Bügelperlen Herzform

Eins, zwei, drei – schnullerfrei! Oder so ähnlich ;)

Der Schnuller ist weg!

Es war nicht einfach, aber bei Weitem einfacher als gedacht! Das Bilderbuch-Mädchen war nämlich mittlerweile eine absolute Schnulli-Verehrerin. In der langen Krankheitsphase, vor allem während der Fieber-Tage, durfte sie auch tagsüber den Schnuller haben. Und wenn sie im Auto auf längeren Strecken schlafen sollte / durfte auch 😉 (Und evtl. auch um sie ohne Geschrei ins Auto zu bekommen … Hust …)

Nunja, nach der Krankheitsphase verlangte sie tagsüber aber nun immer häufiger wieder einen Schnuller. Wut- und Heulanfälle von bis zu einer Dreiviertelstunde konnte ich über mich ergehen lassen als ich den Schnulli tagsüber nicht mehr zur Verfügung stellte. Dafür war aber die Abend-Routine ein Kinderspiel. Schon gegen 18:00 Uhr beharrte die Kleine darauf müde zu sein. Klar, sie wollte ins Bett, denn da gab es den heißgeliebten Schnulli ja noch. Ich sag es euch, das waren die besten zwei Wochen was das Einschlafen angeht, an die ich mich erinnern kann. Um spätestens 19:00 Uhr war Schicht im Schacht und mit Schnulli schlief sie echt innerhalb von fünf Minuten ein. Wahnsinn.

Hachja, und nun wollten wir dieser Traum-Phase dann doch ein Ende bereiten. Wie im letzten Artikel erwähnt, fiel mir vermehrt ein leichter Überbiss auf. Dieser trieb mich dann dazu Ernst zu machen.

Ein Plan musste her! Und zwar ein guter! Tja, irgendwie bin ich eher so mittelmäßig im tollen Geschichten ausdenken, um Kinder zu irgendetwas zu bringen. Und überzeugend bin ich da auch nicht so wirklich … „Wennde nich lieb bist, dann gibbet nix vom Weihnachtsmann …“ Allein bei solchen Sätzen komme ich mir schon vollkommen bescheuert vor. Nun gut, dankenswerterweise hatte meine beste Freundin, die grad schwanger ist, eine tolle Story parat für den Schnuller-Abschied:

„Wie wäre es denn, wenn du erzählst, dass die Schnullerfee, die Schnuller deiner Kleinen für mein Baby braucht, wenn es auf die Welt kommt?“

Geile Idee, fand ich!

Und so nahm der Plan Form an. Ich schrieb einen Brief von der Schnuller-Fee, indem sie erklärte, dass sie dringend die Hilfe des Bilderbuch-Mädchens bräuchte. Und zwar würde sie ihre Schnullis für das Baby meiner besten Freundin brauchen. Sollte sie sich entscheiden, ihre geliebten Nuckis abzugeben, bekäme sie als Dankeschön auch ein kleines Geschenk.

Diesen Brief warf ich am Freitag Abend in unseren Briefkasten. Am nächsten Morgen fischte ich ihn gemeinsam mit dem Bilderbuch-Mädchen heraus.

„Oh, schau mal: Du hast Post!“, schauspielerte ich laienhaft.

Stolz wie Oskar „las“ das Bilderbuch-Mädchen ihren Namen auf dem Umschlag und riss auch gleich den Brief heraus.

„Vorlesen, Mama!“ verlangte sie energisch.

Nichts lieber als das! Feierlich verlas ich die Schrift. Das Gesicht des Bilderbuch-Mädchen schien mir etwas blasser zu werden. Der Inhalt des Briefes wühlte sie nun doch auf. Zuerst schien sie nicht bereit ihren Schnulli dem Baby zu überlassen.

„Das Baby kann den Schnulli aber nicht haben!“

Insgesamt mussten der Bilderbuch-Papa und ich ihr den Brief dreimal vorlesen. Irgendwann entschied sie dann, dass das „neue“ Baby ihre „Nölis“ doch haben könnte. Sofort machten wir einen Umschlag fertig, den wir an die Schnuller-Fee (uns selbst) adressierten. Dort steckte sie ihre Schnullis auch hinein und die brachten wir dann zum nächsten Briefkasten. Das Bilderbuch-Mädchen warf den Umschlag persönlich hinein. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass ihr so ganz bewusst war, was das bedeutete. Wie auch?

Zuhause gab es dann das Geschenk der Schnuller-Fee: Die gewünschten Bügelperlen. Und zwar mit genügend roten Bügelperlen, um mit Hilfe der Herzschablone ein tolles rotes Herz zu werkeln. Das war von Anfang an ihr Wunsch an die Schnullerfee gewesen. Irgendwie süß 🙂

Der Tag war dann sehr schön. Wir besuchten die Ur-Oma und verbrachten den Nachmittag im Tierpark. Die Rückfahrt war allerdings übel. Das Bilderbuch-Mädchen verlangte weinend im Auto nach ihrem Schnuller. Sie weinte die ganze Fahrt nach dem kleinen Tröster. Wir erklärten, dass ja nun keine mehr da wären.

