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Familienmoment

#Familienmoment 4 – Neue Spielmöglichkeiten. Endlich!

Immer wieder Mittwochs kommt der #Familienmoment (Ähm, naja meistens zumindest).

Diesmal geht es um neue Spielmöglichkeiten. Yeah! Spielen bedeute jetzt nicht mehr den ganzen Tag „Kuckkuck, wo ist mein Bilderbuchmädchen spielen?“, denn es gibt neue Optionen! „Level up“, sozusagen.

Wir spielen jetzt zum Beispiel „Krieg dich!“ „Hab dich!“ Für nicht Babysprachler, sei erwähnt, dabei handelt es sich um „Fangenspielen“. Was sehr lustig ist, da die Kleine sich zwischendurch ständig umdreht um zu schauen, ob sie noch verfolgt wird. Aber da sie immer in die Richtung läuft, in die sie gerade schaut, muss man aufpassen, dass sie sich nicht ausgerechnet im Türrahmen umdreht. Denn sonst gibt es wiedermal eine neue Beule in ihrer Sammlung. Ein paar mal hat es schon gerummst. Aber das gehört wohl dazu. No Risk, no fun, was?

Aber zurück zum Familienmoment. Da ging es nämlich auch um ein neues Spiel im Reportaire und zwar: Fußball!

Nachdem die Lungenentzündung endlich abgeklungen war, durfte wieder getobt werden. So dann auch passiert an einem Feierabend in der letzten Woche.
Da haben mein Mann, die Kleine und ich „Fußball“ im Wohnzimmer gespielt. Das Bilderbuchmädchen war sooo begeistert und außer Rand und Band! Sie hat immer wieder juchzend den Ball getreten und ist dann hinterher gesaust! Es war toll mit anzusehen. Sie hat schon einen guten Schuss drauf! Und tunneln, lässt sie sich auch nicht so einfach. Der Papa hat es mehrfach versucht 😉 Na gut, ich gebe zu, einmal hat es auch geklappt. Durch die kurzen Beine ist das aber auch ganz schön schwierig.

Hehe, Papa und ich konnten meist entspannt rumstehen und den Ball hin- und herkicken, während die Kleine immer schön hintergerannt ist. Ganz schön anstrengend! Lange hat es nicht gedauert bis sie müde wurde. Aber Spaß gemacht hat es uns trotzdem allen!
Schneller als ich gucken kann, wird sie mich sicher im Fußball fertig machen, denn ich bin darin die absolute Oberniete. Mal sehen, wie alt sie ist, wenn sie das feststellt 😉

So viel zu meinem Familienmoment. Wenn ihr mehr wollt, auf zur Küsten-Mami!

Liebe Grüße,

Nätty

Baby schmollt

Wickeln in der Trotzphase … kann ganz einfach sein.

Gestern Abend ist es passiert. Ich dachte: „Bin ich im falschen Film? Was passiert hier grad?!“

Mein Mann und ich erlebten den bisher schlimmsten Wutausbruch unserer Kleinen. Sie schrie und schrie und schrie. Sie hat sich gar nicht mehr einbekommen vor Wut und wir standen dabei und wussten nicht wie uns geschah …

Alles fing damit an, dass ihre Windel ausgelaufen war. Scheinbar hatte ich beim letzten Wickeln die Flügel nicht ausgeklappt. Wenn sie auch immer so rumhampelt …
Ich schnappte mir also mein Mädchen und legte sie auf den Wickeltisch. Das passte Madame so gar nicht. Sie wütete und wand sich wie ein Aal. Ununterbrochen machte sie Anstalten sich vom Wickeltisch zu stürzen – mit einem Hechtsprung natürlich …

Ich wurde ungeduldig, denn ich mochte ja nur schnell das Wickeln hinter uns bringen. Ich wollte ihr doch nichts Böses und das sagte ich auch, aber davon kam nichts mehr bei ihr an. Sie schrie wie am Spieß. Als letzten Ausweg dachte ich mir: „Ok, Augen zu und durch, dann halte ich sie jetzt kurz fest, es muss ja sein und je schneller wir es hinter uns haben, desto schneller kann sie sich nachher beruhigen. Oder ich sie.“

Aber weit gefehlt. Sie wehrte sich so heftig gegen das Wickeln, dass ich sie mit aller Gewalt hätte auf den Wickeltisch pressen müssen, um sie irgendwie darauf zu halten. Das wollte ich natürlich nicht. Innerlich war ich geladen. Warum stellte sie sich so an? Ich wollte ihr doch nur eine frische Windeln und Klamotten anziehen. Schließlich gab ich auf. Ich setzte sie ab, in der Hoffnung, sie würde sich dann von selbst wieder beruhigen.

Mittlerweile stand auch mein Mann im Zimmer. Seine Vermutung war, dass die Kleine Schmerzen hatte, denn so ein Geschrei macht man ja nicht einfach so, oder?
Anfangs war ich mir noch sicher: „Doch, doch, so benimmt sie sich schon mal, wenn ihr etwas nicht passt …“
Zunehmend wurde ich jedoch unsicherer, es schien keinerlei Beruhigung in Sicht. Die Kleine hockte in unnatürlicher Haltung im Raum, schien nicht mehr zu wissen wohin mit sich, hatte Schnapp-Atmung und schrie. Mein Instinkt sagte mir, du musst sie tröstend in den Arm nehmen. Das tat ich auch, aber sie wollte zwar Trost, aber keine Nähe. Auf den Arm nehmen ließ sie sich, aber beruhigend über den Rücken streicheln, wurde mit Zusammenzucken und bitterem Aufheulem quittiert.

„Nun, lass das doch mal. Das scheint ihr weh zu tun! Das kann doch nicht normal sein“ bemerkte mein Mann.
Unsicher überlegte ich: Hat sie etwa doch schlimme Schmerzen? War es nicht „nur“ Trotz?
Ich wusste es nicht. Woher auch?
„Was soll ich denn deiner Meinung nach machen? Was meinst du denn, was sie hat?“ fragte ich ungehalten.
„Das weiß ich auch nicht …“

Da standen wir nun, gestresst von der Situation, in der keiner wusste was los war, und raunzten uns gegenseitig an. Das half der Kleinen auch nicht  gerade dabei sich zu beruhigen, denn solche Spannungen spürt sie ja.

Ich machte dann das einzige was mir einfiel. Ich arrangierte mich damit, dass ich grad nicht viel tun konnte und hielt die Kleine im Arm, mit dem Abstand, den sie gern wollte und redete monoton beruhigend auf sie ein: „Wir haben dich doch lieb, alles wird gut, alles wird gut. Lass einfach alles raus …“
Es dauerte eine Weile, aber sie wurde ruhiger und am Ende konnte sie mein tröstendes in den Arm nehmen zulassen. Sie atmete endlich wieder entspannter und schlief später schnell und friedlich in ihrem Bettchen mit Händchenhalten ein.

Puh, wir haben schon einige Wutanfälle bei ihr erlebt, obwohl sie erst 16 Monate alt ist, aber das gestern übertraf alles.

