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Kleinkind sauer Kleinkind hat Mama vermisst

Kita-Eingewöhnung – in kurzen Dialogen mit einer Zweijährigen

Die ersten drei Tage der Eingewöhnung liefen ohne Trennung ab und das Bilderbuch-Mädchen und ich verbrachten jeweils ca. 1,5 Stunden gemeinsam in der Gruppe. Das klappte wie erwartet gut.

Dann verbrachte ich 2 Tage jeweils eine Stunde in einem separatem Raum, wo das Bilderbuch-Mädchen mich nicht sehen konnte, ich im Notfall aber schnell wieder bei ihr gewesen wäre. Beim ersten Mal, gab es kurz vor Ablauf der Stunde auch schon diesen Notfall.

Es war an Tag 4 nach einer knappen Stunde Trennung:

Das Bilderbuch-Mädchen wird mir mit Tränen in den Augen übergeben und sie sagt nur:
„Ich war so lange traurig, Mama!“

Ich auch, mein Mädchen … Ich auch … Schnief 🙁

Ich tröste die kleine Maus und mein Mama-Herz weint ganz dolle mit …

Tag 5 mit zwei Stunden Trennung

Das Bilderbuch-Mädchen weint schlimm als ich mich verabschiede und in den separaten Raum gehe. Schnief 🙁 Sie beruhigt sich aber schnell. Das kann ich hören. Die Erzieherinnen können sie erfolgreich trösten. Puh!

Ich gehe fünf Minuten vor Ablauf der Zeit zu ihr und sie schließt mich überglücklich in die Arme.

„Jetzt gehen wir zusammen, Mama!“ Sie zieht mich schnell an der Hand zum Ausgang.

Abends auf der Couch sagt sie zu mir: „Danke, dass du mich wieder abgeholt hast, Mama!“ Oooohhh, abermals schnief 🙁

„Natürlich hol ich dich immer wieder ab! Du bist doch mein Augensternchen!!!“

Tag 6 – Unser Hoch!

Verabschiedung im Kindergarten:

Bilderbuch-Mädchen: „Du gehst jetzt Mama!“

Ich: „Ja, ich gehe jetzt zuhause arbeiten.“

Erzieherin: „Gibst du Mama noch einen Abschieds-Kuss?“

Bilderbuch-Mädchen: „Ja!“

Es erfolgt ein Blitz-Kuss und es wird sich wieder dem begonnen Puzzle zugewandt. Ich bin abgeschrieben. Und darüber sehr erleichtert!

Beim Abholen:

„Da bist du ja, Mama. Ich hatte einen schönen Tag.“

Juchhu!!! So darf es gern immer sein!

Tag 7 mit drei Stunden Trennung

Morgens kurz vor dem Gehen: „Ich will nicht in den Kindergarten! Du sollst nicht gehen!“ Jammern, Geschrei, leichter Wutausbruch … Arme Maus ;(

Ding, dong.

Es klingelt an der Haustür. Die Nachbarstochter und ihre Mama holen uns ab. Die Kleine wird ebenfalls gerade eingewöhnt. Ihre Mutter fragt das Bilderbuch-Mädchen:

„Und? Freust du dich auf den Kindergarten?“

„Ja!“ ruft meine Maus mit Begeisterung in der Stimme …

Hm, grad klang das hier noch gaaanz anders 😉 Na gut, mir soll es Recht sein.

Verabschiedung im Kindergarten:

Die Maus weint als ich gehe … Mein Herz zieht sich zusammen. Ich schleiche draußen um das Kita-Gebäude herum. Ich höre durch ein offenes Fenster, dass das Bilderbuch-Mädchen schon wieder gut drauf ist. Ich bin erleichtert. Ich leide so sehr mit, wenn sie leidet. Unerträglich 🙁

Zur Begrüßung nach den drei Stunden Kindergarten:

„Ooooh! Meine Mama! Da ist meine Mama!!! Wir gehen jetzt zusammen nachhause.“ Greift meine Hand, zieht mich aus dem Außengelände des Kindergartens Richtung Ausgang. „Tschüs, Leute!“ ruft sie noch winkend in die Runde. „Ich bin müde!“

Ja, das ist sie wirklich, aber nicht müde genug für einen Mittagsschlaf, wie sich noch herausstellen sollte.

Eine Nachbarin, die wir auf dem Rückweg treffen fragt die Kleine: „Wie gefällt es dir denn im Kindergarten?“

Bilderbuch-Mädchen: „Gut!“

Nachbarin: „Und gehst du morgen wieder hin?“

Bilderbuch-Mädchen: „Nein!“ So gut dann doch wieder nicht 😉

Tag 8 mit drei Stunden Trennung:

Auf dem Weg zum Kindergarten verkündet Madame: „Mama, ich möchte nicht mehr vom Kindergarten eingeladen werden …“ Ohje 🙁

Abschiedsszene im Kindergarten.

Erzieherin: „So, die Mama geht jetzt nachhause etwas arbeiten.“

Bilderbuch-Mädchen: „Nein, Mama, du willst nicht arbeiten!“

Ich: „Ich will nicht gehen, aber ich muss. Sagst du mir Tschüs?“

Bilderbuch-Mädchen: „Nein! Du willst nicht gehen! Hierbleiben!“

Ich: „Ich muss aber gehen. Noch ein Abschieds-Kuss?“

Bilderbuch-Mädchen: „Nein!“

Ich: „Ok, dann sehen wir uns ja heute Mittag. Ich freue mich auf dich! Ich hole dich nachher wieder ab.“

Bilderbuch-Mädchen: „Nein!“

Erzieherin: „Soll die Mama dich nicht abholen?“

Bilderbuch-Mädchen: „Nein!“

Erzieherin: „Willst du dann immer hierbleiben?“

Bilderbuch-Mädchen trotzig: „Ja!“

Ignoriert mich beim Gehen vollkommen. Tja, Mama, wenn du jetzt nicht hierbleibst, dann brauchste mich gar nicht mehr abholen …Haste jetzt davon …

Mama-Herz schon wieder traurig. Aber Weinen beim Abschied ist definitiv schlimmer.

