Engel

Blogger-Adventsgeschichte – Teil 13 „Jeder Zauber hat seinen Preis …“

Das vorherige Kapitel „Der verwunschene Wald“ findet ihr auf der Seite welovefamily.at

„Jeder Zauber hat seinen Preis …“

„Frida! Kommst du wohl her!“ Eine herrische Stimme hallt durch den Wald.

Frida zuckt zusammen. Uih, sie hatte gewusst, dass das Ärger geben würde. Sie war gerade dabei gewesen den hübschen Baum, den Bjarne Bär, der Fuchs und Lisbeth mitgebracht hatten, mit etwas goldenem Engelsglanz-Zauper-Pulver zu verzieren. „Warum muss sie mich ausgerechnet jetzt finden,“ denkt Frida. „Nun darf ich bestimmt nicht mit den Tieren Weihnachten feiern … So was Blödes …“

Traurig tappst Frida ihrer Mutter entgegen, die ungeduldig vor der Höhle der Tiere steht. Zum Glück sehen die Tiere sie jetzt nicht, weil alle unterwegs sind, um Futter zu suchen. Außer den Igeln, aber die schlafen ja mal wieder tief und fest …

„Frida, nun guck nicht so traurig!“ fordert ihre Mutter sie auf. „Du weißt doch genau, dass es verboten ist, Schutzengel-Magie für Dinge einzusetzen, die nicht so wichtig sind. Was hast du dir dabei gedacht, einfach so Zündhölzer herbeizuzaubern?“

„Ich wollte doch nur den Tieren helfen, damit ich bei ihrem Fest mitmachen darf,“ murmelt Frida.

„Erstens, ist es unsere Aufgabe auf die Menschen aufzupassen und nicht auf die Tiere … und zweitens hat jeder Zauber seinen Preis. Nun hoffen wir mal, dass deine kleine Zauberei keine großen Konsequenzen hat … Und hast den Tieren etwa auch noch verraten, dass du ein Engel bist?“

„Nein, Mama. Natürlich nicht!“, beteuert Frida.

„Wenigstens daran hast du gedacht, dass keiner von uns wissen soll. Kind, mit dir komm ich noch in Teufels Küche …“

„Aber da dürfen wir doch nicht hin!“, ruft Frida empört aus.

„Das sagt man doch nur so. Und jetzt komm, wir müssen …“

Plötzlich unterbricht ein lautes Poltern Fridas Mutter.

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HILFE! Helft mir doch!“

„Mama, schnell!“, ruft Frida und ehe die Mutter reagieren kann, rennt das kleine Engelchen schon los. Die Strickjacke rutscht ihr von den Schultern und entblößt ihre Flügel. Ohne Nachzudenken beginnt Frida mit ihren Schwingen zu flattern und erhebt sich in die Lüfte.

Hilfe!“, schallt es wieder durch den Wald. Es ist ein piepsiges, verängstigtes Stimmchen. Doch Frida sieht niemanden auf dem Waldboden … bis sie über einen kleinen Hügel hinwegfliegt.

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Da entdeckt Frida Frau Maus, die panisch vor einer schwarzen Katze flieht. Im Sturzflug lässt Frida sich herab und erreicht gerade noch rechtzeitig die kleine zitternde Maus.

„Gerettet. Du hast mich gerettet! Danke! Oh vielen Dank!“ piepst Frau Maus erleichtert, während Frida wieder vor der Höhle der Tiere landet.

„Gern geschehen!“, bringt Frida außer Atem hervor.

„Ich war nochmal beim Haus des Försters und wollte nachschauen, ob die Frau wieder etwas Leckeres in die Tonne geschmissen hat, das wir für unser Fest gebrauchen könnten, aber da hörte ich sie plötzlich sagen, dass sie neue Zündhölzer kaufen müsse, da ihre verschwunden seien und sie doch so gern die Kerzen an irgendeinem Kranz anzünden wolle … Und zack ging die Tür auf und die Katze stürmte noch vor der Försters-Frau hinaus. Direkt auf mich zu. Ich hatte Todesangst!!!“

„Oh …“, entfährt es Frida …

„Da siehst du, wohin deine Zauberei führt …“ schimpft Fridas Mama, die mittlerweile auch wieder an der Höhle angekommen ist. „Hättest du die Streichhölzer nicht hergezaubert, wären die von Frau Förster nicht verschwunden und die Katze wäre nicht aus dem Haus gekommen. Siehst du? Ich verbiete Dinge nicht, um dich zu ärgern, sondern weil manche Regeln einfach wichtig sind, damit die Welt nicht aus den Fugen gerät!“

„Zaubern … Du kannst zaubern? Und fliegen kannst du ja auch. Oh, bist du etwa ein Engel?!“, Frau Maus bekommt vor Aufregung kaum noch Luft und starrt Frida ungeniert an. Doch die beachtet das kleine Tierchen gar nicht, denn sie will ganz dringend ihre Mutter davon überzeugen noch etwas für die Tiere zu tun.

