Familie zusammen

Zeit, Zeit, Zeit … Schenkt euch Zeit!

Zeit ist immer knapp und doch ist Zeit irgendwie immer die Lösung für alles.

Viele Konflikte, die sich so mit Kind im Alltag ergeben, gäbe es ohne den von außen aufgedrückten Zeitdruck ja gar nicht. Wenn ich überlege um wieviel gechillter diese Phase im Sommer war in der wir einige Wochen zuhause verbrachten, dann fällt mir doch enorm der Unterschied auf. Das Bilderbuch-Mädchen war in dieser Zeit viel entspannter, in vielen Dingen. Ich vielleicht auch. Das will ich nicht abstreiten. Kein Stress morgens pünktlich das Kind gewickelt, gewaschen und angezogen in der Kita abgegeben zu haben. Kein Stress nachmittags ur-pünktlich auf der Arbeit den Stift fallen zu lassen, um nur ja wieder pünktlich am Kindergarten zum Abholen zu sein.

Versteht mich nicht falsch, nach der langen Kita-Eingewöhnung bin ich unglaublich froh, dass wir wieder einen funktionierenden Alltag haben, dennoch machte ich am Anfang den Fehler die Zeit am Nachmittag noch für viel Haushalt zu nutzen und mein armes Bilderbuch-Mädchen auch nach der Arbeit nicht mit meiner ungeteilten Aufmerksamkeit zu beschenken. Denn ich musste doch so vieles erledigen in meiner „Freizeit“. Ich merkte meinen Fehler schnell. Das Bilderbuch-Mädchen wurde sehr launisch, richtiggehend biestig teilweise. Und auch das Einschlafen wurde wieder zum Problem. Doch wer sollte es ihr verübeln? Wenn sie nach einem langen Kindergarten-Tag kaum was von der Mama hat, da die hier eben noch die Wäsche macht, und da eben noch die Küche aufräumt und noch schnell das Bad unten putzt und was sonst noch so zu lange liegengeblieben ist. So wenig Zeit zusammen verbracht und dann soll die Kleene so „früh“ schon schlafen ohne ihren Mama- und Papa-Akku aufgeladen zu haben? Das geht doch nicht … Seitdem ich endlich den Zusammenhang erkannt habe, hab ich etwas geändert:

Auch viel – eigentlich schönes – Nachmittags-Programm (wie Freunde oder Familie zu Besuch haben bzw. besuchen fahren) habe ich etwas runtergefahren. Denn auch schöne Dinge sind ja ein Haufen neuer Reize, die es zu verarbeiten gilt. Mehr als ein- bis maximal zweimal unter der Woche versuche ich es nicht werden zu lassen. Denn in manchen Phasen ist es für das kleine Bilderbuch-Mädchen einfach wichtiger – nach den langen Stunden in der Kita – die Mama ganz für sich zu haben.

So oft es möglich ist, verbringe ich nun meine Zeit nach der Arbeit ganz bewusst mit der Kleinen und nichts anderem. Vor allem die erste Stunde. Und das tut mir auch gut. Denn wir sind seit 07:30 Uhr auf den Beinen und frühstens um 15:30 zuhause und bis dahin hatte ich ja auch noch keine Pause, da ich auf der Arbeit keine mache. Also nutzen wir beide die Zeit, um runterukommen und aufzutanken. Und das Tolle ist, dass ich bald freitags immer frei haben werde und dadurch auch der Haushalt nicht im totalen Chaos versinken wird. Was wiederum zu weniger Stress-Gefühl bei mir führt. Wenn ich nach der Arbeit mit dem Bilderbuch-Mädchen auf der Couch sitze, dann bin ich sehr sehr dankbar, dass ich die Zeit dafür habe. Und froh darüber, dass ich erkannt habe, wie wichtig es ist, mir diese Zeit auch zu nehmen.

