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Familienmoment

Familienmoment Nr. 15 – Jemand weiß sich zu helfen

Nach einer längeren Familien-Momente-Sommerpause habe ich diesen Mittwoch wieder ein Augenblickchen festgehalten 🙂 Es war zu witzig, aber lest selbst.

Letzten Sonntag stand ich entnervt in der Küche, denn ich musste backen … Oarrr … Ich hasse backen!

Aaaaber, das Kind soll ja im Kindergarten mit lecker Kuchen seinen Geburtstag zelebrieren können. Also wurde natürlich der Ofen angeschmissen.

Das Bilderbuch-Mädchen schwirrte fröhlich um mich herum.

„Was machst du da, Mama?“

„Ich backe Muffins!“ (laut) „Ich hasse backen, ich hasse backen, ich hasse backen …“ (sehr leise)

„Du backst mir einen Kuchen!“ stellte das Bilderbuch-Mädchen in zufriedenem Ton fest. „Den kann man essen!“ fügte sie hinzu.

Ich hoffte inständig sie würde damit Recht behalten, aber da es eine Backmischung war, war ich zuversichtlich 😉

„Willst du mir einen Kuchen geben, Mama?“ Sehr höflich das kleine Bilderbuch-Mädchen. Kann sie manchmal, wenn sie was will.

„Noch nicht, Schätzchen, die Muffins müssen erst noch im Ofen gebacken werden,“ antwortete ich.

„Der Backofen ist sehr, sehr heiß!“, erwiderte die Kleine ernst.

„Ja, das stimmt.“ Ich schob das Backblech in den Ofen und – oh Wunder – holte es auch nach 20 Minuten pünktlich wieder heraus. Die Muffins sahen gut aus und dufteten lecker. Ich war zufrieden. Yes, ich kann Backmischungen zubereiten! Ihr seht, Foodblogger werde ich wohl nicht in nächster Zeit 😉

„Willst du mir einen Kuchen geben, Mama?“ höre ich von unten ein Stimmchen meine Gedanken durchbrechen.

„Noch nicht. Du darfst gleich einen Muffin haben. Die müssen erst abkühlen,“ vertröstete ich das Bilderbuch-Mädchen.

Eine Weile später hab ich schon gar nicht mehr an die Muffins gedacht, als das Bilderbuch-Mädchen mich um ein Kühl-Akku bittet.

„Hast du dir wehgetan?“ fragte ich besorgt und war schon dabei ihr das Kühl-Akku in die Hand zu drücken.

Sie rannte damit sofort zum Backofen. ‚Was macht sie da nur?‘ frage ich mich. Will sie an den heißen Backofen fassen und danach direkt ihre Hand kühlen?

„Nicht an den Ofen mit dem Kühl-Akku! Der schmilzt doch!“ rief ich.

„Abkühlen!“

Ich raffte es immer noch nicht. Doch dann zeigt sie auf die Muffins, die über dem Ofen auf dem Herd zum Abkühlen standen. Mit ernster Miene hielt sie das Kühl-Akku hoch.

„Mama, Kuchen abkühlen!“

Haha, ich musste so lachen. Die weiß sich zu helfen. Dauert aber auch immer zu lange bis so ein Kuchen an der Luft abkühlt. Mit einem Kühl-Akku geht das sicher schneller. Solche Kinder-Aktionen sind doch einfach zu niedlich und versüßen einem den Tag, oder? Und das schon bevor man den Kuchen überhaupt gekostet hat 😉

Das war mein Familien-Moment der letzten Woche. Weitere Beiträge zur Aktion Familien-Momente findet ihr wie immer bei der Küstenmami. Schaut mal rein bei ihr und viel Spaß beim Lesen!

Eure Nätty

Kleinkind ist wütend

Unsere magische Bubble ist geplatzt dank: Kita-Eingewöhnung

Es folgt ein wehmütiger Blogbeitrag …

Für uns geht grad ein besonderer Abschnitt zu Ende. Zwischen dem Ende der Tagesmutter-Betreuung und dem Anfang der Kindergarten-Betreuung des Bilderbuch-Mädchens lagen einige Wochen. Wochen, vor denen ich mich ehrlich gesagt ein bisschen gefürchtet hab. Komisch, was?Naja, mir gefiel mein Alltag. Die Balance zwischen dem halbtags Arbeiten und danach den halben Tag für mein Mädchen da sein zu können. Ich hatte einen Teil des Tages für mich, in dem ich Erwachsenen-Dinge tat, in dem ich mich mit Erwachsenen unterhalten konnte, in Ruhe auf Klo gehen konnte und nur für mich und meine Arbeit verantwortlich war. Eine Arbeit, die mir Spaß machte, unter Kollegen, mit denen ich super auskam. Mittags gegen 14:30 Uhr dann freute ich mich aber auch schon immer wie eine Irre darauf, mein kleines Bilderbuch-Mädchen wieder in die Arme zu schließen und mit ihr den Rest des Tages zu verbringen. Klar, es war immer noch viel zu tun, Einkauf, Haushalt, Garten etc. Aber es war ein andere Art Stress als auf der Arbeit. Wie gesagt, für mich eine tolle Balance.

Mit gemischten Gefühlen sah ich der längeren Pause entgegen. Würde ich alles so hinbekommen, wie geplant? Die betreuungslose Phase umfasste den gemeinsamen Familienurlaub, eine Papa-Woche (in der ich länger als sonst arbeiten ging, um Überstunden aufzubauen für die Kita-Eingewöhnung), Urlaubswochen, die ich allein mit dem Bilderbuch-Mädchen verbrachte, und Home-Office Tage während der Kindergarten-Eingewöhnung.

Vor dieser Phase strengten mich arbeitsfreie Tage mehr an, als die Tage zuhause, sprich Wochenenden oder Urlaub.

Nun war meine Sorge, dass die lange betreuungslose Zeit mich sehr auslaugen würde.

Aber das Gegenteil war der Fall. Es war eine wunder-, wunderschöne Zeit! Eine Zeit wie eingepackt in einer Seifenblase. In Gedanken nannte ich den Abschnitt liebevoll „unsere Bubble“. Hätte ich mir zuvor nie vorstellen können ganz zuhause zu bleiben, so könnte ich es jetzt auf jeden Fall.

Die gemeinsame Urlaubswoche mit der ganzen Familie war traumhaft. Wir hatten zwar keinen Urlaub gebucht, aber das Wetter war toll und wir verbrachten einen Tag am Meer, machten Ausflüge ins Irrland und in den Freizeitpark nach Brüggen und genossen es uns einfach etwas treiben zu lassen. Herrlich.

Danach folgte meine Woche allein mit der Kleinen und auch die war wunderschön. Wir verbrachten gemütlich Morgende ohne Terminstress. Der Haushalt ließ sich gut erledigen und somit hielten sich die fiesen: „Das muss ich noch machen, das muss ich noch machen und das muss ich noch machen … „ – Gedanken in Grenzen. (Zumindest wenn man Dinge wie Keller aufräumen und endlich mal die Unterlagen sortieren und unser Pfandvermögen wegbringen mal außer Acht ließ).

Wir besuchten Freunde und Familie, malten und bastelten oder machten einfach Musik an und tanzten zusammen. Wir verbanden den Einkauf mit einem Gang zur Eisdiele und chillten danach noch eine Runde am Brunnen auf dem Markt. Ohne besonderen Termindruck. Es ist toll nicht immer hetzen zu müssen.

Das Kind will noch den Hund streicheln oder die Kieselsteine bewundern. Klar, warum nicht?

Die Woche mit Papa ließ das Bilderbuch-Mädchen sogar noch entspannter werden. Die beiden machten sich gemütliche Tage und gern auch mal hier und da einen Regenspaziergang. Denn ausgerechnet in dieser Woche war das Wetter leider etwas schlechter. Die Laune allerdings kein bisschen. Die stieg stetig weiter an 🙂 Auf der Arbeit erfreute ich mich an den süßen Selfies meiner beiden Liebsten, die ich per Whatsapp erhielt.

Wutanfälle beim Bilderbuch-Mädchen? Kaum noch vorhanden. Einschlaf- oder Durchschlafschwierigkeiten? Schnee von gestern.

