Meer, Strandkorb

Linkparty im November: Was ich manchmal vermisse

„Was ich manchmal vermisse“

Wiebke von Verflixter Alltag hat zur monatlichen Linkparty aufgerufen. Schon als ich Anfang des Monats das Thema für den November sah, dachte ich: „Ja, dazu könnte ich gut was Schreiben“, aber dann kam mal wieder allerhand dazwischen.

So nun also mein Last-Minute-Beitrag:

Was vermisst man denn so als Mama? Nein, seien wir mal ganz subjektiv: Was vermisse ich als Mama? Ich muss zugeben, so einiges. Aber weniger das, was ich vorher dachte, das ich vermissen würde …

Ich dachte nämlich ich werde sicher das „Party-Machen“ vermissen … Aber Pustekuchen, Partymachen ist mir sowas von Latte … Und wenn man ehrlich ist, war ich auch ohne die Kleine längst nicht mehr soviel Party machen wie früher …

Naja, mir war auf jeden Fall – warum auch immer – nicht bewusst, wie fremdbestimmt ein Leben mit Kind nun mal logischerweise ist. Es gibt keinen richtigen Feierabend. Man ist immer auf Rufbereitschaft und Urlaubs-oder Krankheitstage gibt es erst Recht nicht. Vor allem, wenn man nicht so viele Möglichkeiten hat, die Kleinen mal abzugeben.

Daher sieht meine „Was-ich-vermisse-Liste“ wie folgt aus:

  1. Ausschlafen. Als absoluter Spätaufsteher, Morgenmuffel und bekennender Vielschläfer vermisse ich es sooo sehr einfach mal auszuschlafen am Wochenende. Früher kam ich vor 12:00 Uhr am Wochenende kaum aus dem Bett, heute verlangt die Kleine um diese Zeit schon ihr Mittagessen …
  2. Entspannter Feierabend. Also den hab ich früher nicht genug wertgeschätzt. War ich doch immer ach so müde von der Arbeit und musste dann auch noch Haushalt machen … Immerhin konnte ich da einfach in Ruhe Haushalt machen. Tja, man weiß immer erst, was man hatte, wenn man`s nicht mehr hat … Jetzt verbringe ich meinen Feierabend mit Haushalt, Kochen, Baby bettfertig machen und Baby zum Schlafen bekommen (das allein kann schon mal gern eine Stunde dauern). Mein Feierabend, (also der Teil des abends, an dem ich eigentlich machen kann, was ICH möchte), beginnt wenn es gut läuft und 20:00 Uhr, wenn es schlecht läuft eben nicht … Und wenn ich danach mache was ich möchte, hab ich ein schlechtes Gewissen, weil die Wäsche liegenbleibt …
  3. Entspannter Urlaub. Einfach mal Freinehmen. Das wär was. In einen Flieger steigen und sich für eine Woche in einem 5 Sterne Hotel bedienen lassen. Träumchen! Ich würd aber auch ein Wochenende zuhause auf der Couch nehmen, mit vorherigem Ausschlafen natürlich 😉 Ich bin da ja nicht so anspruchsvoll … Wo wir direkt bei Punkt 4 wären:
  4. Alleine auf`s Klo gehen!!! Jawohl, das vermisse ich. Punkt. Und zwar in Ruhe. Ohne Heulen vor der Tür oder alternativ einem Kleinkind in unmittelbarer Nähe, das in die Klobürste beißen möchte, das Klopapier komplett abwickelt oder das Siphon vom Waschbecken auseinanderreisst …
  5. Sich nur um sich kümmern müssen, morgens beim Fertigmachen für die Arbeit.
  6. Überhaupt einfach so rauszugehen. Nur Schuhe anziehen, Jacke anziehen und go! Nicht an alles denken müssen, was man fürs Kind mitnehmen muss, was man für sich dabeihaben muss und dann natürlich als Krönung, das Kind in Jacke und Schuhe zwingen. Wird das irgendwann besser? Ist es irgendwann kein Drama mehr eine Jacke anziehen zu müssen?
  7. Relativ spontane Verabredungen. Ohne jemanden zu organisieren, der aufs Baby aufpasst.
  8. Stille.
  9. Eine Tätigkeit einfach in Ruhe zu erledigen. Und nur diese eine Tätigkeit. Zum Beispiel Kochen. Egal, was ich mache, ich muss nebenbei das Baby bei Laune halten und zwar immer und das ist sehr kräfteraubend. Bei jeder Tätigkeit denke ich, ok, wie schaffst du es, das die Kleine irgendwie beschäftigt ist, damit ich das jetzt erledigen kann.