Im Nachhinein würde ich sagen, dass die Situation aus verschiedenen Gründen aus dem Ruder lief:

  1. Die Kleine war übermüdet. Sie hatte mittags nur eine halbe Stunde geschlafen.
  2. Es war die erste Woche nach dem Urlaub, in der sie vormittags wieder bei der Tagesmutter war. Zusätzlich hatten wir mittags noch viel Programm. Daher kam eine allgemeine Überreizung dazu.
  3. Meine Genrvtheit beim Wickeln.
  4. Unsicherheit / Gespannte Atmosphäre bei uns Eltern

Nach dem Abend hab ich erst mal viel über die Trotzphase, (natürlich ist es eigentlich die Autonomiephase) von Kindern gelesen. Das war gut, um mein kleines Schätzchen besser zu verstehen. Geholfen haben mir u. a. diese Blog-Artikel bei „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten“:  TROTZPHASE – UMGANG MIT WUTANFÄLLEN IN DER AUTONOMIEPHASE und bei „Geborgen Wachsen“: KEINE „WICKELKÄMPFE“ – ANLEITUNG ZUR ACHTSAMEN KÖRPERPFLEGE IM ALLTAG 

Ich danke den Autorinnen, denn sie haben mir wirklich geholfen. Folgende Tipps speziell fürs Wickeln habe ich für mich heute schon umgesetzt:

  1. Ich reiße, die Kleine nicht mehr unangekündigt aus ihrer Spielsituation, sondern kündige an, dass ich sie wickeln möchte. (Meistens sagt sie dann: „Ne!“) Früher hätte ich sie daraufhin einfach gepackt und angefangen. Denn was muss, dass muss, nicht wahr? Nun, aber habe ich dank den Tipps aus dem Artikel bessere Möglichkeiten gefunden.
  2. Ich reiche ihr z. B. eine Windel und bitte sie, sich hinzulegen und die Pampers schon mal auseinanderzufalten. Das hat sie heute tatsächlich gemacht. Auf dem Boden gewickelt werden, gefällt ihr übrigens besser als auf dem Wickeltisch. Vermutlich, weil man da schneller wegrennen kann, wenn man keine Lust mehr hat 😉
  3. Während ich sie sauber mache, bekommt sie auch ein Tuch und darf mitmachen. Das wurde begeistert aufgenommen.
  4. Ich habe eine sehr feine Nase … In diesem Falle leider. Ohne verletzen zu wollen, habe ich beim Windeln wechseln oft die Nase gerümpft und bestimmt auch angeekelt geguckt. Oder scherzeshalber zu meinem Mann gesagt: „Das nächste mal bist du aber dran …“ Bevor ich den genannten Artikel las, habe ich mir gar nichts dabei gedacht. Aber wie toll soll ein Baby die Wickelsituation schon finden, wenn Mama die scheinbar auch furchtbar findet? Daher wird sich ab jetzt zusammengerissen. Keine Gesicht verziehen, keine blöden Bemerkungen mehr! Versprochen, kleine Maus! (Dieser Punkt erklärt auch, warum sie bei Papa beim Wickeln nicht so viel Theater macht, denn der stellt sich bei Gerüchen nicht so an wie ich 😉
  5. Alles was geht, machen wir im Stehen. Also vor allem das Anziehen danach. Und wenn’s sein muss, auch die frische Pampers festmachen. Übung macht den Meister!

Was habe ich aus gestern gelernt? Die Kleinen bekommen viel mehr mit, als ich eh schon dachte. Und sie wollen ernstgenommen werden. Ihnen passt die Fremdbestimmung langsam nicht mehr und solange, es sie nicht gefährdet oder es gerade wegen wichtigen Terminen nicht möglich ist, sollte man ihnen ein Mitspracherecht zugestehen.

Bei Dingen, die einem wichtig sind, konsequent sein, aber bei Dingen die nicht zwingend so geschehen müssen, wie die Eltern es wollen, darf man sich auch mal vom Mini-Menschen umstimmen lassen. So würde ich es gern in Zukunft handhaben. Die Kleine soll lernen, dass ihre Meinung wichtig ist. Wir möchten kein Kind, dass Dinge nur macht, um uns zu gefallen, sondern ein starkes Kind, das weiß, dass es ein respektvolles Miteinander von uns erwarten kann. Das ist manchmal im Alltag gar nicht so einfach umzusetzen. Aber wir werden uns bemühen.

PS:
Heute Mittag als die Windel voll war, fragte ich also: „Wie machen wir das jetzt mit dem Wickeln? Lieber auf dem Wickeltisch oder auf dem Boden?“
„Papa!“
„Soll der Papa dich wickeln?“
„Ja!“
Tja, was soll man da machen 😉
Vor ihr werde ich es sicher nicht mehr zeigen, aber innerlich darf ich mich doch ein wenig freuen, wenn sie sich wünscht, dass der Papa das macht, oder? Der macht das schließlich auch sehr gut 🙂

Familienmoment

Familienmoment 2

Gerade noch rechtzeitig am Mittwoch kommt hier mein #Familienmoment 2 zur Aktion der Küstenmami von Küstenkidsunterwegs.

In der letzten Woche war mein Lieblingsfamilienmoment auf jeden Fall die Silvester-Nacht!

Wir haben Silvester zusammen mit 6 Pärchen und 6 Kindern in Bochum verbracht. Allein, dass solche Ausflüge mit unserer Kleinen nun so stressfrei sind, ist schon ein tolles Gefühl! Vor einem Jahr wäre das nicht möglich gewesen. Dieses Jahr war ich mir jedoch sicher, die Kleine würde Spaß haben und sie würde definitiv dort auch einschlafen (ok, so definitiv, wie man es bei einem Kleinkind voraussagen kann. Schwächen wir das mal ab und sagen, ich war mir sehr sicher, sie würde dort irgendwann irgendwie einschlafen …)

Der Silvester-Abend selbst war dann erst mal ziemlich turbulent. Die Kinder hielten uns Eltern auf Trapp und ehe alle gegessen hatten, war es 22.00 Uhr. Danach brachten wir den Nachwuchs ins Bett, was ganz gut klappte. Trotz unbekanntem Reisebettchen und fremden Kinderzimmer schlief unsere Kleine nach einiger Zeit ein. Ok, es war ja auch ein sehr langer, aufregender Tag gewesen. Aber das muss bei uns nichts heißen …

Danach hatten wir Eltern gut eine Stunde für uns. Wir konnten in Ruhe quatschen, etwas Trinken und in Erinnerungen schwelgen. Ab und an sprang ein Babyphone an und jemand musste aufspringen und sich kümmern. Ein bisschen wie bei einem Spiel, frei nach dem Motto, wessen Babyphone piepst, der hat verloren oder so ähnlich ;D

Unseres meldete sich dann gegen 23:20 Uhr. Verdammt, verloren 😉 Ich bekam die Kleine leider nicht mehr zum Einschlafen, aber egal, denn dadurch wurde erst unser bester Familien-Momente der Woche möglich:

Wir erlebten das Silvester-Feuerwerk zusammen. Mein Mann, die Kleine und ich. Es war wunderschön!

Das Haus der Freunde, bei denen wir übernachtet haben, hat große Panorama-Fenster und liegt etwas erhöht. So konnten wir das Feuerwerk im ersten Stock mit einer Wahnsinns-Aussicht genießen. Von „Direkt-vor-der-Haustür“ bis zum Horizont breitete sich ein einziges Farbenmeer für uns aus!

Die Kleine kam aus dem Staunen nicht mehr heraus und rief: „Gucken! Gucken!“ oder „Boahr! Wow!“

Das Feuerwerk dauerte eine ganze Stunde und trotz aller Aufregung war die Kleine immer noch etwas schlaftrunken und richtig kuschelig unterwegs. Immer wieder ließ sie ihr Köpfchen auf eine unserer Schultern sinken. Das Schönste war, dass sie mich an dem Abend zum ersten mal richtig fest umarmt hat. Sie hat nicht nur die kurzen Ärmchen um mich geschlungen wie sonst, sondern mich dabei richtig gedrückt. Voll süß!

Und so standen wir drei da. Unsere kleine Familie. Wir konnten im warmen, sicher und kuschelnd das Feuerwerk am Bestaunen. Was gibt es Schöneres als solche innigen Momente?

Baby

Wenn Babys sich nicht trösten lassen …

Zum Einschlafen zärtlich über das Köpfchen streicheln? – Hat mein Baby gehasst.
Ruhig Einschlaflieder summen? Hab ich in der Anfangszeit mit Baby eigentlich mehr gemacht, um überhaupt etwas zu tun und nicht vollkommen hilflos zu sein. Denn beruhigt hat meine Kleine das nicht im geringsten.