Klar gab es hier und da mal kleine Streitigkeiten, aber dennoch war es im Großen und ganzen für uns so easy going, wie ich es mir nie hätte erträumen lassen.

In der darauffolgenden Woche begann mein Home-Office und es wurde wieder etwas stressiger. Dennoch lief es gut, da das Bilderbuch-Mädchen vorbildlich ihren Mittagsschlaf machte und immer pünktlich gegen 19:30 Uhr einschlief. Ohne Einschlaf-Begleitung und dann gleich mal bis 08:00 morgens. Ich bekam also gut etwas geschafft zuhause. Ab und an sprangen auch mal Oma und Opa oder unsere liebe Babysitterin ein. Für den Blog war leider kaum Zeit, aber mein Illustrations-Auftrag für die Arbeit ging gut voran, auch wenn ich zwischenzeitlich auch noch eine Phase hatte, in der mein Kreislauf dermaßen im Keller war, dass ich vor lauter Schwindel nach jeder kleinsten Belastung erst mal eine lange Pause brauchte. Egal, denn es gab ja tatsächlich Zeit für Pausen.

Irgendwie fiel es mir früher oftmals schwer irgendeine spaßige Kinderunterhaltung aus dem Hut zu zaubern, aber auch das gehörte der Vergangenheit an. Ich schnipselte gern einfach mal zwischendurch ein Bild mit meiner Kleinen oder organisierte schnell eine Mini-Party, als sie neidisch war, dass der Papa zu einer Firmenfeier durfte und sie keine Party haben sollte (Ich hätte in den 90igern nie gedacht, dass ich mal mit meiner kleinen Tochter zu den Spice-Girls abgehen würde).

Für mich hätte diese Zeit ewig so weiter gehen können. Wir hatten einen Lauf.

Doch letzte Woche ist die Bubble dann geplatzt und zwar mit einem großen Knall …

Die Kita-Eingewöhnung stand an. Für so eine kleine Maus wie unser Bilderbuchmädchen ist das natürlich ein krasser Einschnitt. Wochen voller kompletter Mama- und/oder Papa-Betüddelung gingen zu Ende. Von heute auf morgen sollten nun unbekannte Erzieherinnen sich um sie kümmern.

Der Kindergarten ist zwar sehr spannend, doch auch voller neuer Reize … Meine kleine reizoffene Maus ist total überfordert damit. Als hätte jemand den Reset-Knopf gedrückt müssen wir alle unsere Routinen erst wieder neu einspielen. Alles auf Anfang sozusagen.

Jeder Tag mit dem Bilderbuch-Mädchen gleicht einem Lotteriespiel. Mal schläft sie nach den zwei Stunden im Kindergarten erschöpft sofort ein, mal schläft sie weder Mittags noch abends. Wut- und Schreianfälle sind wieder an der Tagesordnung. Nichts, aber auch gar nichts kann man ihr dann Recht machen. Einmal ist sie ohne Witz in hysterisches Schreien ausgebrochen, weil ich sie meinen großen Schatz nannte … Sie wollte lieber mein KLEINER Schatz sein … Wie konnte ich das nur falsch machen?

Richtig schlimm wird es vor allem vor dem Schlafengehen. Sie schreit und schreit und schreit. Es erinnert mich an die Babyzeit.

Abends kommt alles raus, was sich am Tage angestaut hat und Schreien war schon immer ihr Ventil …

Da Lautstärke mich mega stresst, ist das mein Albtraum. Meine Nerven liegen dann immer schnell blank, dabei weiß ich dass sie nicht anders kann. Und sie tut mir so Leid, doch außer für sie da sein kann ich nicht viel machen.

Und anhänglich ist sie natürlich momentan. In den ersten Kindergartentagen durfte ich gar nicht gehen. Dann kam auch noch ein Tag dazu, an dem sie an Verstopfung litt. Grad schien sie bereit zu sein, sich auf den Kindergarten einzulassen, da warfen sie die Schmerzen total zurück. Niemand durfte sie trösten außer mir. Schon gar nicht die Erzieherinnen. Der Tag endete dann auch noch mit einem Einlauf … Na, hallelulja … So macht Eingewöhnungszeit richtig Spaß.

Damit es auch ja nicht langweilig wurde, stand auch noch die U7 an, die das Bilderbuch-Mädchen erstaunlicherweise mehr begeisterte als der Kindergarten … Da hat sie zumindest geweint als sie wieder gehen musste 😉 In die Zeile „Bemerkungen“ schrieb ihre Kinderärztin: „topfit!“ Das hat mich natürlich sehr gefreut 🙂

Nunja, gestern war das Einschlafen auf jeden Fall das größte Drama seit Ewigkeiten. Ich durfte nicht rausgehen nach dem Gute-Nacht-sagen, was ich auch ok finde, denn schließlich macht sie grad einiges mit. Aaaber, statt zu schlafen verlangte Madame noch Bücher vorgelesen zu bekommen. Ok, auch das wurde ausnahmsweise noch gewährt. Dann waren es aber die falschen Bücher und es wurde sich so in Rage geschrien, dass ich auch nicht mehr verstehen konnte, welche Bücher sie denn eigentlich lesen wollte. Weil ich sie nicht verstanden habe, wurde sie natürlich noch wütender. Dann wollte sie, dass der Papa ihr Bücher vorliest … Obwohl, warum nicht noch ein Brot mit Frischkäse essen? Oder doch lieber noch etwas spielen? Irgendwie schien sie selbst nicht mehr zu wissen, was sie wollte. Außer: Nicht schlafen!!!

Und alles, was ihr so einfiel zu wollen, musste natürlich hysterisch schreiend verlangt werden. Klar, oder?

Gestern und heute habe ich mich also jeweils zwischen einer und drei Stunden anschreien lassen. Yey, während ich darüber nachdachte, dass ich eigentlich noch Home-Office machen wollte nachdem die Kleine im Bett war.

Aber gestern war echt die Krönung. Nichts ging mehr … Da ich mir absolut keinen Rat mehr wusste, wie das Schreien zu beenden sein könnte (kuscheln geht übrigens in dieser Phase absolut gar nicht …), erklärte ich meiner Maus gegen 22:00 Uhr, dass ich sehr müde sei und da sie ja nicht müde zu sein schien, sie ruhig in ihrem Zimmer noch machen dürfe, was sie wolle. Ich würde aber nur ruhig dabei sitzen ohne zu spielen. Das war ok. Sie beschäftigte sich dann auch ca. eine Dreiviertelstunde. Ich war aber mittlerweile vollkommen fertig und konnte nicht mehr. Also bat ich sie wieder, nun zu versuchen zu schlafen. Wäre ja auch morgen wieder früh Tag und wir wollten ja auch fit sein und so …

Wüaaaaahhhh!!!

Wie konnte ich es nur wagen das böse Wort „Schlafen“ auch nur zu erwähnen … Ok, ich seh ein, das war falsch und die Schrei-Attacke hatte ich bestimmt verdient …

Am Ende gegen 23:00 Uhr war ich so müde, dass ich dem Bilderbuch-Mädchen erklärt habe, ich würde nun ins Bett gehen. Sie könne, wenn sie auch müde werden sollte, in ihr Bett gehen oder zu mir ins Bett kommen. Ich legte mich in mein Bett und das Bilderbuch-Mädchen stellte sich heulend davor und verlangte, dass ich nicht schlafen solle. Irgendwann konnte ich sie überzeugen, einen Versuch zu starten in meinem Bett zu schlafen. Ungefähr fünf Minuten kuschelten wir und ich freute mich, dass sie sich beruhigt hatte. Da ging es wieder los.

Doch im eigenen Bett schlafen!!! Trotzig wühlte sie sich aus meinem Bett und wanderte in ihres.

„Mamaaaaaa! Zudecken!!!! Schnief. Heul. Wimmer …

Jaja, Mama lässt sich aus dem gemütlichen Bett plumpsen und geht noch die Decke richten, vergibt den 158. „Gute-Nacht-Kuss“ und stolpert wieder ins eigene Bett.

„Mamaaa, die Decke ist falsch rum!!!“ Wie bitte?

Ich watschel wieder rüber, richte die Decke, vergebe Gute-Nacht-Kuss Nummer 159 und lege mich wieder schlafen.

Unter schimpfen und schluchzen schläft das Bilderbuch-Mädchen endlich ein.