Beim Abholen:

„Wo warst du denn so lange, Mama?“

„Ich hab gearbeitet.“

„Was machst du denn solange beim Arbeiten?“

„Ich habe etwas gemalt für die Firma, bei der ich arbeite, um Geld zu verdienen.“

„Mama will immer Geld verdienen …“

Beim Abendessen:

Papa fragt: „Was habt ihr denn im Kindergarten gemacht?“

Bilderbuch-Mädchen: „Staubsaugen.“

Aha! Kinderarbeit. Ich wusste es 😉 Deshalb lässt die Begeisterung noch zu wünschen übrig.

So, nun ist aber erst mal Wochenende!

Ich zum Bilderbuch-Mädchen: „Morgen ist Wochenende, da müssen Mama und Papa nicht arbeiten und du gehst nicht in den Kindergarten. Wir verbringen den ganzen Tag zusammen. Mama, Papa und du!“

Bilderbuch-Mädchen: „Dann machen wir auch zusammen eine Party!“

So nämlich! Das macht man halt am Wochenenden 😉

Also, feiert schön!

Alles Liebe,

eure Nätty

Die Wutprobe

Meine Kleine hatte heute einen leichten Wutanfall, weil sie nach dem Einkaufen partout nicht mit ins Haus wollte. Ich musste aber leider die Einkäufe drinnen verstauen. Also hatten wir wieder einmal einen Interessenkonflikt. Und davon hatten wir an diesem Tag schon einige …

Uneinigkeit herrschte u. a. morgens über das „Jacke-anziehen“, über das „Zum-Auto-getragen-werden“ und das „In-den-Kindersitz-gesetzt-werden“, nachmittags wäre Madame dann lieber noch etwas länger bei der Tagesmutti geblieben, weil man da ja mit haufenweise Spielzeug und anderen Kindern viel toller spielen kann, als allein zuhause mit Mama – die nebenbei auch noch Haushalt macht … Wie langweilig!

Wie abzusehen war, war die Autofahrt von der Tagesmutti nachhause dann auch nicht nach Töchterleins Geschmack, genau wie die darauffolgenden Fahrt im Kinderwagen zum Supermarkt.

Das „Mülltonnen-reinholen“ nach dem Einkauf war dafür wider Erwarten ein kurzer Lichtblick und hat der Kleinen sehr viel Spaß gemacht. Bestimmt, weil ich sie dafür aus dem Kinderwagen genommen habe und sie laufen durfte. Was ja leider zu anfangs erwähntem Wutanfall führte.

Da sie aber mit ihren 14 Monaten definitiv zu klein ist, um unbeaufsichtigt draußen zu spielen, musste sie nun wohl oder übel mit reinkommen.

Ich trug sie also zum Haus, während sie einen auf Mehlsack machte und versuchte durch meine Arme zu rutschen. Als das nicht klappte, wand sie sich wie ein kleiner Aal und zu guter Letzt machte sie Anstalten sich kopfüber von meinem Arm zu stürzen. Mit Schwung natürlich. Dieses Kunststück konnte ich glücklicherweise verhindern.

Ich ließ sie dann im Hausflur runter.
Nein, hier wollte sie nun auch nicht mehr runter …
Sie weinte bitterlich. Stand einfach da und ließ ihren Gefühlen vollkommen freien Lauf.
Als Neu-Mama – die vorher lange nichts mit Kindern zu tun hatte – ist man solche Gefühlsausbrüche gar nicht mehr gewohnt. Die meisten Erwachsenen haben sich ja ganz gut im Griff. Aber bei Kindern ist die Devise, was raus muss, muss raus. Und zwar sofort!
Durch die Blume gibbet nicht.
Ich konnte ihre Stimmung also genau an den traurigen Augen und dem schmollenden Mündchen ablesen:

Die Welt ist sooo ungerecht, das Leben hat sich gegen mich verschworen! Warum ist Mama sooo gemein? Niemand versteht mich! Und wann kommt eigentlich Papa nachhause?“

Und was macht man, wenn die ganze Welt über einem zusammenbricht? Man lässt sich trösten. Und von wem?
Von Mama natürlich! (Auch wenn die ja eigentlich Schuld an dem ganzen Schlamassel hat)

Da kam sie also angetappert, warf sich in meine Arme und heulte sich erst mal so richtig aus. Nach einer Weile hat sie den Reißverschluss meiner Jacke gefunden, machte ihn auf, sagte zufrieden: „Da!“, und schien ihr Stimmungstief schon wieder vollkommen vergessen zu haben …

Als naive Erstlings-Mama habe ich bis vor kurzem immer versucht, der Wut entgegen zu wirken. Mit allen möglichen Ablenkungen. Aber manchmal muss man den Kleinen ihre Wut einfach lassen. Die verraucht teilweise erstaunlich schnell. Und bestimmt ist es gesund, sich einfach mal so Luft zu machen. Wer weiß, vielleicht würde es uns Erwachsenen auch manchmal gut tun 😉

Wobei oder weswegen bekommen eure Kleinen denn so richtige Wutanfälle? Und was macht ihr wenn es wieder mal soweit ist?