Rituale? Babymassage? Mozart-Musik? White Noise? Ruhige Abend-Atmosphäre? Wo bitte bekommt man ruhige Abend-Atmosphäre her, wenn das Baby schreit und schreit und schreit? Zum Teil sechs Stunden am Stück.
Wir waren mit unserem Latein am Ende. Das Babyschreien ging mir durch Mark und Bein. Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen, wenn sie weinte. Manchmal weinte ich mit. Mir gelang irgendwie nichts mehr.
Tagsüber schaffte ich es immerhin die Kleine im Tragerucksack zum Schlafen zu bringen. Dazu musste ich lange durch die Wohnung tanzen oder draußen lange spazieren gehen, obwohl ich meist hungrig und müde war und auch noch unter den Geburtsverletzungen litt. Sobald ich mich hinsetzte oder die Kleine ablegte, war sie war wieder hellwach.

Als sie ein paar Wochen alt war, schlief sie zumindest beim Autofahren im MaxiCosi mal ein. Manchmal bin ich tatsächlich mit Baby, Schokolade und etwas zu trinken ins Auto gestiegen und rumgefahren, damit ich mal im Sitzen etwas essen konnte. Und es dazu auch noch still war. Einfach eine halbe Stunde Stille. Hey, so hab ich direkt mal die neue Umgebung kennengelernt (wir waren grad umgezogen).

Unsere Kleine konnte nichts beruhigen in den ersten Monaten. Sie war vom anderen Stern und noch nicht bereit in unserer Welt anzukommen. Aber das wusste ich damals nicht. Ich war verzweifelt. Was machte ich nur falsch? Hatte sie Schmerzen? Hunger? Durst?

Und immer diese bohrende Frage: „Ich bin doch ihre Mama, warum kann ich sie nicht trösten?“

Ich wurde in dieser Anfangszeit mal gefragt, ob ich ein einfaches Baby hätte. Und ich sagte: „Das weiß ich nicht. Ich kenne ja nur meins.“ Ich wollte nicht „Nein“ sagen und die Versager-Mama sein, die nicht mal ihr eigenes Kind trösten konnte. Die zugibt, dass sie es schwierig findet, für ein Baby zu sorgen, wo das doch das natürlichste auf der Welt ist. Nein, nein, alles bestens. Ist bestimmt normal und ich stelle mich nur an … Alle anderen schaffen das ja auch mit links …

Wenn ich andere Mamas sah, deren Babys ruhig und wach im Kinderwagen lagen, zweifelte ich an mir. Wieso klappte das bei uns nicht? Zudem schien keiner in meiner Umgebung so etwas zu kennen. Babys, die nicht schlafen wenn sie müde sind, sondern schreien. Babys, die im Kinderwagen nicht einschlafen, sondern schreien. Wo gibt es denn sowas? Bei uns gab es sowas … Tja, da hatte ich ja mein Baby ganz schön verwöhnt, was? Oder war sie sogar eines dieser Schreibabys?

Viele Kommentare lauteten: „Die hat dich ja gut im Griff!“

Heute sage ich: „So ein Schwachsinn! Dieses kleine schutzlose Wesen brauchte mich! Und zwar ganz nah. Und selbst das reichte halt am Anfang nicht, um sie zu trösten.Wir mussten ihr erst mal beweisen, dass die Welt, in der sie nun lebte, für sie sicher war. Dass Hunger gestillt werden kann, dass wir sie nie und nimmer verlassen würden und dass wir dafür sorgen würden, dass es ihr gutginge.“ Leider wusste ich all das nicht und war verunsichert. Das spürte die Kleine bestimmt noch zusätzlich zu ihren Ängsten.

Irgendwann als ich einfach nicht mehr weiter wusste, machte ich einen Termin mit einer Familienberaterin. Das hat mir dann geholfen. Die Dame war selbst sechsfache Mutter und jetzt kommt’s: Erst ihr viertes Kind war ein sensibles Baby bzw. Schreibaby. Sie erzählte mir, dass sie sich vorher nie vorstellen konnte, wie anstrengend das sein kann und wie überfordert man damit sein kann. Sie hatte also drei Kinder, was schon mega-viel Arbeit bedeutet, aber erst ihr Viertes war ein Schreibaby und sie war hilflos. Sie konnte dem kleinen Wesen nicht gerecht werden (daraufhin informierte sie sich viel, machte Fortbildungen und wurde überhaupt erst Familienberaterin).

Das zu hören, war für mich ganz ehrlich eine Erleichterung. Für mich bedeutete das, ich war nicht Schuld. Babys sind einfach komplett unterschiedlich, was ihre Bedürfnisse angeht. So fiel es mir leichter mit dem Weinen umzugehen. Ich konnte meiner Kleinen beistehen, ohne mich die ganze Zeit zu fragen, ob es nicht doch an mir lag.

Wir bekamen aber noch andere Tipps von der Familienberaterin. Ich werde die mal aus meiner Erinnerung zusammenzufassen:

Baby warm halten. Unserer Kleinen war damals anscheinend oft kalt (Septemberbaby). Sie hatte kühle Hände, aber meine Hebamme meinte zu mir, hauptsache der Nacken und die Füße seien warm. Naja, nach der Beratung hieß es: Mützchen auch im Haus an. Ablegen nur auf vorgewärmte Plätze (Wärmflasche auf großem Stillkissen zum Beispiel. Baby dann auf den vorgewärmten Platz legen und die Wärmflasche ohne Körperkontakt mit unter die Decke, mit der man das Baby zugedeckt hat).

In den ersten Monaten die Schlafenszeiten des Babys akzeptieren. Schläft es frühstens um 01:00 Uhr ein? Dann möglichst tagsüber Kraft sammeln. Z. B.: Versuchen das Baby nicht im Tragerucksack, sondern im Pucktuch zum Einschlafen zu bringen, da man es dann leichter ablegen kann und sich wenn man Glück hat selber auch mal hinlegen kann. Ist natürlich nicht so einfach (bis unmöglich) wenn an mehrere Kinder hat … Ich gebe trotzdem mal alle Tipps weiter, die mir als Mama mit nur einem Kind gegeben wurden.

Das Baby nicht unter den Achseln fassen zum Hochheben oder beim Tragen. Denn angespannte Kinder spannen dabei die Muskeln an und das führt zu noch mehr Spannung im Körper. Lieber die eine Hand unter den Po/Rücken schieben und die andere Hand unter das Köpfchen, dann behutsam vor die Brust hochnehmen.

Hier der Tipp, der bei uns am meisten brachte:

Ruhige Stimme und ruhige Bewegungen. Zur Beruhigung das Kind aufrecht vor die Brust nehmen (evtl. gepuckt), sodass die Beine angewinkelt sind. (Ähnlich der Position in einem Tragetuch). Wenn die Babys so aufgeregt sind, wie unsere Kleine erfordert es am Anfang bis sie sich beruhigen schon Kraft sie in dieser Position zu halten.
Nun immer wieder langsam in die Hocke gehen und langsam wieder hochkommen. Immer weiter machen. Ruhig Atmen und erst mal nur auf eigene Atmung und sich selbst konzentrieren. Solange bis man es schafft ruhig und tief zu atmen.
Dann erst dem Kind zuwenden und beim Schreien“zuhören“. Beruhigend mit ihm Sprechen. Ganz wichtig: Mit übertrieben tiefer Stimme sprechen.
Was man sagt ist dabei fast egal. Ich sagte damals sowas wie: „Och, och, och, erzähl mir ruhig alles! Warum geht es dir nicht gut?“
(Es hat bei uns wirklich etwas gebracht. Es war kein Wundermittel, aber aus dem „In-Rage-Schreien“ wurde ein normales „Schluchzen“. Wenn ich es kräftemäßig lange genug geschafft habe, ist die Kleine so auch eingeschlafen. Die Familienberaterin hatte das so auch mit meiner Kleinen gemacht und da hat es tatsächlich sehr schnell funktioniert, dass sie aufgehört hat zu Schreien. Aber das war auch nachmittags und nicht Abends/Nachts.

