso klappte das bei uns nicht? Zudem schien keiner in meiner Umgebung so etwas zu kennen. Babys, die nicht schlafen wenn sie müde sind, sondern schreien. Babys, die im Kinderwagen nicht einschlafen, sondern schreien. Wo gibt es denn sowas? Bei uns gab es sowas … Tja, da hatte ich ja mein Baby ganz schön verwöhnt, was? Oder war sie sogar eines dieser Schreibabys?

Viele Kommentare lauteten: „Die hat dich ja gut im Griff!“

Heute sage ich: „So ein Schwachsinn! Dieses kleine schutzlose Wesen brauchte mich! Und zwar ganz nah. Und selbst das reichte halt am Anfang nicht, um sie zu trösten.Wir mussten ihr erst mal beweisen, dass die Welt, in der sie nun lebte, für sie sicher war. Dass Hunger gestillt werden kann, dass wir sie nie und nimmer verlassen würden und dass wir dafür sorgen würden, dass es ihr gutginge.“ Leider wusste ich all das nicht und war verunsichert. Das spürte die Kleine bestimmt noch zusätzlich zu ihren Ängsten.

Irgendwann als ich einfach nicht mehr weiter wusste, machte ich einen Termin mit einer Familienberaterin. Das hat mir dann geholfen. Die Dame war selbst sechsfache Mutter und jetzt kommt’s: Erst ihr viertes Kind war ein sensibles Baby bzw. Schreibaby. Sie erzählte mir, dass sie sich vorher nie vorstellen konnte, wie anstrengend das sein kann und wie überfordert man damit sein kann. Sie hatte also drei Kinder, was schon mega-viel Arbeit bedeutet, aber erst ihr Viertes war ein Schreibaby und sie war hilflos. Sie konnte dem kleinen Wesen nicht gerecht werden (daraufhin informierte sie sich viel, machte Fortbildungen und wurde überhaupt erst Familienberaterin).

Das zu hören, war für mich ganz ehrlich eine Erleichterung. Für mich bedeutete das, ich war nicht Schuld. Babys sind einfach komplett unterschiedlich, was ihre Bedürfnisse angeht. So fiel es mir leichter mit dem Weinen umzugehen. Ich konnte meiner Kleinen beistehen, ohne mich die ganze Zeit zu fragen, ob es nicht doch an mir lag.

Wir bekamen aber noch andere Tipps von der Familienberaterin. Ich werde die mal aus meiner Erinnerung zusammenzufassen:

Baby warm halten. Unserer Kleinen war damals anscheinend oft kalt (Septemberbaby). Sie hatte kühle Hände, aber meine Hebamme meinte zu mir, hauptsache der Nacken und die Füße seien warm. Naja, nach der Beratung hieß es: Mützchen auch im Haus an. Ablegen nur auf vorgewärmte Plätze (Wärmflasche auf großem Stillkissen zum Beispiel. Baby dann auf den vorgewärmten Platz legen und die Wärmflasche ohne Körperkontakt mit unter die Decke, mit der man das Baby zugedeckt hat).

In den ersten Monaten die Schlafenszeiten des Babys akzeptieren. Schläft es frühstens um 01:00 Uhr ein? Dann möglichst tagsüber Kraft sammeln. Z. B.: Versuchen das Baby nicht im Tragerucksack, sondern im Pucktuch zum Einschlafen zu bringen, da man es dann leichter ablegen kann und sich wenn man Glück hat selber auch mal hinlegen kann. Ist natürlich nicht so einfach (bis unmöglich) wenn an mehrere Kinder hat … Ich gebe trotzdem mal alle Tipps weiter, die mir als Mama mit nur einem Kind gegeben wurden.

Das Baby nicht unter den Achseln fassen zum Hochheben oder beim Tragen. Denn angespannte Kinder spannen dabei die Muskeln an und das führt zu noch mehr Spannung im Körper. Lieber die eine Hand unter den Po/Rücken schieben und die andere Hand unter das Köpfchen, dann behutsam vor die Brust hochnehmen.

