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Familienmoment

Familienmoment 9 – „Ich bin dagegen, denn ihr seid dafür …“

Heute gibt es wieder einen #Familienmoment für euch. Ist ja schließlich Mittwoch 😉

Manchmal könnte ich derzeit ausrasten … Wir haben hier grad die schlimmste „Nein“-Phase aller Zeiten. Egal worum es geht, zu allem sagt Madame Bilderbuchmädchen erst mal „Nein!“ Frei nach dem Motto: „Ich bin dagegen, denn ihr seid dafür …“

„Schuhe anziehen?“
„Nein!“

„Mama kocht jetzt …“
„Ne!“

„So, du brauchst eine neue Windel. Komm wir gehen wickeln.“
„Nein! Wegrennen!“

„Ne!“, „Nein!“, „Lass das, Mama!“, „Das nicht!“ Diese Worte höre ich den ganzen Tag und zwar in Dauerschleife. Egal was wir machen. Das kann schon mal an den Nerven zehren.
Nach den ganzen Verneinungen folgt in manchen Fällen, dann ein „Doch!“ Das geht dann so:

„Sollen wir eine Runde spazieren gehen?“
„Nein. Niss spazieren gehen! Ne!“

„Doch!“
Puh, dieser eigene Wille kann manchmal ganz schön anstrengend sein …

Soweit zur Vorgeschichte. Eines Tages nach gewohnt vielen „Neins“ war ich, sagen wir mal etwas gereizt. Ich bereitete in der Küche das Abendessen vor und schälte gerade die Kartoffeln. Es kam wie es kommen musste, es war der kleinen Bilderbuchdame nicht genehm.

„Niss Kartroffeln schälen! Nein! Ne. Ne. Ne. Ne. Ne …“ (bitte stellen Sie sich das „Ne!“ in Dauerschleife und in einem sehr jammernden, leidenden Tonfall vor)

„Jetzt reicht es! Ich habe beim ersten „Nein.“ verstanden, dass du nicht möchtest, dass ich Kartoffeln schäle, aber die muss ich jetzt nunmal fertig machen. Du brauchst mir dabei ja nicht zusehen, möchtest du vielleicht lieber noch was spielen?“
„Ne!“, kommt es wie aus der Pistole geschossen vom Bilderbuchmädchen …
War ja klar …
„Doch!“, folgte direkt hinterher.
Also schön, ich gab ihr ein Puzzle und was machte Madame? Pfeffert es mit aller Wucht auf den Boden. „Das niss!“, krakelte sie.
„Fräulein! So nicht! Spielsachen werden hier nicht rumgeschmissen! Das macht mich wütend!“ zischte ich entnervt und packte das Puzzle wieder weg.

Kurzzeitig herrschte danach Ruhe in der Küche. Ich schälte meine Kartoffeln und stellte sie im Topf auf den Herd. Plötzlich zupfte es an meinem Hosenbein. Ich beugte mich herunter zum Bilderbuchmädchen.

„Tsuldigung, Mama!“, kam es mit einem mal betreten von unten. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. Das hatte sie noch nie gemacht. Sich entschuldigt.
Es war einfach zu niedlich. Zum Dahinschmelzen! Tja, und was sagt man da als Mama natürlich?
„Entschuldigung angenommen!“
Gerührt umarmte ich mein kleines Mädchen. Das war unser #Familienmoment dieser Woche.

Wollt ihr mehr Geschichten? Dann hüpft rüber zum Blog der Küstenmami kuestenkidsunterwegs. Da gibt es wie immer mehr Familien-Momente für euch.

Alles Liebe,

Nätty

Familienmoment

#Familienmoment 8

Mein letzter Post ist lange her und diesmal lag es glücklicherweise nicht daran, dass das Bilderbuch-Mädchen oder ich krank waren, sondern es war einfach nur viel zu tun 🙂

Oft waren es Home-Office-Stunden nach dem normalen Job, mal waren es auch Besichtigungs-Termine im Kindergarten, mal die Suche nach einem neuen Auto, mal Garten- und Hausarbeit oder die Steuererklärung, die endlich erledigt werden musste. Mal war es auch einfach wichtiger Freunde und Familie zu treffen … Einfach gesagt, das Leben kam dazwischen. Man muss halt Prioritäten setzen. Wer auch wissen will was bei uns so los ist, wenn es auf dem Blog mal stiller ist, der ist herzlich dazu eingeladen mir auf instagram zu folgen.

