Schlagwort-Archive: Elternwerden

Kleinkind muss Pipi und gibt es nicht zu

Schwangerschaft, Kleinkind und Co. – Alles was grad so los ist …

Bei mir:

Eigentlich könnte ich unendlich viel schreiben. Aber da ist dieses Problem, was ich habe … Ich möchte immer erst alles andere erledigt haben, bevor ich loslege. Erst die Arbeit dann das Vergnügen, ihr wisst schon … Vor dem Bloggen sollte ich also dringend Wäsche machen, die Küche aufräumen, den Handyvertrag kündigen, die nötigen Arzttermine für mich und das Bilderbuch-Mädchen ausmachen, einkaufen, Pfand wegbringen, die Betten neu beziehen den Müll rausbringen … Und für den Elternrat wollte ich ja auch noch dieses machen, und für die Bekannte jenes und dann ist da der Termin bei der Krankengymnastik und die Klamotten fürs Baby wollte ich ja noch aus dem Keller holen, sortieren und waschen. Laub fegen, Wohnung dekorieren, Dinge bei E-Bay-Kleinanzeigen verkaufen, vollgerümpelte Ecken im Haus endlich mal auf Vordermann bringen … und schwupps ist es schon wieder Zeit das Bilderbuch-Mädchen aus dem Kindergarten abzuholen. Mittags sind wir so gut wie immer verplant und abends bin ich total müde, weil ich mir wenig Pausen gönne. Aber Pausen fühlen sich für mich grad auch nicht gut an. Ich hab das Gefühl es ist noch sooo viel zu erledigen bis das Baby da ist. Und es macht mir auch viel Spaß mich darum kümmern zu können, dass der Haushalt, das Haus an sich und alles schön ist, wenn die kleine Bauchbewohnerin kommt. Weiterlesen

30. Schwangerschaftswoche

Schwangerschafts-Update – 30. Schwangerschaftswoche

Das dritte Trimester hat nun begonnen. Yeah, Endspurt und so. Also kurz nach meinem letzten Update hatte ich ja ein richtiges Hoch. Hab mich gefühlt als könnte ich Bäume ausreißen. Natürlich hatte ich noch Rückenschmerzen bzw. Ischias-Beschwerden, aber alles war eher unangenehm als unerträglich schmerzhaft. Ich meldete mich beim Schwangeren-Yoga an, guten Mutes, dass das schlimmeren Schmerzen entgegen wirken würde. Ich wuselte nach der Arbeit weiter im Haus herum. Beschäftigte mich mit Begeisterung mit Ausmisten, Um- und Aufräumen. Immer mit genügend Ausruh-Pausen zwischendurch.

Nunja, aber das ganze hielt maximal 2 Wochen an. Dann ging es mir plötzlich wieder viel schlechter. Ab der 26. Schwangerschaftswoche würde ich sagen. Der Rücken wurde immer fieser. Mir tat und tut er eigentlich seitdem immer weh. Beim Spazieren gehen ist es ein gleichbleibender ertrgäglicher Schmerz. Nach langem Sitzen oder Stehen ist es eine Katastrophe. Beim Treppen steigen, im Bett umdrehen oder leichtem Vornüberbeugen kann es auch mal ein plötzlicher reißender Scmerz sein, der bis in die Beine zieht. Manchmal so schmerzhaft, dass es mir die Tränen in die Augen treibt. Dann ist das Bilderbuch-Mädchen immer ganz verunsichert. Ich bin echt traurig, dass ich sie zwischendurch gar nicht mehr tragen kann. Naja, das sollte man ja auch eigentlich eh nicht. Aber wenigstens mal ein kurzes Stück. Und auch auf Spielplätzen bin ich kein guter Begleiter mehr. Anschaukeln bekomme ich kaum noch hin und in Schaukeln hereinsetzen oder herausheben geht natürlich auch nicht mehr. Da treffe ich beim Bilderbuch-Mädchen ja auf wenig Verständnis. Ich sage ihr immer, dass es wegen meinem Rücken nicht geht und versuche möglichst nichts auf das Baby zu schieben.

Aber das Bilderbuch-Mädchen weiß sich ja zu helfen. Weiterlesen

Warten aufs Baby

Es gibt News :)

Puh, wo fang ich nur an? Am besten am Anfang, was?

Nach der langen Pause hier auf dem Blog, fragt sich der ein oder andere vielleicht, warum es hier so still war. Und nun bin ich endlich bereit, es zu verraten. Denn ja, es gibt etwas Neues im Bilderbuch-Haushalt. Oder vielmehr jemand neues. Genau! Ein neues Bilderbuchbaby ist auf dem Weg! Ich bin schwanger und zwar schon in der 17. Woche. Wahnsinn, wie schnell die Schwangerschaft beim zweiten Mal voranschreitet. Wir freuen uns auf jeden Fall rasend auf den Familienzuwachs! Wird es ein Junge? Wird es ein Mädchen? Wie wird es überhaupt zu viert zu sein? Ich bin so wahnsinnig gespannt! Das ist alles so aufregend.

Als ich den Test gemacht habe, schwante mir schon, dass es ein positives Ergebnis sein würde. Morgens war nämlich der mir nur zu gut bekannte Hunger wieder da. Dieser Hunger, der, wenn er nicht sofort gestillt wird, in Übelkeit übergeht. Und mein Gefühl hatte mich nicht getrügt, der Test zeigte an: „Schwanger“. Und zwar schon seit mindestens 5 Wochen. Und so zogen mal wieder Salzstangen und Knäckebrot ein auf meinem Nachttischchen. Aufgeregt erwartete ich die ersten Wochen bis zum Termin beim Frauenarzt. Was war es für ein schöner Moment das kleine Wunder mit eigenen Augen zu sehen. Und nun, ist schon der dritte Termin vorbei und das Würmchen ist bereits 10 cm groß. Es kann schon am Daumen nuckeln, mit der Nabelschnur spielen und unsere Stimmen hören. Unglaublich, oder? Ich konnte sogar schon mehrmals kleine flatternde Bewegungen verspüren!

Aber bei aller Freude, so richtig warm werde ich mit dem „Schwanger sein“ wohl nie. Es ist einfach nicht mein Ding. Echt, ich hatte mir ganz fest vorgenommen die zweite Schwangerschaft mehr zu genießen als die erste, aber es klappt einfach nicht. Ich freue mich riesig aufs Baby, aber sagen wir mal so: „Schwanger sein“ und ich, wir werden in diesem Leben keine Freunde mehr … Von mir aus könnte man dieses „Schwanger sein“ einfach überspringen, aber was muss, das muss. Nicht wahr?

