Kleinkind trödelt Cartoon

Unsere tägliche Kita-Soap: Der Weg ist das Ziel

oder: Der verpasste Morgenkreis

Leute, ich bin müde. Einfach nur immer müde. Daher kommt das Bloggen auch grad etwas kurz. Sobald das kleine Bilderbuch-Mädchen im Bett liegt, liege ich quasi auch flach. Ok, vorher wird eventuell noch ein bisschen Wäsche gemacht und Kram für den nächsten Morgen bereit gelegt, damit alles möglichst reibungslos läuft. Dennoch haben wir es letzten Dienstag geschafft erst um 09:01 im Kindergarten zu sein und zack, „Morgenkreis“ verpasst … Denn wer zu spät kommt darf nicht mehr mitmachen. Man, das war uns aber eine Lehre 😉

Wie kam es denn nun zum Morgenkreis-Desaster?

Aufgestanden bin ich zugegebenermaßen etwas spät. Erst gegen 07:55 Uhr. Ich war aber fix fertig und auch das Bilderbuch-Mädchen habe ich dazu gebracht, dass wir um 08:35 Uhr bereit zum Gehen waren. Die Kita ist 300 Meter entfernt – Ankunft sollte also bis 09:00 Uhr machbar sein … Was ist also passiert???

Ich erkläre euch jetzt das ganze Spektakel und ihr sagt mir bitte danach, dass es euch hätte auch passieren können, ok? 😉

Wir stehen in der Tür. Jacke ist an, Schuhe auch und sogar ein Schal wurde akzeptiert.

Soweit so gut. Los geht’s!

„Ich will mit dem Laufrad!“ Verlautbart das Bilderbuch-Mädchen. „Fahren,“ ergänze ich im Kopf.

„Ja, gut, warum nicht,“ antworte ich. Bin ja offen für die Wünsche meiner Maus, nicht wahr? Ich hole also das Laufrad aus dem Garten.

Zwei Minuten verloren.

Da ihre Laufrad-Künste noch eher bescheiden sind und es im Straßenverkehr ja eh sicherer ist, entscheide ich mich, ihr noch einen Helm* aufzuziehen. Der muss aber erst noch richtig eingestellt werden.

Weitere zwei Minuten verloren.

Nun geht es aber wirklich los. Aber was ist das? Nicht nur, dass das Bilderbuch-Mädchen eher läuft als fährt und als extra Entschleuniger auch noch das Laufrad zwischen ihren Beinen mitschleift, nein, nun mutiert sie auch noch alle 3 Sekunden zur Salzsäule und bewegt sich gar nicht mehr fort.

„Weiter fahren. Komm, weiter fahren, bitte. Nicht so trödeln, wir verpassen noch den Morgenkreis! Weiter fahren! Weiter geht´s.“

Nach einer gefühlten Ewigkeit haben wir es um die erste Ecke geschafft.

„Mama, Arm!“

Ich atme tief durch … „Ich kann nicht dich und das Laufrad gleichzeitig tragen. Dann müssen wir es kurz zurück in den Vorgarten bringen.“ Sind ja nur 50 Meter. Weiter sind wir noch nicht gekommen.

„Nein, Mama! Doch Laufrad fahren.“

„Ja, dann aber zügig!“ flöte ich und helfe ihr beim erneuten Aufsteigen aufs kleine Rädchen.

Nach mehrfachem daran Erinnern, dass das Laufrad ein Fortbewegungsmittel ist, schaffen wir es bis zur Straße und dohort …

… kommt ein Auto. Jawohl, und das Bilderbuch-Mädchen hat es gesehen. Das Auto ist quasi am Horizont und schleicht mit Schrittgeschwindigkeit auf uns zu. Aber das Bilderbuch-Mädchen hat es gesehen und will warten bis vorbei ist. Das ist gut. Schließlich haben wir ihr das beigebracht. Also sage ich: „Gut gesehen. Jetzt warten wir eben bis das Auto vorbei ist, schauen nochmal nach links und rechts und dann geht es über die Straße!“

Stolz wie Oskar wartet die Kleine. Und wartet. Sie hat ein Auto gesehen! Und weiß was zu tun ist! Und tut es. Sie wartet. Yes!