Diesen Mittwoch war endlich wieder Zeit dafür, einen #Familienmoment für die Aktion der Küstenmami aufzuschreiben:

Es geht mal wieder um die Sprachkünste des Bilderbuch-Mädchens.

Am Donnerstag Morgen fing es an: Wir machten uns gerade fertig, um zur Tagesmutter aufzubrechen und das Bilderbuch-Mädchen hatte ihren Lieblings-Stoffhund „Bruno“ mit in den Flur genommen, wo wir gerade die Schuhe anziehen wollten.
Ich hatte aber nicht aufgepasst und Brunos „Wäsche-Double“ lag auch unten im Flur. Als das Bilderbuch-Mädchen den zweiten „Bruno“ entdeckte, stürmte sie auf ihn zu und hielt beide Hunde fröhlich juchzend im Arm.

Stofftier Hund doppelt

Sie schaute erst den einen Hund an, dann den anderen und dann sah sie mir grinsend in die Augen und meinte: „Findich lustig!“

Wow, ich war echt überrascht. Das war ja nicht nur die Benennung von Gegenständen oder das kommentieren einer Tätigkeit, sondern die Beschreibung ihrer Empfindung. Ich war gerührt. Und dann klang das ganze auch noch so typisch niederrheinisch. Dieses zusammengezogene: „Findich“. Das wiederum fand ich sehr lustig.

Nach diesem Moment achtete ich dann gezielt auf ihre Aussprache über den Tag hinweg und hörte Sätze wie:

„Wo biste, Papa?“ Das sagte sie als der Papa morgens zur Arbeit gefahren war. Obwohl wir doch kurz vorher zum Abschied noch gewunken hatten … Leicht schusselig die Kleine, wie die Mama halt ;P

„Kriegste wieder!“ Das sagt sie immer, wenn sie mir ihren Schnuller gibt, weil sie weiß, dass sie ihn zum Schlafen wieder bekommt.

„Kannste nix machen!“

„Da isse ja!“

„Siehste!“

Durch die eigenen Kinder wird einem ganz schön deutlich gemacht, wie man eigentlich spricht. Früher dachte ich immer, ich würde hochdeutsch sprechen. Bis ich in einer Berufsschulklasse mit lauter Bayern gelandet bin, die den NRW-ler Dialekt sehr amüsant fanden. Vor allen Dingen, dass wir so oft „ne?“ ans Ende unserer Sätze hängen. Aber „gell“ ist besser, oder was? 😉

Am Ende des Tages dachte ich nur: Das Bilderbuch-Mädchen ist ne richtige Niederrheinerin. „So isses!“
Tja, selbst an der Sprache hört man, dass die Kleine zu uns gehört. Der Gedanke hat mich sehr glücklich gemacht! Ein richtig schöner Familienmoment!

Da ich solange Pause gemacht habe, gibt es sogar noch einen kleinen Extra-#Familienmoment heute:

Am Samstag Morgen weckte ich die Kleine, sie war noch ganz schlaftrunken und kuschelte sich an mich. Ruckartig fuhr sie plötzlich hoch, zeigte auf das Babyphone und sagte: „Babyphone! Mama, Papa hör’n dich immer!“

Hach, das war zuckersüß! Dass wir sie immer hören, sagen wir ihr ab und zu abends.
Sie klang so sicher und sich dessen bewusst, als sie das an diesem Morgen sagte, dass ich mich total gefreut habe. Einfach Wahnsinn, was sie mittlerweile alles begreift. So, das war es jetzt aber von mir.
Wer noch mehr Familienmomente möchte, der findet sie auf dem Blog der Küstenmami.

