Kleinkind ist wütend

Unsere magische Bubble ist geplatzt dank: Kita-Eingewöhnung

Es folgt ein wehmütiger Blogbeitrag …

Für uns geht grad ein besonderer Abschnitt zu Ende. Zwischen dem Ende der Tagesmutter-Betreuung und dem Anfang der Kindergarten-Betreuung des Bilderbuch-Mädchens lagen einige Wochen. Wochen, vor denen ich mich ehrlich gesagt ein bisschen gefürchtet hab. Komisch, was?Naja, mir gefiel mein Alltag. Die Balance zwischen dem halbtags Arbeiten und danach den halben Tag für mein Mädchen da sein zu können. Ich hatte einen Teil des Tages für mich, in dem ich Erwachsenen-Dinge tat, in dem ich mich mit Erwachsenen unterhalten konnte, in Ruhe auf Klo gehen konnte und nur für mich und meine Arbeit verantwortlich war. Eine Arbeit, die mir Spaß machte, unter Kollegen, mit denen ich super auskam. Mittags gegen 14:30 Uhr dann freute ich mich aber auch schon immer wie eine Irre darauf, mein kleines Bilderbuch-Mädchen wieder in die Arme zu schließen und mit ihr den Rest des Tages zu verbringen. Klar, es war immer noch viel zu tun, Einkauf, Haushalt, Garten etc. Aber es war ein andere Art Stress als auf der Arbeit. Wie gesagt, für mich eine tolle Balance.

Mit gemischten Gefühlen sah ich der längeren Pause entgegen. Würde ich alles so hinbekommen, wie geplant? Die betreuungslose Phase umfasste den gemeinsamen Familienurlaub, eine Papa-Woche (in der ich länger als sonst arbeiten ging, um Überstunden aufzubauen für die Kita-Eingewöhnung), Urlaubswochen, die ich allein mit dem Bilderbuch-Mädchen verbrachte, und Home-Office Tage während der Kindergarten-Eingewöhnung.

Vor dieser Phase strengten mich arbeitsfreie Tage mehr an, als die Tage zuhause, sprich Wochenenden oder Urlaub.

Nun war meine Sorge, dass die lange betreuungslose Zeit mich sehr auslaugen würde.

Aber das Gegenteil war der Fall. Es war eine wunder-, wunderschöne Zeit! Eine Zeit wie eingepackt in einer Seifenblase. In Gedanken nannte ich den Abschnitt liebevoll „unsere Bubble“. Hätte ich mir zuvor nie vorstellen können ganz zuhause zu bleiben, so könnte ich es jetzt auf jeden Fall.

Die gemeinsame Urlaubswoche mit der ganzen Familie war traumhaft. Wir hatten zwar keinen Urlaub gebucht, aber das Wetter war toll und wir verbrachten einen Tag am Meer, machten Ausflüge ins Irrland und in den Freizeitpark nach Brüggen und genossen es uns einfach etwas treiben zu lassen. Herrlich.

Danach folgte meine Woche allein mit der Kleinen und auch die war wunderschön. Wir verbrachten gemütlich Morgende ohne Terminstress. Der Haushalt ließ sich gut erledigen und somit hielten sich die fiesen: „Das muss ich noch machen, das muss ich noch machen und das muss ich noch machen … „ – Gedanken in Grenzen. (Zumindest wenn man Dinge wie Keller aufräumen und endlich mal die Unterlagen sortieren und unser Pfandvermögen wegbringen mal außer Acht ließ).

Wir besuchten Freunde und Familie, malten und bastelten oder machten einfach Musik an und tanzten zusammen. Wir verbanden den Einkauf mit einem Gang zur Eisdiele und chillten danach noch eine Runde am Brunnen auf dem Markt. Ohne besonderen Termindruck. Es ist toll nicht immer hetzen zu müssen.

Das Kind will noch den Hund streicheln oder die Kieselsteine bewundern. Klar, warum nicht?