Wenn man Glück hat und das Baby schläft irgendwann ein, ist die nächste Herausforderung, das Ablegen. Man muss ja auch als Mami mal auf Klo, oder essen oder sonstwas nebensächliches.
Also, beim Ablegen darf man, nicht zuuu vorsichtig sein, sonst schrillen bei den sensiblen Babys sofort die Alarmglocken. (Oh, oh, Mama legt mich vorsichtig ab … Da droht bestimmt Gefahr, schnell aufwachen! Nicht, dass Mama mich allein lässt …)
Also beim Ablegen Kind nicht so anfassen, als dürfe man keine falsche Bewegung machen. Stattdessen liebevoll aber bestimmt hinlegen und dabei nicht vergessen zu atmen … Po zuerst ablegen, wenn das Baby dabei die Augen öffnet, sanft sagen: „Hey, du kannst ruhig weiterschlafen.“ Jaja, dass es das dann auch macht, ist natürlich Glückssache.

Für das Wohl der Mama: Wenn es irgendwie möglich ist, sich mit dem Partner abwechselnd um das Baby kümmern. Anfangs standen mein Mann und ich immer zu zweit um die Kleine herum und versuchten herauszufinden, was sie hat. Als sein Urlaub vorbei war (nach 3 Wochen), war ich den ganzen Tag bei der Kleinen und abends kümmerten wir uns oft noch zusammen, aber um Kräfte zu sparen und um dem Baby weniger Reize zuzumuten, sollte man sich lieber abwechseln.
Vielleicht kann der Mann abends eine halbe Stunde bis Stunde mit dem Baby im Tragerucksack spazieren gehen, während man selber mal etwas isst oder für beide kocht oder das macht, was man sonst so an Grundbedürfnissen den Tag über nicht befriedigen konnte.

Und noch eine Anmerkung von mir persönlich: Der Tipp von Bekannten, man müsse die Babys tagsüber auspowern, damit sie Nachts gut schlafen, ist bei sensiblen Babys absolut der falsche Weg!!! Das führt zur totalen Überreizung und noch schlechterem Abschalten können / Einschlafen. Als wir später einen Rhythmus hatten (mit ca. 9-10 Monaten), haben wir bei uns zumindest die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, wenn die Kleine 1-2 Stunden Mittags schläft und dann trotzdem relativ früh ins Bett geht (spätestens 19:00 Uhr). Hier kann ich sagen, dass wie sehr Glück mit unserer Kleinen haben. Seit wir diesen Rhythmus haben, schläft sie trotz frühem Zubettgehen oft bis 8:00 Uhr. Muss wohl den Schlaf aus den ersten Monaten nachholen 😉 Alles natürlich nur wenn sie grad nicht krank ist und grad keinen Schub hat.
Wie auch immer, unser sensibles Babys ist sehr aufmerksam. Sie will alles mitbekommen und saugt alles auf, was der Tag ihr bietet. Bis ins kleinste Detail. Und das macht sie sehr müde. Die Gefahr den müden Punkt zu verpassen ist hoch und dann geht’s rund. Ihr wisst, was ich meine … 😉 Da hilft kein Schlafentzug, damit sie abends besser schläft. Eher im Gegenteil.

Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass wir Glück hatten, dass die Phase des Schreiens hier nur bis ca. in den vierten / fünften Monat hineinging. Ich habe von anderen gehört bei denen das bis zu einem Jahr ging. Das stelle ich mir heftig vor.
Unsere Kleine ist immer noch anspruchsvoll, will überall dabei sein und beschäftigt sich auch jetzt nur unter Protest mal kurz alleine, aber sie ist ausgeglichener seit sie mehr kann. Vor allem, als sie dann Laufen konnte, war festzustellen wieviel zufriedener sie mit sich und der Welt ist. Jaha, jetzt kann Mama nicht mehr einfach so mal den Raum verlassen ohne, dass sie die Möglichkeit hat gaaaanz fix hinterherzukommen und das gibt ihr Sicherheit. Sie hat jetzt viel mehr selbst in der Hand. Das gefällt ihr 😉

Und noch eine Anmerkung: Ich schreibe hier nur meine Erfahrungen auf. Nichts davon ist wissenschaftlich belegt und wenn ein Baby sehr viel schreit sollte man natürlich immer ärztlich abklären lassen, ob gesundheitlich alles in Ordnung ist.
Ein toller Blog, auf dem ich auf der Suche nach Hilfe oft gestoßen bin, ist übrigens: Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten. Kann ich sehr empfehlen!

Eure Nätty

Beitragsbild (Baby) aus der Bilddatenbank von pixelio.de

Wenn ich das vor dem ersten Kind gewusst hätte… (Blogparade)

Auf der Seite von Rubbelmama ist derzeit eine Blogparade am Start, in der sie fragt, was wir denn so anders gemacht hätten, hätten wir gewusst, wie es ist Kinder zu haben. Da ging bei mir gleich das Gedankenkarussell los. Hier könnt ihr daran teilhaben:

Ich hätte vorgekocht. Wie oft hatte ich Hunger in der ersten Zeit mit Baby. Wie gern hätte ich mal was Gesundes, Warmes gegessen? Ich dachte immer, ich könnte kochen und essen wenn das Baby schläft … (Blöd nur, wenn das Baby nur an einem dran im Tragetuch schläft, nie besonders lang und sofort aufwacht, wenn man sich nicht genug bewegt … Und man dazu noch irre müde ist, weil man ewig nicht mehr als zwei Stunden am Stück geschlafen hat).

Ich hätte mich mehr informiert über das Stillen. Das stellte ich mir im Nachhinein betrachtet nämlich viel zu einfach vor …

Auch mit Tragemöglichkeiten hatte ich mich gar nicht beschäftigt, denn es kam mir nicht einmal in den Sinn, dass ein Baby nicht gern im Kinderwagen liegen könnte …

In meiner Freizeit hätte ich weniger gegammelt und wäre mehr meinen Hobbys nachgegangen, wie z. B. Zeichnen. Was habe ich viel Zeit für Hobbys einfach mit fernsehen oder unnötigem Haushaltskram gefüllt …

Kinobesuche hätte ich mehr genossen!

Ich hätte weniger über Mütter gelästert, die irgendwie nichts im Haushalt gebacken bekommen, obwohl sie den ganzen Tag zuhause sind.

Weniger über Mütter gelästert, bei denen die Haare ungmacht sind und die an 2 Tagen hintereinander die gleichen Klamotten anhaben …

Ich hätte nicht die Stirn über die Erzählung einer Mutter gerunzelt, die meinte, an manchen Tagen käme sie nicht mal zum duschen. Lächerlich, oder?!?

Ich hätte nicht abwertend über eine Neu-Mami gedacht, die ihrem Mann abends nach dem harten Arbeitstag das Baby in die Hand drückte, und der dann auch noch an seinem Geburtstag die Gäste selber bedienen musste, weil sie zu fertig war. Und ich mich fragte, wovon denn bloß? Die war doch den ganzen Tag nur mit einem Baby zuhause. Das Baby war grad 3 Monate alt und für diese Gedanken dürfen mich Neu-Mamas gerne hauen, wenn sie mich treffen …

Für diese Lästereien leide ich nun unter der fehlenden Anerkennung, die Mütter für ihre Arbeit von unserer Gesellschaft bekommen. Was habe ich damals über den Begriff „Familienmanagerin“ geschmunzelt. Hach, wie süß, die Muttis dürfen nun auch so tun, als hätten sie einen richtigen Job … Ihr seht, ich war eine richtige Bratsche …

Hust, als gerechte Strafe saß ich häufig mit meinem pflegeintensiven Baby, ungeduscht, unausgeschlafen, ungestylt, hungrig und vollkommen perplex über das anstrengende Leben einer Mama in meinem absolut chaotischen Wohnzimmer. Am Rande des Nervenzusammenbruchs …

Wie schon häufiger erwähnt, war ich auf das, was Eltern erwartet, einfach nicht vorbereitet. Ich frage mich heute, wie ich es nie hatte sehen können …?
Da fällt mir auch ein, was ich vor dem Kinder bekommen noch gemacht hätte: Elternblogs lesen!!! Denn da erfährt man die ganze Wahrheit.