Was bisher geschah – Erstes Trimester

Das erste Trimester war für mich kein Zuckerschlecken. Weiterlesen

Bildrechte bei Anna vom Blog neverlookedsobeutiful.com

Blogparade #muddimutation – „Die Mama“ hat dazu mal was geschrieben!“

Anna von neverlookedsobeautiful hat zur Blogparade #muddimutation aufgerufen und ich bin dabei 😉

Heimlich still und leise ist es passiert … Ich habe die Muddi-Mutation vollzogen. Denn seit ich Mama bin, tue und sage ich Dinge, die ich nie für möglich gehalten hätte …

Hier meine Top-Ten:

  • Mein Wortschatz hat sich erweitert und zwar um so grauenvoll kitschige Ausdrücke wie: „Goldig!“ „Hinreißend!“ und „Herzallerliebst!“. Diese Worte schwirren nicht nur so durch meinen Kopf, wenn ich das Bilderbuchmädchen betrachte, nein, ich spreche sie sogar aus … Wenn das nicht mal so eine Mama-Sache ist …
  • Der Klassiker: Ich spreche in der dritten Person von mir und zwar als „die Mama“ …
    Aaaah, das war so wirklich nicht geplant.
  • Kaffee-Junkie.
    Früher habe ich eigentlich Kaffee nur aus gemütliche Anlässen getrunken und dann auch meist eher Cappuccino. Ihr wisst schon, nett mit ein paar Freundinnen oder Arbeitskolleginnen im Café sitzen quatschen und einen Kaffee trinken halt. Heute brauche ich morgens meinen Kaffee! Und zwar jeden morgen! Schwarz!
    Ohne Kaffee kann ich den Tag eigentlich gleich abhaken.
  • Ich finde Babys und Kleinkinder süß. Bevor ich selber Mama war, konnte ich mich nicht besonders für Kleinkinder und Babys erwärmen … Jetzt kann ich manchmal nicht den Blick abwenden wenn ich so kleine Mäuse sehe. Ich könnte sie stundenlang beobachten. Hach ja …
  • Ich zeige stolz Bilder von meiner Kleinen rum … Jaha, sicher ist mein gesamtes Umfeld sehr interessiert daran zu sehen, wie das Bilderbuchmädchen gerade schläft, wie es mit seinem Lieblingskuscheltier kuschelt, wie es seine erste Gänseblümchenkette auf dem Kopf trägt, wie es auf seiner ersten kleinen Tromme spielt, wie …
    Ähm ja, bestimmt ist mein Umfeld daran etwa so interessiert wie ich damals als kinderlose Person. Sorry, das ist auch so eine Muddi-Mutation …
  • Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal Klamotten für mich gekauft habe … Zum Glück vermachte mir meine kleine Schwester vor einiger Zeit ein paar Jeans und praktischerweise hatte ich – als meine Lieblingsstiefel Löcher in den Sohlen hatten – noch ein paar ungetragene (flache) Stiefel im Keller stehen, die ich in meiner Vor-Mama-Zeit gekauft hatte. Perfekt! Denn momentan kaufe ich eigentlich nur Kinder-Klamotten. Die sind aber auch zu süß! Und in dem Alter passt ja auch alles. Keine lästigen Anproben nötig.
  • Ich kann mich stundenlang über Kinder unterhalten. Schlafen, Windelinhalt, Spucken, Erziehung, Altersgemäße Entwicklung, Essgewohnheiten … Das ist grad meine Welt und ohne Witz mir wird nicht langweilig bei diesen Themen. Nun gut, man muss bei diesem Punkt auch sagen, ich gehe auch arbeiten und habe zwischendurch andere Themen. Das ist für mich zugegebenermaßen ein wichtiger Ausgleich.
  • Ich gehe jetzt auch mal ungeschminkt aus dem Haus … Aber das ehrlich gesagt nicht besonders gerne. Auch dass der letzte Frisör-Besuch schon so lange her ist, nervt mich. Aber nächste Woche!!! Da habe ich Urlaub und die Tagesmutter nicht. Juppi, dann geht es erst mal an die fisseligen Haarspitzen. Manche Muddi-Mutationen müssen ja nicht unbedingt sein.
  •  „Pass auf!“, „Sei vorsichtig!“, „Guck wo du hinläufst!“, „Nein! Da bitte nicht drangehen!“, „Stopp. Stehenbleiben!“, „Weiterlaufen!“, „Das ist kein Spielzeug!“, „Ich sag das jetzt zum letzten Mal!“, „Hörst du mir eigentlich zu?“, „Jetzt ist Schlafenszeit!“ … Jaja, die typischen Elternsätze rassel ich gefühlte 1000 mal am Tag herunter. Wenn ich es richtig ernst meine, dann wird das Bilderbuchmädchen mit Vor- und Zunamen angesprochen. In solchen Momenten wünschte ich mir, wir hätten einen Doppelnamen für sie ausgesucht. Das verleiht den Worten noch mehr Gewicht 😉
  • Die Glücks-Mutation!
    Mama-Sein macht mich sehr glücklich! So oft ich auch fluche, genervt bin oder gefrustet. Nichts kann das Gefühl ersetzen so ein kleines (Vorsicht! Mama-Vokabular: goldiges, hinreißendes, herzallerliebstes) Geschöpf großziehen zu dürfen. Das Glück eine Familie zu haben, ist für mich das Größte. Mein Herz geht auf, wenn ich den Bilderbuchpapa mit seinem kleinen Bilderbuchmädchen spielen oder schäkern sehe. Vorher war ich auch glücklich, keine Frage, aber da wusste ich ja auch nicht, was ich verpasst habe. Pfützenspringen, Regenwürmer bewundern, Steine sammeln – ein kleines Stück die eigene Kindheit neu erleben. All das sind Dinge, die ich seit der Muddi-Mutation wieder richtig genieße. Einfach herrlich!

Und ihr? Habt ihr euch auch sehr verändert seit ihr Mama geworden seid? Schreibt mir doch einen Kommentar oder wenn ihr einen Blog habt, macht bis zum 26.05.16 mit bei der Blogparade von Anna (neverlookedsobeautiful)!

Alles Liebe,

eure Nätty

Mama telefoniert Baby Wutausbruch

Beste Mama – beste Freundin … Beste … – In jeder Rolle perfekt?

Klappt irgendwie nicht …

Mir war natürlich immer bewusst, dass ich mich verändern würde, wenn ich Mama werde und das ich für manche Bereiche meines Lebens weniger Zeit haben werde. Aber so ganz klar, wie einschneidend diese Veränderung sein würde, war mir nicht. So wirklich detailliert habe ich nie darüber nachgedacht wie mein Leben sein würde. Wahrscheinlich fehlte mir da einfach die Vorstellungskraft.

Neuer Lebensmittelpunkt, neue Prioritäten, neue Sichtweisen und Erkenntnisse. Einfach alles neu. So ist das nämlich.

