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Love, Love, Love – So fühlt sich Mutterliebe für mich an

Auch diesen Monat bin ich wieder dabei, bei der Blogparade von Wiebke vom Blog „Verflixter Alltag“. Diesmal geht es um Mutterliebe:

Sie ist mein Herzensbaby. Mein kleiner Augenstern. Bei allem was wir zusammen machen, schaue ich eigentlich nur sie an. Ob wir Ziegen füttern, Steine sammeln, einen Karnevalszug miterleben, egal was. Ich studiere dabei am liebsten ihre Gesichtsausdrücke, denn von denen kann ich nie genug bekommen.
Ich fange ihr Lachen ein, ihren süßen ersten Wortschatz, ihren bestürzten Gesichtsausdruck, wenn man ihr etwas verbietet, die unbändige Wut, wenn sie mal wieder ihre Jacke nicht anziehen möchte. Alles schließe ich in meinem Herzen ein, denn dort wird sie für immer wohnen. Mein Baby. Mein Mädchen.

Wenn sie lacht schlägt mein Herz Purzelbäume. Wenn sie ich wehtut, tut es mir auch weh. Bei jedem Rums warte ich nur auf das herzerweichende Weinen bei dem sich mein Herz zusammenzieht … Manchmal wünschte ich, ich könnte mein Bilderbuchmädchen vor allem beschützen. Aber das werde ich nicht können. Und das wird hart für mich werden. Aber auch das bringt die Mutterliebe eben mit sich.

Wie Mutterliebe sich für mich anfühlt? Irgendwie wahnsinnig … Sie lässt mich vollkommen irrational werden. Es fing ganz früh damit an, dass ich keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte, als das Bilderbuchbaby anfangs so viel geweint hat (Wenn Babys sich nicht trösten lassen). Nichts drang zu mir durch, außer: „Das Baby weint, du musst ihm helfen!“ Außenwelt ade …

Als ich das erste mal ihr kleines Herz schlagen sah auf dem Monitor beim Frauenarzt, war ich aufgeregt. Es war ein wahnsinniges Gefühl, dass da ein kleiner Mensch heranwächst. In meinem Bauch … Doch das war es auch schon. Aufregend. Ein Abenteuer. Aber von dieser überschwänglichen Mutterliebe, die nach der Geburt dann einsetzte, konnte nicht die Rede sein. Ich war nie eine dieser Mütter, die ihren Körper gern geteilt hat. Ich habe nicht gern auf bestimmte Lebensmittel verzichtet, fand nicht jede Bewegung des kleinen Wurms hinreißend. Nein, das alles hat mich eher genervt. Ich war einfach nicht gern schwanger („Wie fühlt es sich an schwanger zu sein“). Die Übelkeit am Anfang, die Rückenschmerzen ab Mitte der Schwangerschaft, der Verzicht auf Medikamente gegen Allergien oder Kopfschmerzen, oder wenn die Kleine Schluckauf hatte … Um nur einige Dinge zu nennen, die mich gestört haben. Geredet hab ich nie mit meinem Bauch. Ich fand das komisch.

Würde ich jetzt nochmal schwanger, wäre das anders. Sicher fände ich die vielen Einschränkungen immer noch ziemlich ätzend, aber ich wüsste dass es sich so unglaublich lohnt. Ich würde mit dem Bauch sprechen. Ganz bestimmt.

Die Mutterliebe verändert einen. Kinder konnten mein Herz kaum erwärmen bevor ich Mama wurde. Ich fand sie nicht besonders süß. Eher anstrengend. Und jetzt? Ich könnte ihnen stundenlang zuschauen.

Ich genieße die Unbeschwertheit des Bilderbuchmädchens. Ihre klaren wissbegierigen Augen verzaubern mich. Wenn ich ihr etwas erkläre und sie mit ihren 17 Monaten verständnisvoll ganz energisch nickt, könnte ich sie abknutschen. Naja, eigentlich könnte ich das fast immer. Aber da ist sie eigen. Wann geknutscht und gekuschelt wird entscheidet das Bilderbuchmädchen selbst. Meistens ist sie übrigens in Küsschen-Laune, wenn sie grad eine richtige Schnoddernase hat. Doch was soll ich sagen? Auch da überwiegt die Mutterliebe. Immer her mit den Schnodder-Küsschen 😉

Mein kleines Herz. Du gehörst zu mir! Auch wenn ich manchmal an meine Grenzen gerate, genervt bin und zu oft meckere. Ich liebe dich unendlich mal unendlich. Und das wird immer so bleiben!