Wenn man keine Kinder hat und das liest, denkt man vielleicht, ohje, Kinder sollte man auf keinen Fall bekommen, so wie sich das hier anhört … Aber da muss ich widersprechen 😉 Meine Kleine ist trotz all dem Kram, über den ich mich hier beschwere, die größte Bereicherung in meinem Leben. Sie ist ein Schatz. Ihr beim Aufwachsen zuzusehen, ihre Fortschritte mitzuerleben und ihre Lebensfreude zu spüren, das macht mich einfach zum glücklichsten Menschen der Welt! Und ganz ehrlich? Ich würde mein altes Leben nicht mehr geschenkt zurückhaben wollen, wenn ich dann meinen kleinen Augenstern nicht bei mir haben könnte. Ausschlafen? Braucht kein Mensch! Wenn man nur einmal dem kleinen, neuen Leben beim Schlafen und Lachen zusehen darf. Wenn einem das Herz vor Liebe zerspringt, weil man es beim Entdecken der Welt begleiten darf.

Ich kann mir daher nichts Schöneres vorstellen als ein Leben mit Kind. Außer vielleicht ein Leben mit Kind und Ausschlafen können ;)))

5 Gedanken zu „Linkparty im November: Was ich manchmal vermisse

  1. Kiwimama

    Sehr schön geschrieben! Ich kann davon nur Vieles unterschreiben. Insbesondere, sich auf eine Tätigkeit zu konzentrieren oder einfach spontan mal rauszugehen. Letztens saßen wir zusammen im Wohnzimmer, Kiwi schlief schon länger und ich war kurz davor zu fragen: „Wollen wir nochmal ne Runde spazieren gehen?“ Ha ha, könnte schwierig werden 😉

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  2. Nätty Beitragsautor

    Ja, ist manchmal ganz schön seltsam was für normale Dinge man plötzlich nicht mehr einfach so spontan machen kann 😉 Ich mein, so ein Spaziergang ist ja nichts Wildes. Trotzdem kann man nicht mehr einfach so losgehen. Man muss immer planen. Eine ganz schöne Umgewöhnung!

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  3. Pingback: Wann ist der richtige Zeitpunkt ein Kind zu bekommen? | BilderbuchBaby

  4. Mama in Hamburg

    Der Text ist super!
    Ich habe auch überlegt, was ich vermisse. Ich glaube, es ist vor allem das Spontane, das mit fehlt. Oh, super Wetter, ich fahr mal eben rüber zum Pferdestall und geh reiten. Oder einfach mal spazieren gehen weil gerade JETZT die Sonne scheint. Aber man gewöhnt sich dran und mit etwas Planung ist dann alles wieder möglich, nur manchmal nicht so spontan wie früher. Aber das ist okay.
    Woran ich mich noch gewöhnen muss, ist, dass ich nicht mehr alles schaffe, was ich will. Es ist kurz nach sieben, das Baby schläft auf meinem Arm und eigentlich wollte ich noch Plätzchenbacken, ein Geburtstagsgeschenk verpacken, Gurtpolster für Babys Autositz nähen und ein Kissen für die Schwester meiner Tante nähen und eigentlich dafür die neue Overlocknähmaschine ausprobieren, wo ich mir aber erstmal die Anleitung durchlesen muss. Ach ja, Abendessen und duschen wären auch noch gut. 😀

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    1. Nätty Beitragsautor

      Ohja, das war eine heftige Gewöhnungssache … Dass man einfach nicht mehr alles schafft was man schaffen möchte … Und dass das ausnahmsweise nicht am inneren Schweinehund liegt 😉 Ich konnte mir das bevor ich Mama war gar nicht vorstellen, wie wenig Zeit man für selbstverständliche Dinge haben würde. Naja, aber das mit dem Abendbrot wird auf jeden Fall irgendwann einfacher. Spätestens wenn die Kleinen vom Familientisch mitessen können. Das war für mich echt ein toller Entwicklungsschritt in Sachen Essen für Mama. Da kam ich dann endlich auch wieder mal dazu 😉 Gleichzeitig essen bedeutet, dass man das schon mal nicht mehr nachholen muss, wenn die Kleinen schlafen. Und dann, ja daaaannn hat man schon wieder ein klitzekleines bisschen mehr Zeit abends für sich. Außer man ist zu müde und geht einfach früher schlafen (passiert mir nie … hust …)

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