Hier der Tipp, der bei uns am meisten brachte:

Ruhige Stimme und ruhige Bewegungen. Zur Beruhigung das Kind aufrecht vor die Brust nehmen (evtl. gepuckt), sodass die Beine angewinkelt sind. (Ähnlich der Position in einem Tragetuch). Wenn die Babys so aufgeregt sind, wie unsere Kleine erfordert es am Anfang bis sie sich beruhigen schon Kraft sie in dieser Position zu halten.
Nun immer wieder langsam in die Hocke gehen und langsam wieder hochkommen. Immer weiter machen. Ruhig Atmen und erst mal nur auf eigene Atmung und sich selbst konzentrieren. Solange bis man es schafft ruhig und tief zu atmen.
Dann erst dem Kind zuwenden und beim Schreien“zuhören“. Beruhigend mit ihm Sprechen. Ganz wichtig: Mit übertrieben tiefer Stimme sprechen.
Was man sagt ist dabei fast egal. Ich sagte damals sowas wie: „Och, och, och, erzähl mir ruhig alles! Warum geht es dir nicht gut?“
(Es hat bei uns wirklich etwas gebracht. Es war kein Wundermittel, aber aus dem „In-Rage-Schreien“ wurde ein normales „Schluchzen“. Wenn ich es kräftemäßig lange genug geschafft habe, ist die Kleine so auch eingeschlafen. Die Familienberaterin hatte das so auch mit meiner Kleinen gemacht und da hat es tatsächlich sehr schnell funktioniert, dass sie aufgehört hat zu Schreien. Aber das war auch nachmittags und nicht Abends/Nachts.

Wenn man Glück hat und das Baby schläft irgendwann ein, ist die nächste Herausforderung, das Ablegen. Man muss ja auch als Mami mal auf Klo, oder essen oder sonstwas nebensächliches.
Also, beim Ablegen darf man, nicht zuuu vorsichtig sein, sonst schrillen bei den sensiblen Babys sofort die Alarmglocken. (Oh, oh, Mama legt mich vorsichtig ab … Da droht bestimmt Gefahr, schnell aufwachen! Nicht, dass Mama mich allein lässt …)
Also beim Ablegen Kind nicht so anfassen, als dürfe man keine falsche Bewegung machen. Stattdessen liebevoll aber bestimmt hinlegen und dabei nicht vergessen zu atmen … Po zuerst ablegen, wenn das Baby dabei die Augen öffnet, sanft sagen: „Hey, du kannst ruhig weiterschlafen.“ Jaja, dass es das dann auch macht, ist natürlich Glückssache.

Für das Wohl der Mama: Wenn es irgendwie möglich ist, sich mit dem Partner abwechselnd um das Baby kümmern. Anfangs standen mein Mann und ich immer zu zweit um die Kleine herum und versuchten herauszufinden, was sie hat. Als sein Urlaub vorbei war (nach 3 Wochen), war ich den ganzen Tag bei der Kleinen und abends kümmerten wir uns oft noch zusammen, aber um Kräfte zu sparen und um dem Baby weniger Reize zuzumuten, sollte man sich lieber abwechseln.
Vielleicht kann der Mann abends eine halbe Stunde bis Stunde mit dem Baby im Tragerucksack spazieren gehen, während man selber mal etwas isst oder für beide kocht oder das macht, was man sonst so an Grundbedürfnissen den Tag über nicht befriedigen konnte.