Naja, aber egal wie überrumpelt ich war, für mich war es die richtige Entscheidung ein Kind zu bekommen. Für mich ist das Leben reicher geworden durch mein kleines Wunder. Dazu lest vielleicht hier: Familienmoment 1. Aber das muss nicht zwangsläufig für jeden das Richtige sein.

Denn die Leute, die denken, man kann sein Leben weiterleben wie zuvor, werden größtenteils enttäuscht werden. Dazu müssten sie schon ein sehr, pflegeleichtes, wenig krankheitsanfälliges Anfängerbaby bekommen, das gern aus der Flasche trinkt, sich ablegen lässt ohne zu schreien (ja, das ist nicht selbstverständlich …) keine Koliken hat, nicht fremdelt und zusätzlich müsste man mit Großeltern oder anderen tollen Babysittern gesegnet sein, die ständig abrufbereit sind und vom Kind akzeptiert werden (es sei denn das ist einem egal…). Dazu kommt noch das man sich auch selber verändert. Der Lebensabschnitt ohne Kinder ist einfach vorbei, wenn sie einmal da sind.

Außerdem sollte man gerne planen. Denn jedes mal wenn man zu zweit weg will, muss man zwangsweise vorab den Termin sehr genau planen. Außer vielleicht die Großeltern oder anderweitige Babysitter wohnen direkt im selben Haus, wissen genau, was zu tun ist und sind sofort verfügbar, weil sie schon in Rente sind, dennoch natürlich total fit sind und auch sehr gern bereit sind, ihre Freizeit mit einem schreienden zu Babys verbringen 😉

Und selbst dann, wenn alle äußeren Umstände optimal passen, kann es jedes Mal sein, dass es doch nicht klappt mit dem Weggehen, weil das Kind Zähne bekommt, Fieber hat oder sich nur durch die Mutter zum Einschlafen bringen lässt (was nicht heißt, dass es nach dem ersten Einschlafen nicht noch 4 – 400 Mal in der Nacht aufwacht …). Was ja auch irgendwie meine Vor-Eltern-Vorstellung kaputtmachte, dass man das Baby ins Bett bringt und dann einfach der Babysitter im Wohnzimmer fernsieht, bis man als Eltern aus dem Kino zurückkommt oder so …

Meine naive Vorstellung wieder auf ein Festival zu fahren für ein verlängertes Wochenende, wenn das Baby so 5 Monate alt ist, hat sich auf jeden Fall nicht erfüllen lassen. Aber ehrlich gesagt, hätte ich auch gar nicht fahren können, da ich mein Baby viel zu sehr vermisst hätte. Was noch so ein Punkt ist, den ich vor dem Elternwerden nicht bedacht hatte: Man liebt sein Kind sooo abgöttisch, dass man manche Dinge, die man sich so vorgenommen hat, einfach nicht durchziehen kann oder gar nicht mehr möchte. Auch wenn man sie gleichzeitig trotzdem ein wenig vermisst. Ganz schön schwierig zu beschreiben.

Zurück zum Thema: Ich wusste vor dem Elternsein nicht, wie viel Luxus Zeit ist, über die man komplett selbst bestimmen kann. Ich hätte meine Zeit sicherlich öfter dazu genutzt, etwas mit Freunden zu machen, die nicht um die Ecke wohnen. Oft wollte ich aber in meiner Freizeit lieber ausruhen und war zu müde für lange Ausflüge. Wenn ich damals gewusst hätte, dass ich gar keine Vorstellung davon hatte, was es bedeutet wirklich müde zu sein … Vielleicht hätte ich meinen inneren Schweinehund öfter mal überwunden und weniger Zeit auf der Couch verbracht.

Aber egal was ich hier schreibe, es werden nur Eltern nachvollziehen können. Hätte ich den Text als Nicht-Mama gelesen, hätte ich mir wahrscheinlich gedacht: „Die Mutti stellt sich an, die hat ihr Baby nicht richtig erzogen, bei mir wird das ganz anders laufen …“ Manche Dinge versteht man erst, wenn man sie selbst erlebt und selbst dann empfindet natürlich jeder bestimmte Situationen anders. So ist das einfach 🙂

Mehr Berichte zum Thema findet ihr bei Rubbelmama.

Alles Liebe,

Nätty

Familienmoment

#Familienmoment 1

Auf die „Familienmomente“-Aktion von Küstenkidsunterwegs bin ich durch Steffi vom Blog kiwimama.de aufmerksam geworden. Mir gefiel die Idee immer mittwochs von einem schönen Moment zu berichten. Ob ich das regelmäßig schaffen werde, muss ich mal schauen, aber hier gibt es schon mal einen meiner Lieblingsmomente aus der letzten Woche:

Mein schönster Familienmoment in dieser Woche war am Freitag Abend als meine Kleine und ich vor dem Schlafengehen zusammen gespielt haben. Es hat sooo viel Spaß gemach!

Ich habe momentan, (weil das Einschlafen in den letzten Tagen, in denen sie krank war, länger dauerte), eine Matratze vor ihrem Bett liegen. Da liege ich drauf und halte Händchen bis sie eingeschlafen ist.

An besagtem Freitag Abend ist sie auf jeden Fall ganz selbstverständlich auf die Matratze gestiegen, hat sich immer wieder darauf fallen lassen und dann total happy drauf herumgewälzt. Es war sooo ein schönes Gefühl zu sehen, wie gut es ihr geht und wieviel Spaß sie hat. Vor allem wenn ich an unsere erste Phase denke, in der so viel geschrien wurde wegen Koliken, wegen Reizüberflutung wegen „Nicht-Einschlafen-können“, wegen … Allem möglichem eigentlich.

Und nun ist sie so zufrieden (außer sie bekommt ihren Willen nicht, aber das ist ein anderes Thema 😉  ) so ausgelassen, so neugierig, mutig, interessiert, wissbegierig und experimentierfreudig. Sie ist ehrgeizig in allen Bereichen, ob Sprechen, ob Laufen, ob Nachahmen von Erwachsenen, sie versucht alles so unermüdlich lange, bis es klappt.

All das schoss mir durch den Kopf, wie sie so auf der Matratze herumspazierte, sich fallen ließ, selbstverständlich heruntersprang und meist auf den Füßen landete. Und wenn nicht? Dann konnte sie sich immer super abfangen.

Da ist man schon stolz als Mama, wenn man sieht was die Kleine so alles gelernt hat in den letzten 15 Monaten. Vom hilflosen rosigen (naja, in unserem Fall eher gelblichen) Bündelchen zum kleinen Weltenentdecker! Diese Gedanken machten mich so unendlich glücklich! Ein perfekter Glücksmoment! Und während ich den so genoss, kletterte die Maus auf die Matratze, schrie „Waaah!“, landete mit einem Hechtsprung auf mir und freute sich riesig über mein überraschtes Gesicht. Wir käbbelten noch ein bisschen und dann wurde noch kurz gekuschelt. Zum krönenden Abschluss. Wie schön das Leben doch ist mit so einem Knirps!

15 Monate ist ein wirklich tolles Alter! Ich liebe es, wie ihre Augen strahlen, wenn sie Spaß hat und wie sie mit mir interagiert. Es ist so toll jetzt richtig spielen und rumalbern zu können. Und die erste Konversation zu führen. Alles unbeschreiblich schön!

Und dieser Moment war es, in dem ich dachte: „Oh, nein, diese tolle Zeit geht viel zu schnell vorbei!“ Das hatte ich zuvor noch nie gedacht.