Und endlich ist das Auto auch an uns vorbeigekrochen. Schnell überqueren wir danach die Straße.

Geschafft! Die Hälfte des Weges liegt schon hinter uns. 08:48 Uhr. Der Morgenkreis ist noch drin. Ich glaube fest dran!

„Hallo!!!“ tönt es hinter uns. Auf der anderen Straßenseite winken die Nachbarstochter und ihre Mama, die mit Kinderwagen hinter dem Töchterlein hergeht. Die Kleine geht in die gleiche Kita-Gruppe wie das Bilderbuch-Mädchen.

„Greta!“ juchzt meine Tochter vergnügt. Das Laufrad plumpst auf den Boden, sie will erfreut (ohne zu schauen, ob ein Auto kommt) über die Straße sprinten.

„Stop!“ Ich erwische sie am Arm. „Halt, nicht über die Straße rennen. Greta kommt ja schon rüber. Wir warten eben hier.“

Greta und das Bilderbuch-Mädchen begrüßen sich und führen Freudentänze auf.

Greta fällt auf, dass das Bilderbuch-Mädchen einen Helm trägt. Sie will jetzt auch einen. Schließlich fährt sie auch Laufrad. Zufällig hat Gretas Mama den Helm im Kinderwagen ihrer jüngeren Tochter dabei. Also wird der Helm am Kind angebracht. Und schon kann es weiter gehen.

Greta düst davon. Das Bilderbuch-Mädchen schleicht hinterher.

„Wie wäre es, wenn du rennst und ich das Laufrad nehme?“ schlage ich vor.

Laufrad wird auf dem Boden gedeppert, und ab geht es im Galopp hinter Greta her. Ich werte das mal als Zustimmung zu meinem Vorschlag.

Wir machen endlich Boden gut.

08:56 Uhr. Es wird knapp …

Das Bilderbuch-Mädchen holt Greta ein und ist vollkommen aus der Puste. Greta hat eine Idee! Man könnte doch Laufräder tauschen! Geil, oder? Gesagt, getan. Die beiden tauschen. Da die Räder von den Sattelhöhen ganz unterschiedlich eingestellt sind, können jetzt weder Greta noch das Bilderbuch-Mädchen fahren. Das Bilderbuch-Mädchen kippt aufgrund des zu hohen Sattels um. Die Räder werden umgehend wieder zurückgetauscht.

Greta zischt ab. Wir folgen. Der Kindergarten ist nun in Sichtweite.

Wir stellen das Rädchen ab, betreten hinter Greta, ihrer Mama und ihrer kleinen Schwester den Raum und …

… zu spät. Die Gruppenraum-Tür ist geschlossen. Ein rotes Ampelmännchen zeigt an, dass wir erst mal warten müssen.

Um 09:20 Uhr darf meine kleine Trödelliese in den Raum, ich verabschieden mich schnell, rase nachhause zum Auto und düse zur Arbeit. Natürlich habe ich noch die Müllabfuhr vor mir, in einer Straße in der man nicht überholen kann und diverse Trecker verhindern mein Vorankommen. Um kurz vor 10 Uhr, bin ich endlich auf der Arbeit … Ein Hoch auf die Gleitzeit. Früher Schluss machen ist ist heut definitiv nicht drin.

Morgen stehe ich hoffentlich früher auf. So wie hier beschrieben. Das hab ich ja leider schnell schleifen lassen.

Morgenkreis verpasst … Man, man, man … Die Mama, ey …

Kennt ihr auch solche Morgende? Eigentlich könnte zeitlich alles so gut laufen, doch dann läuft irgendwie gar nichts?