Alls Liebe,

Eure Nätty

Kindermund

Kuck mal wer da spricht

Hach, Spoiler-Alert: Stolzer Mami-Post … Ich bin sooo begeistert und stolz darauf wie toll das Bilderbuchmädchen schon sprechen kann. Sie ist eine kleine Schnatterlie (von wem sie das nur hat? Wo ich mich doch immer so kurz fasse … Hust …) Hier mal ein paar kleine Einblicke.

Vom ersten Wortschatz des Bilderbuchmädchens (Kindermund …) bis jetzt hat sich einiges getan. Es ist unglaublich was sie sich mit ihren fast 19 Monaten alles merken kann. Die Namen von allen Bekannten und Verwandten etwa.
Oder Worte wie „Fensterbank“, „Salzstreuer“, „Rasenmäher“ und „Bobbycar“. Aber auch die Namen aller Charaktere in ihren Kinderbüchern merkt sie sich spielend. So sagt sie mir abends immer genau, welche Geschichte sie jetzt gucken möchte. „Johann bettfertig!“, „Ben Musik!“ oder „Roboter“. Das sind momentan ihre Lieblinge im Bücherregal.

Unsere kleine Maus plappert durchgehend. Gerne auch in ganzen Sätzen. Und ich liebe es ihr dabei zuzuhören. Man, das ist eine niedliche Phase. Jeder Satz klingt so zuckersüß! Es ist erleichternd, dass sie nun ausdrücken kann, was sie möchte, warum sie traurig ist und so weiter. Ein richtig toller Schritt für uns. Mit ungefähr 18 Monaten fing sie an ihre ersten ganzen Sätze zu sprechen. Zum Beispiel: „Das Buch lesen!“ „Mein Schnulli holen!“ oder „Rolladen runter machen.“

Besitzansprüche klärt das Bilderbuchmädchen nun auch gern genau: „Mamas Tasche, Papas Handy, Omas Brille, meine Schnulli.“ Ja, hier wird darauf geachtet, wem was gehört. Und danach kommt das unvermeidliche: „Haben!“ Manchmal auch schon: „Iss möchte das haben!“

Falls sie etwas nicht haben darf, wirft sie ein: „Nur ei machen!“ Also, wenn sie etwas nicht haben darf, dann will sie es doch wenigstens streicheln dürfen.

Ihre liebsten Worte sind derzeit: „Iss auch!“ und „Doch!“ Prinzipiell möchte sie eigentlich alles haben, was Mama oder Papa grad so haben. Gibt man ihr dann zum Beispiel das gewünschte Essen, heißt es kurze Zeit später schon: „Mehr haben!“ und „Noch mehr!“ Haha, es gibt kein Limit. Letztens war ich noch froh, wenn sie überhaupt etwas aß (Es wird gegessen was auf den Tisch kommt! Oder auch nicht …) und momentan wird wieder ohne Ende gegessen.

Bei Spaß gibt es natürlich auch keine Grenze nach oben. Wirbelt der Papa sie durch die Luft, kommt danach sofort: „Nochmal!“ Und zwar gefühlte 1000 mal 😉

Auch bei andere spaßigen Sachen kennt sie kein Ende. „Weiter spielen! Weiter lesen!“ wird jetzt immer gefordert.

Sie kommuniziert gerne. Sie macht Komplimente und sagt zu ihren Mitmenschen: „Schöne Haare!“ oder „Schöne Augen!“
Im Auto meinte sie allerdings letztens: „Mama dick!“
Wie bitte?! Also da hab ich mich ja nun hoffentlich verhört, Fräulein!

