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Kleinkind lässt Mama nicht schlafe

#Kindermacken&Co – Blogparade

Heute gibt es noch ne Runde witzige Macken der süßen Kleinen hier auf dem Blog. Zu den älteren Marotten geht es hier entlang.

Diesmal hat Dienna vom Blog „Zwischen Windeln und Wahnsinn“ im Rahmen einer Blogparade dazu aufgerufen einmal die Marotten der lieben Kleinen rauszukramen. Klar, dass ich da nicht widerstehen konnte 😉

Darf ich vorstellen? Das Bilderbuch-Mädchen alias:

Dancing Queen / Rampensau / Party-Maus !!!

Unsere Kleine ist die unangefochtene Königin der Tanzflächen. Ob „Schmetterling, du kleines Ding“ oder „All the Single Ladies“ von Beyoncé. Wo Musik läuft, ist das Bilderbuch-Mädchen nicht weit und macht Party!!!

Letztens waren wir z. B. auf einer Hochzeit und ich hatte dem Bilderbuch-Mädchen Musik und Tanz versprochen. Und sie ist dann wirklich bei jedem Klang von Musik zum Tanzen aufgesprungen. Auch wenn es nur ein kurzes Zwischenstück während der Hochzeits-Zeremonie war. Und viel später als dann endlich auch von den Erwachsenen getanzt wurde, war sie gar nicht mehr runterzubekommen vom Dancefloor. Erst gegen 1:00 Uhr nachts – als wir sie in den Kinderwagen zwingen mussten, weil sie sich vor Müdigkeit kaum noch gerade halten konnte – schlief sie dann ein. Und zwar unter einem stetigen: „Noch weiter tanzen!“-Gemurmel.

Gesangstalent

Gesungen wird hier auch wirklich ständig. Vor dem Schlafen, nach dem Aufwachen, im Auto. Überall. Und ihr fällt es leicht sich gefühlt hunderte von Liedtexten zu merken und diese wann immer Langeweile aufkommt zum Besten zu geben. Letztens im Kinderwagen erschallte plötzlich ein: „Die Räder am Kinderwagen drehen sich rum, rum, rum, durch die gaaanze Stadt!“

Kommentatorin

Immer noch wird hier wirklich alles bis ins kleinste kommentiert. Unser Abendessen hört sich manchmal son an: „Du isst Brot, Mama. Ich esse Brot, Mama. Papa isst Brot, Mama. Wir essen alle Brot!“ Ein bisschen witzig ist es schon wenn alles, was man macht kommentiert wird.

Selfie-Königin

Schnuten ziehen, Grimassen schneiden oder lachen – Alles kein Thema für das Bilderbuch-Mädchen, wenn es um das perfekte Selfie geht. Seit sie das mit ihrer Großcousine geübt hat, gehört „ein Selfie machen“ wie selbstverständlich zu ihrem Repertoire.

Kitzel-Monster

Sobald man hier mit nackten Füßen herumläuft, muss man aufpassen. Sofort kommen zwei kleine Händchen auf einen zugestürzt, um einen durchzukitzeln.

Fürsorglich

Wird irgendwo geweint, kann man sicher sein, dass das Bilderbuch-Mädchen zur Stelle ist. Trösten in drei Schritten ist dann angesagt:

Schritt 1: Es wird festgestellt: „Da weint ein Baby!“ (eigentlich egal wie alt die weinende Person wirklich ist).

Schritt 2: Traurige Person wird tröstend in den Arm genommen.

Schritt 3: Es wird beruhigend auf traurige Person eingeredet: „Alles wieder gut!“

Keine Pause für die Mama!

Mama DARF NICHT liegen! Sinke ich mal erschöpft nach einem harten Tag auf den Boden im Kinderzimmer während wir dort spielen oder wage es mich in mein Bett zu legen, während das Bilderbuch-Mädchen wach ist, erschallt ein empörtes: „Mama, nicht schlafen!“ oder „Aufstehen, Mama!“ Dann werde ich wieder hochgezogen. Wenn ich dann nicht stehe, sondern NUR sitze, höre ich ein: „Noch mehr aufstehen!“ 😉

Ich will das nicht! Oder vielleicht doch … ?

Also eigentlich will das Bilderbuch-Mädchen erst mal grundsätzlich gar nichts von dem was man ihr so vorschlägt. Im Kinderwagen spazieren fahren? „Ich will das nicht … Ich will das nicht … Ich will das nicht …“

Sitzt sie dann erst mal im Kinderwagen und es geht los, ist das Widerstreben plötzlich vergessen und es wird begeistert singend im Kinderwagen eine Spazierfahrt unternommen …

Höflichkeitsfloskeln

Des Öfteren probiert sie etwas Neues zu Essen und frage ich sie danach: „Und? Schmeckt es?“, so antwortet sie eigentlich immer: „Mhmmm, lecker!“ Aber oft schiebt sie dann den Teller nach diesem einen Bissen weg und erklärt: „Satt!“ Ähm ja … War wohl doch nicht so lecker 😉

So, das waren nun die süßen Eigenarten des Bilderbuch-Mädchens mit nun fast 23 Monaten. Mehr liebenswerte Marotten findet ihr bei Dienna. Hüpft doch mal rüber zu ihr. Vielleicht habt ihr ja auch selbst Lust bei ihrer Blogparade #Kindermacken&Co mitzumachen? Bis zum 31.08.2016 habt ihr noch Zeit 🙂

Alles liebe,

eure Nätty

Mama rastet aus

Manchmal bin ich eine echte Niete als Mama …

Gibt es sie wirklich diese Mütter, die stundenlang mit einer Seelenruhe am Bett ihrer Kleinen sitzen und die totale Selbstaufgabe leben und lieben? Denen es egal ist, ob sie abends auch mal kurz Zeit für sich haben oder nicht? Mir nämlich nicht. Ich brauche ab und an mal einen Feierabend! Jawohl! Und das wenn es geht nicht erst nach 1,5 bis 2 Stunden wahlweise Jammern, Weinen oder Knöttern … Bin ich jetzt eine Rabenmutter?

Aber alles auf Anfang. Wie komme ich da überhaupt drauf?

Heute war eigentlich ein sehr schöner Tag. Wenn auch sehr wechselhaft, was die Laune der kleinen Bilderbuch-Madame anging … Aber alles in allem ein Tag mit schönen Unternehmungen bei traumhaftem Wetter.

Wir mussten nicht früh aufstehen und das Bilderbuchmädchen hat sogar bis 09:00 Uhr geschlafen. Ja, ok, sie hatte am Abend vorher auch bis halb elf Terz gemacht, aber hey dass sie bis 9:00 Uhr geschlafen hat, hat mich versöhnlich gestimmt 😉

Wir sind also in Ruhe aufgestanden und haben gemütlich gefrühstückt. Mehr oder weniger. Die Laune des Bilderbuchmädchens war nämlich eher so mittel. Alles war doof. Wickeln doof, Anziehen doof, Frühstücken doof. Mit teenie-mäßig genervtem Gesichtsausdruck saß sie am Frühstückstisch. Versuchte man sie aufzumuntern kam nur ein ärgerliches: „Ne!“
Ok, kleiner Morgenmuffel. Ich weiß ja von wem sie es hat.

Aber es ging ja noch weiter. Wir fuhren dann zu einer lieben Verwandten, die uns netterweise einen Berg von Klamotten für das Bilderbuchmädchen überlassen hat, aus denen ihre Mädels herausgewachsen sind.
Meine Kleine war ungewohnt wortkarg und eher schüchtern drauf. Normalerweise ist es ihr piep-egal, ob sie Leute seit einer Minute oder ihr ganzes Leben lang kennt, sobald jemand fragt: „Wollen wir schaukeln gehen?“, ist sie Feuer und Flamme.
Heute nicht.
Die Tochter meiner Verwandten wollte mit dem Bilderbuchmädchen in den Garten, doch die Kleine schaute jammerig drein, lief zu mir und murmelte nur: „Bei Mama bleiben!“
Gegen Ende taute sie dann doch noch etwas auf und spielte im Sandkasten aß Sand im Sandkasten …

Zum Mittagsschlaf waren wir wieder zuhause. Hinlegen war ein Drama. Obwohl sie offensichtlich hundemüde war, gab es eine Runde Geschrei für Mamas Ohren. Aber relativ schnell beruhigte sich die Maus und schlief dann gut ein.

Nach dem Mittagsschlaf war die Laune des Bilderbuchmädchens wieder blendend. In bester Stimmung machten wir zusammen mit dem Papa einen Spaziergang. Alles knorke soweit. Auch der Besuch auf dem Spielplatz gefiel dem Bilderbuchmädchen super. Wir sind sogar zu Fuß bis nachhause gelaufen und ich hatte die Hoffnung sie würde dadurch schön müde sein und später gut einschlafen. Um die Hoffnung weiter zu nähren, gab es für das Bilderbuchmädchen nach dem Abendessen noch ein Bad.

Was sollte jetzt beim Einschlafen noch schief gehen?

Ähm ja, Madame war vollkommen überdreht. In die Schlafklamotten musste ich sie fast zwingen.
Versucht mal ein Kleinkind anzuziehen, dass sich permanent auf den Boden schmeißen will. Wie ein kleiner unkontrollierbarer Flummi hüpfte sie durch ihr Zimmer. Ohne Rücksicht auf Verluste. Mit dem Kopf gegen die Schranktür? Warum nicht …

Ok, zum Runterkommen haben wir dann erst mal etwas gelesen. Schummriges Licht. Gedämpfte Stimme und was man so alles versucht …

Als es dann Zeit fürs Bett war – gegen 20:00 Uhr – war das Geschrei wieder groß.
Ich übte mich in Engelsgeduld, erwähnte sie dürfe ruhig traurig sein und weinen (hatte ja früher so gut geklappt und unsere letzte Einschlafdrama-Phase beendet), aber es half diesmal nichts. Das Einschlafen hat schon immer relativ lange gedauert, aber seit dem letzten Fieber-Tag ist die lange Einschlafphase auch wieder mit viel Geschrei verbunden.

Nun war es für mich heute aber schon der vierte Abend in Folge, an dem sich andeutete, dass kein richtiger Feierabend für mich drin wäre …

In der ersten Nacht der vorausgegangenen Abende schliefen wir kaum, da das Bilderbuchmädchen immer wieder aufwachte und „Mama. Mama!“ jammerte. Ab halb vier habe ich dann bei ihr geschlafen und es ging. Zum Glück musste ich am nächsten Tag nicht arbeiten.