23:30 Uhr. Ich schleiche in ihr Zimmer, mache die Gitterstäbe wieder ans Bett und schließe ihre Kinderzimmertür, dann gehe ich wieder ins eigene Bett, beantworte noch schnell noch eine Firmen-Mail und dann schlafe ich ENDLICH ein.

Der nächste Morgen ist natürlich ein Traum. Also ein Albtraum, ist klar, oder?

Oh Wunder, oh Wunder, Madame ist übermüdet und weinerlich …

Der Tag im Kindergarten läuft so mittel. Der Mittagsschlaf danach wird kategorisch abgelehnt und auch heute abend (sie müsste eigentlich hundemüde sein …) war das Einschlafen wieder katastrophal. Wer braucht schon Schlaf? Voll überbewertet sowas.

Während ich diesen Beitrag schrieb, stürzte übrigens der Laptop ab. Ich schloss nur kurz die Augen und bin ohne Witz in einen Sekunden-Schlaf gefallen … Über viel zu wenig Schlaf kann ich mich eigentlich nicht beklagen. Da gab es bei Weitem Schlimmere Zeiten. Dennoch ermüdet mich diese Phase irrsinnig. Das Geschrei, der Widerstand, die Gedanken daran, dass alles möglichst schnell klappen muss, damit ich bald wieder regelmäßig arbeiten kann … Denn ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber irgendwann wollen die Chefs einen doch mal wieder auf der Arbeit begrüßen dürfen. Ich wäre 1000 mal entspannter, wenn Zeit kein Problem wäre. Und dann schwirren auch noch so viele Termine in meinem Kopf herum. Seit einiger Zeit habe ich Zahnschmerzen, doch auch nach drei Terminen konnte das nicht behoben werden. Also ist das noch offen. Zudem muss das Bilderbuch-Mädchen wegen ihrer dauernden Verstopfung eine Blutuntersuchung und ein Röntgen hinter sich bringen. Natürlich mit folgendem Besprechungstermin. Außerdem soll auch ich einen Termin bei einem Blutgerinnungslabor machen, da, mein Gerinnungswert komisch ist. Natürlich ist danach ein Besprechungstermin erforderlich. Zudem muss das der neue Gebrauchtwagen dringend zurück zum Händler, da die Wegfahrsperre spinnt und das noch in der Garantiezeit erledigt werden sollte. Der Geburtstag der kleinen Maus steht an, auch der muss vorbereitet werden.

Termine über Termine, die ich noch nicht einmal festmachen kann, da ich keine Ahnung habe wie die Eingewöhnung so weiter laufen wird. Das alles macht mir Bauchschmerzen. Ich will zurück in meine Bubble!

Wuuähhhh!

Vielleicht sollte ich Yoga in Betracht ziehen … Ommm …

Jetzt seid ihr Up-to-date …

Alles liebe,

eure Jammer-Nätty

Familienmoment

#Familienmoment 14 – Das Einschlafgrölen

Heute hab ich mal wieder einen kleinen #Familienmoment für euch 🙂

Wir hatten ja früher öfter mal leidliche Phasen, was das Einschlafen angeht, die wir durchgestanden oder auf eine irgendeine Art lösen konnten (siehe hier oder hier).

Nun haben wir es über verschiedene Zwischenschritte in einem langsamen Prozess geschafft, dass keine Einschlafbegleitung mehr nötig ist. Teilweise wird hier jetzt sogar mit Begeisterung schlafen gegangen. Letztens z. B. machte der Papa das Bilderbuch-Mädchen nach dem Mittagessen für ein Mittagsschläfchen fertig und sagte:

„So, jetzt machst du einen kleinen Mittagsschlaf und dann geht der Tag weiter!“

Die süße Erwiderung lautete: „Einen großen Mittagsschlaf!“ Hihi, eindeutig meine Tochter!

Auch abends läuft es jetzt rund. Wir gehen nach dem Abendessen hoch ins Kinderzimmer. Es werden Zähne geputzt (ok, das ist immer noch sehr wild), dann wird gewickelt, Schlafsack angezogen, noch etwas gelesen und dann machen wir das Licht aus. Hier ist der Moment, indem das Bilderbuch-Mädchen eigentlich jedes mal verlangt: „Papa, noch was fragen!“

Ich nehme sie dann auf den Arm, wir wandern den Flur entlang rüber zum Papa und das Bilderbuch-Mädchen schmeißt sich direkt mit dem Kopf von meinem Arm in Richtung Papas Arme. Je nach Laune der Kleenen folgt dann eine Runde Familien-Kuscheln, es wird noch etwas rumgedruckst und dann heißt es: „Papa, noch eine Milch machen!“

Der Papa macht also die abendliche Milch fertig und ich gehe mit der Bilderbuch-Madame schon in ihr Zimmer.

„Im Bett warten!“, ruft sie gutgelaunt.

Es ist der Wahnsinn, sie will dann tatsächlich gerne ins Bett!

Ich decke sie zu, sie sammelt ihre Lieblingskuscheltiere um sich herum und los geht das Einschlaf-Gegröle. Als es das erste Mal soweit war – vor etwa zwei Wochen – hätte ich mich kaputtlachen können, daher ist das mein Familien-Moment der letzten Zeit.

Früher hab ich zum Einschlafen sanft „Lalelu“ gesungen, aber momentan singt die Kleine immer mit. Ich soll jetzt immer „Schlaf, Kindlein, schlaf!“ singen. Als wir in der Babyphase so große Einschlaf-Probleme hatten, habe ich mit für dieses Lied gefühlte 1000 Strophen einfallen lassen. Eine ist aber anscheinend besonders im Kopf geblieben. Und die singen wir jetzt jeden Abend zusammen. Nein eigentlich ist es wirklich eher ein Grölen (jeder Fanclub, dem meine Tochter mal beitreten sollte, kann sich glücklich schätzen). Hier unser Lied:

Ruh, Kindlein, ruh!

Die Mama ist ne KUH!

Der Papa ist ein GROßER Bär!!!!

Der liebt sein kleines Kindlein sehr,

ruh, Kindlein, ruh!

Das Lied wird sowas von schief geschmettert, aber das macht nichts, es ist immer einfach ein sehr schöner Moment.

Dann erscheint der Papa mit der Milch, das Bilderbuch-Mädchen bekommt noch einen Gute-Nachtkuss von Mama und Papa und dann gehen wir raus. Crazy, was? Und es wird nicht gejammert, geschrien oder sonst was. Höchstens noch etwas weitergesungen.

Wie im Bilderbuch! 😉

So, und jetzt hab ich es geschrieben … Das heißt, ab heute Abend klappt das wahrscheinlich nicht mehr …

Mehr Familien-Momente könnt ihr wie immer bei der lieben Küstenmami finden.

Hüpft doch mal rüber.

Alles Liebe,

Eure Nätty

Ich hab dich lieb

Wenn das Herz auf der Zunge liegt …

… steht das Plappermäulchen niemals still!

Was soll ich sagen? Meine Name ist Natalie, ich bin eine Schnatterlie. Und meine Tochter halt auch.

Das kleine Plappermaul spricht mit 22 Monaten gefühlt wirklich JEDEN Gedanken aus. Meistens ist das sehr süß. Manchmal auch ein bisschen nervig ;D

Das Bilderbuch-Mädchen kommentiert fast jede ihrer Handlungen und auch alle Handlungen ihrer Mitmenschen und die Handlungen jeglicher Tiere in der Umgebung.

Versucht sie zum Beispiel ihre Schuhe anzuziehen, klingt das in etwa so:

„Das geht nicht, Mama! Das geht nicht, Mama!! Das geht nicht, Mama!!!“ Weinerlich, jammernd, schaut sie mich dabei anklagend an, als wenn ich etwas dafür könnte. Unter lautem „Geht nicht, Mama!“-Gejammer wird weiter probiert, bis es endlich heißt: „Doch. Geht doch. Geht doch, Mama!“ Stolz steht sie dann vor mir. Meist mit verkehrt herum angezogenen Stiefeln, aber sie hat sie SELBER angezogen und darauf kommt’s ja an.

Alles was sie so gerade macht, erzählt sie uns auch: „Ich spiel mit dem Ball. Ich puzzle. Ich geh jetzt nachhause. Ich male. Ich knete.“ Ahja, wissen wir also Bescheid.