Die Woche mit Papa ließ das Bilderbuch-Mädchen sogar noch entspannter werden. Die beiden machten sich gemütliche Tage und gern auch mal hier und da einen Regenspaziergang. Denn ausgerechnet in dieser Woche war das Wetter leider etwas schlechter. Die Laune allerdings kein bisschen. Die stieg stetig weiter an 🙂 Auf der Arbeit erfreute ich mich an den süßen Selfies meiner beiden Liebsten, die ich per Whatsapp erhielt.

Wutanfälle beim Bilderbuch-Mädchen? Kaum noch vorhanden. Einschlaf- oder Durchschlafschwierigkeiten? Schnee von gestern.

Klar gab es hier und da mal kleine Streitigkeiten, aber dennoch war es im Großen und ganzen für uns so easy going, wie ich es mir nie hätte erträumen lassen.

In der darauffolgenden Woche begann mein Home-Office und es wurde wieder etwas stressiger. Dennoch lief es gut, da das Bilderbuch-Mädchen vorbildlich ihren Mittagsschlaf machte und immer pünktlich gegen 19:30 Uhr einschlief. Ohne Einschlaf-Begleitung und dann gleich mal bis 08:00 morgens. Ich bekam also gut etwas geschafft zuhause. Ab und an sprangen auch mal Oma und Opa oder unsere liebe Babysitterin ein. Für den Blog war leider kaum Zeit, aber mein Illustrations-Auftrag für die Arbeit ging gut voran, auch wenn ich zwischenzeitlich auch noch eine Phase hatte, in der mein Kreislauf dermaßen im Keller war, dass ich vor lauter Schwindel nach jeder kleinsten Belastung erst mal eine lange Pause brauchte. Egal, denn es gab ja tatsächlich Zeit für Pausen.

Irgendwie fiel es mir früher oftmals schwer irgendeine spaßige Kinderunterhaltung aus dem Hut zu zaubern, aber auch das gehörte der Vergangenheit an. Ich schnipselte gern einfach mal zwischendurch ein Bild mit meiner Kleinen oder organisierte schnell eine Mini-Party, als sie neidisch war, dass der Papa zu einer Firmenfeier durfte und sie keine Party haben sollte (Ich hätte in den 90igern nie gedacht, dass ich mal mit meiner kleinen Tochter zu den Spice-Girls abgehen würde).

Für mich hätte diese Zeit ewig so weiter gehen können. Wir hatten einen Lauf.

Doch letzte Woche ist die Bubble dann geplatzt und zwar mit einem großen Knall …

Die Kita-Eingewöhnung stand an. Für so eine kleine Maus wie unser Bilderbuchmädchen ist das natürlich ein krasser Einschnitt. Wochen voller kompletter Mama- und/oder Papa-Betüddelung gingen zu Ende. Von heute auf morgen sollten nun unbekannte Erzieherinnen sich um sie kümmern.

Der Kindergarten ist zwar sehr spannend, doch auch voller neuer Reize … Meine kleine reizoffene Maus ist total überfordert damit. Als hätte jemand den Reset-Knopf gedrückt müssen wir alle unsere Routinen erst wieder neu einspielen. Alles auf Anfang sozusagen.

Jeder Tag mit dem Bilderbuch-Mädchen gleicht einem Lotteriespiel. Mal schläft sie nach den zwei Stunden im Kindergarten erschöpft sofort ein, mal schläft sie weder Mittags noch abends. Wut- und Schreianfälle sind wieder an der Tagesordnung. Nichts, aber auch gar nichts kann man ihr dann Recht machen. Einmal ist sie ohne Witz in hysterisches Schreien ausgebrochen, weil ich sie meinen großen Schatz nannte … Sie wollte lieber mein KLEINER Schatz sein … Wie konnte ich das nur falsch machen?

Richtig schlimm wird es vor allem vor dem Schlafengehen. Sie schreit und schreit und schreit. Es erinnert mich an die Babyzeit.

Abends kommt alles raus, was sich am Tage angestaut hat und Schreien war schon immer ihr Ventil …

Da Lautstärke mich mega stresst, ist das mein Albtraum. Meine Nerven liegen dann immer schnell blank, dabei weiß ich dass sie nicht anders kann. Und sie tut mir so Leid, doch außer für sie da sein kann ich nicht viel machen.