In der zweite Nacht habe ich auch bei ihr geschlafen, da sie hohes Fieber hatte, was die schlechte Nacht davor erklärte.
Wir haben uns dann schon um sieben Uhr hingelegt und ich bin auch nicht mehr aufgestanden. Hatte den Schlaf nach der Nacht davor nötig und auch der Tag mit 12 Kilo-Fieberkind, das man so durch die Gegend schleppt, war anstrengend.

In der dritten Nacht versuchte ich mich 1,5 Stunden an der Einschlafbegeleitung. Danach versuchte es der Papa nochmal, dann beschlossen wir, sie sei noch nicht müde genug und ließen sie spielen. Dann wurde gegen hab elf endlich geschlafen. Für alles was ich mir für diesen Abend vorgenommen hatte, war ich zu dieser Uhrzeit schon zu müde … Also hab ich mich nur noch von Amazon Prime*  berieseln lassen und bin dann ins Bett gegangen.

Heute war dann also die vierte glorreiche Nacht. Seit dem Hinlegen nur Weinen. Obwohl sie sooo müde war. Ich bot ihr an noch Händchen zu halten, schaltete Schlafmusik ein – dass hatte eine Weile ganz gut funktioniert – aber heute leider nicht. Ich sang selbst für sie. Ich streichelte über ihr Köpfchen. Ich war sehr geduldig, aber in den Schlaf fand die Kleine einfach nicht. Nach 1,5 Stunden etwa, war meine Engelsgeduld leider aufgebraucht. Ok, innerlich war sie schon etwas länger aufgebraucht, aber nun drängte sich meine gereizte Stimmung auch an die Oberfläche …

„Mama … Mama …“ jammerte das Bilderbuchmädchen.

„Ja? Was möchtest du denn?“

Weinen. Weinen. Weinen.

Meine Ohren dröhnten langsam von dem ganzen Weinen. Das sagte ich ihr auch. Ja, in genervtem Tonfall, was natürlich nicht zur Besserung der Stimmung beitrug. War mir auch vorher klar, aber ich wollte endlich mal wieder einen Feierabend vor 23:00 Uhr. Und ja, das mag vermessen sein, aber so ist es nunmal.

„Mama …“

„Ja, Mama ist ja da! Mama hat dich auch sehr lieb. Aber Mama ist müde …“

Wäääh!

Na, toll. Dieses „authentisch-sein“ half auch nicht …

„Bitte, sag mir doch was du möchtest. Wenn du immer nur jammerst, weiß ich nicht wie ich dir helfen kann!“ , mosere ich.

„Keks!“, höre ich trotzig aus dem Bett. Na, toll … Dazu muss ich natürlich nein sagen, na wenn das mal nicht die Stimmung hebt.

Es wird also wieder gebrüllt.

Ich werde auch lauter.

„Es ist Schluss jetzt. Es gibt keinen Keks mehr, keine Milch mehr (wurde zuvor auch geordert), ich schmiere deine Zähne nicht nochmal mit dentinox ein und es wird auch nichts mehr gelesen! Es ist 22:00 Uhr und Schlafenszeit!“

Kurzzeitig herrschte Stille und dann … wurde natürlich wieder gejammert. Ja, schon klar, wer schläft auch beruhigt und selig ein, wenn er von der Mama immerzu angemeckert wird.
Tolle Mama. Ganz große Leistung. Nicht …

Mit großer Selbstbeherrschung ringe ich mich dazu durch, mich in ruhigem Ton zu entschuldigen. Ich streichle ruhig ihren Arm, sage ihr nochmal gaaaanz lieb gute Nacht und gehe dann raus, obwohl sie weint. Ich sage, ich komme gleich wieder rein.

Innerlich könnte ich ausrasten. Wer hat das eigentlich erfunden? Kinder, die aufdrehen, wenn sie müde sind? Noch ein paar Schritte und ich bin im Schlafzimmer. Ich springe wütend herum, fluche vor mich hin und verzieh mich kurz ins Wohnzimmer um eine Tafel Schokolade einzuatmen. Und jetzt ratet, was passierte? Das Bilderbuchmädchen ist einfach eingeschlafen während der fünf Minuten, in denen ich unten war.

War doch alles ganz easy und entspannt. Was rege ich mich eigentlich so auf? Ehrlich, ich sollte mir stärkere Nerven zulegen …

Eure Nätty

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Baby schläft nicht

Unser Einschlaf-Drama und die einfache Lösung inklusive Zauberformel …

Das Bilderbuchmädchen ist nun 18 Monate alt und ich weiß nicht, ob es an der langen Krankheitsphase lag oder an einem Schub, aber das Einschlafen wurde in letzter Zeit zu einem richtigen Drama bei uns …

Wir hatten eine gute Phase vorher, in der musste ich nur kurz händchenhaltend an ihrem Bett sitzen und schwupps erreichte die Kleine das Land der Träume.

Doch in den vergangenen Nächten mit dem hohen Fieber schlief die kleine Maus wieder bei uns im Bett. Denn sie brauchte unsere Nähe. Nach dieser Phase klappte das Einschlafen im eigenen Bett eigentlich wieder gut, jedoch wurde sie nachts gegen 1:00 Uhr wach und konnte dann nicht mehr allein einschlafen. Ich legte mich dann erschöpft einfach mit in ihr Zimmer auf die Matratze, die ich in der Zeit vor ihrem Bett liegen hatte. Da ich auch angeschlagen war durch Erkältung und Schlafmangel war ich froh wenn das Bilderbuchmädchen einschlief mit mir im Raum und ich nichts weiter machen musste, als danebenzuliegen. Manchmal hat sie auch mit auf der Matratze geschlafen. Meist hab ich dann die ganze Nacht dort verbracht. War ja auch ganz gemütlich …

Einschlafritual – Alles auf Anfang

Nachdem nun aber die Krankenstation abgebaut wurde und alle wieder auf dem Damm waren, wollte ich das alte Einschlaf-Ritual einführen: Im Zimmer noch etwas spielen oder lesen. Dann Wickeln, Schlafsack an, Zähne putzen, das letzte Buch gucken und das Bilderbuchmädchen in ihr Bett legen. Etwas Händchen halten und Friede, Freude, Eierkuchen oder so …

Aaaaber weit gefehlt. Die letzte Woche war wirklich mein persönliches Einschlafdrama. Ich habe jeden Abend zwischen 1,5 und 3 Stunden damit verbracht die Kleine ins Land der Träume zu befördern.

Nach dem letzten Buch habe ich sie in ihr Bett gelegt, mich auf der Matratze vor ihrem Bett dazugelegt und dann versucht sie mit Händchenhalten in den Schlaf zu begleiten. Erst ganz liebevoll und geduldig, irgendwann immer gereizter.
Erst wollte sie noch was trinken, dann nochmal in den Arm genommen werden, dann nochmal den kompletten Tag durchgehen. Oder sie fing an albernen Quatsch zu machen. Natürlich musste ich manchmal darüber lachen, was dazu führte, dass sie sich bestätigt fühlte und weiter fröhlich Grimassen zog. Wenn ich dann gesagt habe: „So jetzt ist Schluss. Es wird geschlafen. Mach mal die Äuglein zu!“ wurde das mit verständnislosem Weinen quittiert.
Ich hab alles versucht: den Tag mit ihr besprochen, sie getröstet, sie in den Arm genommen, gesungen, gestreichelt, sie zu mir auf die Matratze geholt, ruhig erklärt, dass wir jetzt schlafen und dann nichts mehr gesagt, sondern so getan, als würde ich schlafen … Nichts klappte.

Wer braucht schon einen Feierabend? (Ich!!!!!)

Ich war gefrustet, hatte ich doch schon seit Tagen keinen richtigen Feierabend mehr oder erst dann wenn ich selbst so müde war, dass ich nur noch ins Bett wollte.
An einem Abend verließ ich nach zwei Stunden entnervt den Raum. Mein Mann sollte es jetzt bitte richten. Was natürlich nicht klappte, weil das Bilderbuchmädchen traurig war, dass die Mama den Raum so wütend verlassen hatte. Da konnte der Papa solange trösten wie er wollte, das Bilderbuchmädchen war ja verwirrt und verunsichert, weil die Mama so komisch drauf war. Wie soll man da auch einschlafen?
Und so kam ich zurück, um ihr zu sagen, dass es mir Leid tut und ich sie ganz doll liebhabe. Es hat zwar trotzdem noch lang gedauert, doch sie schlief dann ein. Ich leider auch direkt mit … Feierabend ade.

Abends hatte ich nun schon immer ein ungutes Gefühl beim ins Bett bringen. Jeden Abend dasselbe Szenario. Schlafenszeit gleich Schrei- und Weinzeit … Einmal brauchte ich ganze 3 Stunden um sie zum Schlafen zu bekommen. Zwischendurch habe ich sie aus dem Bett geholt und noch eine halbe Stunde spielen lassen, weil ich dachte sie sei nicht müde genug. Nachdem ich wieder alle Register gezogen hatte und nichts half und sie nur schrie, wurde ich auch laut. Ich war mit den Nerven am Ende, wollte nur noch endlich selber schlafen.
„Jetzt schlaf doch endlich!“ In meinem Kopf war dieser Gedanke schon ewig gekreist und nun war er raus und das nicht besonders leise. Verschüchtert legte sich mein Mädchen hin und schlief … Oh nein … Das wollte ich doch auch nicht. Wie traurig muss sie eingeschlafen sein? Es tat mir so unendlich Leid. Ich wartete still an ihrem Bett und hoffte sogar sie würde nochmal aufwachen, damit ich mich entschuldigen könnte. Aber sie schlief durch bis zum nächsten Morgen. Es folgte noch ein weiterer unsäglicher Einschlaf-Drama-Abend und dann beschloss ich:

So kann es nicht weiter gehen.

Jeden Abend wieder Angst vor dieser schlimmen Phase. Wahrscheinlich bei mir und der Kleinen gleichermaßen. Das Bilderbuchmädchen verband das ins Bett gehen wahrscheinlich jetzt damit, dass die Mama irgendwann immer entnervt war.

