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Wann ist der richtige Zeitpunkt ein Kind zu bekommen?

Es gibt sie bestimmt, diese Menschen, die es gar nicht erwarten können Kinder zu bekommen. Endlich eine Familie zu gründen!
Bei mir war es nie so. Ich wusste nur: Ja, ich möchte auf jeden Fall Kinder haben. Irgendwann. Ein sehr schwammiges irgendwann …

Mir schien nie der richtige Zeitpunkt zu sein. Nach dem Fachabi war ganz klar eine Ausbildung wichtiger. Sehr vernünftig! Danach musste erst mal Berufserfahrung gesammelt werden. Auch klar … Dann fiel mir auf, das mir der erlernte Beruf gar keinen Spaß machte, also begann ich nochmal von vorn: Meine neue Ausbildung begann ich mit Mitte 20. Und danach ging das Spiel mit der Berufserfahrung wieder los 😉 Also passte es wieder nicht, aber gestört hat mich das kein bisschen. Ich fühlte mich nicht bereit für Kinder.

Es ging auf die 30 zu und ich erinnerte mich: Moment mal, als du jünger warst waren dir alle Frauen suspekt die erst so spät Kinder bekommen haben … Du wolltest immer spätestens mit 28 loslegen. Und überhaupt, wenn es nicht gleich klappen sollte …, allein aus dem Grund sollte man doch nicht zu spät anfangen, oder?

Nun ja, irgendwann würden wir schon loslegen, aber erst wollten wir noch was von der Welt sehen! Wenigstens einmal einen anderen Kontinent betreten haben. Also ging es erst mal nach Amerika. Und das war so eine tolle Reise, die mein Fernweh in keinster Weise stillen konnte, sondern nur noch vergrößerte … Es war wirklich ein besonderer Roadtrip für uns. Ich werde dieses Abenteuer-Gefühl nie vergessen. Alles selbst geplant. Hotels / Motels immer nur sehr kurzfrisitg vorher gebucht. Einfach toll! So schön, dass ich euch ein paar Impressionen zeigen möchte 🙂  Hach, bei den Bildern könnt ich direkt wieder in den Flieger steigen!

Aber zurück zum Thema 😉 Mittlerweile war ich 30 und hatte wirklich Panik, dass es nicht so schnell klappt mit dem Kinderkriegen, wie man sich das vorstellt. Biologische Uhr und so …

So richtig bereit fühlte ich mich aber immer noch nicht … Ich fuhr gerne auf Festivals, war frisch angefixt mit Fernreisen und liebte meine Gammeltag-Wochenenden, die mit Kindern wohl endgültig Geschichte sein würden. Außerdem erschien mir das Mutter-Leben ziemlich öde. Die Neu-Mamas in unserem Freundeskreis tranken auf Parties nichts mehr, redeten irgendwie nur noch über Baby-Kram und verabschiedeten sich früh, wenn sie denn überhaupt kamen.

Mit Bildern von neugeborenen Babys wurde ich auch nie so richtig warm. Süß? Es war mir schleierhaft wie diese runzeligen Wesen einem ein verzücktes Grinsen ins Gesicht zaubern konnten. Da schaute ich mir lieber Hundewelpen an. Also eigentlich fand ich alle Tierbabys süßer als den haarlosen menschlichen Nachwuchs …

Dennoch legten wir dann los mit der Familienplanung. Schließlich wollte wir doch Kinder … Irgendwann.

Und was soll ich sagen? Es klappte relativ schnell und obwohl ich nie das Gefühl hatte, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, war es die beste Entscheidung meines Lebens!

Babys (menschliche und vor allem meins) können mir innerhalb von Sekunden dieses verzückte, weltentrückte Lächeln auf’s Gesicht zaubern. Ich kann stundenlang über Babys reden, mir Bilder und Videos anschauen und vermisse Partys kein Stück. Was ich vermisse, könnt ihr hier nachlesen: Was ich manchmal vermisse.