Ich setzte mich zu ihr nach hinten und redete auf sie ein, wie stolz ich sei, dass sie ihre Schnullis dem Baby überlassen hatte, dass sie ja schon so groß wäre und dass niemand von ihren Kindergarten-Freunden noch einen Schnulli hätte. Und dass sie keinen Schnuller zum Trost mehr benötigen würde, da Mama und Papa sie immer trösten würden. Von mir wollte sie das aber alles nicht annehmen, als ich dann aber mit einer Teddy-Handpuppe zu ihr sprach, beruhigte sie sich. Dann konnte sie plötzlich darüber lachen, wenn ich fragte: „Hat etwa die Oma einen Schnuller?“

„Nein!“, kicherte sie.

„Hat etwa die Greta einen Schnuller?“

„Neihein!“ Sie kam aus dem Lachen nicht mehr raus.

(Stellen Sie sich hier bitte dieses Frage-Antwort-Spiel in etwa Fünfzehn-Minütiger-Dauerschleife mit diversen Namen vor)  😉

Situation erst mal gerettet.

Das erste Schlafengehen ohne Schnuller

Das Bilderbuch-Mädchen fragte natürlich immer wieder nach dem Schnuller. Geweint hat sie auch etwas, aber ich habe mich dann zu ihr auf die Matratze gelegt, damit sie nicht alleine schlafen muss. Und dort hab ich dann auch übernachtet.

Einmal wachte sie mitten in der Nacht auf und hat ungefähr zehn Minuten bitterlich geweint, ohne zu sagen warum. Doch dann schlief sie an mich gekuschelt wieder ein als wär nichts gewesen.

Am Tag danach fragte sie ab und an nach dem Schnuller, aber wenn wir erwähnten, dass die Schnullis ja bei der Schnullerfee für das Baby wären, war das Thema schnell erledigt. 1000 Mal schneller als in der Zeit vor dem Schnuller-Abschied, in der sie dann ewig lange Heul- und Weinanfälle hatte, wenn man ihr tagsüber den Schnuller verwehrte.

Das zweite Schlafengehen ohne Schnuller

Das klappte super und zwar direkt bei den Großeltern. Da der Kindergarten am Montag zu war übernachtete sie nämlich von Sonntag auf Montag dort. Auch dort fragte sie vor dem Einschlafen nach dem Schnuller, dann rief sie noch ein paar Minuten „Mama? Papa?“, – die Schwiegermama war schon kurz davor anzurufen, dass das Einschlafen ohne Schnulli wohl nicht klappen würde – doch da klappte es dann doch ganz plötzlich. Und Durchgeschlafen wurde auch. Super!

Das dritte Schlafengehen ohne Schnuller

Nun, das erfolgte wieder bei uns und da war Madame natürlich nicht ganz so angepasst wie bei Schwiegereltern. Auch am dritten Tag fragte sie nochmal nach dem Schnulli, doch das einzige was passierte, als sie keinen bekam, war, dass es Recht lange dauerte bis sie etwas runterkam. Sie war nämlich mega aufgedreht. Das heißt, sie schlief an dem Abend an meiner Seite erst gegen 22:00 Uhr ein. Aber sie schlief ein und zwar ohne zu Weinen.

Der vierte Tag Schlafengehen ohne Schnnuller

Das war heute und lief echt ganz gut. Um 20:00 Uhr waren wir fertig mit baden und um 21:00 Uhr ist sie dann in ihrem Bett eingeschlafen, während ich ihre Hand gehalten hab und wir eine CD gehört haben. Nach dem Schnuller hat sie nicht mehr gefragt 🙂

Ich hoffe dass wir bald wieder bei einer Einschlafzeit von etwa 20:00 Uhr landen, aber alles in Allem bin ich total erstaunt, wie wenig Drama es gegeben hat. Ich hatte ja echt wochenlange Endzeit-Stimmung erwartet, aber nüscht. Alles im Rahmen bisher.

So, jetzt wissta Bescheid 😉

Alles Liebe,

Eure Nätty

Funfakts zu diesem Beitrag:

  • Ich benutze seit ich Mama bin Handpuppen um Dinge mit meiner Tochter zu besprechen und es funktioniert … Crazy …
  • Ich erfinde wahnwitzige Stories um meinem Kind Dinge abzugewöhnen …
  • Ich habe zum ersten Mal seit ungefähr 2008 ein Bügeleisen benutzt, und das um kleine Plastik-Perlen zusammenzuschmelzen … 

3 Gedanken zu „Eins, zwei, drei – schnullerfrei! Oder so ähnlich ;)

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