Unfall_Auto

RUUUUMS. Glück im Unglück!

„Mist …“ murmel ich vor mich hin. „Die Straße ist gesperrt! Da scheint ein Unfall passiert zu sein.“
„Was denn passiert?“, höre ich das Bilderbuchmädchen von der Rückbank meines Autos. „Straße gesperrt. Was passiert?!“
So neugierig, die kleine Maus. Ich sehe drei Feuerwehrautos, einen Notarztwagen und Polizei auf der Straße vor mir.
„Da ist ein Unfall passiert“, antworte ich. „Wir müssen einen Umweg fahren!“
Zum Glück gibt es eine gute Ausweichstrecke.

Guter Dinge fahre ich einen kleinen Umweg bis wir wieder auf der Kreuzung zur richtigen Straße ankommen, aber schon am Unfallort vorbei sind. Jetzt nur noch von der Kreuzung mit dem Stoppschild rechts zurück auf die Hauptstraße auffahren und wir können unseren Weg ohne weitere Verzögerung fortsetzen.

Die Autos vor mir an der Kreuzung fahren mega-langsam. Klar, man kann ja von hier noch den Unfallort sehen und da muss man ja unbedingt gaffen bevor man auf die Hauptstraße abbiegt. Ich hasse Gaffer!

Endlich bin ich an der Reihe rechts auf die Hauptstraße abzubiegen. Ich stoppe an der Haltelinie und rolle weiter auf die Sichtlinie zu. Ich muss nochmal stoppen, da ein Auto von links kommt.

Im Seitenspiegel sehe ich wie mir ein LKW nah auffährt.

„Idiot! Warum fährt der mir so dicht …?“

RUUUUMS. Der LKW kracht mir in den Kofferraum. Die Heckscheibe zerspringt mit einem lauten Knall.

„Verdammte scheiße!“, entfährt es mir. Oh, mein Gott! Die Kleine!? Geht es ihr gut???

Ich drehe mich abrupt zu ihr um. Sie guckt erschrocken. In ihrem Reboarder haben sich die Scherben der Heckscheibe gesammelt. Als sie mich erblickt, lächelt sie. Mir fällt ein Stein vom Herzen, ach ein ganzer Berg Steine! Der Kleinen geht es gut. Der Kleinen geht es gut!

Mit zittrigen Knien steige ich aus.

Sofort kommt ein Rettungssanitäter vom vorherigen Unfallort auf unser Auto zugestürmt und befreit meine kleines Bilderbuchmädchen aus ihrem Sitz. Sie will natürlich sofort zu mir und ich schließe sie erleichtert in die Arme. Nichts passiert!

Der LKW-Fahrer steht mittlerweile auch neben uns. Er blickt zerknirscht. Auf holländisch fragt er, ob alles ok ist.

Ich bin irgendwie in einer Schockstarre. „Ja, uns geht’s gut!“, bringe ich hervor.

Die Sanitäter untersuchen die Kleine und mich kurz. Das Bilderbuchmädchen weint herzzerreißend als sie für die Untersuchung von mir weg muss. Zum Trost bekommt sie vom Notarzt einen Teddybären geschenkt. Da versiegen die Tränen ganz schnell wieder.

Die Polizisten, die die andere Unfallstelle gesichert haben, nehmen unseren Fall direkt auf.

Wie praktisch. Polizei, Feuerwehr und Rettungssanitäter direkt für uns vor Ort. Und die Gaffer haben noch mehr zu gaffen …

Ich fühle mich gut. Es scheint wirklich nichts passiert zu sein – außer Blechschaden.

Während die Polizisten ihren Job machen, rufe ich meinen Mann an und erzähle ihm, was geschehen ist. Alles gut und so … Ich bin ganz ruhig.

Da soweit alles ok ist, fahren wir nicht im Krankenwagen mit. Die Sanitäter geben grünes Licht, dass wir nachhause fahren können. Falls doch noch Beschwerden auftreten sollten, sollen wir ins Krankenhaus fahren.