Ich bin so froh, dass wir das Kinder bekommen nicht noch länger vor uns hergeschoben haben. Es ist unglaublich wieviel Liebe man für so ein kleines Wunder empfinden kann. Warum weiß man nur vorher nicht, wie glücklich einen ein Kind machen kann? Gesagt wurde es mir vorher schon mal. Klar. Aber so richtig verstehen und fühlen konnte ich es erst, als ich Mama wurde. Sogar während der Schwangerschaft war ich manchmal unsicher, ob ich schon bereit dafür war Mama zu werden.

Eigentlich hätte ich nach meinen Erfahrungen bis vor kurzem jedem Unschlüssigem geraten, den Schritt zu wagen. Da es sich für mich als das Tollste auf der Welt herausstellte. Doch so uneingeschränkt kann ich das jetzt nicht mehr empfehlen. Denn ich habe auch andere Meinungen gehört. Es gibt auch Menschen, die es bereuen Kinder bekommen zu haben, die ihre Kinder dennoch lieben, aber ihr altes Leben sehr vermissen. Daher kann man wohl niemandem einen Rat geben, wenn es um diesen wichtigen Schritt geht. Ich kann nur für mich sagen, ich war irgendwie nie bereit und doch, als es soweit war, fühlte es sich richtig an. Im Nachhinein betrachtet war es sogar genau der richtige Zeitpunkt. Party hatte ich genug gemacht, wenigstens einmal war ich in Amerika gewesen, beruflich war alles gefestigt. Was wollte ich damals eigentlich mehr? Ich kann es gar nicht mehr sagen. Manchmal fehlt einem einfach der Mut zum Absprung in einen neuen Lebensabschnitt. Ich bin froh, dass wir den Sprung gewagt haben 🙂

Eure Nätty

Meer, Strandkorb

Linkparty im November: Was ich manchmal vermisse

„Was ich manchmal vermisse“

Wiebke von Verflixter Alltag hat zur monatlichen Linkparty aufgerufen. Schon als ich Anfang des Monats das Thema für den November sah, dachte ich: „Ja, dazu könnte ich gut was Schreiben“, aber dann kam mal wieder allerhand dazwischen.

So nun also mein Last-Minute-Beitrag:

Was vermisst man denn so als Mama? Nein, seien wir mal ganz subjektiv: Was vermisse ich als Mama? Ich muss zugeben, so einiges. Aber weniger das, was ich vorher dachte, das ich vermissen würde …

Ich dachte nämlich ich werde sicher das „Party-Machen“ vermissen … Aber Pustekuchen, Partymachen ist mir sowas von Latte … Und wenn man ehrlich ist, war ich auch ohne die Kleine längst nicht mehr soviel Party machen wie früher …

Naja, mir war auf jeden Fall – warum auch immer – nicht bewusst, wie fremdbestimmt ein Leben mit Kind nun mal logischerweise ist. Es gibt keinen richtigen Feierabend. Man ist immer auf Rufbereitschaft und Urlaubs-oder Krankheitstage gibt es erst Recht nicht. Vor allem, wenn man nicht so viele Möglichkeiten hat, die Kleinen mal abzugeben.

Daher sieht meine „Was-ich-vermisse-Liste“ wie folgt aus:

  1. Ausschlafen. Als absoluter Spätaufsteher, Morgenmuffel und bekennender Vielschläfer vermisse ich es sooo sehr einfach mal auszuschlafen am Wochenende. Früher kam ich vor 12:00 Uhr am Wochenende kaum aus dem Bett, heute verlangt die Kleine um diese Zeit schon ihr Mittagessen …
  2. Entspannter Feierabend. Also den hab ich früher nicht genug wertgeschätzt. War ich doch immer ach so müde von der Arbeit und musste dann auch noch Haushalt machen … Immerhin konnte ich da einfach in Ruhe Haushalt machen. Tja, man weiß immer erst, was man hatte, wenn man`s nicht mehr hat … Jetzt verbringe ich meinen Feierabend mit Haushalt, Kochen, Baby bettfertig machen und Baby zum Schlafen bekommen (das allein kann schon mal gern eine Stunde dauern). Mein Feierabend, (also der Teil des abends, an dem ich eigentlich machen kann, was ICH möchte), beginnt wenn es gut läuft und 20:00 Uhr, wenn es schlecht läuft eben nicht … Und wenn ich danach mache was ich möchte, hab ich ein schlechtes Gewissen, weil die Wäsche liegenbleibt …
  3. Entspannter Urlaub. Einfach mal Freinehmen. Das wär was. In einen Flieger steigen und sich für eine Woche in einem 5 Sterne Hotel bedienen lassen. Träumchen! Ich würd aber auch ein Wochenende zuhause auf der Couch nehmen, mit vorherigem Ausschlafen natürlich 😉 Ich bin da ja nicht so anspruchsvoll … Wo wir direkt bei Punkt 4 wären:
  4. Alleine auf`s Klo gehen!!! Jawohl, das vermisse ich. Punkt. Und zwar in Ruhe. Ohne Heulen vor der Tür oder alternativ einem Kleinkind in unmittelbarer Nähe, das in die Klobürste beißen möchte, das Klopapier komplett abwickelt oder das Siphon vom Waschbecken auseinanderreisst …
  5. Sich nur um sich kümmern müssen, morgens beim Fertigmachen für die Arbeit.
  6. Überhaupt einfach so rauszugehen. Nur Schuhe anziehen, Jacke anziehen und go! Nicht an alles denken müssen, was man fürs Kind mitnehmen muss, was man für sich dabeihaben muss und dann natürlich als Krönung, das Kind in Jacke und Schuhe zwingen. Wird das irgendwann besser? Ist es irgendwann kein Drama mehr eine Jacke anziehen zu müssen?
  7. Relativ spontane Verabredungen. Ohne jemanden zu organisieren, der aufs Baby aufpasst.
  8. Stille.
  9. Eine Tätigkeit einfach in Ruhe zu erledigen. Und nur diese eine Tätigkeit. Zum Beispiel Kochen. Egal, was ich mache, ich muss nebenbei das Baby bei Laune halten und zwar immer und das ist sehr kräfteraubend. Bei jeder Tätigkeit denke ich, ok, wie schaffst du es, das die Kleine irgendwie beschäftigt ist, damit ich das jetzt erledigen kann.

Wenn man keine Kinder hat und das liest, denkt man vielleicht, ohje, Kinder sollte man auf keinen Fall bekommen, so wie sich das hier anhört … Aber da muss ich widersprechen 😉 Meine Kleine ist trotz all dem Kram, über den ich mich hier beschwere, die größte Bereicherung in meinem Leben. Sie ist ein Schatz. Ihr beim Aufwachsen zuzusehen, ihre Fortschritte mitzuerleben und ihre Lebensfreude zu spüren, das macht mich einfach zum glücklichsten Menschen der Welt! Und ganz ehrlich? Ich würde mein altes Leben nicht mehr geschenkt zurückhaben wollen, wenn ich dann meinen kleinen Augenstern nicht bei mir haben könnte. Ausschlafen? Braucht kein Mensch! Wenn man nur einmal dem kleinen, neuen Leben beim Schlafen und Lachen zusehen darf. Wenn einem das Herz vor Liebe zerspringt, weil man es beim Entdecken der Welt begleiten darf.

Ich kann mir daher nichts Schöneres vorstellen als ein Leben mit Kind. Außer vielleicht ein Leben mit Kind und Ausschlafen können ;)))

Let me entertain you ;)

Heute ist mir aufgefallen, dass ich seit meine Kleine da ist, alles tanzend oder singend erledige (was sich übrigens positiv auf Waage und Gemüt auswirkt).