Und noch eine Anmerkung von mir persönlich: Der Tipp von Bekannten, man müsse die Babys tagsüber auspowern, damit sie Nachts gut schlafen, ist bei sensiblen Babys absolut der falsche Weg!!! Das führt zur totalen Überreizung und noch schlechterem Abschalten können / Einschlafen. Als wir später einen Rhythmus hatten (mit ca. 9-10 Monaten), haben wir bei uns zumindest die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, wenn die Kleine 1-2 Stunden Mittags schläft und dann trotzdem relativ früh ins Bett geht (spätestens 19:00 Uhr). Hier kann ich sagen, dass wie sehr Glück mit unserer Kleinen haben. Seit wir diesen Rhythmus haben, schläft sie trotz frühem Zubettgehen oft bis 8:00 Uhr. Muss wohl den Schlaf aus den ersten Monaten nachholen 😉 Alles natürlich nur wenn sie grad nicht krank ist und grad keinen Schub hat.
Wie auch immer, unser sensibles Babys ist sehr aufmerksam. Sie will alles mitbekommen und saugt alles auf, was der Tag ihr bietet. Bis ins kleinste Detail. Und das macht sie sehr müde. Die Gefahr den müden Punkt zu verpassen ist hoch und dann geht’s rund. Ihr wisst, was ich meine … 😉 Da hilft kein Schlafentzug, damit sie abends besser schläft. Eher im Gegenteil.

Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass wir Glück hatten, dass die Phase des Schreiens hier nur bis ca. in den vierten / fünften Monat hineinging. Ich habe von anderen gehört bei denen das bis zu einem Jahr ging. Das stelle ich mir heftig vor.
Unsere Kleine ist immer noch anspruchsvoll, will überall dabei sein und beschäftigt sich auch jetzt nur unter Protest mal kurz alleine, aber sie ist ausgeglichener seit sie mehr kann. Vor allem, als sie dann Laufen konnte, war festzustellen wieviel zufriedener sie mit sich und der Welt ist. Jaha, jetzt kann Mama nicht mehr einfach so mal den Raum verlassen ohne, dass sie die Möglichkeit hat gaaaanz fix hinterherzukommen und das gibt ihr Sicherheit. Sie hat jetzt viel mehr selbst in der Hand. Das gefällt ihr 😉

Und noch eine Anmerkung: Ich schreibe hier nur meine Erfahrungen auf. Nichts davon ist wissenschaftlich belegt und wenn ein Baby sehr viel schreit sollte man natürlich immer ärztlich abklären lassen, ob gesundheitlich alles in Ordnung ist.
Ein toller Blog, auf dem ich auf der Suche nach Hilfe oft gestoßen bin, ist übrigens: Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten. Kann ich sehr empfehlen!

Eure Nätty

Beitragsbild (Baby) aus der Bilddatenbank von pixelio.de

Stillkissen

Das Lieblings-Stillkissen

Schon bevor das Kind da ist, überlegt man ja gewissenhaft, was man als Neu-Mama so braucht. Als absoluter Listen-Liebhaber habe ich mir natürlich einige viele Listen angeschaut mit tollen Anschaffungs-Tipps.

Was auf kaum einer Liste, fehlte, war das Stillkissen. Brav kaufte ich mir auch eines dieser langen, mit kleinen Styropor-Kügelchen gefüllten, Objekte und muss sagen während der Schwangerschaft war das auch nicht wegzudenken …
… als Seitenschläfer-Kissen. Es war wirklich seeehr gemütlich. Keine Frage.

Zum Stillen fand ich es aber eher unpraktisch. Vielleicht hab ich mich auch als Einzige besonders blöd angestellt … Aber wenn ich allein zuhause, auf einem Arm das Baby hatte, mich hinsetzte, und versuchte, mit der freien Hand dieses Kissen irgendwie so umzuwickeln, dass ich nicht nachher mit angespannt hochgezogenen Schultern dasaß, dann dauerte das viel zu lang.

Und wie wir alle wissen, sind Babys nicht gerade mit Geduld gesegnet. Vor allem, wenn sie grad Hunger haben … Ja, Mami, lass dir nur Zeit. Rück mal in Ruhe dein Kissen zurecht, meine Mahlzeit kann warten … Ähm, eher nicht …

Da ich sehr oft mit Stillen beschäftigt war in den ersten Monaten, befand ich mich auch sehr oft in der Situation, dass das Baby ungeduldig schrie und ich mit dem Kissen kämpfte, den Kampf  verlor, und nach dem Stillmarathon in unbequemer Haltung Nackenschmerzen hatte.