Der Polizist ist mittlerweile fertig mit seinem Bericht und meint, es spräche nichts dagegen, wenn wir mit dem kaputten Auto noch eben bis zu uns nachhause fahren würden. Wir könnten aber auch einen Abschleppdienst rufen? Da ich nur noch nachhause will und es mir ja gut geht -erwähnte ich, dass es mir gut geht? – fahre ich selbst nachhause.

Zuhause angekommen, erwache ich dann aus meiner Schockstarre. Plötzlich zittere ich total und weiß nicht mehr, was ich als nächstes tun soll. Mein Kopf ist leer. Was sind die nächsten Schritte? Keine Ahnung …

„Unfall gehabt! Angst!“, sagt das Bilderbuchmädchen mit ernsten Augen.
Mir läuft ein Schauer über den Rücken. „Hast du Angst gehabt, mein Mädchen?“
Wir umarmen uns. Aber nur ganz kurz. Danach ist die Kleine für den Rest des Tages vollkommen aufgedreht.

Ich rufe meine Eltern an und erzähle ihnen was passiert ist. Meine Mum fragt ob sie und Papa eben vorbeikommen sollen. Irgendwie bin ich total erleichtert und nehme das Angebot gern an.

Ich kläre mit meinem Mann per Whatsapp die nächsten Schritte ab, während ich auf meine Eltern warte. Das beruhigt mich schon mal.

Als meine Eltern Eintreffen besprechen wir auch nochmal, was wir jetzt zu tun ist. Sachverständiger, Anwalt, Auto. Verwerter. (Das Auto ist wohl ein wirtschaftlicher Totalschaden …) So vieles muss bedacht werden. Nervig, aber eigentlich vollkommen egal, denn hauptsache es ist nur Blechschaden! Das Bilderbuchmädchen rennt derweil energiegeladen Runde um Runde um unseren Esstisch.

Am nächsten Tag wache ich mit fürchterlichen Nackenschmerzen, Schwindel und dem Gefühl am ganzen Körper Muskelkater zu haben auf. Nun habe ich Angst, dass die Kleine vielleicht auch etwas abbekommen hat, was am Tag des Unfalls noch nicht ersichtlich war. Also, ab zum Krankenhaus, um uns beide Durchchecken zu lassen! Zum Glück kann mein Mann von der Arbeit kommen und uns fahren und beistehen.

Wir verbringen geschlagene 3,5 Stunden im Krankenhaus, zur eigentlichen Mittagsschlafzeit des Bilderbuchmädchens … Und Kleinkinder, die keinen Mittagsschlaf machen konnten und gezwungen sind irgendwo zu warten, wo man nirgendwo dran darf, sind kein Spaß … Vor allem nicht, wenn man Nackenschmerzen hat. Aber auch so nicht 😉 Zum Glück war mein Mann auch dabei.

Und wofür die ganze Warterei? Für effektiv 15 Minuten Behandlungszeit und die Diagnose: Leichtes Schleudertrauma und Schiefstellung der Halswirbelsäule bei mir. Aua … Jetzt gibt es erst mal ganz viel Schmerzmittel bis alles wieder gut ist.

Immerhin, dem Bilderbuchmädchen fehlt nichts. Dafür bin ich wirklich sehr, sehr dankbar!!! Wir hatten Glück im Unglück. So, und jetzt wird sich erst mal erholt!

Alles Liebe,

eure Nätty

23 Gedanken zu „RUUUUMS. Glück im Unglück!

  1. Mama in Hamburg

    Uff, was für ein Schock. Bei der Schilderung der Heckscheibensplitter im Reboarder bekam ich echt Angst. Wie gut, dass der Kleinen nichts passiert ist. Hoffentlich hat sie auch den Schrecken schnell verarbeitet. Gut, dass Polizei und Sanitär schon vor Ort waren. Ihr habt wirklich Glück im Unglück gehabt. Nun hoffe ich, dass es dir auch schnell wieder besser geht und dass ihr alles gut geklärt bekommt mit dem Schaden am Auto usw (Kindersitzaustausch nicht vergessen, kann der Gutachter bestimmt auch was zu sagen). Gute Besserung!