Sie erzählt, was am Tag so passiert ist: „Aua gemacht. Eva getröstet.“
Ich erfahre auch, was es bei der Tagesmutter so zu essen gab: „Nudeln gegessen. Viele Nudeln!“
Oder welches Kind krank war: „Emma krank. Emma Fieber.“

Total süß ist auch, wenn ihr etwas gefällt, nicht selten entfährt ihr dann ein „Oh, wow!“,
„Oh, schön!“ oder ein „Oh, fein!“

Ein sprechendes Kleinkind bedeutet auch, immer einen kleinen Kommentator dabei zu haben. Denn es bleibt wirklich nichts mehr unkommentiert 😉

Wenn Papa morgens gähnt, heißt es sofort: „Papa müde!“
Putzt sich Mama die Zähne kommt natürlich: „Zähne putzen. Iss auch!“
Ist die Mama auf Toilette: „Mama Pipi macht!“
Fährt beim Spazierengehen ein Auto vorbei heißt es: „Großes Auto! Brumm, brumm! Noch eins! Viele Autos!“
Läuft ein kleiner Hund vor ihr weg, mutmaßt sie: „Hund Angst!“
„Taube weggeflogen!“ stellt sie fest, wenn die Tauben vor ihr flüchten.

Letztens beim Arzt verließen Arzthelferin, die Ärztin und eine Praktikantin nach der Behandlung den Raum und wie kommentierte das Bilderbuchmädchen das? Mit der Feststellung: „Alle weg!“ Danach zuckte sie mit den Schultern. „Kann man nichts machen!“

Im Bett müssen ihre „Puppi“ und ihr „Hundi“ dabei sein und dann verkündet sie beruhigt:
„Alle da!“

„Liebhaben! Mama Arm!“ Diese Worte freuen mich immer besonders, denn das heißt Kuscheln. Juchhu! Allerdings ist das Bilderbuchmädchen nicht immer in Schmuse-Stimmung und das kann sie jetzt auch gut ausdrücken:
„Mama, nicht küssen! Lass das!“
Manno 😉 … Jetzt warte ich noch ängstlich auf: „Mama, nicht singen!“ Bisher gefällt ihr das ja noch (Let me entertain you).

Sie zählt auch gern auf wen sie alles liebhat: „Mama lieb! Papa lieb. Marion auch lieb! Oma lieb! Opa lieb! …“ Da geht einem das Herz auf. Allerdings muss man sagen, das Bilderbuchmädchen ist sehr großzügig mit ihrer Liebe. Bücher, Stofftiere und Puppen hat sie lieb, aber auch für kleine und große Steine schlägt ihr Herz. Vertrocknete Blätter hat sie genauso lieb wie Schneckenhäuser und Moos und … Naja, eigentlich alles was man in der Natur so findet.

Wenn ihr ein Lied im Radio gefällt, erklärt sie: „Schönes Lied!“ Bei manchen Liedern singt sie auch mit und so erschallt nicht selten im Auto vom Rücksitz ein: „Bruder Jakob.“ oder „Ei das hätt ich nicht gedacht …“
Gefällt ihr ein Lied aber nicht, höre ich seit geraumer Zeit immer: „Anderes Lied! Das nicht!“ (das kann sie übrigens sehr ausdauernd in Dauerschleife von sich geben…)

Wenn sie an etwas dran geht, wo sie nicht dran soll, schimpft sie auch gern mal mit sich selbst „Nein! Nicht dran gehen!“

In der Stadt erzählt sie mir, wenn sie Leute trifft, was das für Menschen sind:
„Eine Mutter!“ (Sie zeigt auf ein ca. 14-Jähriges Mädchen und ich hoffe die Bezeichnung trifft nicht zu …)
„Ein Mädchen! Hallo Mädchen!“
„Ein Opa!“

Bei einer Person war sie sich letztens aber unsicher. Mit unverhohlener Kleinkinder-Neugier starrte sie diese Person an. Und starrte und starrte.
Dann sagte sie bestimmt und laut: „Ein Mann!“ War aber eine Frau mit Kurzhaarschnitt, die sehr grimmig dreinschaute, wir sind dann mal lieber schnelle weitergegangen … Das heißt, ich habe das Bilderbuchmädchen hinter mir hergezogen während sie noch ein paar mal fröhlich: „Tschüs, Mann!“ krakelte …

War zwar ein wenig peinlich, aber ich vermute es werden noch weitaus peinlichere Kindermund-Sprüche auf uns zu kommen 😉 Vielleicht habt ihr ja auch Erfahrungen damit?