Beim Kochen zum Beispiel tanze ich möglichst affig durch die Gegend, damit Madame sich nicht langweilt. Beim Autofahren oder wenn wir mit dem Kinderwagen unterwegs sind, singe ich vor mich hin. Das ist für uns eine win-win-Situation. Ich hab ENDLICH jemandem, der mich gern singen hört und meine Kleine fühlt sich unterhalten und meckert nicht vor Langeweile. (Meistens …)

Daher ist es mir auch total egal, wenn ich an meinen Mitmenschen vorbeilaufe und weder besonders noten-, noch besonders textsicher, wahlweise Kinderlieder oder selbsterdachte Verse zum besten gebe. Ja, ich bin eine ziemlich schräge Einmann-Show, immer bemüht mein Babylein bei Laune zu halten.

Angefangen hat das alles, damit, dass meine Kleine in den ersten Monaten sehr viel geschrien hat. Zur Beruhigung hab ich dann immer gesungen oder bin tanzend mit ihr durch die Wohnung gesprungen. Was tut man nicht alles (stuuundenlaaang …)

Dieses Verhalten ist mir so in Fleisch und Blut übergegangen, dass es mir kaum noch aufgefallen ist. Aber heute dann doch wieder … Als mich einige Schüler etwas seltsam angesehen haben, während ich so mit meinem Buggy an ihnen vorbeizog und sang:

Die Räder am Bus dreh’n sich rum, rum, rum
rum, rum, rum,
rum, rum, rum,
stuuundenlaaang!!!

Meine eigenen Kreationen sind aber auch der Wahnsinn. Hier meine „genialsten“ Verse, gerne in einlullender Dauerschleife in Verwendung:

Die Mama hat dich lieb,
der Papa hat dich lieb,
wir haben dich alle liiiieeeb,
auch wenn’s mal Tränen gibt,
lalalalala … (Guildo lässt grüßen)

Kleines Baby, Baby,
du bist mein Augenstern,
kleines Baby, Baby,
ich hab dich ja so gern …

Du kannst bellen wie ein Hund so laut,
dass ein jeder nach dir schaut!
Wau, wau, wau, wau, wau, wau!

Ihr seht, ich bin eine begnadete Dichterin … Ähm, nun ja … Themawechsel:
Zur Erheiterung meines kleinen Einbaby-Publikums wird natürlich nicht nur gesungen. Es gibt auch noch folgende Optionen:

  1. Ich setze mir eine (frische) Windel auf den Kopf beim Wickeln. Das hat mir schon einige Ringkämpfe erspart, führt sogar oft zu herzhaftem Lachen.
  2. Ich spreche in quietschiger Cartoon-Stimme, wenn meine Kleine etwas nicht darf und ich nicht schon wieder böse schimpfen will. „Daaaarfst duuuu daaas?“ Dann wird sie geschnappt und durchgekitzelt. Manchmal kommt das gut an, manchmal eher nicht so …
  3. Ich ziehe wilde Grimassen. Das ist allerdings auch ein Glücksspiel. Manchmal wird geweint, aber oft werde ich auch mit einem Baby-Lachanfall belohnt. Das ist so süß! Das sage ich meiner Kleinen auch immer. (Dass sie sooo süß ist!!! Mehrmals am Tag und abends sagt der Papa ihr das auch noch ein paar mal. Also, wenn die nicht mal eitel wird später, dann weiß ich auch nicht …)
  4. Ich tanze wie ein großer, dicker Tanzbär zu Kinderliedern oder ich gehe zu „Can I be your plus one“ ab. Ich bin da musiktechnisch höchst flexibel.
  5. Ich tue so, als würde ich meine Kleine nicht sehen, wenn sie sich hinter einem Tuch versteckt. Wie die sich freuen kann, wenn sie das Tuch fallenlässt und ich sie „entdecke“. Einfach niedlich.