In diesem Sinne: Morgen steh ich früher auf. Ganz bestimmt 😉

Alles Liebe,

Eure Nätty

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13 Gedanken zu „Unsere tägliche Kita-Soap: Der Weg ist das Ziel

  1. Kerstin

    Durfte die Freundin noch rein?
    Ich habe es gerade mal überprüft, unser Weg von Tür zu Tür beträgt auch 300 m. Mit puky benötigen wir 20 min, da auch hier alle paar Meter angehalten werden muss…kann schon nervendaufreibend sein. Allerdings plane ich 8 Uhr als Ankunftszeit und der Morgenkreis ist um halb 9.

    Antworten
    1. Nätty

      Ne, die Freundin durfte auch nicht mehr rein. Die beiden haben dann zusammen im Flur gespielt. Aber ich plane jetzt auch immer als Ankunftszeit 08:30 ein. Dann bin ich auch wieder zu ner ordentlichen Zeit auf der Arbeit 😉 wir waren an dem Morgen auf jeden Fall zu spät dran.

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      1. Kerstin

        Ein kleines update von uns: nach fünf Tagen stolzer Besitzer eines Pukys kann Sohn auch damit „fahren“, heißt, er nimmt Schwung und hebt die Beine. Jetzt ist er so schnell, dass wir den Weg zur Kita in 5-10 Min. schaffen und ich mit Babybauch kaum hinterherkomme 😉
        LG Kerstin

        Antworten
        1. Nätty Beitragsautor

          Nicht schlecht, nicht schlecht. Ich werde ab heute auch nochmal Laufradfahren üben 😉 Vielleicht sind wir dann auch bald super schnell und ich muss rennen ;D
          LG, Nätty

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  2. Ruhrmama

    Ohje, dann würden wir den Morgenkreis ständig verpassen. Rituale sind toll, aber ich bin froh, dass die bei uns erst gegen 10 Uhr stattfinden. Bis 9.15 Uhr kann man problemlos sein Kind bringen und auch danach schaut mich niemand komisch an, wenn ich doch erst deutlich später komme. Diese Kita-Gleitzeit ist super für uns, denn dass, was du beschrieben hast, erlebe ich mit dem Ruhrkind jeden Tag 😉 LG von Nicole

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    1. Nätty Beitragsautor

      Hihi, schön zu hören, dass doch alle Kinder ähnlich sind ;D
      Hach, da scheinst du ja eine tolle entspannte Kita gefunden zu haben. Wie lange ist denn das Ruhrkind täglich da?
      LG

      Antworten
  3. Nätty Beitragsautor

    Hihi, schön zu hören, dass doch alle Kinder ähnlich sind ;D
    Hach, da scheinst du ja eine tolle entspannte Kita gefunden zu haben. Wie lange ist denn das Ruhrkind täglich da?
    LG 😉

    Antworten
  4. Dienna

    300 Meter sind aber auch wirklich verdammt weit. Da solltest Du mindestens eine Stunde mehr einplanen! Aber krass, dass sie dann nicht beim Morgenkreis mitmachen darf. Hab ich ja noch nie gehört.

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    1. Nätty Beitragsautor

      Jaha, da sind die streng. Aber ich kanns ein bisschen verstehen. Ist sonst morgens bestimmt etwas rüselig je nachdem wieviele Kinder zu spät kommen 😉 Wir haben es seitdem immer geschafft ;D

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  5. alexakimo

    Also wir sind heute eine halbe Stunde früher aufgestanden, damit ich die Kleine ausnahmsweise mal in den KiGa bringen kann, BEVOR es für die Große in die Schule geht. Da ging es nämlich dann nach dem Klingeln gleich los mit Laternen basteln – mit Eltern.
    Losgegangen sind wir dann ca. 10 Minuten früher als sonst … wo die 20 Minuten hin sind, die wir früher aufgestanden sind? Keine Ahnung!
    Und oft ist es ja so, daß die Kleinen gerade dann ganz besonders trödeln, wenn Mama es eilig hat. Die riechen das! 😉

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  6. Pingback: Der alltägliche Wähnsinn … | BilderbuchBaby – Bilderbuchfamilie? Gibt`s nicht. Die Wahrheit über den Mama-Alltag!

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