Wir haben eine Lösung gefunden. Wir haben nur einige Kleinigkeiten verändert:

1. Die Matratze vor ihrem Bett habe ich weggeräumt und durch einen Stuhl ersetzt. Das bewirkt, dass ich nicht so schnell müde werde. Denn das dauert im Sitzen länger, als wenn man sich mithinlegt. Nicht so müde bedeutet für mich, weniger gereizt zu sein, wenn das Baby nicht sofort einschläft 😉

2. Für das Einschlaf-Ritual habe ich extra ein neues Buch gekauft (Mein erstes großes Gutenacht-Buch *- Rezension folgt noch. So viel schon vorab, es ist total süß illustriert und die Geschichten sind sehr niedlich und schön kurz). Ich hoffe, dass sie das Buch später immer mit Schlafenszeit verbindet, wenn wir das gemütlich zusammen lesen.

3. Die Schlafenszeit habe ich etwas nach hinten verschoben, denn ich hatte auch die Vermutung, dass sie nicht mehr so früh müde ist.

4. Reihenfolge ist nun: Noch etwas spielen, wickeln, Schlafsack an, Zähneputzen, das neue Buch lesen und danach sofort ins Bett.

Der erste Abend war heftig. Sie schrie aufgelöst …. Es folgte ein schlimmer Wutausbruch so wie hier beschrieben Wickeln in der Trotzphase … So heftig hatte ich das seitdem nicht mehr erlebt. Alles nur, weil ich sie ins Bett legte und mich danach nicht auf der Matratze vor ihrem Bett.

Ich war lange ratlos, versuchte dies und das aber nichts half, doch dann fand ich die einfachste Lösung ever!

Irgendwann sagte ich einfach: „Du bist wütend und traurig! Das ist dein gutes Recht! Du darfst ruhig weinen, wenn du traurig bist, dass die Mama nicht hier schläft. Mama weint auch manchmal wenn sie traurig ist. Lass einfach alles raus!“. Das war alles. Das Zaubermittel. Ich hab ihr gesagt, dass ich verstehe, warum sie weint und dass das vollkommen ok ist traurig zu sein. Zack, hat sie sich beruhigt. Ab und zu wollte sie meine Hand, hat kurz geschluchzt, dann aber beruhigt: „Mama!“ geseufzt und ist eingeschlafen. Wahrscheinlich war sie erleichtert und glücklich, dass ich sie endlich verstanden hab.

Der zweite Abend danach lief super. Ich legte sie ins Bett, sie wollte aber noch nicht und sagte: „Iss wütend. Iss traurig! Darf weinen!“ (Herzzereißend …) „Mama kuscheln!“

Also haben wir lange gekuschelt und dann wollte sie von sich aus in ihr Bett, drehte sich zufrieden seufzend um und schlief. Wow!

Heute war der 3. Abend. Gegen 19:30 Uhr erklärte sie mir: „Iss müde! Schlafen!“

Wir gingen in ihr Zimmer und nach dem Einschlaf-Ritual sagte sie: „Schlafenszeit!“

Ganz so toll klappte es dann doch nicht mit dem Schlafen, aber kein Vergleich zur Anfangsphase. Sie wollte nochmal auf den Arm kuscheln und als ich sie danach ins Bett legte, war sie ein bisschen hibbelig. „Milch! Papa!“ verlangte sie. Also hat der Papa ein Milchfläschchen gemacht. Und siehe da, nachdem sie das gemütlich im Bett trinken durfte, schlief sie friedlich ein.

Ich bin so dankbar, dass es wieder besser klappt mit dem Einschlafen. Endlich sind wir wieder entspannt in dieser Phase. Und ich brauche einfach Abends noch etwas Zeit für mich. Das macht mich viel ruhiger und ausgeglichener 🙂 Drückt mir die Daumen, dass es so bleibt!

Eure  Nätty

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Mama telefoniert Baby Wutausbruch

Beste Mama – beste Freundin … Beste … – In jeder Rolle perfekt?

Klappt irgendwie nicht …

Mir war natürlich immer bewusst, dass ich mich verändern würde, wenn ich Mama werde und das ich für manche Bereiche meines Lebens weniger Zeit haben werde. Aber so ganz klar, wie einschneidend diese Veränderung sein würde, war mir nicht. So wirklich detailliert habe ich nie darüber nachgedacht wie mein Leben sein würde. Wahrscheinlich fehlte mir da einfach die Vorstellungskraft.

Neuer Lebensmittelpunkt, neue Prioritäten, neue Sichtweisen und Erkenntnisse. Einfach alles neu. So ist das nämlich.

Manches bleibt bei den ganzen Neuheiten leider auf der Strecke, auch wenn man sich bemüht das es nicht so ist… Das wurde mir letztens bei einem Telefonat mit meiner besten Freundin klar. Die Tage und Stunden fliegen im Mama-Alltag an mir vorbei und manchmal merke ich gar nicht, dass ich schon wieder erst vier Tage später auf eine ihrer Whatsapp geantwortet habe. Das passiert mir oft und es tut mir so Leid. Oder ich verspreche am nächsten Tag anzurufen, während dem Mittagsschlaf des Bilderbuchmädchens, doch was passiert mir? Ich schlafe erschöpft mit ein. Ich nehme mir dann vor abends in Ruhe anzurufen, wenn das Bilderbuchmädchen schläft, doch auch das klappt nicht, denn das Bilderbuchmädchen schläft einfach nicht ein … Und schläft nicht und schläft nicht und schläft nicht … Und als es um 23:00 Uhr soweit ist, ist es längst zu spät zum telefonieren und meine Freundin ist unterwegs. Denn es ist Samstag Abend. Während sie mit den Mädels unterwegs ist, bin ich heilfroh, dass mein Baby endlich schläft und ich verschwinde auch direkt ins Bett. Dabei wollte ich eigentlich so viel erledigen an meinem „Feierabend“ … Vielleicht ist es jemanden aufgefallen, zum Bloggen bin ich auch nicht gekommen in letzter Zeit …

Aber weiter zu meinen Veränderungsgedanken. Seit dem Telefonat mit meiner besten Freundin spuken vorwurfsvolle Fragen in meinem Kopf herum …

Bin ich noch eine gute Freundin … ?

Nein, momentan wohl leider nicht. Ich bin so eingespannt im Alltag mit Kind, Job, Haushalt und Familie, dass ich kaum Zeit für mich habe, geschweige denn um Freundschaften richtig zu pflegen. Vor allem wenn die Freunde nicht um die Ecke wohnen. Selbst meine Nachbarin mit ihrer kleinen Tochter, die nur zwei Häuser weiter wohnt und mit der ich befreundet bin, treffe ich maximal alle zwei Wochen.

Es ist wirklich schwer zu akzeptieren, dass man nicht mehr so viel Zeit für seine ältesten und besten Freunde hat wie man gerne möchte. Jedes Treffen ist mit großem Organisationsaufwand verbunden, außer man trifft sich mit Kind, aber dann ist es nicht dasselbe, denn in Ruhe Quatschen fällt dann schon mal raus. Ich hoffe sehr, dass das Bilderbuchmädchen demnächst nicht mehr so oft krank ist, denn dann kann man wenigstens abends mal telefonieren oder in Ruhe whatsappen (ist das ein Wort?).

Nächste Frage:

Bin ich eine gute Mutter?

Ich geb mein Bestes und ich denke ja! Das Bilderbuchmädchen hat Prio 1. Natürlich. Ich liebe sie, sie braucht mich und ich bin für sie da. Klar läuft nicht immer alles perfekt, aber bei wem ist das schon so? Momentan renne ich von Arzttermin zu Arzttermin mit ihr. Mal Lungenentzündung, mal Mittelohrentzündung, mal Ausschlag und Verstopfung wegen Antibiotika-Unverträglichkeit. Ach irgendwas ist eigentlich immer … Einen Normalzustand gibt es seit langer Zeit nicht mehr. Dazu kommt grad eine schlimme Phase, was das Einschlafen angeht. Vor der letzten Krankheitsphase lief es super. Ich konnte sie in ihr Bett legen, hab eine zeitlang Händchen gehalten und sie schlief ein. Aber derzeit ist das Einschlafen ein großes Drama, was gern mal in Tränen bei Mutter und Tochter endet. Und teilweise 2,5 Stunden dauert (Feierabend ade …) Wir suchen grad nach einer Lösung und heute lief es schon mal wieder etwas besser. Mehr dazu demnächst.

Weiter geht’s mit der Fragestunde:

Bin ich eine gute Hausfrau?

Nein. Das ist eine Frage, die ich definitiv beantworten kann. Meine Fenster sind schmutzig, es gibt Staub(-berge) und Spinnweben im Haus und manchmal bzw. oft türmt sich hier die Wäsche und der Boden klebt nicht selten von Marmeladen-Resten …

Bin ich eine gute Ehefrau?

Ich hoffe es. Aber auch da ist es im Alltag manchmal schwierig sich die Zeit zu nehmen auch mal nur ein Paar zu sein und nicht Eltern. Abends wenn mein Mann nachhause kommt essen wir zusammen. Aber es geht natürlich viel darum, was die Kleine alles erlebt hat, Neues kann etc. Ich genieße die Augenblicke, die wir in der Familie zusammen haben. Ich sehe gern wie mein Mann und die Kleine zusammen Quatsch machen. Es macht mich glücklich die beiden glücklich zusammen zu sehen. Aber das ist alles doch eher wieder die Mama-Rolle … Und am Wochenende? Da ist muss ja irgendwie immer alles erledigt werden, was man unter der Woche nicht schafft. Der Garten soll schön werden, die Autos müssen in die Werkstatt, im Keller müsste mal ausgemistet werden … Auch hier gilt: Irgendwas ist ja immer. Außerdem ist es da auch gerade schön, Zeit als Familie verbringen zu können. Denn wann kann der Papa sonst mal eine längere Zeit am Stück mit dem Bilderbuchmädchen verbringen? Also machen wir eher was zu dritt als zu zweit. Was natürlich auch sehr schön ist 🙂 Die Zeiten, in denen die Kleine keine Lust mehr hat, etwas mit uns zu unternehmen kommt bestimmt schnell genug.

Bin ich eine gute Tochter, Enkelin, Schwester?