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  2. neverlookedsobeautiful

    Oh jeh, da habt ihr aber wirklich Glück im Unglück gehabt. Was für ein riesen Schreck. Zum Glück ist der kleinen Maus nichts passiert, da ist man ja ersteinmal fertig mit den Nerven. Ich drück euch ganz, ganz fest und freu mich, dass doch irgendwie alles gut gegangen ist! Obwohl das alles sehr ärgerlich ist so steht ja so ein Blechschaden/ Totalschaden in keiner Relation zur Gesundheit eures Bilderbuchmädchens. Drück euch die Daumen, dass ihr alles gut abwickeln könnt, aber bin mir sicher, dass ihr zu eurem Recht kommt! Ganz, ganz liebe Grüße und eine feste Umarmung!

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  3. sonnenshyn

    Ich kann nur (nochmals) sagen, wie froh ich bin, dass euch nicht noch mehr passiert ist.

    Sowas ist wohl das Horrorszenario eines jeden Autofahrers. Keine Ahnung wie es mir dabei ergangen wäre. Geschockt und erleichtert zugleich.

    Wirkich schlimm sowas. :/

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  4. Sari

    Gott, der pure Schock, aber gut, dass soweit alles ok ist.
    Das war ja echt Glück im Unglück, dass sogar alles direkt da war, was gebracuht wurde (also Sani usw…)

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    1. Nätty

      Ja, wir hatten echt so ein Glück! Wie du schon sagst, ich war auch echt froh, dass sofort Sanitäter da waren. Und auch die Polizei,die den Unfall direkt aufnehmen konnte. Man steht ja schon irgendwie neben sich.

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  5. kiwimamasblog

    Ich wusste ja schon, was los war, aber das noch einmal so zu lesen bereitet mir echt Gänsehaut. Insbesondere der Teil mit dem Glas… Ich bin echt froh, dass alles einigermaßen gut gegangen ist (bis auf dein Schleudertrauma natürlich, das ist echt blöd…).
    Und diese ganzen Gaffer bei Unfällen gehen wir auch tierisch auf den Keks…

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    1. Nätty

      Danke für deine lieben Worte <3
      Ich verstehe dieses Gaffen auch nicht. Wenn man sieht, dass der Unfallort gesichert ist und keine Hilfe mehr benötigt wird, warum muss man dann noch so indiskret gaffen und dadurch oft auch noch andere in Gefahr bringen. Schrecklich!

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    1. Nätty

      Vielen Dank 🙂 Der Schock ist mittlerweile verdaut, dafür macht mein Nacken mir wieder mehr zu schaffen. Aber das wird schon wieder 🙂 ganz liebe grüße!
      Nätty

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  6. Beatrice

    Das lese ich gerade erst! Wie furchtbar! Zum Glück ist nichts schlimmeres passiert! Bei sowas bin ich super leicht aus der Bahn zu werfen. Allein das Lesen reicht mir.
    Mann, da hätte ich aber auch nen Schotter gekriegt. Wahrscheinlich schon am Unfallort.
    Ich drück euch mal auf den Schreck. Ich hoffe es ist alles wieder gut.
    Lg

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    1. Nätty Beitragsautor

      Danke! Eigentlich geht es uns echt wieder gut. Die Kleine ist ein Wirbelwind wie immer und mir geht es gut solange ich nicht für längere Zeit am PC hocken muss. Dann bekomme ich leider wieder fiese Nackenschmerzen. Aber das wird schon wieder. Ich bin auch so erleichtert, dass alles so glimpflich verlaufen ist! Liebe Grüße zurück!

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