Jeder sagte mir: „Du musst die Baby-Zeit genießen. Die geht viel zu schnell vorbei!“ und ich hatte immer nur gedacht: „Na, Gott sei Dank, dann kann die Maus bald endlich sitzen, mit vom Tisch essen, krabbeln, laufen, sprechen …“

Tja, und nun bin ich soweit. Nun, sag ich`s auch ein bisschen wehmütig: „Wo, ist nur die Zeit geblieben? Lass das alles doch etwas langsamer vorbeigehen …“ 

Aber Dank der tollen „Familienmomente“-Aktion von Küstenkidsunterwegs werden viele dieser tollen Lebensphasen und Momente unvergesslich bleiben. Wollt ihr mehr Familien-Momente? Dann hüpft doch kurz rüber zu ihr 🙂

Wann ist der richtige Zeitpunkt ein Kind zu bekommen?

Es gibt sie bestimmt, diese Menschen, die es gar nicht erwarten können Kinder zu bekommen. Endlich eine Familie zu gründen!
Bei mir war es nie so. Ich wusste nur: Ja, ich möchte auf jeden Fall Kinder haben. Irgendwann. Ein sehr schwammiges irgendwann …

Mir schien nie der richtige Zeitpunkt zu sein. Nach dem Fachabi war ganz klar eine Ausbildung wichtiger. Sehr vernünftig! Danach musste erst mal Berufserfahrung gesammelt werden. Auch klar … Dann fiel mir auf, das mir der erlernte Beruf gar keinen Spaß machte, also begann ich nochmal von vorn: Meine neue Ausbildung begann ich mit Mitte 20. Und danach ging das Spiel mit der Berufserfahrung wieder los 😉 Also passte es wieder nicht, aber gestört hat mich das kein bisschen. Ich fühlte mich nicht bereit für Kinder.

Es ging auf die 30 zu und ich erinnerte mich: Moment mal, als du jünger warst waren dir alle Frauen suspekt die erst so spät Kinder bekommen haben … Du wolltest immer spätestens mit 28 loslegen. Und überhaupt, wenn es nicht gleich klappen sollte …, allein aus dem Grund sollte man doch nicht zu spät anfangen, oder?

Nun ja, irgendwann würden wir schon loslegen, aber erst wollten wir noch was von der Welt sehen! Wenigstens einmal einen anderen Kontinent betreten haben. Also ging es erst mal nach Amerika. Und das war so eine tolle Reise, die mein Fernweh in keinster Weise stillen konnte, sondern nur noch vergrößerte … Es war wirklich ein besonderer Roadtrip für uns. Ich werde dieses Abenteuer-Gefühl nie vergessen. Alles selbst geplant. Hotels / Motels immer nur sehr kurzfrisitg vorher gebucht. Einfach toll! So schön, dass ich euch ein paar Impressionen zeigen möchte 🙂  Hach, bei den Bildern könnt ich direkt wieder in den Flieger steigen!

Aber zurück zum Thema 😉 Mittlerweile war ich 30 und hatte wirklich Panik, dass es nicht so schnell klappt mit dem Kinderkriegen, wie man sich das vorstellt. Biologische Uhr und so …

So richtig bereit fühlte ich mich aber immer noch nicht … Ich fuhr gerne auf Festivals, war frisch angefixt mit Fernreisen und liebte meine Gammeltag-Wochenenden, die mit Kindern wohl endgültig Geschichte sein würden. Außerdem erschien mir das Mutter-Leben ziemlich öde. Die Neu-Mamas in unserem Freundeskreis tranken auf Parties nichts mehr, redeten irgendwie nur noch über Baby-Kram und verabschiedeten sich früh, wenn sie denn überhaupt kamen.

Mit Bildern von neugeborenen Babys wurde ich auch nie so richtig warm. Süß? Es war mir schleierhaft wie diese runzeligen Wesen einem ein verzücktes Grinsen ins Gesicht zaubern konnten. Da schaute ich mir lieber Hundewelpen an. Also eigentlich fand ich alle Tierbabys süßer als den haarlosen menschlichen Nachwuchs …

Dennoch legten wir dann los mit der Familienplanung. Schließlich wollte wir doch Kinder … Irgendwann.

Und was soll ich sagen? Es klappte relativ schnell und obwohl ich nie das Gefühl hatte, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, war es die beste Entscheidung meines Lebens!

Babys (menschliche und vor allem meins) können mir innerhalb von Sekunden dieses verzückte, weltentrückte Lächeln auf’s Gesicht zaubern. Ich kann stundenlang über Babys reden, mir Bilder und Videos anschauen und vermisse Partys kein Stück. Was ich vermisse, könnt ihr hier nachlesen: Was ich manchmal vermisse.

Ich bin so froh, dass wir das Kinder bekommen nicht noch länger vor uns hergeschoben haben. Es ist unglaublich wieviel Liebe man für so ein kleines Wunder empfinden kann. Warum weiß man nur vorher nicht, wie glücklich einen ein Kind machen kann? Gesagt wurde es mir vorher schon mal. Klar. Aber so richtig verstehen und fühlen konnte ich es erst, als ich Mama wurde. Sogar während der Schwangerschaft war ich manchmal unsicher, ob ich schon bereit dafür war Mama zu werden.

Eigentlich hätte ich nach meinen Erfahrungen bis vor kurzem jedem Unschlüssigem geraten, den Schritt zu wagen. Da es sich für mich als das Tollste auf der Welt herausstellte. Doch so uneingeschränkt kann ich das jetzt nicht mehr empfehlen. Denn ich habe auch andere Meinungen gehört. Es gibt auch Menschen, die es bereuen Kinder bekommen zu haben, die ihre Kinder dennoch lieben, aber ihr altes Leben sehr vermissen. Daher kann man wohl niemandem einen Rat geben, wenn es um diesen wichtigen Schritt geht. Ich kann nur für mich sagen, ich war irgendwie nie bereit und doch, als es soweit war, fühlte es sich richtig an. Im Nachhinein betrachtet war es sogar genau der richtige Zeitpunkt. Party hatte ich genug gemacht, wenigstens einmal war ich in Amerika gewesen, beruflich war alles gefestigt. Was wollte ich damals eigentlich mehr? Ich kann es gar nicht mehr sagen. Manchmal fehlt einem einfach der Mut zum Absprung in einen neuen Lebensabschnitt. Ich bin froh, dass wir den Sprung gewagt haben 🙂

Eure Nätty

Meer, Strandkorb

Linkparty im November: Was ich manchmal vermisse

„Was ich manchmal vermisse“

Wiebke von Verflixter Alltag hat zur monatlichen Linkparty aufgerufen. Schon als ich Anfang des Monats das Thema für den November sah, dachte ich: „Ja, dazu könnte ich gut was Schreiben“, aber dann kam mal wieder allerhand dazwischen.

So nun also mein Last-Minute-Beitrag:

Was vermisst man denn so als Mama? Nein, seien wir mal ganz subjektiv: Was vermisse ich als Mama? Ich muss zugeben, so einiges. Aber weniger das, was ich vorher dachte, das ich vermissen würde …

Ich dachte nämlich ich werde sicher das „Party-Machen“ vermissen … Aber Pustekuchen, Partymachen ist mir sowas von Latte … Und wenn man ehrlich ist, war ich auch ohne die Kleine längst nicht mehr soviel Party machen wie früher …

Naja, mir war auf jeden Fall – warum auch immer – nicht bewusst, wie fremdbestimmt ein Leben mit Kind nun mal logischerweise ist. Es gibt keinen richtigen Feierabend. Man ist immer auf Rufbereitschaft und Urlaubs-oder Krankheitstage gibt es erst Recht nicht. Vor allem, wenn man nicht so viele Möglichkeiten hat, die Kleinen mal abzugeben.