Und anhänglich ist sie natürlich momentan. In den ersten Kindergartentagen durfte ich gar nicht gehen. Dann kam auch noch ein Tag dazu, an dem sie an Verstopfung litt. Grad schien sie bereit zu sein, sich auf den Kindergarten einzulassen, da warfen sie die Schmerzen total zurück. Niemand durfte sie trösten außer mir. Schon gar nicht die Erzieherinnen. Der Tag endete dann auch noch mit einem Einlauf … Na, hallelulja … So macht Eingewöhnungszeit richtig Spaß.

Damit es auch ja nicht langweilig wurde, stand auch noch die U7 an, die das Bilderbuch-Mädchen erstaunlicherweise mehr begeisterte als der Kindergarten … Da hat sie zumindest geweint als sie wieder gehen musste 😉 In die Zeile „Bemerkungen“ schrieb ihre Kinderärztin: „topfit!“ Das hat mich natürlich sehr gefreut 🙂

Nunja, gestern war das Einschlafen auf jeden Fall das größte Drama seit Ewigkeiten. Ich durfte nicht rausgehen nach dem Gute-Nacht-sagen, was ich auch ok finde, denn schließlich macht sie grad einiges mit. Aaaber, statt zu schlafen verlangte Madame noch Bücher vorgelesen zu bekommen. Ok, auch das wurde ausnahmsweise noch gewährt. Dann waren es aber die falschen Bücher und es wurde sich so in Rage geschrien, dass ich auch nicht mehr verstehen konnte, welche Bücher sie denn eigentlich lesen wollte. Weil ich sie nicht verstanden habe, wurde sie natürlich noch wütender. Dann wollte sie, dass der Papa ihr Bücher vorliest … Obwohl, warum nicht noch ein Brot mit Frischkäse essen? Oder doch lieber noch etwas spielen? Irgendwie schien sie selbst nicht mehr zu wissen, was sie wollte. Außer: Nicht schlafen!!!

Und alles, was ihr so einfiel zu wollen, musste natürlich hysterisch schreiend verlangt werden. Klar, oder?

Gestern und heute habe ich mich also jeweils zwischen einer und drei Stunden anschreien lassen. Yey, während ich darüber nachdachte, dass ich eigentlich noch Home-Office machen wollte nachdem die Kleine im Bett war.

Aber gestern war echt die Krönung. Nichts ging mehr … Da ich mir absolut keinen Rat mehr wusste, wie das Schreien zu beenden sein könnte (kuscheln geht übrigens in dieser Phase absolut gar nicht …), erklärte ich meiner Maus gegen 22:00 Uhr, dass ich sehr müde sei und da sie ja nicht müde zu sein schien, sie ruhig in ihrem Zimmer noch machen dürfe, was sie wolle. Ich würde aber nur ruhig dabei sitzen ohne zu spielen. Das war ok. Sie beschäftigte sich dann auch ca. eine Dreiviertelstunde. Ich war aber mittlerweile vollkommen fertig und konnte nicht mehr. Also bat ich sie wieder, nun zu versuchen zu schlafen. Wäre ja auch morgen wieder früh Tag und wir wollten ja auch fit sein und so …

Wüaaaaahhhh!!!

Wie konnte ich es nur wagen das böse Wort „Schlafen“ auch nur zu erwähnen … Ok, ich seh ein, das war falsch und die Schrei-Attacke hatte ich bestimmt verdient …

Am Ende gegen 23:00 Uhr war ich so müde, dass ich dem Bilderbuch-Mädchen erklärt habe, ich würde nun ins Bett gehen. Sie könne, wenn sie auch müde werden sollte, in ihr Bett gehen oder zu mir ins Bett kommen. Ich legte mich in mein Bett und das Bilderbuch-Mädchen stellte sich heulend davor und verlangte, dass ich nicht schlafen solle. Irgendwann konnte ich sie überzeugen, einen Versuch zu starten in meinem Bett zu schlafen. Ungefähr fünf Minuten kuschelten wir und ich freute mich, dass sie sich beruhigt hatte. Da ging es wieder los.