Ich weiß es nicht. Ich versuche meine Familie regelmäßig zu besuchen, aber ich schaffe es einfach nicht immer. Manchmal bin ich auch wenn ich Zeit habe, so ausgelaugt, dass ich nicht die Muße finde das Bilderbuchmädchen ins Auto zu packen und loszufahren. Ich bin dann nach der Arbeit froh zuhause zu sein und das Nötigste im Haushalt erledigen zu können oder wirklich mal mit der Nachbarin und deren Tochter spazieren zu gehen.

Bin ich eine gute Kollegin?

Auch das wahrscheinlich grad eher nicht. Erste Priorität hat meine Tochter. Wenn es ihr gesundheitlich nicht gutgeht bleibe ich zuhause. Und das war dieses Jahr sehr oft. Das heißt für meine Kollegen, dass sie meine Arbeit abfangen müssen. Das ist natürlich nervig, wer beendet schon gern ständig fremde Projekte …

Dass ich diesen vielen Rollen nicht gerecht werden kann, nervt mich sehr.

Aber noch mehr nervt mich, dass ich mich davon so stressen lasse … Wenn ich das lese, ist mir klar, dass man bei so vielen Rollen in keiner perfekt sein kann. Warum verlange ich das von mir? Warum kann ich schlecht entspannen, wenn der Boden mal wieder von Marmelade klebt oder das Geschirr sich in der Küche stapelt?

Muss ich mehr Grenzen ziehen? Unwichtiges aus meinem Leben schmeißen? Aber was ist hier unwichtig? Viele werden sagen: Es kann doch auch mal dreckig sein. Lass doch den Haushalt öfter mal liegen. Glaubt mir, den lasse ich öfter liegen als mir lieb ist und es bringt nichts! Außer dass ich nicht entspannen kann, weil ich in jedem Teil des Hauses Arbeit sehe … Vielleicht mehr Freiräume schaffen für Treffen mit Freunden? Werde ich auf jeden Fall versuchen, aber kranke Bilderbuchmädchen lassen einem wirklich wenig Freiraum. Natürlich hoffe ich, dass unsere Krankheitsphase jetzt langsam mal ausgestanden ist und wir einfach einen normalen Alltag haben können. Aber ganz ehrlich? Das hoffe ich quasi schon seit letzten August und jetzt ist März. Mir schwant, es gibt keinen normalen, verlässlichen Alltag mit Kind …

Die Lösung für mich

Ich denke die Lösung ist, ich muss einfach lernen, mich nicht als eine Anhäufung verschiedener, unperfekter Rollen zu sehen. Ich bin doch keine Schauspielerin, die jeden Tag eine andere Person verkörpert. Ich bin ich. Ich bin ein Mensch mit verschiedenen Facetten und Lebensbereichen und je nach Lebenssituation gibt es nun mal unterschiedliche Prioritäten.

Anstatt über die Defizite in den verschiedenen Bereichen nachzudenken, sollte ich lieber das Positive sehen.

In manchen Bereichen bin ich heute besser als früher, ich kann besser kochen als damals mit Anfang 20 in meiner ersten Wohnung. Mir ist nicht mehr so wichtig was die Leute von mir denken. Ich sage auch mal „Nein“ wenn ich für etwas eigentlich keine Zeit habe oder keine Lust darauf habe. Und das ohne danach lange darüber nachzudenken, ob ich damit jemanden vor den Kopf gestoßen haben könnte. Ich fühle mich wohl in meiner Haut, wiege weniger als vor der Schwangerschaft und das ganz ohne Sport. Ja, so ein anstrengendes Mama-Leben hat auch Vorteile 😉

Auch als Mama kann ich eine Freundin sein, eine Ehefrau, eine Hausfrau, eine Schwester, Kollegin, Bloggerin. Ich kann das alles sehr wohl sein. Nur halt nicht mehr so ausschließlich wie früher. Dafür erlebe ich dann die Momente, in denen ich es sein kann, viel bewusster. Eine Fahrt mit dem Cabrio Deichkind-hörend nur mit meinem Mann? Pure Glücksgefühle!

Die Vorfreude auf das Osterfrühstück mit meinen Freundinnen aus der Schule? Riesig!

Familie endlich mal wieder treffen? Toll! Denn je länger man sich nicht gesehen hat, desto mehr Neues gibt es zu berichten.

Mit einer Freundin ins Kino? Wahnsinn!

Also, keine schlechten Gefühle mehr, sondern nur noch genießen was eben gerade geht. Punkt!

In diesem Sinne:

I’m a bitch
I’m a lover
I’m a child
I’m a mother
I’m a sinner
I’m a saint …

Lalala ..

Eure Nätty

Jubel, Trubel, … Überdrehtheit – Wenn Kinder eine Pause brauchen

Wir haben eine turbulente Woche hinter uns. Ich merke das vor allem daran, dass das Bilderbuchmädchen abends kaum runterkommt. Viele Eindrücke konnte sie schon immer schwer verarbeiten (s. Wenn Babys sich nicht trösten lassen).

In der Woche vor Karneval, also vorletzten Sonntag, haben wir im Dorf meiner Schwiegereltern den ersten Karnevalszug besucht. Wir haben wie immer darauf geachtet, dass die Kleine vorher ihren Mittagsschlaf machen konnte und sind auch nach dem Zug relativ zeitig wieder nachhause aufgebrochen. Dennoch ist so ein buntes Treiben natürlich wahnsinnig aufregend für einen kleinen Menschen. Unser sonst dauer-plapperndes Bilderbuchmädchen war sprachlos. Sie kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Lauter bunte Wagen, kostümierte Menschen, laute Musik und die fliegenden Süßigkeiten … Was war denn hier los? Ich konnte meine Augen kaum von ihr abwenden. Ihr Gesichtsausdruck war so niedlich. Man konnte ihr deutlich ansehen, dass sie nicht wusste, was sie von all dem halten sollte. Aber spannend fand sie es auf jeden Fall.

Am Montag ging es dann zum ersten Mal seit einer Woche wieder zur Tagesmutter. Dort ist immer viel los. Wie hat sie sich gefreut, die Tagesmutti und die anderen Kinder wiederzusehen. Es war süß mitanzusehen. Sie bekam sogar ein Küsschen zur Begrüßung von einem der anderen Kinder. Montags geht die Tagesmutter immer in einen Kindergarten mit den Mäusen. Sie dürfen dort in der Sporthalle toben. Das macht bestimmt viel Spaß, aber ist natürlich auch viel Action …

Am Mittwoch Nachmittag kam unsere Nachbarin zu Besuch mit ihrer kleinen Tochter. Ich musste kurz in der Werkstatt mein Auto abholen und das Bilderbuchmädchen war zum ersten Mal mit den beiden alleine. Klingt nach einer Kleinigkeit, aber es war auch wieder etwas Neues. Als ich zurück war, haben die beiden kleinen Mädchen zusammen unser Wohnzimmer unsicher gemacht. Auch das war alles andere als ein ruhiger Nachmittag 😉

Altweiber gab es für das Bilderbuchmädchen dann bei der Tagesmutter eine Karnevalsparty mit insgesamt 12 Kindern. Hui … Dem schwierigen Einschlafen am Abend danach zu urteilen war das wohl seeeehr aufregend!

Am Freitag holte ich die Kleine von der Tagesmutter ab und zuhause wartete direkt meine Freundin Caro mit Bruno – dem Lieblingshund der Kleinen. Das Bilderbuchmädchen war vollkommen aus dem Häuschen und Bruno auch. Er hat auf die Kleine aufgepasst, als wäre sie sein Schäflein, das er hüten muss. Fangenspielen mit dem Bilderbuchmädchen durften Caro und ich nicht. Sofort wenn wir versucht haben sie zu schnappen, hat Bruno sich schützend zwischen die Kleine und uns gestellt und laut gebellt. Es war ein schöner, aber wuseliger Nachmittag.

Samstag Morgen waren wir dann bei meinen Eltern zum Frühstücken, denn die hatten wir auch schon zwei Wochen nicht mehr gesehen. Auch meine Schwester und ihr Kleiner waren da. Es war ein richtig schöner Familien-Morgen 🙂

Alles in allem mag es nach gemütlichen Besuchen und tollen abwechslungsreichen Tagen klingen, aber für das Bilderbuchmädchen war es viel. Sehr viel. Vor allem wenn man bedenkt, dass sie in der Woche zuvor noch krank war. Es ist eine Lawine an Input für jemanden, der nicht mal 18 Monate auf dieser Welt ist. Für jemanden bei dem ein Stein oder ein Blatt noch Begeisterung hervorrufen können. Und wie aufregend muss dann erst oben genannte Woche sein? Jeden Tag neue Eindrücke. So viel zu verarbeiten.

Am Wochenende musste ich da mal die Reißleine ziehen, zumal sich auch schon wieder eine Erkältung bei der kleinen Maus ankündigte … Eine Pause musste her! Eine Pause, um die vielen Eindrücke einmal sacken zu lassen. Eigentlich trifft sich meine Familie Karnevals-Sonntag immer bei meinem Opa zum Zug gucken. Ich bin diesmal aber allein hingegangen und mein Mann und das Bilderbuchmädchen sind zuhause geblieben. So konnte sie zur gewohnten Zeit ihren Mittagsschlaf machen in ihrer gewohnten Umgebung und ohne weitere neue Reize.

Das war einfach mal nötig. Denn das Runterkommen ist abends momentan sehr heftig … Unser sensibles Kind nimmt nach wie vor sehr viele Eindrücke auf. Wenn andere Kinder vielleicht erschöpft einschlafen würden, kann sie nicht abschalten. Egal wie müde sie ist. Sie will nichts verpassen und würde nie, einfach mal nicht zuhören oder mal kurz nicht am Geschehen teilnehmen. Manche Kinder können das. Die starren eine Weile in die Leere, schlafen im Kinderwagen ein oder ziehen sich zurück und spielen in einer Ecke für sich. Unsere Kleine macht das nicht. Sie saugt einfach alles auf. Und abends ist es dann vorbei. Sie weiß dann nicht mehr wohin mit sich. Früher kam sie nach solchen Tagen aus dem Schreien abends bzw. nachts gar nicht mehr raus. Gut, dass diese Zeiten mittlerweile vorbei sind! Doch unser Bilderbuchmädchen ist auch heute noch oft überfordert mit dem Verarbeiten von so vollgestopften Tagen.