Manches bleibt bei den ganzen Neuheiten leider auf der Strecke, auch wenn man sich bemüht das es nicht so ist… Das wurde mir letztens bei einem Telefonat mit meiner besten Freundin klar. Die Tage und Stunden fliegen im Mama-Alltag an mir vorbei und manchmal merke ich gar nicht, dass ich schon wieder erst vier Tage später auf eine ihrer Whatsapp geantwortet habe. Das passiert mir oft und es tut mir so Leid. Oder ich verspreche am nächsten Tag anzurufen, während dem Mittagsschlaf des Bilderbuchmädchens, doch was passiert mir? Ich schlafe erschöpft mit ein. Ich nehme mir dann vor abends in Ruhe anzurufen, wenn das Bilderbuchmädchen schläft, doch auch das klappt nicht, denn das Bilderbuchmädchen schläft einfach nicht ein … Und schläft nicht und schläft nicht und schläft nicht … Und als es um 23:00 Uhr soweit ist, ist es längst zu spät zum telefonieren und meine Freundin ist unterwegs. Denn es ist Samstag Abend. Während sie mit den Mädels unterwegs ist, bin ich heilfroh, dass mein Baby endlich schläft und ich verschwinde auch direkt ins Bett. Dabei wollte ich eigentlich so viel erledigen an meinem „Feierabend“ … Vielleicht ist es jemanden aufgefallen, zum Bloggen bin ich auch nicht gekommen in letzter Zeit …

Aber weiter zu meinen Veränderungsgedanken. Seit dem Telefonat mit meiner besten Freundin spuken vorwurfsvolle Fragen in meinem Kopf herum …

Bin ich noch eine gute Freundin … ?

Nein, momentan wohl leider nicht. Ich bin so eingespannt im Alltag mit Kind, Job, Haushalt und Familie, dass ich kaum Zeit für mich habe, geschweige denn um Freundschaften richtig zu pflegen. Vor allem wenn die Freunde nicht um die Ecke wohnen. Selbst meine Nachbarin mit ihrer kleinen Tochter, die nur zwei Häuser weiter wohnt und mit der ich befreundet bin, treffe ich maximal alle zwei Wochen.

Es ist wirklich schwer zu akzeptieren, dass man nicht mehr so viel Zeit für seine ältesten und besten Freunde hat wie man gerne möchte. Jedes Treffen ist mit großem Organisationsaufwand verbunden, außer man trifft sich mit Kind, aber dann ist es nicht dasselbe, denn in Ruhe Quatschen fällt dann schon mal raus. Ich hoffe sehr, dass das Bilderbuchmädchen demnächst nicht mehr so oft krank ist, denn dann kann man wenigstens abends mal telefonieren oder in Ruhe whatsappen (ist das ein Wort?).

Nächste Frage:

Bin ich eine gute Mutter?

Ich geb mein Bestes und ich denke ja! Das Bilderbuchmädchen hat Prio 1. Natürlich. Ich liebe sie, sie braucht mich und ich bin für sie da. Klar läuft nicht immer alles perfekt, aber bei wem ist das schon so? Momentan renne ich von Arzttermin zu Arzttermin mit ihr. Mal Lungenentzündung, mal Mittelohrentzündung, mal Ausschlag und Verstopfung wegen Antibiotika-Unverträglichkeit. Ach irgendwas ist eigentlich immer … Einen Normalzustand gibt es seit langer Zeit nicht mehr. Dazu kommt grad eine schlimme Phase, was das Einschlafen angeht. Vor der letzten Krankheitsphase lief es super. Ich konnte sie in ihr Bett legen, hab eine zeitlang Händchen gehalten und sie schlief ein. Aber derzeit ist das Einschlafen ein großes Drama, was gern mal in Tränen bei Mutter und Tochter endet. Und teilweise 2,5 Stunden dauert (Feierabend ade …) Wir suchen grad nach einer Lösung und heute lief es schon mal wieder etwas besser. Mehr dazu demnächst.

Weiter geht’s mit der Fragestunde:

Bin ich eine gute Hausfrau?

Nein. Das ist eine Frage, die ich definitiv beantworten kann. Meine Fenster sind schmutzig, es gibt Staub(-berge) und Spinnweben im Haus und manchmal bzw. oft türmt sich hier die Wäsche und der Boden klebt nicht selten von Marmeladen-Resten …

Bin ich eine gute Ehefrau?

Ich hoffe es. Aber auch da ist es im Alltag manchmal schwierig sich die Zeit zu nehmen auch mal nur ein Paar zu sein und nicht Eltern. Abends wenn mein Mann nachhause kommt essen wir zusammen. Aber es geht natürlich viel darum, was die Kleine alles erlebt hat, Neues kann etc. Ich genieße die Augenblicke, die wir in der Familie zusammen haben. Ich sehe gern wie mein Mann und die Kleine zusammen Quatsch machen. Es macht mich glücklich die beiden glücklich zusammen zu sehen. Aber das ist alles doch eher wieder die Mama-Rolle … Und am Wochenende? Da ist muss ja irgendwie immer alles erledigt werden, was man unter der Woche nicht schafft. Der Garten soll schön werden, die Autos müssen in die Werkstatt, im Keller müsste mal ausgemistet werden … Auch hier gilt: Irgendwas ist ja immer. Außerdem ist es da auch gerade schön, Zeit als Familie verbringen zu können. Denn wann kann der Papa sonst mal eine längere Zeit am Stück mit dem Bilderbuchmädchen verbringen? Also machen wir eher was zu dritt als zu zweit. Was natürlich auch sehr schön ist 🙂 Die Zeiten, in denen die Kleine keine Lust mehr hat, etwas mit uns zu unternehmen kommt bestimmt schnell genug.

Bin ich eine gute Tochter, Enkelin, Schwester?

Ich weiß es nicht. Ich versuche meine Familie regelmäßig zu besuchen, aber ich schaffe es einfach nicht immer. Manchmal bin ich auch wenn ich Zeit habe, so ausgelaugt, dass ich nicht die Muße finde das Bilderbuchmädchen ins Auto zu packen und loszufahren. Ich bin dann nach der Arbeit froh zuhause zu sein und das Nötigste im Haushalt erledigen zu können oder wirklich mal mit der Nachbarin und deren Tochter spazieren zu gehen.

Bin ich eine gute Kollegin?

Auch das wahrscheinlich grad eher nicht. Erste Priorität hat meine Tochter. Wenn es ihr gesundheitlich nicht gutgeht bleibe ich zuhause. Und das war dieses Jahr sehr oft. Das heißt für meine Kollegen, dass sie meine Arbeit abfangen müssen. Das ist natürlich nervig, wer beendet schon gern ständig fremde Projekte …

Dass ich diesen vielen Rollen nicht gerecht werden kann, nervt mich sehr.

Aber noch mehr nervt mich, dass ich mich davon so stressen lasse … Wenn ich das lese, ist mir klar, dass man bei so vielen Rollen in keiner perfekt sein kann. Warum verlange ich das von mir? Warum kann ich schlecht entspannen, wenn der Boden mal wieder von Marmelade klebt oder das Geschirr sich in der Küche stapelt?