Doch im eigenen Bett schlafen!!! Trotzig wühlte sie sich aus meinem Bett und wanderte in ihres.

„Mamaaaaaa! Zudecken!!!! Schnief. Heul. Wimmer …

Jaja, Mama lässt sich aus dem gemütlichen Bett plumpsen und geht noch die Decke richten, vergibt den 158. „Gute-Nacht-Kuss“ und stolpert wieder ins eigene Bett.

„Mamaaa, die Decke ist falsch rum!!!“ Wie bitte?

Ich watschel wieder rüber, richte die Decke, vergebe Gute-Nacht-Kuss Nummer 159 und lege mich wieder schlafen.

Unter schimpfen und schluchzen schläft das Bilderbuch-Mädchen endlich ein.

23:30 Uhr. Ich schleiche in ihr Zimmer, mache die Gitterstäbe wieder ans Bett und schließe ihre Kinderzimmertür, dann gehe ich wieder ins eigene Bett, beantworte noch schnell noch eine Firmen-Mail und dann schlafe ich ENDLICH ein.

Der nächste Morgen ist natürlich ein Traum. Also ein Albtraum, ist klar, oder?

Oh Wunder, oh Wunder, Madame ist übermüdet und weinerlich …

Der Tag im Kindergarten läuft so mittel. Der Mittagsschlaf danach wird kategorisch abgelehnt und auch heute abend (sie müsste eigentlich hundemüde sein …) war das Einschlafen wieder katastrophal. Wer braucht schon Schlaf? Voll überbewertet sowas.

Während ich diesen Beitrag schrieb, stürzte übrigens der Laptop ab. Ich schloss nur kurz die Augen und bin ohne Witz in einen Sekunden-Schlaf gefallen … Über viel zu wenig Schlaf kann ich mich eigentlich nicht beklagen. Da gab es bei Weitem Schlimmere Zeiten. Dennoch ermüdet mich diese Phase irrsinnig. Das Geschrei, der Widerstand, die Gedanken daran, dass alles möglichst schnell klappen muss, damit ich bald wieder regelmäßig arbeiten kann … Denn ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber irgendwann wollen die Chefs einen doch mal wieder auf der Arbeit begrüßen dürfen. Ich wäre 1000 mal entspannter, wenn Zeit kein Problem wäre. Und dann schwirren auch noch so viele Termine in meinem Kopf herum. Seit einiger Zeit habe ich Zahnschmerzen, doch auch nach drei Terminen konnte das nicht behoben werden. Also ist das noch offen. Zudem muss das Bilderbuch-Mädchen wegen ihrer dauernden Verstopfung eine Blutuntersuchung und ein Röntgen hinter sich bringen. Natürlich mit folgendem Besprechungstermin. Außerdem soll auch ich einen Termin bei einem Blutgerinnungslabor machen, da, mein Gerinnungswert komisch ist. Natürlich ist danach ein Besprechungstermin erforderlich. Zudem muss das der neue Gebrauchtwagen dringend zurück zum Händler, da die Wegfahrsperre spinnt und das noch in der Garantiezeit erledigt werden sollte. Der Geburtstag der kleinen Maus steht an, auch der muss vorbereitet werden.

Termine über Termine, die ich noch nicht einmal festmachen kann, da ich keine Ahnung habe wie die Eingewöhnung so weiter laufen wird. Das alles macht mir Bauchschmerzen. Ich will zurück in meine Bubble!

Wuuähhhh!