Wenn es ins Bett geht, ist sie total überdreht. Sie will immer wieder etwas trinken. Und nach einem ganzen Becher Wasser, will sie direkt den nächsten. Gibt man ihr den, saugt sie meist einen Schluck raus, gurgelt damit und prustet es nur so raus. Oder sie beißt in ihren Schnulli und zieht ihn heraus während sie das macht. Immer wieder … Sie will auf den Arm oder neben mich auf die Matratze vor ihrem Bettchen, doch erfüllt man ihr den Wunsch wirft sie sich nur unkontrolliert hin-und her. Sie reibt sich die Augen und gähnt, aber zur Ruhe kommt sie nicht. Sie wirft den Kopf weiter hin und her und man muss aufpassen, dass man keine Kopfnuss abbekommt. Sie zeigt auf Nase, Augen und Mund von sich selbst und mir und benennt diese. Sie zählt Namen auf von allen Personen, die wir in letzter Zeit getroffen haben. Freitag hat sie im Bett noch Bruno den Hund nachgeahmt. Immer wieder gebellt und gehechelt. Sie spielt „Kuck-kuck“ oder lässt ihre Puppe winken und ruft dazu: „Hallu! Hallu!“. Ich bin ja froh, dass sie einen anderen Weg gefunden hat damit umzugehen, als zu Schreien, aber es macht mich auch ganz nervös, wenn sie so drauf ist.

Ich selbst kenne Überreizung nur zu gut. Das war mir aber ehrlich gesagt nicht bewusst, bevor ich mit meinem Baby konfrontiert wurde, das nur schwer abschalten konnte. Mir fällt es auch schwer Dinge auszublenden. Musik ist mir oft zu laut. Laute Geräusche stressen mich extrem. Wenn ich mich gemütlich unterhalten will, passiert es mir, dass ich unbewusst aufstehe und das Radio leiser mache, damit ich mich besser auf das Gespräch konzentrieren kann. Auch andere Sinne sind bei mir stark ausgeprägt. Licht ist mir häufig zu grell. Ich habe eine ziemlich gute Nase. Selbst Nuancen von Gerüchen kann ich gut wahrnehmen und zuordnen. Nicht immer ein Segen. Schlechte Gerüche führen nicht selten dazu, dass ich würgen muss. In Situationen mit Menschengruppen, wo verschiedene Gespräche geführt werden, kann ich mich schlecht auf ein einziges Gespräch konzentrieren. Ich kann einfach nichts ausblenden. Jeglicher Input, den Sinne aufnehmen können, scheint ungefiltert bei mir anzukommen. Manchmal glaube ich, dass ich durch dieses „Nichts-Ausblenden-Können“ auch dauernd so müde bin. All die aufgenommenen Dinge müssen verarbeitet werden. Wahrscheinlich geht das am besten im Schlaf und davon kann ich kaum genug bekommen 😉

Warum ich das erwähne? Weil ich mir vorstellen kann, dass es meiner Tochter ähnlich geht. Dazu kommt noch, dass für sie alles neu ist. Ich kann so gut verstehen, dass sie abends vor lauter Eindrücken aufgekratzt ist. Mancher mag es seltsam finden, dass ich auf einen Mittagsschlaf täglich zur selben Zeit bestehe. Dass ich ihre Bettgehzeit nur in seltenen Ausnahmefällen nach hinten verschiebe. Dass ich sie zum Familientreffen beim Karneval nicht mitnehme. Ja, das wirkt unflexibel und starr, aber das ist mir egal. Ein Tagesablauf mit regelmäßigen Pausen und Zeiten auf die sich die Kleine einstellen kann, sind wichtig für sie. Sie erlebt so viel. Warum sollte ich ihr noch mehr zumuten? Und manchmal sind die alltäglichen Dinge schon spannend genug. Besonders tolle und aufregende Ausflüge kann man später noch unternehmen. Gerade wenn ich darüber nachdenke, was für Kleinigkeiten für unsere Maus noch interessant sind.

Gerade als sie heute einen Krümel auf dem Küchentisch mit einem bewundernden:“Boahr!“ betitelte wurde mir wieder bewusst, dass wir noch viel Zeit haben, die große weite Welt mit ihren Traditionen und Eigenheiten kennenzulernen 😉

Nachtlicht

Wir sind dann mal wieder krank …

Wie war unsere Woche? Gesundheitlich leider eher bescheiden. Kurz vor dem letzten Wochenende fing es an. Das Bilderbuchmädchen war unglaublich schwach und durch das Fieber und den Husten so schlapp, dass wir uns große Sorgen gemacht haben. Es war schlimm mitanzusehen, wie schlecht es ihr ging. Sie wollte nichts essen, egal was man ihr anbot und hatte nicht mal die Kraft ein paar Schritte zu laufen ohne zu torkeln. Das Fieber senkte sich immer nur nach Gabe von Zäpfchen 🙁 Dazu kam noch, dass auch wir Eltern  eine dicke Erkältung abbekommen hatten.

Am Montag ging es mit der Kleinen dann erst mal zur Kinderärztin. Die Diagnose lautete „Lungenentzündung“. Oh nein :((( Wir bekamen Medikamente verschrieben und Ruhe verordnet. Mindestens eine ganze Woche sollten wir zum Gesundpflegen zuhause bleiben. Zum Gesundpflegen des Kindes versteht sich. Wie erwähnt sind mein Mann und ich ja auch seit letzten Sonntag krank. Nur bedeutet das mit Kind ja nicht, dass man sich schön auf der Couch auskurieren darf. Nö! Mein Mann musste arbeiten und ich kümmerte mich derweil zuhause ums Töchterlein.

In den ersten Tagen musste unser armes, kleines Bilderbuchmädchen natürlich viel getragen werden, weil sie so schlapp war. In einem Raum mal alleine lassen ging gar nicht … Es war ein bisschen wie in der Schwangerschaft in der Endphase: Immer 12 Kilo mehr mitrumschleppen, nur dass man diese Kilos auch noch selber festhalten muss 😉 Geschlafen hat sie in der Zeit ja auch ein paar mal bei uns, was sich als wenig erholsam für uns Eltern herausstellte (s. Familienmoment 3). Alles in allem nicht die besten Voraussetzungen um als Mama wieder gesund zu werden. Schlechter Schlaf, Rückenschmerzen vom Tragen und dann dazu das gesundende Bilderbuchmädchen. Juchhu! Während Mama nämlich immer schlapper wurde, wurde die Kleine durch die Medikamente von Tag zu Tag fitter (zum Glück!).

Sichtlich erfreut von der wiedergewonnen Energie, machte die Kleine regen Gebraucht davon. Das war natürlich schön mitanzusehen. Aber mit Matschkopf, Schwindel, Husten und Schnupfen einen kleinen Wirbelwind zu betreuen, ist echt nicht ohne. Gegen 12:00 Uhr, wenn die Kleine dann endlich ihren Mittagsschlaf machte, hab ich mich Anfang der Woche noch immer dazu aufgerafft im Haus klar Schiff zu machen. Wenn man schon den ganzen Tag zuhause ist, muss man das ja auch ausnutzen, oder …? 

Heute ging dann aber gar nichts mehr. Mir war schon vor 12:00 Uhr so schwindelig, dass ich zombie-mäßig mein Programm abgespult habe: Mittagsessen, Wickeln, der Kleinen den Schlafsack anziehen (die letzten 2 Punkte natürlich gegen ihren Willen), noch ein Buch vier Bücher vorlesen und dann schlafen legen. Oh nein! Schnulli vergessen … Also wieder ab ins Erdgeschoss, einen Schnuller holen und zurück hoch zum Töchterlein. Man muss ja seinen Kreislauf auch in Schwung halten.

Das Bilderbuchmädchen wollte natürlich nicht schlafen. Ausgerechnet heute … Murphys Gesetz halt.
Ich liege also auf der Matratze vor ihrem Bett und mein sehnlichster Wunsch ist: „Ausruhen!“
„Trinken!“, fordert sie.
Puh, Wasser haben wir zum Glück hier oben in Reichweite. Ich gebe ihr den Becher.
„Halten!“ Zack, drückt sie mir ihren Schnulli in die Hand, um die Hände freizuhaben.
„Hin!“ Auffordernd hält sie mir den Becher wieder hin. Ich soll ihn jetzt wegstellen. Mach ich natürlich auch.
„Nöli!“
Jap, auch den Schnuller gebe ich Madame zurück. Wenn sie so „lieb“ darum bittet.
„Trinken!“
Nun soll das Spiel von vorn losgehen … Aber dazu bin ich heut zu müde.
„Nein, jetzt ist Schlafenszeit! Mama ist müüüüüde!!! Mama ist krank! Ich möchte schlafen!“, erkläre ich.
Für ungefähr 2 Sekunden kuschelt sie sich in ihre Kissen … Doch dann:
„Hase!“
„Nein! Mama holt jetzt nicht auch noch den Hasen. Du hast deine Puppe und deinen Hund im Bett. Das muss doch reichen!“
„Ne!“, ruft das Bilderbuchmädchen empört.
„Doch! Weil heute ist Mama zu müde, um …“
„Trinken!“ Trinken geht immer. Das weiß sie.
„So, hier hast du dein Trinkbecherchen, behalte ihn jetzt bitte im Bett, dann kannst du Trinken, wann immer du Durst hast, wenn du Aufwachst …“
„Hin!“
„Nein, der Becher bleibt jetzt in deinem Bett!“
Ich drehe mich mit dem Rücken zu ihr und stelle mich schlafend. Normalerweise ist das Einschlafen in der Mittagszeit seit sie ca. 11 Monate alt ist, gar kein Problem bei ihr, (auch wenn der Weg dorthin nicht so einfach war). Nur heute natürlich, wo ich sooo fertig bin klappt es nicht.
Sie rödelt noch ein bisschen rum.
„Hand!“ fordert sie.
Wortlos und erschöpft reiche ich ihr meine schlappe Hand.
Aber es hilft, sie schläft ein, ich wandere danach dösig ins Schlafzimmer und genieße dort schlafend 1,5 Stunden Pause. Yes!