Naja, um all die Sätze und den kompletten Wortschatz des Bilderbuchmädchens aufzuführen bräuchte ich wohl einen bedeutend längeren Artikel. Daher komme ich jetzt mal zum Schluss. Oder wie das Bilderbuchmädchen sagen würde:

„Aus die Maus!“

Alles liebe

Nätty

Baby schläft nicht

Unser Einschlaf-Drama und die einfache Lösung inklusive Zauberformel …

Das Bilderbuchmädchen ist nun 18 Monate alt und ich weiß nicht, ob es an der langen Krankheitsphase lag oder an einem Schub, aber das Einschlafen wurde in letzter Zeit zu einem richtigen Drama bei uns …

Wir hatten eine gute Phase vorher, in der musste ich nur kurz händchenhaltend an ihrem Bett sitzen und schwupps erreichte die Kleine das Land der Träume.

Doch in den vergangenen Nächten mit dem hohen Fieber schlief die kleine Maus wieder bei uns im Bett. Denn sie brauchte unsere Nähe. Nach dieser Phase klappte das Einschlafen im eigenen Bett eigentlich wieder gut, jedoch wurde sie nachts gegen 1:00 Uhr wach und konnte dann nicht mehr allein einschlafen. Ich legte mich dann erschöpft einfach mit in ihr Zimmer auf die Matratze, die ich in der Zeit vor ihrem Bett liegen hatte. Da ich auch angeschlagen war durch Erkältung und Schlafmangel war ich froh wenn das Bilderbuchmädchen einschlief mit mir im Raum und ich nichts weiter machen musste, als danebenzuliegen. Manchmal hat sie auch mit auf der Matratze geschlafen. Meist hab ich dann die ganze Nacht dort verbracht. War ja auch ganz gemütlich …

Einschlafritual – Alles auf Anfang

Nachdem nun aber die Krankenstation abgebaut wurde und alle wieder auf dem Damm waren, wollte ich das alte Einschlaf-Ritual einführen: Im Zimmer noch etwas spielen oder lesen. Dann Wickeln, Schlafsack an, Zähne putzen, das letzte Buch gucken und das Bilderbuchmädchen in ihr Bett legen. Etwas Händchen halten und Friede, Freude, Eierkuchen oder so …

Aaaaber weit gefehlt. Die letzte Woche war wirklich mein persönliches Einschlafdrama. Ich habe jeden Abend zwischen 1,5 und 3 Stunden damit verbracht die Kleine ins Land der Träume zu befördern.

Nach dem letzten Buch habe ich sie in ihr Bett gelegt, mich auf der Matratze vor ihrem Bett dazugelegt und dann versucht sie mit Händchenhalten in den Schlaf zu begleiten. Erst ganz liebevoll und geduldig, irgendwann immer gereizter.
Erst wollte sie noch was trinken, dann nochmal in den Arm genommen werden, dann nochmal den kompletten Tag durchgehen. Oder sie fing an albernen Quatsch zu machen. Natürlich musste ich manchmal darüber lachen, was dazu führte, dass sie sich bestätigt fühlte und weiter fröhlich Grimassen zog. Wenn ich dann gesagt habe: „So jetzt ist Schluss. Es wird geschlafen. Mach mal die Äuglein zu!“ wurde das mit verständnislosem Weinen quittiert.
Ich hab alles versucht: den Tag mit ihr besprochen, sie getröstet, sie in den Arm genommen, gesungen, gestreichelt, sie zu mir auf die Matratze geholt, ruhig erklärt, dass wir jetzt schlafen und dann nichts mehr gesagt, sondern so getan, als würde ich schlafen … Nichts klappte.

Wer braucht schon einen Feierabend? (Ich!!!!!)