Muss ich mehr Grenzen ziehen? Unwichtiges aus meinem Leben schmeißen? Aber was ist hier unwichtig? Viele werden sagen: Es kann doch auch mal dreckig sein. Lass doch den Haushalt öfter mal liegen. Glaubt mir, den lasse ich öfter liegen als mir lieb ist und es bringt nichts! Außer dass ich nicht entspannen kann, weil ich in jedem Teil des Hauses Arbeit sehe … Vielleicht mehr Freiräume schaffen für Treffen mit Freunden? Werde ich auf jeden Fall versuchen, aber kranke Bilderbuchmädchen lassen einem wirklich wenig Freiraum. Natürlich hoffe ich, dass unsere Krankheitsphase jetzt langsam mal ausgestanden ist und wir einfach einen normalen Alltag haben können. Aber ganz ehrlich? Das hoffe ich quasi schon seit letzten August und jetzt ist März. Mir schwant, es gibt keinen normalen, verlässlichen Alltag mit Kind …

Die Lösung für mich

Ich denke die Lösung ist, ich muss einfach lernen, mich nicht als eine Anhäufung verschiedener, unperfekter Rollen zu sehen. Ich bin doch keine Schauspielerin, die jeden Tag eine andere Person verkörpert. Ich bin ich. Ich bin ein Mensch mit verschiedenen Facetten und Lebensbereichen und je nach Lebenssituation gibt es nun mal unterschiedliche Prioritäten.

Anstatt über die Defizite in den verschiedenen Bereichen nachzudenken, sollte ich lieber das Positive sehen.

In manchen Bereichen bin ich heute besser als früher, ich kann besser kochen als damals mit Anfang 20 in meiner ersten Wohnung. Mir ist nicht mehr so wichtig was die Leute von mir denken. Ich sage auch mal „Nein“ wenn ich für etwas eigentlich keine Zeit habe oder keine Lust darauf habe. Und das ohne danach lange darüber nachzudenken, ob ich damit jemanden vor den Kopf gestoßen haben könnte. Ich fühle mich wohl in meiner Haut, wiege weniger als vor der Schwangerschaft und das ganz ohne Sport. Ja, so ein anstrengendes Mama-Leben hat auch Vorteile 😉

Auch als Mama kann ich eine Freundin sein, eine Ehefrau, eine Hausfrau, eine Schwester, Kollegin, Bloggerin. Ich kann das alles sehr wohl sein. Nur halt nicht mehr so ausschließlich wie früher. Dafür erlebe ich dann die Momente, in denen ich es sein kann, viel bewusster. Eine Fahrt mit dem Cabrio Deichkind-hörend nur mit meinem Mann? Pure Glücksgefühle!

Die Vorfreude auf das Osterfrühstück mit meinen Freundinnen aus der Schule? Riesig!

Familie endlich mal wieder treffen? Toll! Denn je länger man sich nicht gesehen hat, desto mehr Neues gibt es zu berichten.

Mit einer Freundin ins Kino? Wahnsinn!

Also, keine schlechten Gefühle mehr, sondern nur noch genießen was eben gerade geht. Punkt!

In diesem Sinne:

I’m a bitch
I’m a lover
I’m a child
I’m a mother
I’m a sinner
I’m a saint …

Lalala ..

Eure Nätty

Love, Love, Love – So fühlt sich Mutterliebe für mich an

Auch diesen Monat bin ich wieder dabei, bei der Blogparade von Wiebke vom Blog „Verflixter Alltag“. Diesmal geht es um Mutterliebe:

Sie ist mein Herzensbaby. Mein kleiner Augenstern. Bei allem was wir zusammen machen, schaue ich eigentlich nur sie an. Ob wir Ziegen füttern, Steine sammeln, einen Karnevalszug miterleben, egal was. Ich studiere dabei am liebsten ihre Gesichtsausdrücke, denn von denen kann ich nie genug bekommen.
Ich fange ihr Lachen ein, ihren süßen ersten Wortschatz, ihren bestürzten Gesichtsausdruck, wenn man ihr etwas verbietet, die unbändige Wut, wenn sie mal wieder ihre Jacke nicht anziehen möchte. Alles schließe ich in meinem Herzen ein, denn dort wird sie für immer wohnen. Mein Baby. Mein Mädchen.

Wenn sie lacht schlägt mein Herz Purzelbäume. Wenn sie ich wehtut, tut es mir auch weh. Bei jedem Rums warte ich nur auf das herzerweichende Weinen bei dem sich mein Herz zusammenzieht … Manchmal wünschte ich, ich könnte mein Bilderbuchmädchen vor allem beschützen. Aber das werde ich nicht können. Und das wird hart für mich werden. Aber auch das bringt die Mutterliebe eben mit sich.

Wie Mutterliebe sich für mich anfühlt? Irgendwie wahnsinnig … Sie lässt mich vollkommen irrational werden. Es fing ganz früh damit an, dass ich keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte, als das Bilderbuchbaby anfangs so viel geweint hat (Wenn Babys sich nicht trösten lassen). Nichts drang zu mir durch, außer: „Das Baby weint, du musst ihm helfen!“ Außenwelt ade …

Als ich das erste mal ihr kleines Herz schlagen sah auf dem Monitor beim Frauenarzt, war ich aufgeregt. Es war ein wahnsinniges Gefühl, dass da ein kleiner Mensch heranwächst. In meinem Bauch … Doch das war es auch schon. Aufregend. Ein Abenteuer. Aber von dieser überschwänglichen Mutterliebe, die nach der Geburt dann einsetzte, konnte nicht die Rede sein. Ich war nie eine dieser Mütter, die ihren Körper gern geteilt hat. Ich habe nicht gern auf bestimmte Lebensmittel verzichtet, fand nicht jede Bewegung des kleinen Wurms hinreißend. Nein, das alles hat mich eher genervt. Ich war einfach nicht gern schwanger („Wie fühlt es sich an schwanger zu sein“). Die Übelkeit am Anfang, die Rückenschmerzen ab Mitte der Schwangerschaft, der Verzicht auf Medikamente gegen Allergien oder Kopfschmerzen, oder wenn die Kleine Schluckauf hatte … Um nur einige Dinge zu nennen, die mich gestört haben. Geredet hab ich nie mit meinem Bauch. Ich fand das komisch.

Würde ich jetzt nochmal schwanger, wäre das anders. Sicher fände ich die vielen Einschränkungen immer noch ziemlich ätzend, aber ich wüsste dass es sich so unglaublich lohnt. Ich würde mit dem Bauch sprechen. Ganz bestimmt.

Die Mutterliebe verändert einen. Kinder konnten mein Herz kaum erwärmen bevor ich Mama wurde. Ich fand sie nicht besonders süß. Eher anstrengend. Und jetzt? Ich könnte ihnen stundenlang zuschauen.

Ich genieße die Unbeschwertheit des Bilderbuchmädchens. Ihre klaren wissbegierigen Augen verzaubern mich. Wenn ich ihr etwas erkläre und sie mit ihren 17 Monaten verständnisvoll ganz energisch nickt, könnte ich sie abknutschen. Naja, eigentlich könnte ich das fast immer. Aber da ist sie eigen. Wann geknutscht und gekuschelt wird entscheidet das Bilderbuchmädchen selbst. Meistens ist sie übrigens in Küsschen-Laune, wenn sie grad eine richtige Schnoddernase hat. Doch was soll ich sagen? Auch da überwiegt die Mutterliebe. Immer her mit den Schnodder-Küsschen 😉

Mein kleines Herz. Du gehörst zu mir! Auch wenn ich manchmal an meine Grenzen gerate, genervt bin und zu oft meckere. Ich liebe dich unendlich mal unendlich. Und das wird immer so bleiben!