Alles in allem war es aber trotzdem eine sehr schöne Woche zuhause mit dem Bilderbuchmädchen. Das Beste war natürlich, dass die Medikamente angeschlagen haben und es ihr so schnell besser ging. Außerdem haben wir lange geschlafen (bis 9:00 Uhr! Ich liebe meine kleine Langschläferin!), alles so genommen wie es grad kam, hatten überhaupt keine Termine und konnten kleine Spaziergänge genießen. Ich muss sagen, ich habe es genossen, dass wir so viel Zeit zusammen verbringen konnten 🙂 Alles was wir sonst im Alltag in den 3 Stunden von meinem Feierabend bis zum Abendessen und Bettgeh-Ritual schaffen müssen, konnten wir diese Woche über den ganzen Tag verteilt erledigen. Das war schön. Wenn es nicht auf jede Minute ankommt, höre ich doch gern drei- bis zehnmal das Lied „Papa Pinguin“ bevor die Kleine dann bereit ist, ihre Jacke anzuziehen und mit mir zum Einkaufen zu gehen.

Und jetzt ist endlich Wochenende und das heißt: Auskurieren für uns alle 🙂

Alles Liebe,

Eure Nätty

Familienmoment

#Familienmoment 3 – K.O. Nach drei Runden im Familienbett ;)

An diesem Mittwoch schaffe ich es endlich mal wieder einen #Familienmoment niederzuschreiben zur Blogparade der Küsten-Mama.

Oh man, wir hatten eine turbulente Woche. Dem Bilderbuch-Mädchen ging es gar nicht gut. Schon am Donnerstag Abend kündigte sich leichtes Fieber an, das jedoch am nächsten Morgen verschwunden war. Also ging es am Freitag nochmal zur Tagesmutter. Als ich sie nach der Arbeit abholte ging es ihr super, aber abends kam dann das Fieber wieder und blieb erst mal. Montag stellte sich beim Arzt heraus, dass unsere kleine Maus eine Lungenentzündung hat 🙁 Aber sie befindet sich zum Glück schon auf dem Weg der Besserung!

Das Wochenende vor dem Arztbesuch verbrachten wir vornehmlich im Bett und da ich selber auch angeschlagen war, kam mir das ganz gelegen. Die Nacht von Sonntag auf Montag war dann mein Familienmoment der Woche.

Kinders, wir haben ja bis zum 13. Lebensmonat das Familienbett praktiziert und das war auch echt super, aaaber wenn man nach 4 Monaten wegen krankem Kind ausnahmsweise dazu zurückkehrt, ist man das einfach nicht mehr gewohnt und auch nicht mehr so darauf eingestellt.
So war ich schon um 19:45 im Bett, weil die Kleine müde war und wir unser Bett nicht mehr so eingerichtet haben, dass sie da ohne mich gefahrlos hätte weiterschlafen können.
Außerdem ist es zwar schön mal wieder so richtig zu kuscheln, aber zu den Kuschel-Einheiten habe ich diverse Kopfnüsse bekommen, mir wurde der Kleinkinderkopf in den Hals gerammt – aber fragt nicht nach Sonnenschein – und dann bekam ich zum guten Schluss noch die Trinkflasche an den Kopf geknallt. Na, herzlichen Dank … In dieser Nacht wurde mir klar, das Familienbett ist brutal! Das hatte ich wohl verdrängt. Schlafen konnte ich auch erst mal so gar nicht. Zuviel Gewusel und immer die Angst vor der nächsten Kopfnuss 😉

Als mein Mann später auch ins Bett kam, konnte ich dann plötzlich von jetzt auf gleich schlafen. Niemand versuchte mehr mich aus dem Weg zu räumen. Am nächsten morgen unterhielten wir uns darüber:
Ich so: „Schatz, als du schlafen kamst, war die Kleine glaub ich beruhigt. Danach konnte ich nämlich endlich schlafen, weil sie nicht mehr so rumgewälzt hat und ausgeteilt hat.“
Er so: „Ähm, nicht ganz … Die andere Hälfte der Nacht war sie nämlich auf meiner Seite unterwegs und hat sich da versucht breitzumachen. Ohne Rücksicht auf Verluste …“

Hach, und ich dachte, sie hätte beruhigt in einen tieferen Schlaf gefunden als die ganze Familie zusammen war …

Das war also unser Familienmoment, eine kleine Zeitreise in die Familienbett-Zeit. Kuschelig schön und gleichzeitig wurde jeder Zentimeter mit harten Bandagen umkämpft.

Mehr Momente findet ihr wie immer bei der Küsten-Mama.

Alles Liebe,

Nätty

 

Baby

Wenn Babys sich nicht trösten lassen …

Zum Einschlafen zärtlich über das Köpfchen streicheln? – Hat mein Baby gehasst.
Ruhig Einschlaflieder summen? Hab ich in der Anfangszeit mit Baby eigentlich mehr gemacht, um überhaupt etwas zu tun und nicht vollkommen hilflos zu sein. Denn beruhigt hat meine Kleine das nicht im geringsten.

Rituale? Babymassage? Mozart-Musik? White Noise? Ruhige Abend-Atmosphäre? Wo bitte bekommt man ruhige Abend-Atmosphäre her, wenn das Baby schreit und schreit und schreit? Zum Teil sechs Stunden am Stück.
Wir waren mit unserem Latein am Ende. Das Babyschreien ging mir durch Mark und Bein. Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen, wenn sie weinte. Manchmal weinte ich mit. Mir gelang irgendwie nichts mehr.
Tagsüber schaffte ich es immerhin die Kleine im Tragerucksack zum Schlafen zu bringen. Dazu musste ich lange durch die Wohnung tanzen oder draußen lange spazieren gehen, obwohl ich meist hungrig und müde war und auch noch unter den Geburtsverletzungen litt. Sobald ich mich hinsetzte oder die Kleine ablegte, war sie war wieder hellwach.

Als sie ein paar Wochen alt war, schlief sie zumindest beim Autofahren im MaxiCosi mal ein. Manchmal bin ich tatsächlich mit Baby, Schokolade und etwas zu trinken ins Auto gestiegen und rumgefahren, damit ich mal im Sitzen etwas essen konnte. Und es dazu auch noch still war. Einfach eine halbe Stunde Stille. Hey, so hab ich direkt mal die neue Umgebung kennengelernt (wir waren grad umgezogen).

Unsere Kleine konnte nichts beruhigen in den ersten Monaten. Sie war vom anderen Stern und noch nicht bereit in unserer Welt anzukommen. Aber das wusste ich damals nicht. Ich war verzweifelt. Was machte ich nur falsch? Hatte sie Schmerzen? Hunger? Durst?

Und immer diese bohrende Frage: „Ich bin doch ihre Mama, warum kann ich sie nicht trösten?“

Ich wurde in dieser Anfangszeit mal gefragt, ob ich ein einfaches Baby hätte. Und ich sagte: „Das weiß ich nicht. Ich kenne ja nur meins.“ Ich wollte nicht „Nein“ sagen und die Versager-Mama sein, die nicht mal ihr eigenes Kind trösten konnte. Die zugibt, dass sie es schwierig findet, für ein Baby zu sorgen, wo das doch das natürlichste auf der Welt ist. Nein, nein, alles bestens. Ist bestimmt normal und ich stelle mich nur an … Alle anderen schaffen das ja auch mit links …

Wenn ich andere Mamas sah, deren Babys ruhig und wach im Kinderwagen lagen, zweifelte ich an mir. Wieso klappte das bei uns nicht? Zudem schien keiner in meiner Umgebung so etwas zu kennen. Babys, die nicht schlafen wenn sie müde sind, sondern schreien. Babys, die im Kinderwagen nicht einschlafen, sondern schreien. Wo gibt es denn sowas? Bei uns gab es sowas … Tja, da hatte ich ja mein Baby ganz schön verwöhnt, was? Oder war sie sogar eines dieser Schreibabys?

Viele Kommentare lauteten: „Die hat dich ja gut im Griff!“

Heute sage ich: „So ein Schwachsinn! Dieses kleine schutzlose Wesen brauchte mich! Und zwar ganz nah. Und selbst das reichte halt am Anfang nicht, um sie zu trösten.Wir mussten ihr erst mal beweisen, dass die Welt, in der sie nun lebte, für sie sicher war. Dass Hunger gestillt werden kann, dass wir sie nie und nimmer verlassen würden und dass wir dafür sorgen würden, dass es ihr gutginge.“ Leider wusste ich all das nicht und war verunsichert. Das spürte die Kleine bestimmt noch zusätzlich zu ihren Ängsten.

Irgendwann als ich einfach nicht mehr weiter wusste, machte ich einen Termin mit einer Familienberaterin. Das hat mir dann geholfen. Die Dame war selbst sechsfache Mutter und jetzt kommt’s: Erst ihr viertes Kind war ein sensibles Baby bzw. Schreibaby. Sie erzählte mir, dass sie sich vorher nie vorstellen konnte, wie anstrengend das sein kann und wie überfordert man damit sein kann. Sie hatte also drei Kinder, was schon mega-viel Arbeit bedeutet, aber erst ihr Viertes war ein Schreibaby und sie war hilflos. Sie konnte dem kleinen Wesen nicht gerecht werden (daraufhin informierte sie sich viel, machte Fortbildungen und wurde überhaupt erst Familienberaterin).

Das zu hören, war für mich ganz ehrlich eine Erleichterung. Für mich bedeutete das, ich war nicht Schuld. Babys sind einfach komplett unterschiedlich, was ihre Bedürfnisse angeht. So fiel es mir leichter mit dem Weinen umzugehen. Ich konnte meiner Kleinen beistehen, ohne mich die ganze Zeit zu fragen, ob es nicht doch an mir lag.

Wir bekamen aber noch andere Tipps von der Familienberaterin. Ich werde die mal aus meiner Erinnerung zusammenzufassen:

Baby warm halten. Unserer Kleinen war damals anscheinend oft kalt (Septemberbaby). Sie hatte kühle Hände, aber meine Hebamme meinte zu mir, hauptsache der Nacken und die Füße seien warm. Naja, nach der Beratung hieß es: Mützchen auch im Haus an. Ablegen nur auf vorgewärmte Plätze (Wärmflasche auf großem Stillkissen zum Beispiel. Baby dann auf den vorgewärmten Platz legen und die Wärmflasche ohne Körperkontakt mit unter die Decke, mit der man das Baby zugedeckt hat).