Entdeckt ihr auch ganz neue Entertainer-Eigenschaften an euch, seit ihr Eltern geworden seid? Was macht ihr so als Kinder-Animateure zuhause?

Wie ist es Mama zu sein?

Oder: Was ich mir am Mami-Sein anders vorgestellt habe:

Alles.

Haha, nein im Ernst. Ich habe immer gedacht, ja klar, das ist anstrengend Mami zu sein. Da hat man nie richtig Feierabend und so … Aber dann wurde ich Mami und es war wirklich anstrengend und ich hatte wirklich nie Feierabend … Vor allem in den ersten 4 Monaten…

Wenn man wie ich 30 Jahre lang ein Individuum war, und plötzlich hängt immer so ein kleines Bündelchen an einem dran … Das ist echt eine extreme Umgewöhnung. Eigentlich weiß man das ja neun Monate im voraus, aber für die Wirklichkeit war meine Vorstellungskraft anscheinend nicht ausgeprägt genug …

In meiner Vorstellung stillte ich mein Baby, wechselte die Windel, zog es an und wir gingen harmonisch mit dem Kinderwagen spazieren. Kurze Zeit nachdem wir losgelaufen waren, schlief mein Baby satt und zufrieden ein. Soweit meine Phantasie-Vorstellung.

Und hier mal ein beispielhafter Tagesbalauf aus der Wirklichkeit mit einem ca. 5 Wochen altem Baby:

Vollkommen gerädert von den kurzen Schlafphasen und langen Schreiphasen meines Babys, hatten wir es gegen 10:00 Uhr aus dem Bett geschafft, sofort musste ich die Kleine wickeln und komplett umziehen, denn der Windelinhalt hatte sich trotz toller Flügel und Rückenauslaufschutzes seinen Weg über das ganze Baby gebahnt. Igitt!

Beim Wickeln brüllte meine Kleine. Klar, sie hatte Hunger nach dem Aufstehen. Aus dem Bauch kannte sie dieses beängstigende Gefühl nicht. Da kann doch etwas nicht stimmen! Was kann ein Baby da machen? Richtig: Schreien!

Wir begannen also nach dem Wickeln mit dem Stillen. Das im übrigen nicht so einfach war, wie ich dachte … Aber dazu vielleicht in einem anderen Artikel mehr.
Manche Baby brauchen leider eine ganze Stunde zum Stillen. Meins zum Beispiel …

Als wir fertig waren, versuchte ich ein Bäuerchen aus der Kleinen heraus zu bekommen. Es kam keins, dafür aber ein Riesenschwall Milch …
Halleluja, jetzt darf ich direkt mich und das Baby umziehen. Merke, wer eine Stunde lang trinkt, der hat viel übrig, um es wieder auszuspucken.
Ich zog also das schreiende Baby um und dann mich. Dazu musste ich das Baby natürlich ablegen. Folgendes schoss dem Baby wohl dabei durch den Kopf:
Aaaah, Mama hat mich weggelegt! Da kann etwas nicht stimmen! Vielleicht hat sie mich vergessen. Ich erinnere sie mal daran, dass ich da bin. Was habe ich dazu bloß für Möglichkeiten? Achja: Schreien!

Es ist mittlerweile 12:00 Uhr. Und sehr kleine Babys haben oft alle 2 Stunden Hunger. Und die Zählung beginnt leider ab Beginn des letzten Stillens und nicht ab Ende. Dies eröffnete mir meine Nachsorge-Hebamme bei einem Besuch, woraufhin ich fast hinten über gekippt bin.
Nun war mein Baby, aber vom vorherigen Trinken, dem Schreien und dem Spucken so müde, dass es beim Stillen (ja, ich stille schon wieder) ständig einnickte. Es brauchte also noch länger zum Trinken als sonst.
Und ich saß so auf der Couch, hatte sooo einen Durst, und Hunger und Pipi musste ich auch, aber keins meiner Bedürfnisse konnte ich grad befriedigen. Toll … Hauptsache dem Baby geht’s gut.
Als mein Baby endlich fertig getrunken hatte und schlief, legte ich es vorsichtig in sein Bettchen. Ich schaffte es grad zur Toilette, als ich es schon wieder weinen hörte… Mist … Jetzt hat das Baby Bauchschmerzen …
Ich nahm es auf den Arm, tröstete es, machte einhändig ein Dinkelkissen fertig, und versuchte damit seine Schmerzen zu lindern. Irgendwann kam die Erlösung: Die Windel war voll. Also war ich schon wieder am Wickeln.