Familienmoment

#Familienmoment 4 – Neue Spielmöglichkeiten. Endlich!

Immer wieder Mittwochs kommt der #Familienmoment (Ähm, naja meistens zumindest).

Diesmal geht es um neue Spielmöglichkeiten. Yeah! Spielen bedeute jetzt nicht mehr den ganzen Tag „Kuckkuck, wo ist mein Bilderbuchmädchen spielen?“, denn es gibt neue Optionen! „Level up“, sozusagen.

Wir spielen jetzt zum Beispiel „Krieg dich!“ „Hab dich!“ Für nicht Babysprachler, sei erwähnt, dabei handelt es sich um „Fangenspielen“. Was sehr lustig ist, da die Kleine sich zwischendurch ständig umdreht um zu schauen, ob sie noch verfolgt wird. Aber da sie immer in die Richtung läuft, in die sie gerade schaut, muss man aufpassen, dass sie sich nicht ausgerechnet im Türrahmen umdreht. Denn sonst gibt es wiedermal eine neue Beule in ihrer Sammlung. Ein paar mal hat es schon gerummst. Aber das gehört wohl dazu. No Risk, no fun, was?

Aber zurück zum Familienmoment. Da ging es nämlich auch um ein neues Spiel im Reportaire und zwar: Fußball!

Nachdem die Lungenentzündung endlich abgeklungen war, durfte wieder getobt werden. So dann auch passiert an einem Feierabend in der letzten Woche.
Da haben mein Mann, die Kleine und ich „Fußball“ im Wohnzimmer gespielt. Das Bilderbuchmädchen war sooo begeistert und außer Rand und Band! Sie hat immer wieder juchzend den Ball getreten und ist dann hinterher gesaust! Es war toll mit anzusehen. Sie hat schon einen guten Schuss drauf! Und tunneln, lässt sie sich auch nicht so einfach. Der Papa hat es mehrfach versucht 😉 Na gut, ich gebe zu, einmal hat es auch geklappt. Durch die kurzen Beine ist das aber auch ganz schön schwierig.

Hehe, Papa und ich konnten meist entspannt rumstehen und den Ball hin- und herkicken, während die Kleine immer schön hintergerannt ist. Ganz schön anstrengend! Lange hat es nicht gedauert bis sie müde wurde. Aber Spaß gemacht hat es uns trotzdem allen!
Schneller als ich gucken kann, wird sie mich sicher im Fußball fertig machen, denn ich bin darin die absolute Oberniete. Mal sehen, wie alt sie ist, wenn sie das feststellt 😉

So viel zu meinem Familienmoment. Wenn ihr mehr wollt, auf zur Küsten-Mami!

Liebe Grüße,

Nätty

Baby schmollt

Wickeln in der Trotzphase … kann ganz einfach sein.

Gestern Abend ist es passiert. Ich dachte: „Bin ich im falschen Film? Was passiert hier grad?!“

Mein Mann und ich erlebten den bisher schlimmsten Wutausbruch unserer Kleinen. Sie schrie und schrie und schrie. Sie hat sich gar nicht mehr einbekommen vor Wut und wir standen dabei und wussten nicht wie uns geschah …

Alles fing damit an, dass ihre Windel ausgelaufen war. Scheinbar hatte ich beim letzten Wickeln die Flügel nicht ausgeklappt. Wenn sie auch immer so rumhampelt …
Ich schnappte mir also mein Mädchen und legte sie auf den Wickeltisch. Das passte Madame so gar nicht. Sie wütete und wand sich wie ein Aal. Ununterbrochen machte sie Anstalten sich vom Wickeltisch zu stürzen – mit einem Hechtsprung natürlich …

Ich wurde ungeduldig, denn ich mochte ja nur schnell das Wickeln hinter uns bringen. Ich wollte ihr doch nichts Böses und das sagte ich auch, aber davon kam nichts mehr bei ihr an. Sie schrie wie am Spieß. Als letzten Ausweg dachte ich mir: „Ok, Augen zu und durch, dann halte ich sie jetzt kurz fest, es muss ja sein und je schneller wir es hinter uns haben, desto schneller kann sie sich nachher beruhigen. Oder ich sie.“

Aber weit gefehlt. Sie wehrte sich so heftig gegen das Wickeln, dass ich sie mit aller Gewalt hätte auf den Wickeltisch pressen müssen, um sie irgendwie darauf zu halten. Das wollte ich natürlich nicht. Innerlich war ich geladen. Warum stellte sie sich so an? Ich wollte ihr doch nur eine frische Windeln und Klamotten anziehen. Schließlich gab ich auf. Ich setzte sie ab, in der Hoffnung, sie würde sich dann von selbst wieder beruhigen.

Mittlerweile stand auch mein Mann im Zimmer. Seine Vermutung war, dass die Kleine Schmerzen hatte, denn so ein Geschrei macht man ja nicht einfach so, oder?
Anfangs war ich mir noch sicher: „Doch, doch, so benimmt sie sich schon mal, wenn ihr etwas nicht passt …“
Zunehmend wurde ich jedoch unsicherer, es schien keinerlei Beruhigung in Sicht. Die Kleine hockte in unnatürlicher Haltung im Raum, schien nicht mehr zu wissen wohin mit sich, hatte Schnapp-Atmung und schrie. Mein Instinkt sagte mir, du musst sie tröstend in den Arm nehmen. Das tat ich auch, aber sie wollte zwar Trost, aber keine Nähe. Auf den Arm nehmen ließ sie sich, aber beruhigend über den Rücken streicheln, wurde mit Zusammenzucken und bitterem Aufheulem quittiert.

„Nun, lass das doch mal. Das scheint ihr weh zu tun! Das kann doch nicht normal sein“ bemerkte mein Mann.
Unsicher überlegte ich: Hat sie etwa doch schlimme Schmerzen? War es nicht „nur“ Trotz?
Ich wusste es nicht. Woher auch?
„Was soll ich denn deiner Meinung nach machen? Was meinst du denn, was sie hat?“ fragte ich ungehalten.
„Das weiß ich auch nicht …“

Da standen wir nun, gestresst von der Situation, in der keiner wusste was los war, und raunzten uns gegenseitig an. Das half der Kleinen auch nicht  gerade dabei sich zu beruhigen, denn solche Spannungen spürt sie ja.

Ich machte dann das einzige was mir einfiel. Ich arrangierte mich damit, dass ich grad nicht viel tun konnte und hielt die Kleine im Arm, mit dem Abstand, den sie gern wollte und redete monoton beruhigend auf sie ein: „Wir haben dich doch lieb, alles wird gut, alles wird gut. Lass einfach alles raus …“
Es dauerte eine Weile, aber sie wurde ruhiger und am Ende konnte sie mein tröstendes in den Arm nehmen zulassen. Sie atmete endlich wieder entspannter und schlief später schnell und friedlich in ihrem Bettchen mit Händchenhalten ein.

Puh, wir haben schon einige Wutanfälle bei ihr erlebt, obwohl sie erst 16 Monate alt ist, aber das gestern übertraf alles.