Bevor sie etwas macht – zum Beispiel „Rutschen“ – sichert sie sich immer die Aufmerksamkeit ihres Publikums:

„Jetzt pass mal auf, Papa!“, „Schau mal, Mama!“

Umarmen wir Eltern uns, dann kommt direkt von unten der Kommentar: „Mama und Papa haben sich lieb!“

Jegliche Tierart bittet sie eindringlich mit auffordernden Gesten zu sich: „Komm her, Fliege! Komm her, Katze!“ Ok, nicht nur Tiere, auch Gegenstände: „Komm her, Auto!“

Laufen Tiere vor ihr weg oder fliegen vor ihr davon – manche Tiere haben komischerweise gebührenden Respekt vor freudig kreischenden Kleinkindern – vermutete sie: „Vielleicht Angst gehabt die Taube …“

Hat man das Bilderbuch-Mädchen um sich, dann kann man sich gewiss sein, dass man häufig gelobt wird. Letztens als ich ihr ein Gute-Nacht-Lied gesungen habe, kommentierte sie anerkennend: „Super, Mama! Das machst du aber super! Klasse!“ Wenigstens einer in diesem Haus weiß meine Gesangskünste zu schätzen.

„Das war aber schön! Das war ein schöner Tag. Das war ein Spaß-Tag. Das macht Spaß, oder?“ Jaha, Spaß erkennt die kleine Maus sofort. Und das muss natürlich auch kommuniziert werden. Ich liebe es ja, wenn sie das sagt, da freut man sich doch, was richtig gemacht zu haben.

Bevor so ein Spaß aber losgehen kann, muss man natürlich erst mal ein paar Worte sagen. So, zum Beispiel als wir letztens auf einem Spaziergang eine Pfütze vorfanden:

„Das ist aber eine super Pfütze, Mama!“ (springt rein)

Im weiteren Verlauf des Spaziergangs stießen wir auf ein besonderes Highlight: „Hundekacke“. Die war so faszinierend, dass wir nachdem wir schon gut 30 Meter entfernt waren, nochmal zurück mussten um „mal zu schauen“. Nachdem das Fundstück ausgiebig betrachtet worden war, sprach das Bilderbuch-Mädchen auf einmal: „Hunde-Aa wegzaubern! Ene, mene, meck, Hunde-Aa weg. Hex Hex! Geht nicht, Mama!“ Anklagender Blick in meine Richtung. Komisch … Naja, zaubern kann halt nur der Papa:

Wir spielten abends einmal Ball im Kinderzimmer als der Papa den Ball auf einmal versteckt hat. „Ball weggezaubert!“, rief das Bilderbuch-Mädchen erstaunt.
„Ja, Papa kann zaubern,“ sage ich.
„Ok.“ Das Bilderbuch-Mädchen nickte.  Wenn Mama das sagt, dann wird das wohl so sein.

Ihre Tisch-Konversation ist übrigens auch sehr löblich. Sie fragt gern in die Runde, ob es denn auch schmeckt: „Schmeckt`s, Ur-Opa?“

Sie lobt auch gern die Köchin: „Mhm, lecker. Mama hat gut gekocht!“ (Komischerweise, verlässt sie nach diesem Satz des Öfteren den Tisch ohne einen weiteren Bissen zu essen. Und jetzt weiß ich auch nicht …)

„Papa, bist du satt? Bist du fertig?“ Ja, ok, wir brauchen ihr meist zu lange beim Essen. Ist vielleicht doch nicht der höflichen Tisch-Konversation hinzuzufügen. Etwas aufdringlich ist auch der „Wir haben Hunger, Hunger, Hunger …“-Gesang vor dem Essen, wenn es nicht schnell genug geht.

Anderes Thema: Grenzen setzen, kann sie auch schon ganz gut. Will ich ihre Haare kämmen, höre ich nicht selten: „Lass das, Mama! Das sind meine Haare!“

Gelernt hat sie auch, das man mit Kinder, mit denen man schimpft oft mit Vor- und Zunamen anredet. Gerne ermahnt sie in diesem Stil auch ihrem Cousin. Das ist einfach zu witzig. „Maximilian Hansen*, nicht da dran gehen!“

Erregt etwas ihre Aufmerksamkeit was sie nicht zuordnen kann, fragt sie: „Was passiert da? Was passiert denn da, Mama. Was ist das, Mama?“

Bei eigentlich allem, was man extra außer ihrer Reichweite deponiert hört man schnell ein höfliches: „Komm ich nicht da dran …Darf ich das haben?“ Antwortet man mit „Nein“ erschallt ein lautes: „Das haben! Das! Das haben!“ (Heulanfall). Aber ich möchte hier löblich erwähnen, dass sie sehr oft erst mal höflich um Dinge bittet, die sie gern haben möchte, wie letztens als wir vor dem Kiosk in einem Freizeitpark standen und sie sagte: „Ich hätte gern ein Eis!“ 

Wortkreationen von Kleinkindern sind ja auch immer wieder genial. Wollen sie etwas sagen, aber wissen das genaue Wort nicht, dann greifen sie halt auf Eigen-Kreationen zurück. Die neusten des Bilderbuch-Mädchens sind: „Mückenstecher“ (Mückenstich) und „Alarmi“ (Salami)

Gehen wir in den Garten kommentiert sie es mit einem freudigen: „Raus mit euch!“

Seit kurzem nutzt sie die Worte „dringend“ und „endlich“. Noch finde ich das ja unheimlich süß. Mal sehen, wie das in ein paar Monaten ist 😉

Letztens auf dem Weg in den Tierpark hatte ich dem Bilderbuch-Mädchen beim Einsteigen ins Auto versprochen, dass wir Ziegen füttern fahren. Wir machten vorher noch einen Stop bei Supermarkt, um etwas Proviant zu kaufen. Da hörte ich eine Beschwerde von der Rückbank: „Wann jetzt ENDLICH Ziegen füttern?“

Abends meinte sie letztens zu mir: „Ich muss dringend schlafen! Ich muss jetzt dringend schlafen.“ Dann legte sie sich auf den Boden. Leider war das anscheinend nur so ein Ausspruch, denn als ich sie dann ins Bett bringen wollte, war sie gaaar nicht mehr müde …

„Ich schlaf noch!“ So schallte es mir heute morgen entgegen und dann hat sich die süße Maus einfach nochmal eingekuschelt, die Augen zugekniffen und geschnarcht. Das war zu witzig.

Ich könnte ewig so weiterschreiben, ihr wisst schon mein Schnatter-Gen. Aber nun ist Schluss. Nur noch meine Lieblings-Sätze möchte ich kurz anmerken. Schon oft hat das Bilderbuch-Mädchen zu mir gesagt: „Mama lieb!“ und letztens hat sie zum Papa gesagt: „Ich hab dich auch lieb.“ Und heute, ja heute durfte ich es auch endlich von ihr hören:

„Ich hab dich lieb, Mama! Du hast mich auch lieb.“

Die schönsten Worte für mich 🙂 Da schmelzt das Mama-Herz natürlich dahin und die Welt ist schön. So, ich schwebe jetzt mal vor mich hin im siebten Himmel. Isset nich schön mit den lieben Kleinen?

Eure Nätty – Schnatterlie

*(Name geändert)

Zaehneputzen Kleinkind Mama

#Familienmoment Nr. 12 – Zähneputzen und was fürs Herz und noch mehr!

Schon zweimal hintereinander habe ich es verpasst bei der Familienmomente-Aktion der lieben Küstenmami mitzumachen. Shame on me! In den Wochen hat sich natürlich so einiges angesammelt an kleinen belanglosen oder witzigen oder auch zauberhaften Momenten. Daher habe ich mich entschieden heute mal eine kleine Auswahl kurz anzureißen, anstatt einen Moment besonders hervorzuheben. Los geht`s:

1) Das Zähneputzen

Ja nach Laune der Bilderbuch-Madame kann das Zähneputzen schon mal in einem kleinen Drama enden. Letzte Woche habe ich allerdings herausgefunden, wie es sogar richtig Spaß machen kann:
Ich putzte so meine Zähne vor mich hin, während die Maus auf ihrer Zahnbürste herumkaute, als sie plötzlich hervorschnellte und befahl: „Mama, jetzt mal schön ‚Aaaah‘ machen!“
Ich hab natürlich gleich aufs Wort gehorcht und los ging es: Mehr oder weniger sanft wurden meine Zähne (Augen, Nase, und was man alles so aus Versehen treffen kann) geputzt. Gleichzeitig durfte ich dann ganz ohne Drama die Zähne des Bilderbuch-Mädchens putzen. Ok, der Schwierigkeitsgrad ist nicht zu unterschätzen, aber irgendwas ist ja immer …

2) Wir sind eine Familie

Das ist definitiv mein liebster Familienmoment der letzten Zeit.