„Ach, Mama. Es tut mir Leid … Ich werde in nächster Zeit bestimmt nicht mehr zaubern … Großes Engels-Ehrenwort! Aber können wir nicht doch noch etwas zum Fest der Tiere beisteuern? Ich weiß, eigentlich sind wir nur für die Menschen zuständig, aber die Tiere brauchen uns doch. Die Menschen hier haben es so gut, die leben in ihren warmen Häusern haben genug Essen und die armen Tiere müssen frieren und wissen nicht, ob sie genug zu fressen haben werden für ihr Fest. Das ist so ungerecht!! Bitte lass mich ihnen doch helfen!“

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Die Mutter schaut ihr Töchterchen an. Da steht ihre kleine Frida mit den goldenen Löckchen und dem zielstrebigen, leicht trotzigem Gesichtsausdruck. Ja, die Kleine weiß was sie will und sie will Gutes tun. Warum sollte man ihr das verbieten?

„Na gut, wenn du helfen möchtest, habe ich eine Idee: Lass uns zusammen in der Weihnachtsbäckerei Lebkuchen für deine Freunde backen. Dann haben sie beim Fest genug zu naschen!“

„Ohja, das ist toll! Das machen wir!“

„Ihr seid echte Engel!“ Frau Maus ist vollkommen verdattert, erst der Schreck mit der Katze und nun das!? Das wird ihr doch keiner glauben …

„Ohje, was machen wir denn jetzt mit Frau Maus?“, fragt Frida.

„Wir sollten etwas singen. Zu Weihnachten gehört einfach Musik!“, lächelt Fridas Mutter mit einem Augenzwinkern.

„Ja, stimmt!“ Frida klatscht in die Hände und legt los. „Oh du Fröhliche …“ Ihre Stimme ist so klar und lieblich, dass Frau Maus sich sofort beruhigt und sich andächtig lauschend hinsetzt.

Die weichen Töne umschmeicheln ihre Sinne und tragen sie ganz sachte ins Land der Träume.

„Sie ist eingeschlafen und wird beim Aufwachen alles vergessen haben, also schnell, lass uns zur Weihnachtsbäckerei fliegen,“ flüstert Fridas Mutter.

„Aber wenn die Katze zurückkommt …“ gibt das kleine Engelchen zu bedenken.

„Mach dir keine Sorgen, schau wer da kommt!“

Frida sieht sich um. Ah, da kommt der alte Dachs herangestapft.

„Na, gut, wenn der Dachs jetzt da ist, kann er auf sie aufpassen. Dann können wir los. Das wird eine tolle Überraschung!“, freut sich Frida und fliegt mit ihrer Mutter davon.

„Frau Maus. Frau Maus! Ist alles in Ordnung mit Ihnen?“, der Dachs rüttelt vorsichtig an der Schulter des kleinen Wesens bis es langsam die Augen öffnet.

„Wo bin ich? Was ist passiert? Ich wollte zum Haus des Försters, ab da weiß ich nichts mehr …“

„Ich kann leider auch nicht mehr sagen, ich habe Sie hier schlafend gefunden … Zum Glück geht es Ihnen gut. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht. Ich hatte von einer Amsel gehört, dass Eika und Sie mich suchen wollten, aber da Sie nicht angekommen sind, hab ich mich auf dem Weg zu Ihnen gemacht …“

„Das ist lieb von Ihnen, Dachs!“ sagt die Maus. „Huch, mir ist immer noch etwas schummrig …“

„Warten Sie, Frau Maus. Ich helfe Ihnen,“ sagt der Dachs und bietet seine Pfote an.

„Danke! Was die Amsel gesagt hat, stimmt. Wir waren auf dem Weg zu Ihnen, weil wir viele Fragen an Sie haben und Sie zu unserem Futterfest einladen wollten, aber Ihr alter Dachsbau war leer … Wir dachten schon, wir müssten ohne Sie feiern …“

„Oh, ich bin im Frühjahr umgezogen … Neben meinem alten Dachsbau – in der Eiche – hat sich eine Spatzen-Familie eingenistet und die sind ja so laut. Frau Maus, Sie wissen ja gar nicht, was so kleine Spatzen-Kinder für einen Krach machen … In meinem Alter braucht man seine Ruhe! So, jetzt bin ich aber mal gespannt auf eure Fragen.“

Das nächste Kapitel gibt es ab dem 14.12 bei tollabea

Und wer die Geschichte komplett nachlesen möchte, findet hier alle bisher veröffentlichten Links: Zur Kapitelübersicht inklusive Linkliste.

 

6 Gedanken zu „Blogger-Adventsgeschichte – Teil 13 „Jeder Zauber hat seinen Preis …“

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