Ich war gefrustet, hatte ich doch schon seit Tagen keinen richtigen Feierabend mehr oder erst dann wenn ich selbst so müde war, dass ich nur noch ins Bett wollte.
An einem Abend verließ ich nach zwei Stunden entnervt den Raum. Mein Mann sollte es jetzt bitte richten. Was natürlich nicht klappte, weil das Bilderbuchmädchen traurig war, dass die Mama den Raum so wütend verlassen hatte. Da konnte der Papa solange trösten wie er wollte, das Bilderbuchmädchen war ja verwirrt und verunsichert, weil die Mama so komisch drauf war. Wie soll man da auch einschlafen?
Und so kam ich zurück, um ihr zu sagen, dass es mir Leid tut und ich sie ganz doll liebhabe. Es hat zwar trotzdem noch lang gedauert, doch sie schlief dann ein. Ich leider auch direkt mit … Feierabend ade.

Abends hatte ich nun schon immer ein ungutes Gefühl beim ins Bett bringen. Jeden Abend dasselbe Szenario. Schlafenszeit gleich Schrei- und Weinzeit … Einmal brauchte ich ganze 3 Stunden um sie zum Schlafen zu bekommen. Zwischendurch habe ich sie aus dem Bett geholt und noch eine halbe Stunde spielen lassen, weil ich dachte sie sei nicht müde genug. Nachdem ich wieder alle Register gezogen hatte und nichts half und sie nur schrie, wurde ich auch laut. Ich war mit den Nerven am Ende, wollte nur noch endlich selber schlafen.
„Jetzt schlaf doch endlich!“ In meinem Kopf war dieser Gedanke schon ewig gekreist und nun war er raus und das nicht besonders leise. Verschüchtert legte sich mein Mädchen hin und schlief … Oh nein … Das wollte ich doch auch nicht. Wie traurig muss sie eingeschlafen sein? Es tat mir so unendlich Leid. Ich wartete still an ihrem Bett und hoffte sogar sie würde nochmal aufwachen, damit ich mich entschuldigen könnte. Aber sie schlief durch bis zum nächsten Morgen. Es folgte noch ein weiterer unsäglicher Einschlaf-Drama-Abend und dann beschloss ich:

So kann es nicht weiter gehen.

Jeden Abend wieder Angst vor dieser schlimmen Phase. Wahrscheinlich bei mir und der Kleinen gleichermaßen. Das Bilderbuchmädchen verband das ins Bett gehen wahrscheinlich jetzt damit, dass die Mama irgendwann immer entnervt war.

Wir haben eine Lösung gefunden. Wir haben nur einige Kleinigkeiten verändert:

1. Die Matratze vor ihrem Bett habe ich weggeräumt und durch einen Stuhl ersetzt. Das bewirkt, dass ich nicht so schnell müde werde. Denn das dauert im Sitzen länger, als wenn man sich mithinlegt. Nicht so müde bedeutet für mich, weniger gereizt zu sein, wenn das Baby nicht sofort einschläft 😉

2. Für das Einschlaf-Ritual habe ich extra ein neues Buch gekauft (Mein erstes großes Gutenacht-Buch *- Rezension folgt noch. So viel schon vorab, es ist total süß illustriert und die Geschichten sind sehr niedlich und schön kurz). Ich hoffe, dass sie das Buch später immer mit Schlafenszeit verbindet, wenn wir das gemütlich zusammen lesen.

3. Die Schlafenszeit habe ich etwas nach hinten verschoben, denn ich hatte auch die Vermutung, dass sie nicht mehr so früh müde ist.

4. Reihenfolge ist nun: Noch etwas spielen, wickeln, Schlafsack an, Zähneputzen, das neue Buch lesen und danach sofort ins Bett.

Der erste Abend war heftig. Sie schrie aufgelöst …. Es folgte ein schlimmer Wutausbruch so wie hier beschrieben Wickeln in der Trotzphase … So heftig hatte ich das seitdem nicht mehr erlebt. Alles nur, weil ich sie ins Bett legte und mich danach nicht auf der Matratze vor ihrem Bett.

Ich war lange ratlos, versuchte dies und das aber nichts half, doch dann fand ich die einfachste Lösung ever!