Vielleicht sollte ich Yoga in Betracht ziehen … Ommm …

Jetzt seid ihr Up-to-date …

Alles liebe,

eure Jammer-Nätty

10 Gedanken zu „Unsere magische Bubble ist geplatzt dank: Kita-Eingewöhnung

  1. beatriceconfuss

    Ich fühle mit dir. Das ist nicht schön!!! Ein Dilemma. vielleicht auch ausgelöst, weil einfach keine wirkliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie stattfindet. Irgendwie sind doch alle nur noch unter Druck. Gestern Abend war ich bei einer Info- Veranstaltung zur Gründung einer neuen Grundschule. Die wichtigste Frage für einige war, ob denn die Ganztagsbetreuung in den Ferien schon vor dem Unterrichtsbeginn gegeben sei. Wie schlimm, dass sich Eltern über so etwas Gedanken machen müssen! 🙁 Und dies mit in die Entscheidung für oder gegen eine Schule fällt. Statt die besten Schule für´s Kind, wird nach zeitlich passender Betreuungszeit ausgesucht. Dreimal darf man raten, wer da auf der Strecke bleibt.
    LG

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    1. Nätty Beitragsautor

      Ja, das ist wirklich traurig 🙁 Kinder oder eigentlich im gesamten Familien müssen in unserer Gesellschaft einfach funktionieren. Auf Bedürfnisse einzelner wird nicht eingegangen. Ich fände auch wichtiger als die erzwungene Vereinbarkeit, die Möglichkeit zur freien Entscheidung. Ich kenne viele Mütter, die liebend gern für ihre Familie zuhause bleiben würden, aber von Außen betrachtet erscheint es oft so, als wird von ihnen erwartet, dass sie arbeiten gehen. Denn: Es ist ja schließlich möglich Arbeit und Familie zu vereinbaren.
      Ich habe sehr viel Glück mit meiner Firma. de kommen Familien entgegen, was Flexibilität in der Arbeitszeit angeht. Das rechne ich ihnen auch sehr hoch an. Viele meine vorherigen Arbeitgeber hätten meine Kinderbetreungsprobleme sicher nicht als ihr Problem angesehen. Schön dass es doch noch Arbeitgeber gibt, die Familien eine gute Work-Live-Balance ermöglichen.
      Liebe Grüße zurück und danke für deinen lieben Kommentar!! 🙂

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  2. kathrinrabenmutter

    Meine Liebe,
    stell‘ dir bitte als erstes Mal vor, dass ich dir einen Kaffee koche, so wie du ihn gern magst, und ein Stück (veganen ) Käsekuchen auftische. Fühl dich gedrückt!