Abends, wenn das Bilderbuch-Mädchen nicht gut einschlafen kann, fragt sie immer den Papa, ob der ihr noch ein Fläschchen Milch macht. Heute Abend hatte ich sie auf dem Arm und sie wollte den Papa nach ihrer geliebten Milch fragen. Sie stürzte sich quasi von meinen in seine Arme, hat ihn herzlich umarmt und gesagt: „Wir gehören zusammen!“ Das war sooo süß!
Des öfteren umarmen wir uns nämlich zu dritt und dann sage ich immer: „Wir sind eine Familie! Wir gehören zusammen!“

Als wir das letztens in der Küche gemacht haben, antwortete das Bilderbuch-Mädchen mir mit: „Für alle Zeit!“ Oh, zum dahinschmelzen. Diesmal war das kein Zitat aus einem Bilderbuch, wie hier. Sondern aus der Serie „Mascha und der Bär“. Dort gibt es nämlich so ein süßes Lied, indem gesungen wird: „Wir sind eine Familie, für alle Zeit!“ Auch wenn es nur daraus zitiert wurde, war ich dennoch sehr gerührt, da es in dem Moment auch so toll passte und sie uns dann ganz fest umarmt hat. Ich bin immer wieder erstaunt was sie sich alles so merken kann und wie toll sie schon spricht mit ihren 22 Monaten.

3) Gesangseinlagen

Das Bilderbuch-Mädchen singt grad so viel. Das ist einfach zu süß. Manchmal zum Einschlafen und eigentlich immer morgens zum Aufwachen ertönt aus dem Baby-Phone fröhlicher Gesang. Diese Woche waren wir zusammen mit dem Papa im Supermarkt. Ich bin nochmal zurück zum Eingang gelaufen, weil ich da noch was vergessen hatte, während mein Mann und die Kleine schon an der Kasse standen. Dennoch konnte ich laut und deutlich das Bilderbuch-Mädchen krakeelen hören: „Alle meine Täubchen gurren auffem Dach! Gurren auffem Dach!“ (Mal wieder die niederrheinische Version 😉 ) Immer wieder kleine Glücksmomente, wenn man sein Kind so fröhlich und frei singen hört.

4) Witzige Wortkreationen

Wegschmeißen können, hätte ich mich, als die Kleine letztens am Abendbrottisch eine „Alarmi“ verlangte.

„Was möchtest du?“ fragte ich amüsiert nach.

„Eine Salmanie?“ verbessert sie sich.
„Wie heißt das?“
„SALAMI!“
Aha. Aber „Alarmi“ fand ich auch spitze 😉

5) Sinnlose Dinge genießen

Einfach Arm im Arm auf dem Küchenboden liegen und die Decke anstarren. Warum auch nicht?

6) Unbeschwertheit

Heute waren wir in einem Freizeitpark und wir haben in jedem Moment diese tolle Unbeschwertheit unserer Kleinen genossen. Tiere füttern, Klettern, Rutschen, Bahn fahren. Alles hat die Augen unserer Kleinen zum leuchten gebracht. Dem Bilderbuch-Mädchen zuzusehen, wie sie – egal wo es hinging – immer gerannt ist und gelacht hat und gestaunt. Das war toll. Jeder, der an solch kindlicher Begeisterung teilhaben darf, hat großes Glück. Ich hatte heute auf jeden Fall so viele Glücksmomente im Bauch, dass der ganze Tag ein wunderschöner Familienmoment für mich war.

 

Familienmoment

 

Waaas? Das reicht euch immer noch nicht an Familienmomenten? Dann schnell rüber zur Küstenmami, da gibt’s noch mehr!

Alles Liebe,

Eure Nätty

Mama zeigt Baby ihrer Oma

Oma ist die Beste (Blogparade)

Es gibt im Moment viele Blogparaden, an denen ich gern teilnehmen würde. Leider reicht die Zeit nicht für alle. Doch an der Blogparade von Anke von mama-geht-online kam ich nicht vorbei. Ein Thema über das ich schon sehr lange schreiben wollte:

Oma ist die Beste – Doch warum eigentlich?

Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, dann hat meine liebe Oma da immer einen ganz besonderen Platz.

Allein wenn ich nur an sie denke, wird mir ganz warm ums Herz. Sie hat so viel Liebe, Wärme und Geduld ausgestrahlt. Wirklich bewundernswert. Ich war unheimlich gern bei ihr, ob als Kleinkind, Kind, Teenie oder junge Erwachsene. Meine Oma war ein besonderer Mensch für mich und das wird sie in meinem Herzen immer bleiben.

Hatte ich Kummer, Angst oder Sorgen, strich sie mir beruhigend über den Arm und sagte liebvoll: „Ach, mein Mädchen!“ und schon ging es mir ein Stückchen besser. Ich wusste, meine Oma liebt mich, egal was kommt.

Omas Mädchen. Das war ich wirklich gern, denn als „Omas Mädchen“ wurde man geliebt, verwöhnt und mit Aufmerksamkeit überschüttet.

Unermüdlich hat sie meinen Geschwistern, meinen Cousins und Cousinen und mir Bilderbücher vorgelesen als wir noch klein waren. Zu jeder Tages- und Nachtzeit konnte man zu ihr kommen und sie z. B. um einen geschälten Apfel, gebratene Nudeln mit Ei aus der Pfanne bitten, oder was einem sonst einfiel. Ihr war nie etwas zu aufwendig oder gar zu lästig.

Wir Kinder waren ihr ein und alles und das hat sich gut angefühlt. Sehr gut sogar.

In frühen Kindheitserinnerungen sitze ich bei ihr in der Küche, reibe Zwieback zu feinem Mehl und vermatsche es dann mit Wasser zu einer „köstlichen“ Pampe. Ich erinnere mich, dass ich das wirklich gern gemacht habe.

Bei Oma durfte man natürlich auch immer etwas mehr als zuhause. Das war toll. Länger aufbleiben, länger Fernsehen, mehr Süßes essen – es herrschten paradiesische Zustände. Und Ärger gab es nie. Ging mal etwas kaputt oder wurde etwas dreckig – kein Weltuntergang bei Oma. Dann wurde es halt repariert oder saubergemacht oder weggeworfen und nicht mehr drüber gesprochen.

Ihr jüngster Sohn – mein Onkel also – ist nur zwei Jahre älter als ich. Wenn ich bei ihr übernachtet habe, war es, als hätte ich einen älteren Bruder. Wir hatten natürlich auch viel Quatsch im Sinn, aber trotzdem wurde Oma nie, nie, niemals nie böse mit uns.

Wie spielten zum Beispiel „Spiegelspucken“. Das ganze Spiel bestand nur darin mit dem Gurgelwasser vom Zähneputzen den Spiegel im Bad vollzuprusten. Immer wieder. Ehrlich? Ich würde als Mama da heutzutage ausrasten … Meine Oma war total gleichmütig, „Ach, so sind Kinder halt …“, schien sie sich zu denken.

Sie hatte immer ein offenes Ohr und war so interessiert an allem was gerade bei uns Enkeln im Leben passierte und aktuell war. Nichts davon war unwichtig für sie.

Ich im Gegenzug fand ihre Geschichten auch immer sehr spannend, besonders als ich schon etwas älter war. Wie war denn meine Mama so als Kind? Wie war es für meine Omi als Kind im Krieg in den Süden Deutschlands fliehen zu müssen. Die Schule in der Fremde verbringen zu müssen? Wie war es einen Bomben-Alarm mitzuerleben. Wie war es aus der Stadt aufs Land zu ziehen? Meine Oma kam nämlich gebürtig aus dem Ruhrgebiet. Das hat man auch an manchen Ausdrücken gemerkt. Statt „jetzt“ sagte sie zum Beispiel oft „getz“.