Irgendwann sagte ich einfach: „Du bist wütend und traurig! Das ist dein gutes Recht! Du darfst ruhig weinen, wenn du traurig bist, dass die Mama nicht hier schläft. Mama weint auch manchmal wenn sie traurig ist. Lass einfach alles raus!“. Das war alles. Das Zaubermittel. Ich hab ihr gesagt, dass ich verstehe, warum sie weint und dass das vollkommen ok ist traurig zu sein. Zack, hat sie sich beruhigt. Ab und zu wollte sie meine Hand, hat kurz geschluchzt, dann aber beruhigt: „Mama!“ geseufzt und ist eingeschlafen. Wahrscheinlich war sie erleichtert und glücklich, dass ich sie endlich verstanden hab.

Der zweite Abend danach lief super. Ich legte sie ins Bett, sie wollte aber noch nicht und sagte: „Iss wütend. Iss traurig! Darf weinen!“ (Herzzereißend …) „Mama kuscheln!“

Also haben wir lange gekuschelt und dann wollte sie von sich aus in ihr Bett, drehte sich zufrieden seufzend um und schlief. Wow!

Heute war der 3. Abend. Gegen 19:30 Uhr erklärte sie mir: „Iss müde! Schlafen!“

Wir gingen in ihr Zimmer und nach dem Einschlaf-Ritual sagte sie: „Schlafenszeit!“

Ganz so toll klappte es dann doch nicht mit dem Schlafen, aber kein Vergleich zur Anfangsphase. Sie wollte nochmal auf den Arm kuscheln und als ich sie danach ins Bett legte, war sie ein bisschen hibbelig. „Milch! Papa!“ verlangte sie. Also hat der Papa ein Milchfläschchen gemacht. Und siehe da, nachdem sie das gemütlich im Bett trinken durfte, schlief sie friedlich ein.

Ich bin so dankbar, dass es wieder besser klappt mit dem Einschlafen. Endlich sind wir wieder entspannt in dieser Phase. Und ich brauche einfach Abends noch etwas Zeit für mich. Das macht mich viel ruhiger und ausgeglichener 🙂 Drückt mir die Daumen, dass es so bleibt!

Eure  Nätty

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Kindermund …

Hach, es ist soweit. Die Kleine (14 Monate ist sie jetzt) fängt so langsam an zu sprechen, wenn man das so nennen will. Und ja, ich will das so nennen 😉 Denn ich verstehe sie schon ganz gut.

Heute nach dem Morgen-Fläschchen hab ich großer Morgenmuffel mich nochmal auf die Couch gekuschelt, während die Kleine schon emsig im Wohnzimmer am Spielen war.
Plötzlich kommt sie auf mich zugelaufen und sagt so zu mir: „Dette!“
Im ersten Moment denke ich: „Was meint sie?“ Doch dann zeigt sie unbeirrt auf meine Kuschel-Decke. „Dette!“
„Ohja, eine Decke!“ Rufe ich erfreut.

Kurz danach bringt sie mir eine kleine Plastik-Henne und sagt tatsächlich „Henne.“ Ich bin beeindruckt und irgendwie stolz. So als wäre es eine persönliche Leistung von mir, dass sie schon einige Wörter sprechen kann. Haha, bestimmt kennt sie so viele Wörter, weil ihre Mama so eine Labertasche ist …

Es ist wirklich zu niedlich, wie sie sprechen lernt. Das ist eine tolle Phase! Wahrscheinlich wird die viieel zu schnell vorbeigehen. Noch freue ich mich ja über jedes Wort, das ich verstehe wie ein Schneekönig! Irgendwann bin ich wahrscheinlich froh, wenn sie mal die Klappe hält, aber bis dahin wird jedes Wort gefeiert!

Heute habe ich darüber nachgedacht, was sie schon alles sagt und da kamen einige Wörter zusammen.