Schwangere kann sich nicht allein umdrehen

Wie fühlt es sich an schwanger zu sein?

oder: Schwangerschaft und ich 😉

Wenn mich heute – 12 Monate nach der Geburt meiner kleinen Tochter – jemand fragen würde, würdest du lieber nochmal schwanger sein oder ein Kind gebären, ich würde sofort „Zweiteres.“ antworten. Natürlich angenommen, dass man nur eins von beidem durchmachen müsste …

Schon im Schulsport war ich eher für`s Sprinten, als für den 800-Meter-Lauf. Den Sprint hatte man zumindest schnell hinter sich. Wie die Geburt. Sie ist zwar heftiger als die Schwangerschaft, aber schneller vorbei. So eine Geburt ist in zwei bis 40 Stunden erledigt. 40 Stunden?!? Ja, kann evtl. passieren, aaaaber was sind 40 Stunden im Vergleich zu 40 Wochen Schwangerschaft? Schade, dass man die Schwangerschaft nicht den Männern überlassen kann 😉

Ich kenne allerdings auch viele Frauen, die es geliebt haben schwanger zu sein. Ja, ehrlich. Denen ging es da besser als je zuvor. Bei mir war das, sagen wir mal: anders …

Ich hatte keine besonderen Komplikationen in der Schwangerschaft und wenn mich jemand fragte, wie es mir und dem kleinen Lebewesen so ginge, antwortete ich stets: „Gut.“ Mit einem Lächeln natürlich! Und dies war der Fehler, liebe Mütter! Keiner, der noch nie schwanger war, weiß, was dieses „Gut.“ bedeutet.

Eigentlich sollte man ehrlich antworten, damit kommende Mütter wissen, auf was sie sich einlassen. Daher habe ich mir erlaubt meine komplikationslose, gute Schwangerschaft mal ausführlich zu beleuchten 😉 Wie genau fühlt es sich an Schwanger zu sein? Was sollte man auf die Frage, „Wie geht es dir?“, antworten?

Leiden und Wehwehchen nach Trimestern:

Die Antwort im 1. Trimester

„Mir geht es soweit gut, aber:
Es fühlt sich so unwirklich an, dass ich schwanger sein soll … Ich bin überglücklich, aber meine Welt steht gleichzeitig Kopf. War das wirklich eine gute Idee? Bin ich wirklich schon bereit Mutter zu werden?
Vor allem, wenn mich folgende Dinge noch beschäftigen: Alle dürfen auf Parties Alkohol und koffeinhaltige Getränke trinken, nur ich nicht. Auch der Mett-Igel ist tabu … Darauf ein Prost mit einem Glas Wasser. Ich fühle mich außen vor, muss mir ständig Ausreden einfallen lassen, warum ich nicht richtig mitfeiere oder das Mousse o chocolat mit den rohen Eiern links liegen lasse. Soll ja noch nicht jeder wissen, dass ich schwanger bin.
Ich hab immer Angst, dass ich das Baby verliere – das passiert ja leider häufiger in den ersten drei Monaten.
Meine Brüste tuen so weh.
Essen ekelt mich an, aber ich habe ständig Huuunger. Mir wird schlecht, bei dem Gedanken an frische Lebensmittel. So richtig Gelüste hab ich nicht. Es ist eher so, dass ich mich vor jeglichem Essen ekle, und es ab und zu ein Lebensmittel gibt, bei dem mir nicht gleich kotzübel wird, wenn ich daran denke. Und das muss ich dann sofort haben. Logisch, da ich ja immer einen Riesenhunger habe. Kommt das bestimmte Lebensmittel zu spät, ekelt es mich an und ich kann es vergessen. Ganz schön nervig. An Kochen ist gar nicht zu denken.
Irgendwie muss ich jetzt schon viermal die Nacht auf Klo, dabei kann das Baby mit seinen 4mm an Größe wohl kaum auf meine Blase drücken … Außerdem habe ich extreme Hitzewallungen. Mindestens einmal die Nacht reiße ich das Fenster auf und halte den Kopf raus.
Und mein Körper denkt sich anscheinend: Oh, was für ein niedlicher Zellhaufen in der Gebärmutter!!! Alle Abwehrkräfte sind jetzt nur noch für das Krümelchen zuständig. Das Muttertier kann mal sehen, wo es bleibt. Ich habe also eine Erkältung nach der anderen, Allergie-Attacken und Lippenherpes. Alles halte ich brav ohne Medis aus. Natürlich.
Ich habe Schmerzen im Unterleib, google das direkt und bekomme Panikattacken beim Lesen der Suchergebnisse. Mein linkes Auge zuckt ständig. Magnesium-Mangel? Kann mich kaum auf die Bildschirmarbeit im Büro konzentrieren.
Hatte ich die Übelkeit erwähnt? Ach ja, Sodbrennen und Verstopfung hab ich übrigens auch.