In den ersten Monaten die Schlafenszeiten des Babys akzeptieren. Schläft es frühstens um 01:00 Uhr ein? Dann möglichst tagsüber Kraft sammeln. Z. B.: Versuchen das Baby nicht im Tragerucksack, sondern im Pucktuch zum Einschlafen zu bringen, da man es dann leichter ablegen kann und sich wenn man Glück hat selber auch mal hinlegen kann. Ist natürlich nicht so einfach (bis unmöglich) wenn an mehrere Kinder hat … Ich gebe trotzdem mal alle Tipps weiter, die mir als Mama mit nur einem Kind gegeben wurden.

Das Baby nicht unter den Achseln fassen zum Hochheben oder beim Tragen. Denn angespannte Kinder spannen dabei die Muskeln an und das führt zu noch mehr Spannung im Körper. Lieber die eine Hand unter den Po/Rücken schieben und die andere Hand unter das Köpfchen, dann behutsam vor die Brust hochnehmen.

Hier der Tipp, der bei uns am meisten brachte:

Ruhige Stimme und ruhige Bewegungen. Zur Beruhigung das Kind aufrecht vor die Brust nehmen (evtl. gepuckt), sodass die Beine angewinkelt sind. (Ähnlich der Position in einem Tragetuch). Wenn die Babys so aufgeregt sind, wie unsere Kleine erfordert es am Anfang bis sie sich beruhigen schon Kraft sie in dieser Position zu halten.
Nun immer wieder langsam in die Hocke gehen und langsam wieder hochkommen. Immer weiter machen. Ruhig Atmen und erst mal nur auf eigene Atmung und sich selbst konzentrieren. Solange bis man es schafft ruhig und tief zu atmen.
Dann erst dem Kind zuwenden und beim Schreien“zuhören“. Beruhigend mit ihm Sprechen. Ganz wichtig: Mit übertrieben tiefer Stimme sprechen.
Was man sagt ist dabei fast egal. Ich sagte damals sowas wie: „Och, och, och, erzähl mir ruhig alles! Warum geht es dir nicht gut?“
(Es hat bei uns wirklich etwas gebracht. Es war kein Wundermittel, aber aus dem „In-Rage-Schreien“ wurde ein normales „Schluchzen“. Wenn ich es kräftemäßig lange genug geschafft habe, ist die Kleine so auch eingeschlafen. Die Familienberaterin hatte das so auch mit meiner Kleinen gemacht und da hat es tatsächlich sehr schnell funktioniert, dass sie aufgehört hat zu Schreien. Aber das war auch nachmittags und nicht Abends/Nachts.

Wenn man Glück hat und das Baby schläft irgendwann ein, ist die nächste Herausforderung, das Ablegen. Man muss ja auch als Mami mal auf Klo, oder essen oder sonstwas nebensächliches.
Also, beim Ablegen darf man, nicht zuuu vorsichtig sein, sonst schrillen bei den sensiblen Babys sofort die Alarmglocken. (Oh, oh, Mama legt mich vorsichtig ab … Da droht bestimmt Gefahr, schnell aufwachen! Nicht, dass Mama mich allein lässt …)
Also beim Ablegen Kind nicht so anfassen, als dürfe man keine falsche Bewegung machen. Stattdessen liebevoll aber bestimmt hinlegen und dabei nicht vergessen zu atmen … Po zuerst ablegen, wenn das Baby dabei die Augen öffnet, sanft sagen: „Hey, du kannst ruhig weiterschlafen.“ Jaja, dass es das dann auch macht, ist natürlich Glückssache.

Für das Wohl der Mama: Wenn es irgendwie möglich ist, sich mit dem Partner abwechselnd um das Baby kümmern. Anfangs standen mein Mann und ich immer zu zweit um die Kleine herum und versuchten herauszufinden, was sie hat. Als sein Urlaub vorbei war (nach 3 Wochen), war ich den ganzen Tag bei der Kleinen und abends kümmerten wir uns oft noch zusammen, aber um Kräfte zu sparen und um dem Baby weniger Reize zuzumuten, sollte man sich lieber abwechseln.
Vielleicht kann der Mann abends eine halbe Stunde bis Stunde mit dem Baby im Tragerucksack spazieren gehen, während man selber mal etwas isst oder für beide kocht oder das macht, was man sonst so an Grundbedürfnissen den Tag über nicht befriedigen konnte.

Und noch eine Anmerkung von mir persönlich: Der Tipp von Bekannten, man müsse die Babys tagsüber auspowern, damit sie Nachts gut schlafen, ist bei sensiblen Babys absolut der falsche Weg!!! Das führt zur totalen Überreizung und noch schlechterem Abschalten können / Einschlafen. Als wir später einen Rhythmus hatten (mit ca. 9-10 Monaten), haben wir bei uns zumindest die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, wenn die Kleine 1-2 Stunden Mittags schläft und dann trotzdem relativ früh ins Bett geht (spätestens 19:00 Uhr). Hier kann ich sagen, dass wie sehr Glück mit unserer Kleinen haben. Seit wir diesen Rhythmus haben, schläft sie trotz frühem Zubettgehen oft bis 8:00 Uhr. Muss wohl den Schlaf aus den ersten Monaten nachholen 😉 Alles natürlich nur wenn sie grad nicht krank ist und grad keinen Schub hat.
Wie auch immer, unser sensibles Babys ist sehr aufmerksam. Sie will alles mitbekommen und saugt alles auf, was der Tag ihr bietet. Bis ins kleinste Detail. Und das macht sie sehr müde. Die Gefahr den müden Punkt zu verpassen ist hoch und dann geht’s rund. Ihr wisst, was ich meine … 😉 Da hilft kein Schlafentzug, damit sie abends besser schläft. Eher im Gegenteil.

Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass wir Glück hatten, dass die Phase des Schreiens hier nur bis ca. in den vierten / fünften Monat hineinging. Ich habe von anderen gehört bei denen das bis zu einem Jahr ging. Das stelle ich mir heftig vor.
Unsere Kleine ist immer noch anspruchsvoll, will überall dabei sein und beschäftigt sich auch jetzt nur unter Protest mal kurz alleine, aber sie ist ausgeglichener seit sie mehr kann. Vor allem, als sie dann Laufen konnte, war festzustellen wieviel zufriedener sie mit sich und der Welt ist. Jaha, jetzt kann Mama nicht mehr einfach so mal den Raum verlassen ohne, dass sie die Möglichkeit hat gaaaanz fix hinterherzukommen und das gibt ihr Sicherheit. Sie hat jetzt viel mehr selbst in der Hand. Das gefällt ihr 😉

Und noch eine Anmerkung: Ich schreibe hier nur meine Erfahrungen auf. Nichts davon ist wissenschaftlich belegt und wenn ein Baby sehr viel schreit sollte man natürlich immer ärztlich abklären lassen, ob gesundheitlich alles in Ordnung ist.
Ein toller Blog, auf dem ich auf der Suche nach Hilfe oft gestoßen bin, ist übrigens: Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten. Kann ich sehr empfehlen!

Eure Nätty

Beitragsbild (Baby) aus der Bilddatenbank von pixelio.de

Puppe, Kissen, Schnuller

Pass auf mit dem was du dir wünschst …

… es könnte in Erfüllung gehen.

In den letzten Tagen war es etwas stiller hier auf dem Blog. Vielleicht hat es der ein oder andere bemerkt. Nun, lasst mich erzählen, wie es dazu kam.

Alles fing damit an, dass ein langgehegter Wunsch von mir in Erfüllung ging. Und zwar erlebte ich einen perfekten Morgen! Ja, ich möchte sagen einem verzauberten Morgen!

Die Kleine schlief lange genug, so dass ich in Ruhe vor der Arbeit duschen und mich fertig machen konnte. Sie ließ sich widerstandslos wickeln und anziehen. Beim Jacke und Schuhe anziehen kooperierte sie und half sogar mit, anstatt wie sonst: „Ne!“ zu rufen und wegzurennen.

Zur Krönung des Zauber-Morgens lief sie friedlich neben mir zum Auto und ließ sich anstandslos in ihren Kindersitz setzen und anschnallen. Spätestens da hätte mich ein ungutes Gefühl befallen müssen. Und richtig: Es handelte sich hier um einen faulen Zauber … Der fehlende Widerstand war nämlich nur ein Vorbote der sich nun anbahnenden Krankheitsphase

Dienstag wurde tagsüber klar, die Kleine hat mal wieder eine Bronchitis. Abends wurde sie auch super schnell müde, hatte leicht erhöhte Temperatur und schlief gegen 18:30 innerhalb von fünf Minuten in ihrem Bett ein. Und das hatte in letzter Zeit immer viel, viel, viel länger gedauert …

„Gut“, dachte ich, „dann hat sie ihren Schlaf wohl nötig.“

Leider wachte sie nach dem Einschlafen immer wieder zwischendurch mit Hustenanfällen auf. So auch gegen 23:00 Uhr. Sie schrie ganz panisch und hustete heftig. Ich konnte sie nochmal beruhigen. Machte mir aber Sorgen, da sie sich Mittags bei einem Trinkversuch aus einem Becher sehr verschluckt hatte … Was wenn sie nun Wasser in der Lunge hatte und daher so japsend hustete? Ja, Frau Google in mir hatte schon wieder die abenteuerlichsten Geschichten rausgekramt was das anging …

Die Kleine glühte nun richtig. Sie hatte hohes Fieber bekommen. Mit einem Zäpfchen sank es erst mal wieder und mein Mann und ich konnten die Kleine nochmals beruhigen und sie wieder zum Schlafen bringen.

Gegen 1:00 Uhr ging dann nichts mehr. Die Kleine hustete, japste nach Luft, hörte nicht mehr auf zu schreien, bekam natürlich noch weniger Luft und ich bekam Panik … Bestimmt eine halbe Stunde war kein Ende des Husten- / Schreikrampfs in Sicht. Also verbrachten wir die Nacht im Krankenhaus in der Notfall-Ambulanz. Die Kleine wurde gründlich untersucht (zu meiner Erleichterung kein Wasser in der Lunge), wir inhalierten, bekamen ein Asthma-Spray verschrieben, um zukünftig gerüstet zu sein und um es während der Bronchitis regelmäßig zu verabreichen.