Viele Kleinigkeiten im Alltag erinnern mich an meine Oma. Irgendwie denke ich immer an sie, wenn ich Nudeln in der Pfanne brate, oder wenn ich Frikadellen mache, denn die hat sie oft für uns zubereitet. Wenn ich eine Packung „Katzenpfötchen“ sehe, denke ich an sie, denn die hat sie meinen Schwestern und mir oft mitgebracht.

Ich denke an sie, wenn ich ab und an mal etwas spüle, denn meine Oma hatte zum Schluss zwar eine Spülmaschine, aber die hat sie nie benutzt. Sie hat lieber alles per Hand gespült.

Wenn ich einen alten Wecker höre, denke ich daran, wie ich als Kind im Gästebett bei ihr und Opa im Schlafzimmer übernachtet habe, denn da tickte immer ein Wecker ganz laut.

Wenn ich erkältete bin und mich mit Eukalyptos-Creme einreibe denke ich an sie, weil sie das früher bei mir auch gemacht hat, wenn ich krank war.

Am meisten denke ich natürlich an sie, wenn ich meinen Opa treffe, der übrigens auch ganz toll ist! Zu beschreiben wie toll, würde jetzt aber den Beitrag sprengen.

An Weihnachten denke ich immer daran, wie schön Oma und Opa uns Kindern den ersten Weihnachtstag gestaltet haben. Es gab jedes Jahr einen liebevoll, geschmückten Baum im Wohnzimmer, jede Menge Geschenke, eine leckere Weihnachtstorte von Opa und jede Menge Plätzchen.

Ich weiß noch, dass ich als ich mein erstes Auto gekauft habe (einen 11 Jahre alten Fiat 500), erst mal Oma und Opa zu einer Probefahrt abgeholt habe. Oma musste dann hinten auf die Rückbank klettern in dem kleinen Dreitürer.

Oder wie ich sie und Opa stolz nach Düsseldorf in meine erste eigene Wohnung eingeladen habe und sie sich so für mich gefreut hat.

Mein größter Wunsch wäre gewesen, dass meine Oma das Bilderbuch-Mädchen noch kennengelernt hätte.

Leider haben sie sich um einige Tage verpasst. Und in den letzten Tagen ihres Lebens ging es meiner lieben Oma leider auch sehr, sehr schlecht.

An meinem 31. Geburtstag war ich hochschwanger zuhause. Ich erinnere mich genau, dass meine Oma mich zum Geburtstag anrief und ich im fertigen, neuen Kinderzimmer des Bilderbuch-Mädchens mit ihr telefoniert habe. Unser letztes Telefonat … Sie hat es körperlich nicht mehr geschafft zu meinem Geburtstag zu kommen, aber sie hat an mich gedacht. Sie hat immer an mich gedacht. Die Karte, die ich von ihr zu meinem Geburtstag bekommen habe, halte ich in Ehren. Immer wenn ich sie in meinen Händen halte und die liebevollen Worte darin lese, kommen mir die Tränen. Bis zum Schluss hat meine Oma mir all ihre Liebe gegeben. Ich bin so dankbar für diese bedingungslose Liebe und ich wünsche mir, dass ich diese genauso an meine Tochter weitergeben kann. An „Mein Mädchen“.

Danke, liebe Omi! Danke für alles! Ich vermisse dich hier sehr!

Dein Mädchen

Unfall_Auto

RUUUUMS. Glück im Unglück!

„Mist …“ murmel ich vor mich hin. „Die Straße ist gesperrt! Da scheint ein Unfall passiert zu sein.“
„Was denn passiert?“, höre ich das Bilderbuchmädchen von der Rückbank meines Autos. „Straße gesperrt. Was passiert?!“
So neugierig, die kleine Maus. Ich sehe drei Feuerwehrautos, einen Notarztwagen und Polizei auf der Straße vor mir.
„Da ist ein Unfall passiert“, antworte ich. „Wir müssen einen Umweg fahren!“
Zum Glück gibt es eine gute Ausweichstrecke.

Guter Dinge fahre ich einen kleinen Umweg bis wir wieder auf der Kreuzung zur richtigen Straße ankommen, aber schon am Unfallort vorbei sind. Jetzt nur noch von der Kreuzung mit dem Stoppschild rechts zurück auf die Hauptstraße auffahren und wir können unseren Weg ohne weitere Verzögerung fortsetzen.

Die Autos vor mir an der Kreuzung fahren mega-langsam. Klar, man kann ja von hier noch den Unfallort sehen und da muss man ja unbedingt gaffen bevor man auf die Hauptstraße abbiegt. Ich hasse Gaffer!

Endlich bin ich an der Reihe rechts auf die Hauptstraße abzubiegen. Ich stoppe an der Haltelinie und rolle weiter auf die Sichtlinie zu. Ich muss nochmal stoppen, da ein Auto von links kommt.

Im Seitenspiegel sehe ich wie mir ein LKW nah auffährt.

„Idiot! Warum fährt der mir so dicht …?“

RUUUUMS. Der LKW kracht mir in den Kofferraum. Die Heckscheibe zerspringt mit einem lauten Knall.

„Verdammte scheiße!“, entfährt es mir. Oh, mein Gott! Die Kleine!? Geht es ihr gut???

Ich drehe mich abrupt zu ihr um. Sie guckt erschrocken. In ihrem Reboarder haben sich die Scherben der Heckscheibe gesammelt. Als sie mich erblickt, lächelt sie. Mir fällt ein Stein vom Herzen, ach ein ganzer Berg Steine! Der Kleinen geht es gut. Der Kleinen geht es gut!

Mit zittrigen Knien steige ich aus.

Sofort kommt ein Rettungssanitäter vom vorherigen Unfallort auf unser Auto zugestürmt und befreit meine kleines Bilderbuchmädchen aus ihrem Sitz. Sie will natürlich sofort zu mir und ich schließe sie erleichtert in die Arme. Nichts passiert!

Der LKW-Fahrer steht mittlerweile auch neben uns. Er blickt zerknirscht. Auf holländisch fragt er, ob alles ok ist.

Ich bin irgendwie in einer Schockstarre. „Ja, uns geht’s gut!“, bringe ich hervor.

Die Sanitäter untersuchen die Kleine und mich kurz. Das Bilderbuchmädchen weint herzzerreißend als sie für die Untersuchung von mir weg muss. Zum Trost bekommt sie vom Notarzt einen Teddybären geschenkt. Da versiegen die Tränen ganz schnell wieder.

Die Polizisten, die die andere Unfallstelle gesichert haben, nehmen unseren Fall direkt auf.

Wie praktisch. Polizei, Feuerwehr und Rettungssanitäter direkt für uns vor Ort. Und die Gaffer haben noch mehr zu gaffen …

Ich fühle mich gut. Es scheint wirklich nichts passiert zu sein – außer Blechschaden.

Während die Polizisten ihren Job machen, rufe ich meinen Mann an und erzähle ihm, was geschehen ist. Alles gut und so … Ich bin ganz ruhig.

Da soweit alles ok ist, fahren wir nicht im Krankenwagen mit. Die Sanitäter geben grünes Licht, dass wir nachhause fahren können. Falls doch noch Beschwerden auftreten sollten, sollen wir ins Krankenhaus fahren.

Der Polizist ist mittlerweile fertig mit seinem Bericht und meint, es spräche nichts dagegen, wenn wir mit dem kaputten Auto noch eben bis zu uns nachhause fahren würden. Wir könnten aber auch einen Abschleppdienst rufen? Da ich nur noch nachhause will und es mir ja gut geht -erwähnte ich, dass es mir gut geht? – fahre ich selbst nachhause.

Zuhause angekommen, erwache ich dann aus meiner Schockstarre. Plötzlich zittere ich total und weiß nicht mehr, was ich als nächstes tun soll. Mein Kopf ist leer. Was sind die nächsten Schritte? Keine Ahnung …

„Unfall gehabt! Angst!“, sagt das Bilderbuchmädchen mit ernsten Augen.
Mir läuft ein Schauer über den Rücken. „Hast du Angst gehabt, mein Mädchen?“
Wir umarmen uns. Aber nur ganz kurz. Danach ist die Kleine für den Rest des Tages vollkommen aufgedreht.