Danke der Nachfrage, mir geht es gut.“

Die Antwort im 2. Trimester

„Ich bin sooooo müde. Ständig bin ich müde. Dass ich auf der Arbeit nicht einschlafe grenzt an ein Wunder.
Es ist ein reges hin- und her zwischen Hunger und Ekel vor allem Essbarem.
Mein Bauch ist noch ziemlich klein und trotzdem habe ich starke Rückenschmerzem. Ischias-Schmerzen um genau zu sein. Laufen fällt mir dadurch jetzt schon schwer. Wo soll das noch hinführen? Netterweise leiht mir eine Kollegin einen Bauchgurt, der mir etwas hilft. Alle Rückenübungen beim Schwangerschaftssport machen die Beschwerden noch schlimmer. Als eine Hebamme mich versucht einzurenken, kann ich 2 Tage kaum Laufen … Auf dem Rücken liegen geht gar nicht mehr. Tut sehr weh und ich bekomme keine Luft.
Es beginnt die Zeit in der ich weder auf dem Bauch noch auf dem Rücken schlafen kann. Immer nur auf der Seite. Ungemütlich.
Meine Beine fühlen sich zunehmend schwerer an und irgendwie ist eine Schwangerschaft ein Freifahrtschein für ALLE einem an den Bauch zu grabschen. Furchtbar…

Danke der Nachfrage, mir geht es sonst gut.“

Die Antwort im 3. Trimester

„Die Rückenschmerzen gehen überhaupt nicht mehr weg. Sind nur mit Bauchgurt aushaltbar.
Ich habe plötzlich ständig Sodbrennen. Wusste vorher nicht mal wie sich das anfühlt …
Mein lieber Mann, ich war ja früher schon häufig auf der Toilette, aber jetzt renn ich für jeden Tropfen, als hätte ich 5 Liter getrunken und wäre stundenlang nicht auf Klo gewesen (nur um dann direkt wieder zu müssen …)
Ich habe öfter Stiche im Unterleib. Das Baby ist ziemlich aktiv und tritt wild um sich. Aua … Wenn es mal nicht tritt, bekomm ich direkt Panik, dass was nicht stimmt. Mir kann man es da nicht Recht machen 😉
Meine Beine und Knöchel sind geschwollen, das Gesicht aufgedunsen, aber immerhin hab ich nen schönen Schwangerschaftsbauch ohne Streifen.
Der Bauch wird immer öfter unangenehm hart. Ich bin mega-kurzatmig und fühle mich wie 80. Mindestens. Kann mich im Bett kaum ohne Hilfe von einer auf die andere Seite drehen. Hilfe, ich bin ein Wal! Das Gewicht geht auch auf meine Knöchel, die echt doll schmerzen. Morgens brauch ich ewig um in die Gänge zu kommen.

Danke der Nachfrage, mir geht’s sonst gut.“

Und so fühlte es sich für mich an schwanger zu sein 😉