Daher sieht meine „Was-ich-vermisse-Liste“ wie folgt aus:

  1. Ausschlafen. Als absoluter Spätaufsteher, Morgenmuffel und bekennender Vielschläfer vermisse ich es sooo sehr einfach mal auszuschlafen am Wochenende. Früher kam ich vor 12:00 Uhr am Wochenende kaum aus dem Bett, heute verlangt die Kleine um diese Zeit schon ihr Mittagessen …
  2. Entspannter Feierabend. Also den hab ich früher nicht genug wertgeschätzt. War ich doch immer ach so müde von der Arbeit und musste dann auch noch Haushalt machen … Immerhin konnte ich da einfach in Ruhe Haushalt machen. Tja, man weiß immer erst, was man hatte, wenn man`s nicht mehr hat … Jetzt verbringe ich meinen Feierabend mit Haushalt, Kochen, Baby bettfertig machen und Baby zum Schlafen bekommen (das allein kann schon mal gern eine Stunde dauern). Mein Feierabend, (also der Teil des abends, an dem ich eigentlich machen kann, was ICH möchte), beginnt wenn es gut läuft und 20:00 Uhr, wenn es schlecht läuft eben nicht … Und wenn ich danach mache was ich möchte, hab ich ein schlechtes Gewissen, weil die Wäsche liegenbleibt …
  3. Entspannter Urlaub. Einfach mal Freinehmen. Das wär was. In einen Flieger steigen und sich für eine Woche in einem 5 Sterne Hotel bedienen lassen. Träumchen! Ich würd aber auch ein Wochenende zuhause auf der Couch nehmen, mit vorherigem Ausschlafen natürlich 😉 Ich bin da ja nicht so anspruchsvoll … Wo wir direkt bei Punkt 4 wären:
  4. Alleine auf`s Klo gehen!!! Jawohl, das vermisse ich. Punkt. Und zwar in Ruhe. Ohne Heulen vor der Tür oder alternativ einem Kleinkind in unmittelbarer Nähe, das in die Klobürste beißen möchte, das Klopapier komplett abwickelt oder das Siphon vom Waschbecken auseinanderreisst …
  5. Sich nur um sich kümmern müssen, morgens beim Fertigmachen für die Arbeit.
  6. Überhaupt einfach so rauszugehen. Nur Schuhe anziehen, Jacke anziehen und go! Nicht an alles denken müssen, was man fürs Kind mitnehmen muss, was man für sich dabeihaben muss und dann natürlich als Krönung, das Kind in Jacke und Schuhe zwingen. Wird das irgendwann besser? Ist es irgendwann kein Drama mehr eine Jacke anziehen zu müssen?
  7. Relativ spontane Verabredungen. Ohne jemanden zu organisieren, der aufs Baby aufpasst.
  8. Stille.
  9. Eine Tätigkeit einfach in Ruhe zu erledigen. Und nur diese eine Tätigkeit. Zum Beispiel Kochen. Egal, was ich mache, ich muss nebenbei das Baby bei Laune halten und zwar immer und das ist sehr kräfteraubend. Bei jeder Tätigkeit denke ich, ok, wie schaffst du es, das die Kleine irgendwie beschäftigt ist, damit ich das jetzt erledigen kann.

Wenn man keine Kinder hat und das liest, denkt man vielleicht, ohje, Kinder sollte man auf keinen Fall bekommen, so wie sich das hier anhört … Aber da muss ich widersprechen 😉 Meine Kleine ist trotz all dem Kram, über den ich mich hier beschwere, die größte Bereicherung in meinem Leben. Sie ist ein Schatz. Ihr beim Aufwachsen zuzusehen, ihre Fortschritte mitzuerleben und ihre Lebensfreude zu spüren, das macht mich einfach zum glücklichsten Menschen der Welt! Und ganz ehrlich? Ich würde mein altes Leben nicht mehr geschenkt zurückhaben wollen, wenn ich dann meinen kleinen Augenstern nicht bei mir haben könnte. Ausschlafen? Braucht kein Mensch! Wenn man nur einmal dem kleinen, neuen Leben beim Schlafen und Lachen zusehen darf. Wenn einem das Herz vor Liebe zerspringt, weil man es beim Entdecken der Welt begleiten darf.

Ich kann mir daher nichts Schöneres vorstellen als ein Leben mit Kind. Außer vielleicht ein Leben mit Kind und Ausschlafen können ;)))

Let me entertain you ;)

Heute ist mir aufgefallen, dass ich seit meine Kleine da ist, alles tanzend oder singend erledige (was sich übrigens positiv auf Waage und Gemüt auswirkt).

Beim Kochen zum Beispiel tanze ich möglichst affig durch die Gegend, damit Madame sich nicht langweilt. Beim Autofahren oder wenn wir mit dem Kinderwagen unterwegs sind, singe ich vor mich hin. Das ist für uns eine win-win-Situation. Ich hab ENDLICH jemandem, der mich gern singen hört und meine Kleine fühlt sich unterhalten und meckert nicht vor Langeweile. (Meistens …)

Daher ist es mir auch total egal, wenn ich an meinen Mitmenschen vorbeilaufe und weder besonders noten-, noch besonders textsicher, wahlweise Kinderlieder oder selbsterdachte Verse zum besten gebe. Ja, ich bin eine ziemlich schräge Einmann-Show, immer bemüht mein Babylein bei Laune zu halten.

Angefangen hat das alles, damit, dass meine Kleine in den ersten Monaten sehr viel geschrien hat. Zur Beruhigung hab ich dann immer gesungen oder bin tanzend mit ihr durch die Wohnung gesprungen. Was tut man nicht alles (stuuundenlaaang …)

Dieses Verhalten ist mir so in Fleisch und Blut übergegangen, dass es mir kaum noch aufgefallen ist. Aber heute dann doch wieder … Als mich einige Schüler etwas seltsam angesehen haben, während ich so mit meinem Buggy an ihnen vorbeizog und sang:

Die Räder am Bus dreh’n sich rum, rum, rum
rum, rum, rum,
rum, rum, rum,
stuuundenlaaang!!!

Meine eigenen Kreationen sind aber auch der Wahnsinn. Hier meine „genialsten“ Verse, gerne in einlullender Dauerschleife in Verwendung:

Die Mama hat dich lieb,
der Papa hat dich lieb,
wir haben dich alle liiiieeeb,
auch wenn’s mal Tränen gibt,
lalalalala … (Guildo lässt grüßen)

Kleines Baby, Baby,
du bist mein Augenstern,
kleines Baby, Baby,
ich hab dich ja so gern …

Du kannst bellen wie ein Hund so laut,
dass ein jeder nach dir schaut!
Wau, wau, wau, wau, wau, wau!

Ihr seht, ich bin eine begnadete Dichterin … Ähm, nun ja … Themawechsel:
Zur Erheiterung meines kleinen Einbaby-Publikums wird natürlich nicht nur gesungen. Es gibt auch noch folgende Optionen:

  1. Ich setze mir eine (frische) Windel auf den Kopf beim Wickeln. Das hat mir schon einige Ringkämpfe erspart, führt sogar oft zu herzhaftem Lachen.
  2. Ich spreche in quietschiger Cartoon-Stimme, wenn meine Kleine etwas nicht darf und ich nicht schon wieder böse schimpfen will. „Daaaarfst duuuu daaas?“ Dann wird sie geschnappt und durchgekitzelt. Manchmal kommt das gut an, manchmal eher nicht so …
  3. Ich ziehe wilde Grimassen. Das ist allerdings auch ein Glücksspiel. Manchmal wird geweint, aber oft werde ich auch mit einem Baby-Lachanfall belohnt. Das ist so süß! Das sage ich meiner Kleinen auch immer. (Dass sie sooo süß ist!!! Mehrmals am Tag und abends sagt der Papa ihr das auch noch ein paar mal. Also, wenn die nicht mal eitel wird später, dann weiß ich auch nicht …)
  4. Ich tanze wie ein großer, dicker Tanzbär zu Kinderliedern oder ich gehe zu „Can I be your plus one“ ab. Ich bin da musiktechnisch höchst flexibel.
  5. Ich tue so, als würde ich meine Kleine nicht sehen, wenn sie sich hinter einem Tuch versteckt. Wie die sich freuen kann, wenn sie das Tuch fallenlässt und ich sie „entdecke“. Einfach niedlich.