Ich merkte, dass die Kleine super müde war. Sie war jetzt vier Stunden wach. Für Baby-Verhältnisse ist das schon lang. Leider fand sie nicht in den Schlaf, also packte ich sie in meinen Tragerucksack. Da sie sehr aufgedreht war, musste ungefähr 30 Minuten mit ihr rumtanzen bis sie eingeschlafen ist.

Vielleicht fragt ihr euch, warum packt die doofe Mama die Kleine nicht einfach in den Kinderwagen und fährt sie durch die Gegend bis sie eingeschlafen ist?
Weil manche Babys Kinderwagen hassen. Meins zum Beispiel … Meine Kleene bekam anfangs darin regelrechte Panikattacken. Zu weit weg von Mama und so …

Endlich merkte ich, dass sie im Rucksack eingeschlafen war und stürzte in die Küche. Leise und mit vorsichtigen Bewegungen verdrückte ich zwei Müsli-Riegel und trank einen halben Liter Malzbier. Ich überlegte kurz, ob ich es wagen sollte, die Kleine in ihr Bett zu legen, um auf die Toilette zu können, aber ich hatte Angst, dass sie aufwachen würde und meine Ohren erfreuten sich grad an der seltenen Stille. Also ging ich mit Tragerucksack und Baby aufs Klo. Umständlich, aber irgendwann bekommt man fast alles mit Tragerucksack hin. Außer Duschen vielleicht. Apropo. Es war mittlerweile 16:00 Uhr und ich hatte mich weder angezogen, noch war ich geduscht oder hatte irgendetwas im Haushalt gemacht.

Aber immerhin das änderte ich jetzt. Mit umgeschnalltem Baby, räumte ich die Spülmaschine aus und ein und hängte die Wäsche auf. Bei allem ging ich vorsichtig in die Hocke und kam immer nur langsam wieder hoch. Ich sag euch, dieses Baby war ein perfekter Personal-Trainer. Dem man nur leider nie absagen konnte …

Nun war es schon 17:30 Uhr. Baby wachte auf und hatte – wer hätte das gedacht – Hunger. Wir stillten also schon wieder. Gegen 18:00 Uhr kam der Papa heim. Ich hätte heulen können vor Erleichterung (hab ich auch manchmal …)
Juchhu, er bringt Nachschub an Müsli-Riegeln und Malzbier mit!

Ab 19:00 Uhr begann dann immer die unruhige Phase unserer Maus. Teilweise hat sie ab da bis ca. 1:00 Uhr nachts durchgeschrien. Also wechselten wir uns ab mit der Betreuung. Papa wechselte die Windeln. In der Zeit trank und aß ich etwas. Dann hab ich sie geschuckelt und singend durch die Wohnung getragen bis ich nicht mehr konnte, dann der Papa.

