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San Francisco Cable Car

Wie wir einmal ohne Geld in San Francisco dastanden … (Werbung)

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In dem Moment als ich verzweifelte und mir klar wurde, wir sitzen jetzt hier in San Francisco auf der Straße mit einem Restbudget von ca. 10 Dollar und ohne irgendeine Möglichkeit an Geld zu kommen, schoss mir schon der Gedanke durch den Kopf: „Im Nachhinein wird das bestimmt eine sehr lustige Geschichte ergeben …“ Aber wohl gemerkt erst im Nachhinein.

Unsere Amerika-Rundreise war ein Traum, den mein Mann und ich uns 2013 (noch ohne das kleine Bilderbuch-Mädchen also) erfüllten.

Ein Großteil unserer Reise lag bereits hinter uns als wir San Francisco erreichten. Wir checkten im Hotel ein, wobei klar wurde, dass irgendwas mit meiner Kreditkarte nicht stimmte (übrigens die einzige Kreditkarte, die wir im Urlaub mithatten).

Wir versuchten uns aber nicht zu viele Gedanken zu machen und zahlten erst mal das Hotel nur für eine Nacht in bar. Das Geld hatten wir gerade noch. Wir gingen abends nur noch kurz zum Strand, um dann nach einem leckeren Abendessen in unsere gemütlichen Hotelbetten zu fallen.

Der Tag darauf sollte eine schöne Erkundungs-Tour durch die Stadt werden. Eine Fahrt mit den berühmten Cable Cars wäre ja toll gewesen, oder? Wir fuhren also ohne besonders konkrete Pläne in die Innenstadt und gönnten uns dort erst mal so einen richtig fiesen amerikanischen Kaffee mit viel Sirup, Milch und Gedöns, so dass man danach eigentlich den ganzen Tag nichts mehr zu essen brauchte.

Danach versuchte ich dann am Automaten Geld abzuholen. Vielleicht hatte ja nur das Kartengerät des Hotels eine Macke gehabt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, nicht wahr?

Tja, nun, leider wurde die Hoffnung direkt zunichte gemacht. Denn was sagte mir der freundliche Geld-Roboter: Kreditkarten-Limit erreicht. Sorry, Kohle gibt es jetzt keine mehr. Von einem Moment auf den anderen bekam ich wackelige Knie und das Herz rutschte mir in die Hose …

Aber, aber, wer wird denn gleich in Panik ausbrechen? War ja eigentlich alles kein Problem. Ich hatte ja noch meine EC-Karte und die hatte ich ja natürlich fürs Ausland freigeschaltet vor der Reise! Ich klopfte mir innerlich auf die Schulter, steckte die Karte in den Automaten uuuund … Ähm ja, und nichts … Blackout. Seit fast drei Wochen hatte ich die Karte nicht benutzt und mir fiel partout meine Geheimzahl nicht mehr ein. Mein Panik-Level stieg wieder ins Unermessliche und das trug nicht dazu bei, dass ich mich besser erinnern konnte. Immerhin fielen mir später drei Zahlen des Codes ein. Ich scheiterte aber immer an der letzten Zahl. Und es kam wie es kommen musste:

Die Karte wurde gesperrt.

Mein Mann hatte seine EC-Karte nicht freigeschaltet fürs Ausland, diese Option fiel also auch flach. Wir hatten ja auch damit gerechnet, dass eine Kreditkarte, eine freigeschaltete EC-Karte und einen Teil Bargeld genug Sicherheit wären. Hätte man ja auch meinen können, oder? Wer rechnet schon mit soviel Verpeiltheit???

Naja, warum sollte man denn jetzt in Stress verfallen?

Im Zeitalter des Online-Bankings und Telefonbankings ist doch alles möglich, oder? Ich rief also meine Bank an, erklärte verzweifelt, dass wir ohne Geld in Amerika stünden, nicht wüssten, wo wir des Nachts schlafen sollten, geschweige denn, wie wir bis zu unserem Abflughafen nach L.A. kommen sollten (vielleicht hab ich auch ein bisschen geweint bei diesem Telefonat), aber gebracht hat’s nichts …. Denn ich hatte meine Telefon-Pin nicht dabei. Und ohne die kein Telefon-Banking – Logisch. Übers Online-Banking funktionierte das Erhöhen des Kreditkarten-Limits leider auch nicht. Am liebsten hätte ich mich einfach im Bett verkrochen … Unser Hotel hatte so gemütliche Boxspringbetten, kennt ihr die? Darin hätte man sich einfach in eine Traumwelt flüchten können.

Nun gut, aber Träume sind Schäume und irgendwie brauchten wir eine Lösung. Wir riefen die lieben Schwiegereltern an und erklärten, wo in unserer Wohnung sie vielleicht die Pin zu meinem Telefon-Banking finden könnten. Netterweise machten die sich sofort auf den Weg, um uns zu helfen. Leider fanden sie nur eine veraltete Nummer, die uns nichts brachte.

Hatte ich erwähnt, dass es sich um den Anfang des Pfingst-Wochenendes handelte? Sprich alle Banken in Deutschland würden in Kürze nun schön erst mal für drei bis vier Tage geschlossen sein. Aaaaaah!!!

Mein Mann blieb aber zum Glück cool und ergoogelte uns dann DIE Lösung. Hach, mein Held! Wir konnten uns nämlich selbst Bargeld schicken an eine Bank vor Ort in Amerika!

Wir fuhren zurück in unser Hotel und ich wünschte, es wäre da schon sicher gewesen, dass wir unsere Nacht auch dort in den gemütlichen Betten würden verbringen dürfen. Wir füllten online an unserem Laptop alle nötigen Formulare aus und warteten gespannt. Kurze Zeit später wurden wir informiert, dass alles geklappt hatte und wir das Geld nun bei einer Partner-Bank abholen könnten.

Dafür hatten wir aber nur noch 7 Minuten Zeit, denn dann schlossen die Banken und zwar für mindestens drei Tage …

Internet sei Dank erhielten wir schnell die Information, dass die nächste Partner-Bank direkt um die Ecke war. Es lag also nicht im Bereich des Unmöglichen es zu schaffen.

Schweißgebadet hechteten wir ins Auto. Mit quietschenden Reifen ging es los. Die Bank war innerhalb von drei Minuten erreicht.

Doch, oh Schreck, kein Parkplatz war zu finden …

Also sprang ich raus um den Rest zu regeln, während mein Mann Runden um die Bank drehte. Man, war ich aufgeregt!

Als ich in die Bank stürmte, wollte eine Bankangestellte gerade Feierabend machen und die Filiale schließen. Völlig aufgelöst und in meinem gebrochenem Englisch versuchte ich zu erklären, was los war. Und es klappte tatsächlich! Der Service war echt einmalig! Die beiden Damen, die noch vor Ort waren, waren unglaublich nett und verschoben ohne Murren ihren Feierabend für mich. Freundlich halfen sie mir beim Ausfüllen aller weiteren Formulare und waren danach selbst total gutgelaunt, weil sie meinen Tag gerettet hatten. Und das hatten sie wirklich!

Mir sind 1000 Steine vom Herzen gefallen und als ich beschwingt aus der Bank kam, konnte wohl auch mein Mann – der im Auto wartete – direkt sehen, dass alles geklappt hatte. Urlaub gerettet!

Und ihr glaubt nicht wie erleichtert ich abends im Hotel in unser Traumbett gefallen bin!

Und nun kann ich es ganz offiziell sagen, im Nachhinein ist es wirklich eine erheiternde Geschichte. Bin aber froh, dass sie ausgestanden ist 😉

Eure Nätty