Entdeckt ihr auch ganz neue Entertainer-Eigenschaften an euch, seit ihr Eltern geworden seid? Was macht ihr so als Kinder-Animateure zuhause?

Wie ist es Mama zu sein?

Oder: Was ich mir am Mami-Sein anders vorgestellt habe:

Alles.

Haha, nein im Ernst. Ich habe immer gedacht, ja klar, das ist anstrengend Mami zu sein. Da hat man nie richtig Feierabend und so … Aber dann wurde ich Mami und es war wirklich anstrengend und ich hatte wirklich nie Feierabend … Vor allem in den ersten 4 Monaten…

Wenn man wie ich 30 Jahre lang ein Individuum war, und plötzlich hängt immer so ein kleines Bündelchen an einem dran … Das ist echt eine extreme Umgewöhnung. Eigentlich weiß man das ja neun Monate im voraus, aber für die Wirklichkeit war meine Vorstellungskraft anscheinend nicht ausgeprägt genug …

In meiner Vorstellung stillte ich mein Baby, wechselte die Windel, zog es an und wir gingen harmonisch mit dem Kinderwagen spazieren. Kurze Zeit nachdem wir losgelaufen waren, schlief mein Baby satt und zufrieden ein. Soweit meine Phantasie-Vorstellung.

Und hier mal ein beispielhafter Tagesbalauf aus der Wirklichkeit mit einem ca. 5 Wochen altem Baby:

Vollkommen gerädert von den kurzen Schlafphasen und langen Schreiphasen meines Babys, hatten wir es gegen 10:00 Uhr aus dem Bett geschafft, sofort musste ich die Kleine wickeln und komplett umziehen, denn der Windelinhalt hatte sich trotz toller Flügel und Rückenauslaufschutzes seinen Weg über das ganze Baby gebahnt. Igitt!

Beim Wickeln brüllte meine Kleine. Klar, sie hatte Hunger nach dem Aufstehen. Aus dem Bauch kannte sie dieses beängstigende Gefühl nicht. Da kann doch etwas nicht stimmen! Was kann ein Baby da machen? Richtig: Schreien!

Wir begannen also nach dem Wickeln mit dem Stillen. Das im übrigen nicht so einfach war, wie ich dachte … Aber dazu vielleicht in einem anderen Artikel mehr.
Manche Baby brauchen leider eine ganze Stunde zum Stillen. Meins zum Beispiel …

Als wir fertig waren, versuchte ich ein Bäuerchen aus der Kleinen heraus zu bekommen. Es kam keins, dafür aber ein Riesenschwall Milch …
Halleluja, jetzt darf ich direkt mich und das Baby umziehen. Merke, wer eine Stunde lang trinkt, der hat viel übrig, um es wieder auszuspucken.
Ich zog also das schreiende Baby um und dann mich. Dazu musste ich das Baby natürlich ablegen. Folgendes schoss dem Baby wohl dabei durch den Kopf:
Aaaah, Mama hat mich weggelegt! Da kann etwas nicht stimmen! Vielleicht hat sie mich vergessen. Ich erinnere sie mal daran, dass ich da bin. Was habe ich dazu bloß für Möglichkeiten? Achja: Schreien!

Es ist mittlerweile 12:00 Uhr. Und sehr kleine Babys haben oft alle 2 Stunden Hunger. Und die Zählung beginnt leider ab Beginn des letzten Stillens und nicht ab Ende. Dies eröffnete mir meine Nachsorge-Hebamme bei einem Besuch, woraufhin ich fast hinten über gekippt bin.
Nun war mein Baby, aber vom vorherigen Trinken, dem Schreien und dem Spucken so müde, dass es beim Stillen (ja, ich stille schon wieder) ständig einnickte. Es brauchte also noch länger zum Trinken als sonst.
Und ich saß so auf der Couch, hatte sooo einen Durst, und Hunger und Pipi musste ich auch, aber keins meiner Bedürfnisse konnte ich grad befriedigen. Toll … Hauptsache dem Baby geht’s gut.
Als mein Baby endlich fertig getrunken hatte und schlief, legte ich es vorsichtig in sein Bettchen. Ich schaffte es grad zur Toilette, als ich es schon wieder weinen hörte… Mist … Jetzt hat das Baby Bauchschmerzen …
Ich nahm es auf den Arm, tröstete es, machte einhändig ein Dinkelkissen fertig, und versuchte damit seine Schmerzen zu lindern. Irgendwann kam die Erlösung: Die Windel war voll. Also war ich schon wieder am Wickeln.

Ich merkte, dass die Kleine super müde war. Sie war jetzt vier Stunden wach. Für Baby-Verhältnisse ist das schon lang. Leider fand sie nicht in den Schlaf, also packte ich sie in meinen Tragerucksack. Da sie sehr aufgedreht war, musste ungefähr 30 Minuten mit ihr rumtanzen bis sie eingeschlafen ist.

Vielleicht fragt ihr euch, warum packt die doofe Mama die Kleine nicht einfach in den Kinderwagen und fährt sie durch die Gegend bis sie eingeschlafen ist?
Weil manche Babys Kinderwagen hassen. Meins zum Beispiel … Meine Kleene bekam anfangs darin regelrechte Panikattacken. Zu weit weg von Mama und so …

Endlich merkte ich, dass sie im Rucksack eingeschlafen war und stürzte in die Küche. Leise und mit vorsichtigen Bewegungen verdrückte ich zwei Müsli-Riegel und trank einen halben Liter Malzbier. Ich überlegte kurz, ob ich es wagen sollte, die Kleine in ihr Bett zu legen, um auf die Toilette zu können, aber ich hatte Angst, dass sie aufwachen würde und meine Ohren erfreuten sich grad an der seltenen Stille. Also ging ich mit Tragerucksack und Baby aufs Klo. Umständlich, aber irgendwann bekommt man fast alles mit Tragerucksack hin. Außer Duschen vielleicht. Apropo. Es war mittlerweile 16:00 Uhr und ich hatte mich weder angezogen, noch war ich geduscht oder hatte irgendetwas im Haushalt gemacht.

Aber immerhin das änderte ich jetzt. Mit umgeschnalltem Baby, räumte ich die Spülmaschine aus und ein und hängte die Wäsche auf. Bei allem ging ich vorsichtig in die Hocke und kam immer nur langsam wieder hoch. Ich sag euch, dieses Baby war ein perfekter Personal-Trainer. Dem man nur leider nie absagen konnte …

Nun war es schon 17:30 Uhr. Baby wachte auf und hatte – wer hätte das gedacht – Hunger. Wir stillten also schon wieder. Gegen 18:00 Uhr kam der Papa heim. Ich hätte heulen können vor Erleichterung (hab ich auch manchmal …)
Juchhu, er bringt Nachschub an Müsli-Riegeln und Malzbier mit!

Ab 19:00 Uhr begann dann immer die unruhige Phase unserer Maus. Teilweise hat sie ab da bis ca. 1:00 Uhr nachts durchgeschrien. Also wechselten wir uns ab mit der Betreuung. Papa wechselte die Windeln. In der Zeit trank und aß ich etwas. Dann hab ich sie geschuckelt und singend durch die Wohnung getragen bis ich nicht mehr konnte, dann der Papa.

Irgendwann nachts lagen wir alle vollkommen fertig in unserem Bett. Das i-pad spielte „White-Noise“ auf Dauerschleife, das Nachtlicht im Schlafzimmer war fast taghell und Baby war halb unter mir endlich eingeschlafen. Beim Stillen. Was für ein Tag …

Meine letzten Gedanken vorm Einschlafen waren: Juchhu, wenn wir Glück haben dürfen wir jetzt 3 Stunden am Stück schlafen. Und dann geht alles von vorne los 🙂