    Ich weiß gerade nicht genau, wie alt dein Bilderbuch-Mädchen ist, von der Beschreibung her würde ich mal 2 schätzen. Das ist eine unfassbar schwierige Zeit. Hauptsächlich für sie Ich persönlich glaube ja, dass die Autonomiephase deshalb für Kinder und Eltern so anstrengend ist, weil Kinder eben nun mal ihre Selbstbestimmung und Autonomie und Integrität entdecken und wahren wollen und genau dann oft mit Fremdbestimmung konfrontiert werden. Außerfamiliäre Betreuung beginnt, Eltern, die bisher die Bedürfnisse ihrer Kinder erfüllt haben, beginnen nun mit Erziehung und Grenzen und verboten… Und da entsteht ganz schnell ein Interessenakonflikt. Das was für dich quasi selbstverständlich ist, ist für sie total unverständlich. Du möchtest nur, dass alle Abläufe gut klappen, damit du deinen Beruf und die Familie wieder vereinbaren kannst. Sie versteht nicht, was arbeiten, was Beruf heißt und wieso sie sich da jetzt anpassen sollte. Noch dazu ihre sensible Art auf Reize zu reagieren. Vermutlich nimmt sie sehr sehr sehr viel auf – viel zu viel um es bis zum Abend „verdaut“ zu haben. Apropos verdauen, ich hoffe, das ist dir jetzt nicht so esoterisch, aber das Gehirn ist sehr eng mit dem Magen-Darm-Trakt verbunden. Bzw. eher die Nervenzellen. Sogenannte Botenstoffe, also Neurotransmitter, kommunizieren und geben Informationen an die Nervenzellen weiter. Der Neurotransmitter Serotonin spielt dabei eine sehr bedeutende Rolle, vor allem für sehr sensible / hochsensible Menschen, die schnell zu Überreizung und Überstimulierung tendieren. Er wirkt an 14 Stellen im Gehirn und hat damit vielfältige Auswirkungen auf andere Bereiche im Körper. Den Magen-Darm-Trakt, um nur den hier relevanten zu nennen. Mal angenommen, dein Mädchen ist Hochsensibel – die Unterhaltung und Vermutung hatten wir ja schon einmal – und nimmt nun also eine Vielzahl an reizen ungefiltert auf, die sie aufgrund fehlender Regulationsmechanismen nicht selbstständig verarbeiten kann. Das begünstigt die Vermehrung von Neurotransmittern. Die wiederum aber – wie z.B. Serotonin – in ihrem Falle u.U. negativ auf den Magen-Darm-Trakt wirken und sie – kurzum- dadurch Verstopfung. Psychosomatisch würde das ein Arzt wohl nennen. Ich bin keiner, hab mich aber sehr intensiv mit Hochsensibilität beschäftigt – aus Gründen 😉
    Was ich sagen will ist, dass die vielen Untersuchungen vielleicht gar nichts feststellen. Dass sie sie vielleicht nur noch mehr stressen. Dass sie vielleicht einfach gerade super viel um die Ohren hat und nicht weiß, wohin mit sich. Weißt du, sehr entscheidend an deinem Text fand ich den letzten abschnitt, als du schriebst, dass du zurück in deine Bubble willst. Das will sie ganz sicher auch einfach nur 😉
    Sie braucht vermutlich nun sehr viel Zeit und nach dem Kindergarten eine sehr reizarme Umgebung, die sie auffängt um das alles hinter sich lassen zu können. Und noch ein Wort zum Schluss: du weißt ja, ich hab nicht nur leicht reden sondern selber so einen zuhause. Ob der es jemals in einer Kita schafft, weiß ich noch nicht. Aber wäre ich drauf angewiesen, wäre das, was ich tun würde: mir und Ihr Zeit verschaffen, so weit es geht. Ruhe und Reizärme schaffen und das wichtugste, Mechanismen schaffen um den Stress abzubauen am Nachmittag. Was auch immer das sein mag, das könnt nur ihr heraus finden.

    Ich drück dich und wünsche euch wirklich alles alles Gute <3

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    1. Nätty Beitragsautor

      Vielen lieben Dank für deinen hilfreichen Kommentar :***
      Ich kann mich super in meine Kleine hineinversetzen. Ich kann so gut verstehen, wie komisch und beängstigend es sein muss, dass Mama plötzlich wieder arbeiten geht nach sechs Wochen Pause. Wie du schon sagst, für sie ist ja gar nicht greifbar was Arbeiten heißt. Sie merkt nur, Mama lässt mich allein bei unbekannten Menschen. Leider ist mir das sehr bewusst. So bewusst, dass ich immer ein schlechtes Gewissen habe. Im Hinterkopf schwirrt mir immer herum, würde es nicht vlt. anders gehen? Bist du egoistisch? Ich liebe meinen Job. Und wie beschrieben, finde ich auch die Balance zwischen Arbeit und Mama-Alltag super. Das Bilderbuch-Mädchen war ja seit sie eins geworden ist bei einer Tagesmama halbtags betreut (bei meiner Tante). Doch war es das Beste für mein Mädchen? Vermutlich spürt sie auch meine Unsicherheit diesbezüglich. Feine Antennen hat se ja 😉
      Das mit der Verdauung kann ich mir auch gut vorstellen, dass es jetzt stressbedingt war (und das ist mir nicht zu esoterisch 😉 ). Stress kann den Körper furchtbar durcheinander bringen. Das kenn ich nur zu gut … Nunja, da die Kleine aber mindestens einmal im Monat schlimme Verstopfungen hat (seit sie wegen Lungen- und Mittelohrentzündung zweimal kurz hintereinander Antibiotika bekommen hat) wollen einfach auf Nummer sicher gehen. Aber das eilt ja nicht. Werde den Termin auf jeden Fall auf die Zeit schieben, in der die Eingewöhnung abgeschlossen ist.
      Die Nachmittage ruhig zu verbringen ist ein guter Tipp. Ich hatte das anfangs unterschätzt und wir hatten mittags auch noch Termine. Nichts wildes, Geburtstags-Kaffee bei meiner Schwester zum Beispiel oder Eis essen mit der Nachbarin und deren Tochter. Aber selbst sowas plane ich in nächster Zeit lieber nicht. Lieber schöne langweilige Nachmittage 😉