Ich rufe meine Eltern an und erzähle ihnen was passiert ist. Meine Mum fragt ob sie und Papa eben vorbeikommen sollen. Irgendwie bin ich total erleichtert und nehme das Angebot gern an.

Ich kläre mit meinem Mann per Whatsapp die nächsten Schritte ab, während ich auf meine Eltern warte. Das beruhigt mich schon mal.

Als meine Eltern Eintreffen besprechen wir auch nochmal, was wir jetzt zu tun ist. Sachverständiger, Anwalt, Auto. Verwerter. (Das Auto ist wohl ein wirtschaftlicher Totalschaden …) So vieles muss bedacht werden. Nervig, aber eigentlich vollkommen egal, denn hauptsache es ist nur Blechschaden! Das Bilderbuchmädchen rennt derweil energiegeladen Runde um Runde um unseren Esstisch.

Am nächsten Tag wache ich mit fürchterlichen Nackenschmerzen, Schwindel und dem Gefühl am ganzen Körper Muskelkater zu haben auf. Nun habe ich Angst, dass die Kleine vielleicht auch etwas abbekommen hat, was am Tag des Unfalls noch nicht ersichtlich war. Also, ab zum Krankenhaus, um uns beide Durchchecken zu lassen! Zum Glück kann mein Mann von der Arbeit kommen und uns fahren und beistehen.

Wir verbringen geschlagene 3,5 Stunden im Krankenhaus, zur eigentlichen Mittagsschlafzeit des Bilderbuchmädchens … Und Kleinkinder, die keinen Mittagsschlaf machen konnten und gezwungen sind irgendwo zu warten, wo man nirgendwo dran darf, sind kein Spaß … Vor allem nicht, wenn man Nackenschmerzen hat. Aber auch so nicht 😉 Zum Glück war mein Mann auch dabei.

Und wofür die ganze Warterei? Für effektiv 15 Minuten Behandlungszeit und die Diagnose: Leichtes Schleudertrauma und Schiefstellung der Halswirbelsäule bei mir. Aua … Jetzt gibt es erst mal ganz viel Schmerzmittel bis alles wieder gut ist.

Immerhin, dem Bilderbuchmädchen fehlt nichts. Dafür bin ich wirklich sehr, sehr dankbar!!! Wir hatten Glück im Unglück. So, und jetzt wird sich erst mal erholt!

Alles Liebe,

eure Nätty

Bildrechte bei Anna vom Blog neverlookedsobeutiful.com

Blogparade #muddimutation – „Die Mama“ hat dazu mal was geschrieben!“

Anna von neverlookedsobeautiful hat zur Blogparade #muddimutation aufgerufen und ich bin dabei 😉

Heimlich still und leise ist es passiert … Ich habe die Muddi-Mutation vollzogen. Denn seit ich Mama bin, tue und sage ich Dinge, die ich nie für möglich gehalten hätte …

Hier meine Top-Ten:

  • Mein Wortschatz hat sich erweitert und zwar um so grauenvoll kitschige Ausdrücke wie: „Goldig!“ „Hinreißend!“ und „Herzallerliebst!“. Diese Worte schwirren nicht nur so durch meinen Kopf, wenn ich das Bilderbuchmädchen betrachte, nein, ich spreche sie sogar aus … Wenn das nicht mal so eine Mama-Sache ist …
  • Der Klassiker: Ich spreche in der dritten Person von mir und zwar als „die Mama“ …
    Aaaah, das war so wirklich nicht geplant.
  • Kaffee-Junkie.
    Früher habe ich eigentlich Kaffee nur aus gemütliche Anlässen getrunken und dann auch meist eher Cappuccino. Ihr wisst schon, nett mit ein paar Freundinnen oder Arbeitskolleginnen im Café sitzen quatschen und einen Kaffee trinken halt. Heute brauche ich morgens meinen Kaffee! Und zwar jeden morgen! Schwarz!
    Ohne Kaffee kann ich den Tag eigentlich gleich abhaken.
  • Ich finde Babys und Kleinkinder süß. Bevor ich selber Mama war, konnte ich mich nicht besonders für Kleinkinder und Babys erwärmen … Jetzt kann ich manchmal nicht den Blick abwenden wenn ich so kleine Mäuse sehe. Ich könnte sie stundenlang beobachten. Hach ja …
  • Ich zeige stolz Bilder von meiner Kleinen rum … Jaha, sicher ist mein gesamtes Umfeld sehr interessiert daran zu sehen, wie das Bilderbuchmädchen gerade schläft, wie es mit seinem Lieblingskuscheltier kuschelt, wie es seine erste Gänseblümchenkette auf dem Kopf trägt, wie es auf seiner ersten kleinen Tromme spielt, wie …
    Ähm ja, bestimmt ist mein Umfeld daran etwa so interessiert wie ich damals als kinderlose Person. Sorry, das ist auch so eine Muddi-Mutation …
  • Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal Klamotten für mich gekauft habe … Zum Glück vermachte mir meine kleine Schwester vor einiger Zeit ein paar Jeans und praktischerweise hatte ich – als meine Lieblingsstiefel Löcher in den Sohlen hatten – noch ein paar ungetragene (flache) Stiefel im Keller stehen, die ich in meiner Vor-Mama-Zeit gekauft hatte. Perfekt! Denn momentan kaufe ich eigentlich nur Kinder-Klamotten. Die sind aber auch zu süß! Und in dem Alter passt ja auch alles. Keine lästigen Anproben nötig.
  • Ich kann mich stundenlang über Kinder unterhalten. Schlafen, Windelinhalt, Spucken, Erziehung, Altersgemäße Entwicklung, Essgewohnheiten … Das ist grad meine Welt und ohne Witz mir wird nicht langweilig bei diesen Themen. Nun gut, man muss bei diesem Punkt auch sagen, ich gehe auch arbeiten und habe zwischendurch andere Themen. Das ist für mich zugegebenermaßen ein wichtiger Ausgleich.
  • Ich gehe jetzt auch mal ungeschminkt aus dem Haus … Aber das ehrlich gesagt nicht besonders gerne. Auch dass der letzte Frisör-Besuch schon so lange her ist, nervt mich. Aber nächste Woche!!! Da habe ich Urlaub und die Tagesmutter nicht. Juppi, dann geht es erst mal an die fisseligen Haarspitzen. Manche Muddi-Mutationen müssen ja nicht unbedingt sein.
  •  „Pass auf!“, „Sei vorsichtig!“, „Guck wo du hinläufst!“, „Nein! Da bitte nicht drangehen!“, „Stopp. Stehenbleiben!“, „Weiterlaufen!“, „Das ist kein Spielzeug!“, „Ich sag das jetzt zum letzten Mal!“, „Hörst du mir eigentlich zu?“, „Jetzt ist Schlafenszeit!“ … Jaja, die typischen Elternsätze rassel ich gefühlte 1000 mal am Tag herunter. Wenn ich es richtig ernst meine, dann wird das Bilderbuchmädchen mit Vor- und Zunamen angesprochen. In solchen Momenten wünschte ich mir, wir hätten einen Doppelnamen für sie ausgesucht. Das verleiht den Worten noch mehr Gewicht 😉
  • Die Glücks-Mutation!
    Mama-Sein macht mich sehr glücklich! So oft ich auch fluche, genervt bin oder gefrustet. Nichts kann das Gefühl ersetzen so ein kleines (Vorsicht! Mama-Vokabular: goldiges, hinreißendes, herzallerliebstes) Geschöpf großziehen zu dürfen. Das Glück eine Familie zu haben, ist für mich das Größte. Mein Herz geht auf, wenn ich den Bilderbuchpapa mit seinem kleinen Bilderbuchmädchen spielen oder schäkern sehe. Vorher war ich auch glücklich, keine Frage, aber da wusste ich ja auch nicht, was ich verpasst habe. Pfützenspringen, Regenwürmer bewundern, Steine sammeln – ein kleines Stück die eigene Kindheit neu erleben. All das sind Dinge, die ich seit der Muddi-Mutation wieder richtig genieße. Einfach herrlich!

