Möhrchen, Katzenkot und Wutanfälle …

Oder: Warum der Alltag mit einem 13 Monate altem Baby anstrengend ist.

Seit einem Monat gehe ich wieder halbtags arbeiten. Also 5 Stunden pro Tag. Außer mittwochs, da bin ich zuhause.

Diese Woche war meine Kleine am Dienstag krank und ich habe den Tag zuhause verbracht und danach direkt den kompletten Mittwoch. Und was soll ich sagen? Leute, ich bin fertig … Hatte jetzt schon ganz vergessen wie anstrengend das ist, 2 Tage hintereinander größtenteils allein für das kleine Krümelchen verantwortlich zu sein und nebenbei ein bisschen was zu erledigen.

„Was genau ist nur so anstrengend?“, frage ich mich grad völlig ermüdet auf der Couch liegend.

Folgende Dinge gehen mir durch den Kopf:

Gefühlte 24.586 Mal „Nein!“ sagen. (Nein, nicht aus dem Mülleimer essen! Nein, nicht mit dem Toilettenwasser spielen! Nein, nicht das Kabel rausreißen! Nein, nicht die Fingerchen im Kassenband bei Aldi einklemmen. Nein! Der Backofen ist heiß. Nein …. Aaaah!)

Aber Baby lernt ja auch was dabei. Und was? Genau: Auch „Nein“ zu sagen …
Zum Beispiel:
Ich: „So, jetzt ziehen wir dir mal die Jacke an.“
Baby: „Ne!“ Dreht sich um und rennt weg … Und ich steh da mit meinem dummen Gesicht …

Oder:

Ich: „So, jetzt gibt es leckere Möhrchen.“
Baby: „Ne!“ Kopf wird ruckartig weggedreht und das angebotene Essen beherzt auf den Boden gepfeffert.

Auch anstrengend ist, das Baby auf dem Arm herumzutragen. Denn es ist ja schön und gut, dass Baby jetzt laufen kann. Aber es läuft ja immer dahin, wo es nicht hinsoll. Um Dinge zu essen, die es nicht essen soll. Denn mal ehrlich warum sollte man Mittags Möhren essen, wenn draußen Kieselsteine und Katzenkot winken … Würg … Also trag ich Baby manchmal oft, damit ihm nichts passiert und mir nicht der Geduldsfaden reißt.
Zum Beispiel wenn ich mit Einkäufen beladen vom Auto zu unserem Haus laufe. Meist meine Handtasche umgehangen, zwei Einkaufstüten in einer Hand und Baby irgendwie auf dem Arm. Aber Baby will unbedingt selber laufen und strampelt und schreit. „Jeder Meter näher an der Haustür ist gut!“, denke ich und trage eisern weiter.
Irgendwann verlässt mich aber doch die Kraft und wir kommen direkt zum nächsten Punkt:

Wutanfälle
Nah an der Haustür setze ich Baby ab und will die Tüten reintragen, da bekommt Baby einen Wutanfall. Warum? Es will auch eine Tüte reintragen. Aber die ist natürlich viel zu schwer … Um das ganze abzukürzen, stelle ich schon mal Handtasche und Tüte 1 ins Haus und klemme mir dann Baby und Tüte 2 unter den Arm. Ab ins Haus, bevor die Nachbarn bei dem Geschrei das Jungendamt rufen.

Leider müssen so Einkäufe ja auch noch ausgeräumt werden. Das ist natürlich ein Grund für den Dauer-Jammer-Modus beim Baby, das sich wohl denkt:
„Warum darf ich nicht mit den Eiern spielen?“ Heul.„Warum muss Mama die Fischstäbchen in die Tiefkühltruhe im Keller bringen und nimmt mich nicht mit.“ Heul.
„Warum darf ich das Brot nicht sofort essen?“ Heul.

Um das Baby abzulenken, lasse ich es mit Töpfen spielen. Diese verteilt es auch direkt selig im kompletten Erdgeschoss. In der Zeit räume ich die Spülmaschine aus. Immer wenn es in die Küche kommt, rennt es zur offenen Spülmaschine und will reinkriechen oder mit den Messern im Besteckkasten spielen … Irgendwie werde ich trotzdem fertig und räume danach das restliche Chaos auf.

Halleluja, es ist Zeit das Abendessen zu Kochen! Seeeehr langweilig für das Baby. Es will immer auf meinen Arm. Klammert sich an meinen Beinen fest und weint, weil ich es grad nicht hochheben kann, weil ich Zwiebeln schneide. Ich setze es in seinen Hochstuhl, damit es mehr sieht, aber das gefällt ihm auch nicht. Also wird noch mehr geweint. Puh, meine Ohren!

Es folgen noch Essen, (es schmeckt Baby nicht so gut und landet in großen Teilen auf dem Boden …), Küche aufräumen (in der Zeit wird Baby zum Glück vom Mann bespaßt, der nun auch „Feierabend“ hat), Wickeln (macht Baby nicht so viel Spaß, daher wird geweint und rumgezappelt), Zähneputzen, Schlaflied und Bettchen.

Yey, Feierabend! Naja, oder sagen wir: Rufbereitschaft 😉

Freu mich schon auf meinen Kaffee morgen früh am Rechner auf der Arbeit. Diese Ruhe dort ist einfach herrlich! (Und gleichzeitig werde ich wahrscheinlich mein kleines lärmendes Baby vermissen … Haha, Mütter, halt …)

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