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  3. neverlookedsobeautiful

    Ich würde euch beide gerne am liebsten ganz fest in den Arm nehmen, auch wenn dein Bilderbuchmädchen meine Umarmung bestimmt nicht wollen würde (zumindest schließe ich jetzt von meiner Tochter auf deine ;-). Ich wünsche euch ganz viel Kraft und bin mir aber auch sicher, dass ihr diese Hürde meistern werdet und mit der Zeit das Bilderbuchmädchen die neuen Umstände akzeptieren wird. Kathrins Ausführungen finde ich ganz wunderbar hilfreich und nachvollziehbar. Schön, dass man auch auf diese Wiese Hilfe erfährt. Drück dich fest aus der Ferne! Alles Liebe, Anna

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    1. Nätty Beitragsautor

      Danke :*
      Ja, da hast du Recht Umarmungen sind eher kontra-produktiv in dieser Gemütslage, in der sich das Bilderbuch-Mädchen gerade befindet 😉 Nur heute als ich sie von der Kita abgeholt hab, da wurde ich sowas von stürmisch begrüßt mit ganz vielen Drückern und Umarmungen. Hachja, das hab ich genossen. Der heutige Abend war auch schon etwas besser als die beschriebenen. Zumindest wurde nicht mehr hysterisch geschrien sondern nur noch unzufrieden. Ich sehe eine steigende Tendenz in der Laune 🙂
      Ganz liebe Grüße!!! Nätty

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  4. Küstenmami

    Hach ja, das ist gemein, wenn eine gute Phase zu Ende geht (und die guten gehen leider auch vorbei), und dann auch noch mit so einem Höllenknall wie bei Euch gerade! Das tut mir so leid, und ich kann Dir wie meine Vorrednerinnen auch nur eine tröstende Umarmung anbieten <3

    Das Gute ist: Es gibt ja eine (halbwegs logische) Erklärung für das Verhalten Deines Gerade-nicht-so-Bilderbuchmädchens. Daran halte ich mich immer fest, wenn meine Küstenkinder sehr unruhige Zeiten mit viel Geschrei, Anhänglichkeit und Nichts-recht-machen-können haben. Dann weiß ich wenigestens, woran es liegt – auch wenn ich es nicht ändern kann. Denn die Ursache (Umstellung, Veränderung, Sprünge) geht ja irgendwann vorbei bzw. wird besser – ja, es wird besser!!! – und bis dahin versuche ich durchzuhalten und an mich und meine kleinen Kids zu glauben…

    Alles Gute für Euch!!!

    Eure Küstenmami

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    1. Nätty Beitragsautor

      Danke :*
      So schön solch liebe Kommentare zu bekommen! Du hast Recht, es ist wichtig an sich selbst und die Kleinen zu glauben. Die packen ja manchmal echt mehr als man ihnen zutraut. Die Tochter einer Nachbarin wird grad in derselben Gruppe wie meine Kleine eingewöhnt und sie war einen Tag mit ihrer Kleinen in der Gruppe als ich nicht mehr dabei war. Und sie sagte mir, das Bilderbuchmädchen sei schon ganz selbstbewusst und selbstverständlich in den Örtlichkeiten herumgerannt. Dabei wirkt es beim Abschied immer so herzzerreißend wenn ich gehe und sie es nicht will. Da blutet mein Mama-Herz immer 🙁 Aber ich versuche mir jetzt auch zu sagen: Es wird besser! (bitte schnell 😉 )
      Nochmal vielen Dank und liebe Grüße!!
      Nätty

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