Am Mittwoch, den ich zuhause mit der Kleinen verbrachte, war ich vollkommen gerädert. Nach nur 3 Stunden Schlaf in der vorherigen turbulenten Nacht und einem schlappen 10 Kilo-Bündelchen nonstop an mir dran, war mein Rücken eine einzige Baustelle. Zudem war ich nun auch selbst erkältet und meine Arme fielen vor Muskelkater fast ab. Wenn die Kinder Fieber haben, merkt man erst mal wie sie einem sonst beim Tragen helfen, indem sie sich festklammern.

© Lucie Kärcher / PIXELIO zu finden auf www.pixelio.de*

© Lucie Kärcher / PIXELIO zu finden auf www.pixelio.de*

Trance-artig verging der Tag. Die Kleine schlief viel. Das Fieber sank nur, wenn ich ihr ein Zäpfchen gab. So schlapp und teilnahmslos hab ich meinen kleinen Engel selten erlebt. Ähm, eigentlich noch nie. Und so anhänglich und kuschel-bedürftig zu sein, ist sonst gar nicht so ihr Ding. Sobald ich sie auf dem Arm hatte, war sie auch schon fast eingeschlafen.

Der Donnerstag verlief ähnlich. Selber leicht angeschlagen hab ich oft gedacht: „Ich kann nicht mehr!“ Aber irgendwie kann man ja doch immer als Mama bzw. man muss. Ausruhen, nur weil man krank ist? Geht halt nicht. Was war ich in den letzten Tagen immer froh, wenn mein Mann abends zuhause war und mir helfen konnte.

Da die Kleine nun tagsüber viel geschlafen hatte, war das Einschlafen am Abend dann wieder ein Kampf … Über eine Stunde dauerte es bis sie im Land der Träume war. Und dann konnte ich endlich ausruhen, äh nein, Moment, musste ja noch was für die Arbeit machen … Aber daaaaann, so gegen 24:00 Uhr hieß es endlich auch: „Heia!“ für die Mama. Juchhu!!!

Freitag morgen ging es erst mal ab zum Arzt zur Kontrolle. Und siehe da, die Kleine hatte das „3-Tage-Fieber“ zusätzlich zur Bronchitis (hatte ich erwähnt, dass sie auch gerade Zähne bekommt?). Eine Traumwoche … Hust …

Seit gestern ist die Kleine aber definitiv auf dem Weg der Besserung. Ihr eigener Kopf ist wieder voll da. Alles was Mama macht und von ihr will ist natürlich doof und alles was man nicht darf ist mega-spannend!

Trotzige Wutanfälle, Wegrennen, bei jeder Frage mit „Ne!“ antworten, so kennen wir sie doch!

Die Zauber-Morgende sind wohl vorbei, aber da jeder Zauber seinen Preis hat, darf das auch gern so bleiben 😉 So schnell werde ich mir nicht mehr wünsche, dass alles perfekt läuft …

Und ein bisschen hab ich es ja schon vermisst, mein kleines Trotzköpfchen 🙂

*Gekennzeichnetes Bild (schlafendes Baby) von www.pixelio.de

Wie ist es Mama zu sein?

Oder: Was ich mir am Mami-Sein anders vorgestellt habe:

Alles.

Haha, nein im Ernst. Ich habe immer gedacht, ja klar, das ist anstrengend Mami zu sein. Da hat man nie richtig Feierabend und so … Aber dann wurde ich Mami und es war wirklich anstrengend und ich hatte wirklich nie Feierabend … Vor allem in den ersten 4 Monaten…

Wenn man wie ich 30 Jahre lang ein Individuum war, und plötzlich hängt immer so ein kleines Bündelchen an einem dran … Das ist echt eine extreme Umgewöhnung. Eigentlich weiß man das ja neun Monate im voraus, aber für die Wirklichkeit war meine Vorstellungskraft anscheinend nicht ausgeprägt genug …

In meiner Vorstellung stillte ich mein Baby, wechselte die Windel, zog es an und wir gingen harmonisch mit dem Kinderwagen spazieren. Kurze Zeit nachdem wir losgelaufen waren, schlief mein Baby satt und zufrieden ein. Soweit meine Phantasie-Vorstellung.

Und hier mal ein beispielhafter Tagesbalauf aus der Wirklichkeit mit einem ca. 5 Wochen altem Baby:

Vollkommen gerädert von den kurzen Schlafphasen und langen Schreiphasen meines Babys, hatten wir es gegen 10:00 Uhr aus dem Bett geschafft, sofort musste ich die Kleine wickeln und komplett umziehen, denn der Windelinhalt hatte sich trotz toller Flügel und Rückenauslaufschutzes seinen Weg über das ganze Baby gebahnt. Igitt!

Beim Wickeln brüllte meine Kleine. Klar, sie hatte Hunger nach dem Aufstehen. Aus dem Bauch kannte sie dieses beängstigende Gefühl nicht. Da kann doch etwas nicht stimmen! Was kann ein Baby da machen? Richtig: Schreien!

Wir begannen also nach dem Wickeln mit dem Stillen. Das im übrigen nicht so einfach war, wie ich dachte … Aber dazu vielleicht in einem anderen Artikel mehr.
Manche Baby brauchen leider eine ganze Stunde zum Stillen. Meins zum Beispiel …

Als wir fertig waren, versuchte ich ein Bäuerchen aus der Kleinen heraus zu bekommen. Es kam keins, dafür aber ein Riesenschwall Milch …
Halleluja, jetzt darf ich direkt mich und das Baby umziehen. Merke, wer eine Stunde lang trinkt, der hat viel übrig, um es wieder auszuspucken.
Ich zog also das schreiende Baby um und dann mich. Dazu musste ich das Baby natürlich ablegen. Folgendes schoss dem Baby wohl dabei durch den Kopf:
Aaaah, Mama hat mich weggelegt! Da kann etwas nicht stimmen! Vielleicht hat sie mich vergessen. Ich erinnere sie mal daran, dass ich da bin. Was habe ich dazu bloß für Möglichkeiten? Achja: Schreien!

Es ist mittlerweile 12:00 Uhr. Und sehr kleine Babys haben oft alle 2 Stunden Hunger. Und die Zählung beginnt leider ab Beginn des letzten Stillens und nicht ab Ende. Dies eröffnete mir meine Nachsorge-Hebamme bei einem Besuch, woraufhin ich fast hinten über gekippt bin.
Nun war mein Baby, aber vom vorherigen Trinken, dem Schreien und dem Spucken so müde, dass es beim Stillen (ja, ich stille schon wieder) ständig einnickte. Es brauchte also noch länger zum Trinken als sonst.
Und ich saß so auf der Couch, hatte sooo einen Durst, und Hunger und Pipi musste ich auch, aber keins meiner Bedürfnisse konnte ich grad befriedigen. Toll … Hauptsache dem Baby geht’s gut.
Als mein Baby endlich fertig getrunken hatte und schlief, legte ich es vorsichtig in sein Bettchen. Ich schaffte es grad zur Toilette, als ich es schon wieder weinen hörte… Mist … Jetzt hat das Baby Bauchschmerzen …
Ich nahm es auf den Arm, tröstete es, machte einhändig ein Dinkelkissen fertig, und versuchte damit seine Schmerzen zu lindern. Irgendwann kam die Erlösung: Die Windel war voll. Also war ich schon wieder am Wickeln.

Ich merkte, dass die Kleine super müde war. Sie war jetzt vier Stunden wach. Für Baby-Verhältnisse ist das schon lang. Leider fand sie nicht in den Schlaf, also packte ich sie in meinen Tragerucksack. Da sie sehr aufgedreht war, musste ungefähr 30 Minuten mit ihr rumtanzen bis sie eingeschlafen ist.

Vielleicht fragt ihr euch, warum packt die doofe Mama die Kleine nicht einfach in den Kinderwagen und fährt sie durch die Gegend bis sie eingeschlafen ist?
Weil manche Babys Kinderwagen hassen. Meins zum Beispiel … Meine Kleene bekam anfangs darin regelrechte Panikattacken. Zu weit weg von Mama und so …

Endlich merkte ich, dass sie im Rucksack eingeschlafen war und stürzte in die Küche. Leise und mit vorsichtigen Bewegungen verdrückte ich zwei Müsli-Riegel und trank einen halben Liter Malzbier. Ich überlegte kurz, ob ich es wagen sollte, die Kleine in ihr Bett zu legen, um auf die Toilette zu können, aber ich hatte Angst, dass sie aufwachen würde und meine Ohren erfreuten sich grad an der seltenen Stille. Also ging ich mit Tragerucksack und Baby aufs Klo. Umständlich, aber irgendwann bekommt man fast alles mit Tragerucksack hin. Außer Duschen vielleicht. Apropo. Es war mittlerweile 16:00 Uhr und ich hatte mich weder angezogen, noch war ich geduscht oder hatte irgendetwas im Haushalt gemacht.

Aber immerhin das änderte ich jetzt. Mit umgeschnalltem Baby, räumte ich die Spülmaschine aus und ein und hängte die Wäsche auf. Bei allem ging ich vorsichtig in die Hocke und kam immer nur langsam wieder hoch. Ich sag euch, dieses Baby war ein perfekter Personal-Trainer. Dem man nur leider nie absagen konnte …

Nun war es schon 17:30 Uhr. Baby wachte auf und hatte – wer hätte das gedacht – Hunger. Wir stillten also schon wieder. Gegen 18:00 Uhr kam der Papa heim. Ich hätte heulen können vor Erleichterung (hab ich auch manchmal …)
Juchhu, er bringt Nachschub an Müsli-Riegeln und Malzbier mit!

Ab 19:00 Uhr begann dann immer die unruhige Phase unserer Maus. Teilweise hat sie ab da bis ca. 1:00 Uhr nachts durchgeschrien. Also wechselten wir uns ab mit der Betreuung. Papa wechselte die Windeln. In der Zeit trank und aß ich etwas. Dann hab ich sie geschuckelt und singend durch die Wohnung getragen bis ich nicht mehr konnte, dann der Papa.

Irgendwann nachts lagen wir alle vollkommen fertig in unserem Bett. Das i-pad spielte „White-Noise“ auf Dauerschleife, das Nachtlicht im Schlafzimmer war fast taghell und Baby war halb unter mir endlich eingeschlafen. Beim Stillen. Was für ein Tag …

Meine letzten Gedanken vorm Einschlafen waren: Juchhu, wenn wir Glück haben dürfen wir jetzt 3 Stunden am Stück schlafen. Und dann geht alles von vorne los 🙂