Im Nachhinein würde ich sagen, dass die Situation aus verschiedenen Gründen aus dem Ruder lief:

  1. Die Kleine war übermüdet. Sie hatte mittags nur eine halbe Stunde geschlafen.
  2. Es war die erste Woche nach dem Urlaub, in der sie vormittags wieder bei der Tagesmutter war. Zusätzlich hatten wir mittags noch viel Programm. Daher kam eine allgemeine Überreizung dazu.
  3. Meine Genrvtheit beim Wickeln.
  4. Unsicherheit / Gespannte Atmosphäre bei uns Eltern

Nach dem Abend hab ich erst mal viel über die Trotzphase, (natürlich ist es eigentlich die Autonomiephase) von Kindern gelesen. Das war gut, um mein kleines Schätzchen besser zu verstehen. Geholfen haben mir u. a. diese Blog-Artikel bei „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten“:  TROTZPHASE – UMGANG MIT WUTANFÄLLEN IN DER AUTONOMIEPHASE und bei „Geborgen Wachsen“: KEINE „WICKELKÄMPFE“ – ANLEITUNG ZUR ACHTSAMEN KÖRPERPFLEGE IM ALLTAG 

Ich danke den Autorinnen, denn sie haben mir wirklich geholfen. Folgende Tipps speziell fürs Wickeln habe ich für mich heute schon umgesetzt:

  1. Ich reiße, die Kleine nicht mehr unangekündigt aus ihrer Spielsituation, sondern kündige an, dass ich sie wickeln möchte. (Meistens sagt sie dann: „Ne!“) Früher hätte ich sie daraufhin einfach gepackt und angefangen. Denn was muss, dass muss, nicht wahr? Nun, aber habe ich dank den Tipps aus dem Artikel bessere Möglichkeiten gefunden.
  2. Ich reiche ihr z. B. eine Windel und bitte sie, sich hinzulegen und die Pampers schon mal auseinanderzufalten. Das hat sie heute tatsächlich gemacht. Auf dem Boden gewickelt werden, gefällt ihr übrigens besser als auf dem Wickeltisch. Vermutlich, weil man da schneller wegrennen kann, wenn man keine Lust mehr hat 😉
  3. Während ich sie sauber mache, bekommt sie auch ein Tuch und darf mitmachen. Das wurde begeistert aufgenommen.
  4. Ich habe eine sehr feine Nase … In diesem Falle leider. Ohne verletzen zu wollen, habe ich beim Windeln wechseln oft die Nase gerümpft und bestimmt auch angeekelt geguckt. Oder scherzeshalber zu meinem Mann gesagt: „Das nächste mal bist du aber dran …“ Bevor ich den genannten Artikel las, habe ich mir gar nichts dabei gedacht. Aber wie toll soll ein Baby die Wickelsituation schon finden, wenn Mama die scheinbar auch furchtbar findet? Daher wird sich ab jetzt zusammengerissen. Keine Gesicht verziehen, keine blöden Bemerkungen mehr! Versprochen, kleine Maus! (Dieser Punkt erklärt auch, warum sie bei Papa beim Wickeln nicht so viel Theater macht, denn der stellt sich bei Gerüchen nicht so an wie ich 😉
  5. Alles was geht, machen wir im Stehen. Also vor allem das Anziehen danach. Und wenn’s sein muss, auch die frische Pampers festmachen. Übung macht den Meister!

Was habe ich aus gestern gelernt? Die Kleinen bekommen viel mehr mit, als ich eh schon dachte. Und sie wollen ernstgenommen werden. Ihnen passt die Fremdbestimmung langsam nicht mehr und solange, es sie nicht gefährdet oder es gerade wegen wichtigen Terminen nicht möglich ist, sollte man ihnen ein Mitspracherecht zugestehen.

Bei Dingen, die einem wichtig sind, konsequent sein, aber bei Dingen die nicht zwingend so geschehen müssen, wie die Eltern es wollen, darf man sich auch mal vom Mini-Menschen umstimmen lassen. So würde ich es gern in Zukunft handhaben. Die Kleine soll lernen, dass ihre Meinung wichtig ist. Wir möchten kein Kind, dass Dinge nur macht, um uns zu gefallen, sondern ein starkes Kind, das weiß, dass es ein respektvolles Miteinander von uns erwarten kann. Das ist manchmal im Alltag gar nicht so einfach umzusetzen. Aber wir werden uns bemühen.

PS:
Heute Mittag als die Windel voll war, fragte ich also: „Wie machen wir das jetzt mit dem Wickeln? Lieber auf dem Wickeltisch oder auf dem Boden?“
„Papa!“
„Soll der Papa dich wickeln?“
„Ja!“
Tja, was soll man da machen 😉
Vor ihr werde ich es sicher nicht mehr zeigen, aber innerlich darf ich mich doch ein wenig freuen, wenn sie sich wünscht, dass der Papa das macht, oder? Der macht das schließlich auch sehr gut 🙂

Familienmoment

Familienmoment 2

Gerade noch rechtzeitig am Mittwoch kommt hier mein #Familienmoment 2 zur Aktion der Küstenmami von Küstenkidsunterwegs.

In der letzten Woche war mein Lieblingsfamilienmoment auf jeden Fall die Silvester-Nacht!

Wir haben Silvester zusammen mit 6 Pärchen und 6 Kindern in Bochum verbracht. Allein, dass solche Ausflüge mit unserer Kleinen nun so stressfrei sind, ist schon ein tolles Gefühl! Vor einem Jahr wäre das nicht möglich gewesen. Dieses Jahr war ich mir jedoch sicher, die Kleine würde Spaß haben und sie würde definitiv dort auch einschlafen (ok, so definitiv, wie man es bei einem Kleinkind voraussagen kann. Schwächen wir das mal ab und sagen, ich war mir sehr sicher, sie würde dort irgendwann irgendwie einschlafen …)

Der Silvester-Abend selbst war dann erst mal ziemlich turbulent. Die Kinder hielten uns Eltern auf Trapp und ehe alle gegessen hatten, war es 22.00 Uhr. Danach brachten wir den Nachwuchs ins Bett, was ganz gut klappte. Trotz unbekanntem Reisebettchen und fremden Kinderzimmer schlief unsere Kleine nach einiger Zeit ein. Ok, es war ja auch ein sehr langer, aufregender Tag gewesen. Aber das muss bei uns nichts heißen …

Danach hatten wir Eltern gut eine Stunde für uns. Wir konnten in Ruhe quatschen, etwas Trinken und in Erinnerungen schwelgen. Ab und an sprang ein Babyphone an und jemand musste aufspringen und sich kümmern. Ein bisschen wie bei einem Spiel, frei nach dem Motto, wessen Babyphone piepst, der hat verloren oder so ähnlich ;D

Unseres meldete sich dann gegen 23:20 Uhr. Verdammt, verloren 😉 Ich bekam die Kleine leider nicht mehr zum Einschlafen, aber egal, denn dadurch wurde erst unser bester Familien-Momente der Woche möglich:

Wir erlebten das Silvester-Feuerwerk zusammen. Mein Mann, die Kleine und ich. Es war wunderschön!