Und das wird auch richtig belohnt mit einem ausgeglichenerem Bilderbuch-Mädchen. Natürlich kann man so unglaublich ruhige Nachmittage nicht immer gewährleisten, denn schließlich stehen immer mal wichtige Termine oder auch schöne Verabredungen an, aber das Maß ist wichtig. Man sollte die Aufnahme-Fähigkeit der kleinen Menschen nicht überschätzen. Daher lieben wir es momentan auch an den Wochenenden eher ruhig. Denn dort ist nochmal eine ganz besondere Zeit. Zeit für die ganze Familie und die sollte man so gestalten, dass man Kraft daraus ziehen kann für die nächste stürmische Woche 😉 Da der Bilderbuch-Papa unter der Woche oft nur die wilden Zeiten der kleinen Maus mitbekommt – die kurz vor dem Schlafengehen ja doch nicht mehr so aufnahmefähig ist – nutzt er natürlich auch die Wochenenden im besonderen für die Familie. Gemeinsame Spaziergänge machen wir eigentlich jedes Wochenende. Wie schön ist es, wenn das Bilderbuch-Mädchen auf Papas Schultern die Welt erkunden kann, wenn sie irgendwann zu müde ist selbst zu laufen. Heute war das Wetter aber so wenig einladend, dass wir nicht rausgegangen sind. Stattdessen haben wir den ganzen Nachmittag zusammen gebacken. Dabei wurde allerdings seeehr viel genascht und in diesem Falle hat die zusammen verbrachte Zeit nicht zu einem ausgeglichenerem Bilderbuch-Mädchen geführt. Ich sage nur Zuckerschock 😉 Aber dennoch war es ein wunderschöner Tag. An dem wir nur vor die Tür gegangen sind, um uns Butter von den Nachbarn zum Backen zu leihen. Hihi, voll der klassische Fall.

Weihnachstshopping wär ja zum Beispiel am Wochenende der absolute Horror für mich. So möchte ich mein Wochenende unter keinen Umständen verbringen. Menschenmassen und Staus sind mir ein Graus … Wenn es nach mir ginge bräuchte man sich an Weihnachten nüscht schenken, außer halt Zeit. Und davon hab ich mehr, wenn ich im Online-Shop meiner Wahl einkaufe 😉

Zeit ist einfach das wundervollste Geschenk, was man jemandem machen kann. Sie ist kostbar. Von mir aus müssten andere Geschenke gar nicht sein. Das Schönste an Weihnachten und auch anderen Festen ist für mich, meine Familie und Freunde zu treffen. Das ist Geschenk genug für mich. Klar, den Kindern schenkt man gern was. Wer freut sich nicht über ihre wahnsinnig glücklichen Augen, ihr Lachen und ihre Freude? Und sie freuen sich ja auch irrsinnig in diesem Moment, aber noch viel mehr freuen sie sich über Mama und Papa, die Zeit mit ihnen verbringen. Und das gilt wahrscheinlich für fast alle Altergruppen. Ich jedenfalls freue mich jetzt schon sehr auf Heilig Abend bei uns zuhause, weil dort alle meine Liebsten sein werden. In diesem Sinne, stresst euch nicht zu sehr mit dem Geschenke-Wahn, sondern seid euch bewusst, was das Wichtigste an Weihnachten und auch all den anderen Festen ist:

Zeit Füreinander!

Eure Nätty

4 Gedanken zu „Zeit, Zeit, Zeit … Schenkt euch Zeit!

  1. Anna

    Du hast genau mein Lieblingsthema getroffen. ZEIT!
    Mir tut es immer so leid, wenn ich merke, die Kinder brauchen mehr Zeit mit mir und dann habe ich gerade in dem Moment nicht die Möglichkeit, weil ich zur Arbeit muss oder kochen oder Wäsche oder so… Manchmal könnte ich 30 Stunden pro Tag brauchen.

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  2. silvia88r

    Ganz toller Artikel, genau dieses Thema beschäftigt mich auch grade sehr ausgiebig weil ich gerade wieder angefangen habe im Büro zu arbeiten und schauen muss, wie ich den Alltag und Haushalt unterkriege und doch noch Zeit für die Kids finde 🙂 ♥

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    1. Nätty Beitragsautor

      Ja, es ist ein ganz schöner Balance-Akt, was? Irgendwas bleibt zwangsläufig auf der Strecke. Dennoch, machen wir das Beste draus und versuchen einfach soviel Zeit wie halt möglich den Wichtigen Dingen zu widmen 🙂
      Ganz liebe Grüße!

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