Mein Bild von einer harmonischen Stillzeit, in der meine Baby und ich ruhig ein halbes Stündchen in einträchtiger Zweisamkeit verbrachten, wurde ziemlich schnell erschüttert.

In Wirklichkeit saß ich oft eine Stunde pro Mahlzeit, mehrere Mahlzeiten am Tag/Nacht in unbequemer Haltung da, kämpfte mit Stillhütchen und schmerzenden Brüsten und fand es alles andere als ruhig und harmonisch.

Was aber echt Erleichterung brachte, war mein neues boppy-Stillkissen von chicco. Es kostete schon Überwindung erneut Geld auszugeben für ein Stillkissen, wo ich doch schon eines zuhause hatte. Aber im Nachhinein wünschte ich mir, ich hätte es einfach direkt bestellt.

Das neue Wunder-Kissen war viel kleiner und viel fester als die üblichen langen Kissenschlangen. Man konnte es easy mit einer Hand um seine Taille legen, Arm mit Baby drauf ablegen und fertig. Kein Zurechtrücken, Schütteln oder sonst was. Einfach sofort loslegen. Genau, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Zum Waschen war es auch super. Bezug und Füllmaterial sind waschmaschinenfest. Auch das abziehen und wieder beziehen ist schnell gemacht und nicht so ein Gefummel wie bei diesen Styropor-Dingern. Seine Form hat es auch nach etlichen Wäschen behalten. Echt toll!

Mitgeliefert wurde bei meinem Kissen auch eine dicke Plastikhülle mit Griffen zum Mitnehmen. Das fand ich sehr praktisch. Da ich ansonsten immer die Riesenschlagen umgehangen hatte, wenn ich zum Beispiel mal meine Familie mit Baby besucht habe. Oder ich habe das Kissen gar nicht mitgenommen, weil es mir zu unpraktisch war und hab dann mit Sofakissen improvisiert, was auch nicht unbedingt der Hit war …

Wie man vielleicht merkt, ich war und bin begeistert!

Bestimmt gibt es jetzt Leserinnen, die sagen, wozu brauchte die denn überhaupt ein Stillkissen? Man kann sein Baby doch auch wunderbar so Stillen und für unterwegs gibt es doch auch diese Rundschals … Man kann das vielleicht, aber ich persönlich konnte es halt nicht. Für mich war das neue Kissen einfach die beste Lösung, denn durch die langen Stillzeiten meiner Kleinen  wäre mir sonst irgendwann der Arm abgefallen. Das mit den Rundschals klappte bei mir auch nicht sooo super, da ich ja immer mit den Stillhütchen am herumhantieren war, das war auch nicht so einfach, wenn das Baby im Tuch hing.

Auch heute, nachdem ich abgestillt habe, lege ich mir das Kissen manchmal um, wenn ich auf der Couch liege und stelle meinen Laptop darauf ab ;))) Leicht zweckentfremdet.
Man kann es übrigens auch im Wochenbett ganz gut als Sitzkissen verwenden, wenn man noch mit Geburtsverletzungen zu tun hat. Auch sein kleines Babylein kann man kurz darin ablegen, wenn es noch nicht sitzen kann, aber schon alles mitbekommen will. Alles in allem, nur zu empfehlen!!!

Es ist aber leider nicht ganz billig. Ich habe glaub ich ca. 40 Euro dafür bezahlt. Also wenn man schon ein Kissen hat, überlegt man sich wahrscheinlich zweimal ob man das wirklich braucht. Ich kann da nur für mich sprechen und sagen, die Investition hat sich gelohnt.

Wie ist es bei euch? Nutzt ihr Stillkissen bzw. habt sie benutzt? Fandet ihr das Handhaben easy oder auch so umständlich wie ich?