Irgendwann nachts lagen wir alle vollkommen fertig in unserem Bett. Das i-pad spielte „White-Noise“ auf Dauerschleife, das Nachtlicht im Schlafzimmer war fast taghell und Baby war halb unter mir endlich eingeschlafen. Beim Stillen. Was für ein Tag …

Meine letzten Gedanken vorm Einschlafen waren: Juchhu, wenn wir Glück haben dürfen wir jetzt 3 Stunden am Stück schlafen. Und dann geht alles von vorne los 🙂

Schwangere kann sich nicht allein umdrehen

Wie fühlt es sich an schwanger zu sein?

oder: Schwangerschaft und ich 😉

Wenn mich heute – 12 Monate nach der Geburt meiner kleinen Tochter – jemand fragen würde, würdest du lieber nochmal schwanger sein oder ein Kind gebären, ich würde sofort „Zweiteres.“ antworten. Natürlich angenommen, dass man nur eins von beidem durchmachen müsste …

Schon im Schulsport war ich eher für`s Sprinten, als für den 800-Meter-Lauf. Den Sprint hatte man zumindest schnell hinter sich. Wie die Geburt. Sie ist zwar heftiger als die Schwangerschaft, aber schneller vorbei. So eine Geburt ist in zwei bis 40 Stunden erledigt. 40 Stunden?!? Ja, kann evtl. passieren, aaaaber was sind 40 Stunden im Vergleich zu 40 Wochen Schwangerschaft? Schade, dass man die Schwangerschaft nicht den Männern überlassen kann 😉

Ich kenne allerdings auch viele Frauen, die es geliebt haben schwanger zu sein. Ja, ehrlich. Denen ging es da besser als je zuvor. Bei mir war das, sagen wir mal: anders …

Ich hatte keine besonderen Komplikationen in der Schwangerschaft und wenn mich jemand fragte, wie es mir und dem kleinen Lebewesen so ginge, antwortete ich stets: „Gut.“ Mit einem Lächeln natürlich! Und dies war der Fehler, liebe Mütter! Keiner, der noch nie schwanger war, weiß, was dieses „Gut.“ bedeutet.

Eigentlich sollte man ehrlich antworten, damit kommende Mütter wissen, auf was sie sich einlassen. Daher habe ich mir erlaubt meine komplikationslose, gute Schwangerschaft mal ausführlich zu beleuchten 😉 Wie genau fühlt es sich an Schwanger zu sein? Was sollte man auf die Frage, „Wie geht es dir?“, antworten?

Leiden und Wehwehchen nach Trimestern:

Die Antwort im 1. Trimester

„Mir geht es soweit gut, aber:
Es fühlt sich so unwirklich an, dass ich schwanger sein soll … Ich bin überglücklich, aber meine Welt steht gleichzeitig Kopf. War das wirklich eine gute Idee? Bin ich wirklich schon bereit Mutter zu werden?
Vor allem, wenn mich folgende Dinge noch beschäftigen: Alle dürfen auf Parties Alkohol und koffeinhaltige Getränke trinken, nur ich nicht. Auch der Mett-Igel ist tabu … Darauf ein Prost mit einem Glas Wasser. Ich fühle mich außen vor, muss mir ständig Ausreden einfallen lassen, warum ich nicht richtig mitfeiere oder das Mousse o chocolat mit den rohen Eiern links liegen lasse. Soll ja noch nicht jeder wissen, dass ich schwanger bin.
Ich hab immer Angst, dass ich das Baby verliere – das passiert ja leider häufiger in den ersten drei Monaten.
Meine Brüste tuen so weh.
Essen ekelt mich an, aber ich habe ständig Huuunger. Mir wird schlecht, bei dem Gedanken an frische Lebensmittel. So richtig Gelüste hab ich nicht. Es ist eher so, dass ich mich vor jeglichem Essen ekle, und es ab und zu ein Lebensmittel gibt, bei dem mir nicht gleich kotzübel wird, wenn ich daran denke. Und das muss ich dann sofort haben. Logisch, da ich ja immer einen Riesenhunger habe. Kommt das bestimmte Lebensmittel zu spät, ekelt es mich an und ich kann es vergessen. Ganz schön nervig. An Kochen ist gar nicht zu denken.
Irgendwie muss ich jetzt schon viermal die Nacht auf Klo, dabei kann das Baby mit seinen 4mm an Größe wohl kaum auf meine Blase drücken … Außerdem habe ich extreme Hitzewallungen. Mindestens einmal die Nacht reiße ich das Fenster auf und halte den Kopf raus.
Und mein Körper denkt sich anscheinend: Oh, was für ein niedlicher Zellhaufen in der Gebärmutter!!! Alle Abwehrkräfte sind jetzt nur noch für das Krümelchen zuständig. Das Muttertier kann mal sehen, wo es bleibt. Ich habe also eine Erkältung nach der anderen, Allergie-Attacken und Lippenherpes. Alles halte ich brav ohne Medis aus. Natürlich.
Ich habe Schmerzen im Unterleib, google das direkt und bekomme Panikattacken beim Lesen der Suchergebnisse. Mein linkes Auge zuckt ständig. Magnesium-Mangel? Kann mich kaum auf die Bildschirmarbeit im Büro konzentrieren.
Hatte ich die Übelkeit erwähnt? Ach ja, Sodbrennen und Verstopfung hab ich übrigens auch.