Und ihr? Habt ihr euch auch sehr verändert seit ihr Mama geworden seid? Schreibt mir doch einen Kommentar oder wenn ihr einen Blog habt, macht bis zum 26.05.16 mit bei der Blogparade von Anna (neverlookedsobeautiful)!

Alles Liebe,

eure Nätty

Familienmoment

Familienmoment 9 – „Ich bin dagegen, denn ihr seid dafür …“

Heute gibt es wieder einen #Familienmoment für euch. Ist ja schließlich Mittwoch 😉

Manchmal könnte ich derzeit ausrasten … Wir haben hier grad die schlimmste „Nein“-Phase aller Zeiten. Egal worum es geht, zu allem sagt Madame Bilderbuchmädchen erst mal „Nein!“ Frei nach dem Motto: „Ich bin dagegen, denn ihr seid dafür …“

„Schuhe anziehen?“
„Nein!“

„Mama kocht jetzt …“
„Ne!“

„So, du brauchst eine neue Windel. Komm wir gehen wickeln.“
„Nein! Wegrennen!“

„Ne!“, „Nein!“, „Lass das, Mama!“, „Das nicht!“ Diese Worte höre ich den ganzen Tag und zwar in Dauerschleife. Egal was wir machen. Das kann schon mal an den Nerven zehren.
Nach den ganzen Verneinungen folgt in manchen Fällen, dann ein „Doch!“ Das geht dann so:

„Sollen wir eine Runde spazieren gehen?“
„Nein. Niss spazieren gehen! Ne!“

„Doch!“
Puh, dieser eigene Wille kann manchmal ganz schön anstrengend sein …

Soweit zur Vorgeschichte. Eines Tages nach gewohnt vielen „Neins“ war ich, sagen wir mal etwas gereizt. Ich bereitete in der Küche das Abendessen vor und schälte gerade die Kartoffeln. Es kam wie es kommen musste, es war der kleinen Bilderbuchdame nicht genehm.

„Niss Kartroffeln schälen! Nein! Ne. Ne. Ne. Ne. Ne …“ (bitte stellen Sie sich das „Ne!“ in Dauerschleife und in einem sehr jammernden, leidenden Tonfall vor)

„Jetzt reicht es! Ich habe beim ersten „Nein.“ verstanden, dass du nicht möchtest, dass ich Kartoffeln schäle, aber die muss ich jetzt nunmal fertig machen. Du brauchst mir dabei ja nicht zusehen, möchtest du vielleicht lieber noch was spielen?“
„Ne!“, kommt es wie aus der Pistole geschossen vom Bilderbuchmädchen …
War ja klar …
„Doch!“, folgte direkt hinterher.
Also schön, ich gab ihr ein Puzzle und was machte Madame? Pfeffert es mit aller Wucht auf den Boden. „Das niss!“, krakelte sie.
„Fräulein! So nicht! Spielsachen werden hier nicht rumgeschmissen! Das macht mich wütend!“ zischte ich entnervt und packte das Puzzle wieder weg.

Kurzzeitig herrschte danach Ruhe in der Küche. Ich schälte meine Kartoffeln und stellte sie im Topf auf den Herd. Plötzlich zupfte es an meinem Hosenbein. Ich beugte mich herunter zum Bilderbuchmädchen.

„Tsuldigung, Mama!“, kam es mit einem mal betreten von unten. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. Das hatte sie noch nie gemacht. Sich entschuldigt.
Es war einfach zu niedlich. Zum Dahinschmelzen! Tja, und was sagt man da als Mama natürlich?
„Entschuldigung angenommen!“
Gerührt umarmte ich mein kleines Mädchen. Das war unser #Familienmoment dieser Woche.

Wollt ihr mehr Geschichten? Dann hüpft rüber zum Blog der Küstenmami kuestenkidsunterwegs. Da gibt es wie immer mehr Familien-Momente für euch.

Alles Liebe,

Nätty

Familienmoment

#Familienmoment 8

Mein letzter Post ist lange her und diesmal lag es glücklicherweise nicht daran, dass das Bilderbuch-Mädchen oder ich krank waren, sondern es war einfach nur viel zu tun 🙂

Oft waren es Home-Office-Stunden nach dem normalen Job, mal waren es auch Besichtigungs-Termine im Kindergarten, mal die Suche nach einem neuen Auto, mal Garten- und Hausarbeit oder die Steuererklärung, die endlich erledigt werden musste. Mal war es auch einfach wichtiger Freunde und Familie zu treffen … Einfach gesagt, das Leben kam dazwischen. Man muss halt Prioritäten setzen. Wer auch wissen will was bei uns so los ist, wenn es auf dem Blog mal stiller ist, der ist herzlich dazu eingeladen mir auf instagram zu folgen.

Diesen Mittwoch war endlich wieder Zeit dafür, einen #Familienmoment für die Aktion der Küstenmami aufzuschreiben:

Es geht mal wieder um die Sprachkünste des Bilderbuch-Mädchens.

Am Donnerstag Morgen fing es an: Wir machten uns gerade fertig, um zur Tagesmutter aufzubrechen und das Bilderbuch-Mädchen hatte ihren Lieblings-Stoffhund „Bruno“ mit in den Flur genommen, wo wir gerade die Schuhe anziehen wollten.
Ich hatte aber nicht aufgepasst und Brunos „Wäsche-Double“ lag auch unten im Flur. Als das Bilderbuch-Mädchen den zweiten „Bruno“ entdeckte, stürmte sie auf ihn zu und hielt beide Hunde fröhlich juchzend im Arm.

Stofftier Hund doppelt

Sie schaute erst den einen Hund an, dann den anderen und dann sah sie mir grinsend in die Augen und meinte: „Findich lustig!“

Wow, ich war echt überrascht. Das war ja nicht nur die Benennung von Gegenständen oder das kommentieren einer Tätigkeit, sondern die Beschreibung ihrer Empfindung. Ich war gerührt. Und dann klang das ganze auch noch so typisch niederrheinisch. Dieses zusammengezogene: „Findich“. Das wiederum fand ich sehr lustig.

Nach diesem Moment achtete ich dann gezielt auf ihre Aussprache über den Tag hinweg und hörte Sätze wie:

„Wo biste, Papa?“ Das sagte sie als der Papa morgens zur Arbeit gefahren war. Obwohl wir doch kurz vorher zum Abschied noch gewunken hatten … Leicht schusselig die Kleine, wie die Mama halt ;P

„Kriegste wieder!“ Das sagt sie immer, wenn sie mir ihren Schnuller gibt, weil sie weiß, dass sie ihn zum Schlafen wieder bekommt.

„Kannste nix machen!“

„Da isse ja!“

„Siehste!“

Durch die eigenen Kinder wird einem ganz schön deutlich gemacht, wie man eigentlich spricht. Früher dachte ich immer, ich würde hochdeutsch sprechen. Bis ich in einer Berufsschulklasse mit lauter Bayern gelandet bin, die den NRW-ler Dialekt sehr amüsant fanden. Vor allen Dingen, dass wir so oft „ne?“ ans Ende unserer Sätze hängen. Aber „gell“ ist besser, oder was? 😉

Am Ende des Tages dachte ich nur: Das Bilderbuch-Mädchen ist ne richtige Niederrheinerin. „So isses!“
Tja, selbst an der Sprache hört man, dass die Kleine zu uns gehört. Der Gedanke hat mich sehr glücklich gemacht! Ein richtig schöner Familienmoment!

Da ich solange Pause gemacht habe, gibt es sogar noch einen kleinen Extra-#Familienmoment heute:

Am Samstag Morgen weckte ich die Kleine, sie war noch ganz schlaftrunken und kuschelte sich an mich. Ruckartig fuhr sie plötzlich hoch, zeigte auf das Babyphone und sagte: „Babyphone! Mama, Papa hör’n dich immer!“

Hach, das war zuckersüß! Dass wir sie immer hören, sagen wir ihr ab und zu abends.
Sie klang so sicher und sich dessen bewusst, als sie das an diesem Morgen sagte, dass ich mich total gefreut habe. Einfach Wahnsinn, was sie mittlerweile alles begreift. So, das war es jetzt aber von mir.
Wer noch mehr Familienmomente möchte, der findet sie auf dem Blog der Küstenmami.

Alls Liebe,

Eure Nätty