Gefühlt war ihr erstes Wort: „Ne!“ oder „Nein!“. Ja, und zwar mit Ausrufezeichen, dann was die Kleine nicht will, das will sie nicht. Und glaubt mir, da gibt es vieles 😉

Mama“ und „Papa“ waren aber in Wirklichkeit ihre ersten Worte. Da hab ich mich damals so drauf gefreut. Und jetzt redet sie uns schon eine ganze Weile völlig selbstverständlich so an.

Wau-wau“ war definitiv auch eines ihrer frühen Wörter. Hunde sind nämlich ihre absoluten Lieblingstiere.

Und jetzt folgen jeden Tag mehr Wörter, unter anderem:

„Ja“, „Hi!“, „Haho“ (Hallo), „Ente“, „Hüpf“, „Auge“, „Auto“, „Apfel“, „Nuller“ (Schnuller), „Ball“ ( manchmal klingt es auch wie Beil …), „Oma“, „Opa“ (gern verwendet für jegliche älteren Damen und Herren, die wir so treffen), „Anna“, „Emma“, „Auf!“, „Handy“, „Hände“, „Bippe“ (bitte), „Mehr!“, „Nane“ (Banane), „Wüfchen“ (Würstchen), „Kese“ (Käse), „Bötchen“ (es geht hier um das Gebäck, nicht um Boote 😉 ), „Auch“, „Plautze“, „Pipi“, „Arm“, „Hin!“ (hinstellen), „Buch“, „Stuhl“, „Puppe“, „Bär“, „Teddy“, „Aua!“, „Heiß“, „Ei“, „Müll“, „Bah!“, „Eis“, „Blatt“, „Henne“ „Alle!“ (wenn etwas leer ist, oder sie satt ist), „Heia“ (Schlafen), „Affe“, „Huch!“ (das sagt sie gerne auch, wenn ihr „aus Versehen“ wieder ein Stück Brot auf den Boden „gefallen“ ist …)

Wenn man fragt: „Schmeckt es dir?“, macht sie oft: „Hmmmm!“

Und wie die Tiere so machen, hat sie auch schon ganz gut raus. Das ist sooo süß, weil sie die Vokale quasi nur so anhaucht.
Die Maus macht also nicht „Piep!“ sondern: „Pip.“
Das Schaf mach „Meh“, die Kuh: „Mü.“, die Katze: „Mi.“, das Pferd: „Hih.“, und der Affe: „Uh.“ Einzig der Elefant ist etwas mehr in Plauderlaune, der macht nämlich: „Törrötörrötörrö!“
Und natürlich weiß sie auch wie ein Zombie macht: „Aaaah, aaaah, aaaah!“

Letztens trank ich morgens so gedankenverloren meinen Kaffee und die Kleine sagt ganz unvermittelt: „Huh!“. Ich denke mir: „Wie kommt sie denn jetzt darauf?“
Tja, auf meiner Tasse war eine Eule und die machen ja bekanntlich: „Huh.“ 😉
Ganz schön aufmerksam, die Kleene.

Aber zurück zum heutigen Tage. Die Kleine übergibt mir die anfangs erwähnte Plastik-Henne mit gönnerhaftem Lächeln und sagt „Bippe!“ Tja, was soll man da antworten?
„Danke!“, natürlich.
„Ach wie schön“, denke ich, „höflich ist sie auch noch. Ein tolles Kind. Haben der Papa und ich gut erzogen.“
„Scheise!“ trällert sie da plötzlich.
Was??? Woher sie das nur hat …? Bestimmt bei der Tagesmutter aufgeschnappt … Hust …

Ok, wenn Kinder sprechen lernen ist das toll, aber Mama und Papa müssen dann wohl auch lernen weniger zu fluchen … Oder mit netteren Worten … Naja, im Zweifel muss ich keine Angst haben, das die Kleine später im Kindergarten mit neuen Schimpfwörtern nachhause kommt. Weil sie dann diejenige ist, die sie verbreitet …

Kennt ihr sowas auch? Achtet ihr darauf weniger oder gar nicht zu fluchen, wenn die Kinder in der Nähe sind. Und klappt das auch?