Danke der Nachfrage, mir geht es gut.“

Die Antwort im 2. Trimester

„Ich bin sooooo müde. Ständig bin ich müde. Dass ich auf der Arbeit nicht einschlafe grenzt an ein Wunder.
Es ist ein reges hin- und her zwischen Hunger und Ekel vor allem Essbarem.
Mein Bauch ist noch ziemlich klein und trotzdem habe ich starke Rückenschmerzem. Ischias-Schmerzen um genau zu sein. Laufen fällt mir dadurch jetzt schon schwer. Wo soll das noch hinführen? Netterweise leiht mir eine Kollegin einen Bauchgurt, der mir etwas hilft. Alle Rückenübungen beim Schwangerschaftssport machen die Beschwerden noch schlimmer. Als eine Hebamme mich versucht einzurenken, kann ich 2 Tage kaum Laufen … Auf dem Rücken liegen geht gar nicht mehr. Tut sehr weh und ich bekomme keine Luft.
Es beginnt die Zeit in der ich weder auf dem Bauch noch auf dem Rücken schlafen kann. Immer nur auf der Seite. Ungemütlich.
Meine Beine fühlen sich zunehmend schwerer an und irgendwie ist eine Schwangerschaft ein Freifahrtschein für ALLE einem an den Bauch zu grabschen. Furchtbar…

Danke der Nachfrage, mir geht es sonst gut.“

Die Antwort im 3. Trimester

„Die Rückenschmerzen gehen überhaupt nicht mehr weg. Sind nur mit Bauchgurt aushaltbar.
Ich habe plötzlich ständig Sodbrennen. Wusste vorher nicht mal wie sich das anfühlt …
Mein lieber Mann, ich war ja früher schon häufig auf der Toilette, aber jetzt renn ich für jeden Tropfen, als hätte ich 5 Liter getrunken und wäre stundenlang nicht auf Klo gewesen (nur um dann direkt wieder zu müssen …)
Ich habe öfter Stiche im Unterleib. Das Baby ist ziemlich aktiv und tritt wild um sich. Aua … Wenn es mal nicht tritt, bekomm ich direkt Panik, dass was nicht stimmt. Mir kann man es da nicht Recht machen 😉
Meine Beine und Knöchel sind geschwollen, das Gesicht aufgedunsen, aber immerhin hab ich nen schönen Schwangerschaftsbauch ohne Streifen.
Der Bauch wird immer öfter unangenehm hart. Ich bin mega-kurzatmig und fühle mich wie 80. Mindestens. Kann mich im Bett kaum ohne Hilfe von einer auf die andere Seite drehen. Hilfe, ich bin ein Wal! Das Gewicht geht auch auf meine Knöchel, die echt doll schmerzen. Morgens brauch ich ewig um in die Gänge zu kommen.

Danke der Nachfrage, mir geht’s sonst gut.“

Und so fühlte es sich für mich an schwanger zu sein 😉