Das Haus der Freunde, bei denen wir übernachtet haben, hat große Panorama-Fenster und liegt etwas erhöht. So konnten wir das Feuerwerk im ersten Stock mit einer Wahnsinns-Aussicht genießen. Von „Direkt-vor-der-Haustür“ bis zum Horizont breitete sich ein einziges Farbenmeer für uns aus!

Die Kleine kam aus dem Staunen nicht mehr heraus und rief: „Gucken! Gucken!“ oder „Boahr! Wow!“

Das Feuerwerk dauerte eine ganze Stunde und trotz aller Aufregung war die Kleine immer noch etwas schlaftrunken und richtig kuschelig unterwegs. Immer wieder ließ sie ihr Köpfchen auf eine unserer Schultern sinken. Das Schönste war, dass sie mich an dem Abend zum ersten mal richtig fest umarmt hat. Sie hat nicht nur die kurzen Ärmchen um mich geschlungen wie sonst, sondern mich dabei richtig gedrückt. Voll süß!

Und so standen wir drei da. Unsere kleine Familie. Wir konnten im warmen, sicher und kuschelnd das Feuerwerk am Bestaunen. Was gibt es Schöneres als solche innigen Momente?

Baby

Wenn Babys sich nicht trösten lassen …

Zum Einschlafen zärtlich über das Köpfchen streicheln? – Hat mein Baby gehasst.
Ruhig Einschlaflieder summen? Hab ich in der Anfangszeit mit Baby eigentlich mehr gemacht, um überhaupt etwas zu tun und nicht vollkommen hilflos zu sein. Denn beruhigt hat meine Kleine das nicht im geringsten.

Rituale? Babymassage? Mozart-Musik? White Noise? Ruhige Abend-Atmosphäre? Wo bitte bekommt man ruhige Abend-Atmosphäre her, wenn das Baby schreit und schreit und schreit? Zum Teil sechs Stunden am Stück.
Wir waren mit unserem Latein am Ende. Das Babyschreien ging mir durch Mark und Bein. Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen, wenn sie weinte. Manchmal weinte ich mit. Mir gelang irgendwie nichts mehr.
Tagsüber schaffte ich es immerhin die Kleine im Tragerucksack zum Schlafen zu bringen. Dazu musste ich lange durch die Wohnung tanzen oder draußen lange spazieren gehen, obwohl ich meist hungrig und müde war und auch noch unter den Geburtsverletzungen litt. Sobald ich mich hinsetzte oder die Kleine ablegte, war sie war wieder hellwach.

Als sie ein paar Wochen alt war, schlief sie zumindest beim Autofahren im MaxiCosi mal ein. Manchmal bin ich tatsächlich mit Baby, Schokolade und etwas zu trinken ins Auto gestiegen und rumgefahren, damit ich mal im Sitzen etwas essen konnte. Und es dazu auch noch still war. Einfach eine halbe Stunde Stille. Hey, so hab ich direkt mal die neue Umgebung kennengelernt (wir waren grad umgezogen).

Unsere Kleine konnte nichts beruhigen in den ersten Monaten. Sie war vom anderen Stern und noch nicht bereit in unserer Welt anzukommen. Aber das wusste ich damals nicht. Ich war verzweifelt. Was machte ich nur falsch? Hatte sie Schmerzen? Hunger? Durst?

Und immer diese bohrende Frage: „Ich bin doch ihre Mama, warum kann ich sie nicht trösten?“

Ich wurde in dieser Anfangszeit mal gefragt, ob ich ein einfaches Baby hätte. Und ich sagte: „Das weiß ich nicht. Ich kenne ja nur meins.“ Ich wollte nicht „Nein“ sagen und die Versager-Mama sein, die nicht mal ihr eigenes Kind trösten konnte. Die zugibt, dass sie es schwierig findet, für ein Baby zu sorgen, wo das doch das natürlichste auf der Welt ist. Nein, nein, alles bestens. Ist bestimmt normal und ich stelle mich nur an … Alle anderen schaffen das ja auch mit links …

Wenn ich andere Mamas sah, deren Babys ruhig und wach im Kinderwagen lagen, zweifelte ich an mir. Wieso klappte das bei uns nicht? Zudem schien keiner in meiner Umgebung so etwas zu kennen. Babys, die nicht schlafen wenn sie müde sind, sondern schreien. Babys, die im Kinderwagen nicht einschlafen, sondern schreien. Wo gibt es denn sowas? Bei uns gab es sowas … Tja, da hatte ich ja mein Baby ganz schön verwöhnt, was? Oder war sie sogar eines dieser Schreibabys?

Viele Kommentare lauteten: „Die hat dich ja gut im Griff!“

Heute sage ich: „So ein Schwachsinn! Dieses kleine schutzlose Wesen brauchte mich! Und zwar ganz nah. Und selbst das reichte halt am Anfang nicht, um sie zu trösten.Wir mussten ihr erst mal beweisen, dass die Welt, in der sie nun lebte, für sie sicher war. Dass Hunger gestillt werden kann, dass wir sie nie und nimmer verlassen würden und dass wir dafür sorgen würden, dass es ihr gutginge.“ Leider wusste ich all das nicht und war verunsichert. Das spürte die Kleine bestimmt noch zusätzlich zu ihren Ängsten.

Irgendwann als ich einfach nicht mehr weiter wusste, machte ich einen Termin mit einer Familienberaterin. Das hat mir dann geholfen. Die Dame war selbst sechsfache Mutter und jetzt kommt’s: Erst ihr viertes Kind war ein sensibles Baby bzw. Schreibaby. Sie erzählte mir, dass sie sich vorher nie vorstellen konnte, wie anstrengend das sein kann und wie überfordert man damit sein kann. Sie hatte also drei Kinder, was schon mega-viel Arbeit bedeutet, aber erst ihr Viertes war ein Schreibaby und sie war hilflos. Sie konnte dem kleinen Wesen nicht gerecht werden (daraufhin informierte sie sich viel, machte Fortbildungen und wurde überhaupt erst Familienberaterin).

Das zu hören, war für mich ganz ehrlich eine Erleichterung. Für mich bedeutete das, ich war nicht Schuld. Babys sind einfach komplett unterschiedlich, was ihre Bedürfnisse angeht. So fiel es mir leichter mit dem Weinen umzugehen. Ich konnte meiner Kleinen beistehen, ohne mich die ganze Zeit zu fragen, ob es nicht doch an mir lag.

Wir bekamen aber noch andere Tipps von der Familienberaterin. Ich werde die mal aus meiner Erinnerung zusammenzufassen:

Baby warm halten. Unserer Kleinen war damals anscheinend oft kalt (Septemberbaby). Sie hatte kühle Hände, aber meine Hebamme meinte zu mir, hauptsache der Nacken und die Füße seien warm. Naja, nach der Beratung hieß es: Mützchen auch im Haus an. Ablegen nur auf vorgewärmte Plätze (Wärmflasche auf großem Stillkissen zum Beispiel. Baby dann auf den vorgewärmten Platz legen und die Wärmflasche ohne Körperkontakt mit unter die Decke, mit der man das Baby zugedeckt hat).

In den ersten Monaten die Schlafenszeiten des Babys akzeptieren. Schläft es frühstens um 01:00 Uhr ein? Dann möglichst tagsüber Kraft sammeln. Z. B.: Versuchen das Baby nicht im Tragerucksack, sondern im Pucktuch zum Einschlafen zu bringen, da man es dann leichter ablegen kann und sich wenn man Glück hat selber auch mal hinlegen kann. Ist natürlich nicht so einfach (bis unmöglich) wenn an mehrere Kinder hat … Ich gebe trotzdem mal alle Tipps weiter, die mir als Mama mit nur einem Kind gegeben wurden.

Das Baby nicht unter den Achseln fassen zum Hochheben oder beim Tragen. Denn angespannte Kinder spannen dabei die Muskeln an und das führt zu noch mehr Spannung im Körper. Lieber die eine Hand unter den Po/Rücken schieben und die andere Hand unter das Köpfchen, dann behutsam vor die Brust hochnehmen.

Hier der Tipp, der bei uns am meisten brachte:

Ruhige Stimme und ruhige Bewegungen. Zur Beruhigung das Kind aufrecht vor die Brust nehmen (evtl. gepuckt), sodass die Beine angewinkelt sind. (Ähnlich der Position in einem Tragetuch). Wenn die Babys so aufgeregt sind, wie unsere Kleine erfordert es am Anfang bis sie sich beruhigen schon Kraft sie in dieser Position zu halten.
Nun immer wieder langsam in die Hocke gehen und langsam wieder hochkommen. Immer weiter machen. Ruhig Atmen und erst mal nur auf eigene Atmung und sich selbst konzentrieren. Solange bis man es schafft ruhig und tief zu atmen.
Dann erst dem Kind zuwenden und beim Schreien“zuhören“. Beruhigend mit ihm Sprechen. Ganz wichtig: Mit übertrieben tiefer Stimme sprechen.
Was man sagt ist dabei fast egal. Ich sagte damals sowas wie: „Och, och, och, erzähl mir ruhig alles! Warum geht es dir nicht gut?“
(Es hat bei uns wirklich etwas gebracht. Es war kein Wundermittel, aber aus dem „In-Rage-Schreien“ wurde ein normales „Schluchzen“. Wenn ich es kräftemäßig lange genug geschafft habe, ist die Kleine so auch eingeschlafen. Die Familienberaterin hatte das so auch mit meiner Kleinen gemacht und da hat es tatsächlich sehr schnell funktioniert, dass sie aufgehört hat zu Schreien. Aber das war auch nachmittags und nicht Abends/Nachts.

Wenn man Glück hat und das Baby schläft irgendwann ein, ist die nächste Herausforderung, das Ablegen. Man muss ja auch als Mami mal auf Klo, oder essen oder sonstwas nebensächliches.
Also, beim Ablegen darf man, nicht zuuu vorsichtig sein, sonst schrillen bei den sensiblen Babys sofort die Alarmglocken. (Oh, oh, Mama legt mich vorsichtig ab … Da droht bestimmt Gefahr, schnell aufwachen! Nicht, dass Mama mich allein lässt …)
Also beim Ablegen Kind nicht so anfassen, als dürfe man keine falsche Bewegung machen. Stattdessen liebevoll aber bestimmt hinlegen und dabei nicht vergessen zu atmen … Po zuerst ablegen, wenn das Baby dabei die Augen öffnet, sanft sagen: „Hey, du kannst ruhig weiterschlafen.“ Jaja, dass es das dann auch macht, ist natürlich Glückssache.

Für das Wohl der Mama: Wenn es irgendwie möglich ist, sich mit dem Partner abwechselnd um das Baby kümmern. Anfangs standen mein Mann und ich immer zu zweit um die Kleine herum und versuchten herauszufinden, was sie hat. Als sein Urlaub vorbei war (nach 3 Wochen), war ich den ganzen Tag bei der Kleinen und abends kümmerten wir uns oft noch zusammen, aber um Kräfte zu sparen und um dem Baby weniger Reize zuzumuten, sollte man sich lieber abwechseln.
Vielleicht kann der Mann abends eine halbe Stunde bis Stunde mit dem Baby im Tragerucksack spazieren gehen, während man selber mal etwas isst oder für beide kocht oder das macht, was man sonst so an Grundbedürfnissen den Tag über nicht befriedigen konnte.

Und noch eine Anmerkung von mir persönlich: Der Tipp von Bekannten, man müsse die Babys tagsüber auspowern, damit sie Nachts gut schlafen, ist bei sensiblen Babys absolut der falsche Weg!!! Das führt zur totalen Überreizung und noch schlechterem Abschalten können / Einschlafen. Als wir später einen Rhythmus hatten (mit ca. 9-10 Monaten), haben wir bei uns zumindest die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, wenn die Kleine 1-2 Stunden Mittags schläft und dann trotzdem relativ früh ins Bett geht (spätestens 19:00 Uhr). Hier kann ich sagen, dass wie sehr Glück mit unserer Kleinen haben. Seit wir diesen Rhythmus haben, schläft sie trotz frühem Zubettgehen oft bis 8:00 Uhr. Muss wohl den Schlaf aus den ersten Monaten nachholen 😉 Alles natürlich nur wenn sie grad nicht krank ist und grad keinen Schub hat.
Wie auch immer, unser sensibles Babys ist sehr aufmerksam. Sie will alles mitbekommen und saugt alles auf, was der Tag ihr bietet. Bis ins kleinste Detail. Und das macht sie sehr müde. Die Gefahr den müden Punkt zu verpassen ist hoch und dann geht’s rund. Ihr wisst, was ich meine … 😉 Da hilft kein Schlafentzug, damit sie abends besser schläft. Eher im Gegenteil.

Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass wir Glück hatten, dass die Phase des Schreiens hier nur bis ca. in den vierten / fünften Monat hineinging. Ich habe von anderen gehört bei denen das bis zu einem Jahr ging. Das stelle ich mir heftig vor.
Unsere Kleine ist immer noch anspruchsvoll, will überall dabei sein und beschäftigt sich auch jetzt nur unter Protest mal kurz alleine, aber sie ist ausgeglichener seit sie mehr kann. Vor allem, als sie dann Laufen konnte, war festzustellen wieviel zufriedener sie mit sich und der Welt ist. Jaha, jetzt kann Mama nicht mehr einfach so mal den Raum verlassen ohne, dass sie die Möglichkeit hat gaaaanz fix hinterherzukommen und das gibt ihr Sicherheit. Sie hat jetzt viel mehr selbst in der Hand. Das gefällt ihr 😉

Und noch eine Anmerkung: Ich schreibe hier nur meine Erfahrungen auf. Nichts davon ist wissenschaftlich belegt und wenn ein Baby sehr viel schreit sollte man natürlich immer ärztlich abklären lassen, ob gesundheitlich alles in Ordnung ist.
Ein toller Blog, auf dem ich auf der Suche nach Hilfe oft gestoßen bin, ist übrigens: Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten. Kann ich sehr empfehlen!

Eure Nätty

Beitragsbild (Baby) aus der Bilddatenbank von pixelio.de