Wir sind jetzt vier hypnobirthing schmerzfreie Geburt

Mein Geburtsbericht mit einem Hauch von hypnobirthing

Da bin ich wieder 🙂 Und wie ihr euch bestimmt schon gedacht habt, sind wir hier mittlerweile zu viert im Bilderbuch-Haushalt. Unser zauberhaftes Bilderbuchbaby Nummer 2 erblickte am 21.01.18 das Licht der Welt und hält uns hier auf Trapp 🙂

Ein paar Einblicke in unseren Alltag nach der Geburt konntet ihr ja auch schon auf Instagram erhaschen. Aber das sind natürlich wirklich nur klitzekleine Einblicke. Wenn es der Alltag denn erlaubt, werde ich bald mehr berichten.

Aber first things first. Die Geburt! Ein Hauch von hypnobirthing. Trotz Krankenhausgeburt 😉

Ja, wie war sie denn die Geburt? Es war alles in allem meine Traumgeburt. Schon beim Bilderbuch-Mädchen war die Geburt ja ziemlich positiv. Bis auf das Ende als die Kleine mit der Kiwi (Glocke) geholt werden mussten, weil ich keine Wehen mehr hatte.

Naja, diese Geburt war aber noch um einiges besser.

Wie alles begann.

Es begann schon eine Zeit vor der Geburt und zwar mit einem sehr guten Geburtsvorbereitungskurs. Ich halte solche Kurse für sehr, sehr wichtig, wenn man eine gute und möglichst selbstbestimmte Geburt erleben möchte. Wenn man ohne Plan von einer Geburt ins Krankenhaus fährt und die Leute um einen herum mehr Ahnung von dem haben, was dein Körper grad macht, als du, dann kann das unter Umständen sehr blöd enden. Vor allen Dingen, wenn man nicht auf Leute trifft mit ähnlichen Vorstellungen von einer Geburt.

Nun gut, um mein Wissen aufzufrischen suchte ich also einen neuen Geburtsvorbereitungskurs. Meine Nachbarin ging zu einem Kurs und fragte mich, ob wir den nicht zusammen besuchen wollen. Und das war mein Glück, denn der Kurs war – ohne dass mir das anfangs klar war – ein hypnobirthing Kurs. Ich erklär jetzt nicht lang und breit, was das ist, aber wer googlet findet da alles wissenswerte zu. Im Großen und Ganzen geht es darum, der Geburt positiv entgegenzusehen, seinem Körper zu vertrauen, mit dem Körper zusammenzuarbeiten, zu entspannen und das Denken auszuschalten, um eine möglichst schmerzfreie Geburt erleben zu können. Ich lernte also Atemtechniken und Entspannunsmethoden und freute mich schon richtig auf die Geburt.

Die meisten hypnobirthing-Anhänger sind eher für eine Hausgeburt mit einer Beleghebamme als für eine Krankenhausgeburt. Ich jedoch entschied mich trotzdem für das Krankenhaus, in dem ich auch das Bilderbuch-Mädchen zur Welt gebracht hatte. Um mit dem Geburtsort wieder vertraut zu werden, machte ich wieder die Akkupunktur zur Geburtsvorbereitung dort. So waren mir die Räumlichkeiten wieder vertraut, was dazu führte, dass ich mich dort gut aufgehoben fühlte.

Es geht los.

Am Samstag nachmittag vor der Geburt fühlte sich noch nichts so wirklich danach an, als würde es bald losgehen. Und so sagte ich meinen Schwiegereltern, als sie fragten, ob sie am Abend noch eine Feier besuchen könnten, dass das kein Problem sei (sie sollten das Bilderbuch-Mädchen während der Geburt betreuen).

Gegen 22:00 Uhr begannen dann aber doch die Eröffnungswehen. Wobei ich mir da noch nicht sicher war, dass es welche sind. Ich ging einfach mal ins Bett, um gut ausgeruht zu sein, wenn es denn losginge. Irgendwann wachte ich auf als die Wehen (im hypnobirthing sagt man „Wellen“) regelmäßiger wurden. Ich freute mich über jede Welle und atmete dabei immer langsam auf vier ein und auf sieben aus. Das war die Atmung, die ich im Kurs als super angenehm empfunden hatte. Ich döste während der ganzen Zeit vor mich hin und überlegte ernsthaft das Kind einfach zuhause zu bekommen. Selbst der Bilderbuch-Papa sah dem gelassen entgegen. Gegen 01:00 Uhr bat ich ihn mal zu schauen, wie regelmäßig die Wehen kommen würden. Da meinte er, alle drei Minuten.

Als ich dann auf einmal auf Toilette musste und auch schon etwas Blut zu sehen war, wusste ich, ich sollte mich entscheiden.

Krankenhausgeburt oder so lange wie möglich zuhause bleiben?

Losfahren oder es zuhause allein versuchen? Nunja, da es mir wichtig war so entspannt wie möglich zu bleiben, entschied ich, dass wir lieber fahren sollten. Nicht, dass es unverhofft Komplikationen gab und ich das Kind im Krankenwagen bekommen müsste.

Wir weckten also das Bilderbuch-Mädchen, das erst mal einen Moment brauchte, um zu verstehen, was los war. Wir wickelten sie in eine Decke, packten sie ins Auto und riefen die Schwiegereltern an. Es war ca. 01:45 Uhr und sie waren zurück von der Feier. Und hatten sich auch irgendwie schon gedacht, dass es doch heute losgehen würde.

Die Wellen waren weiterhin angenehm und ich war voller Vorfreude und sehr selbstsicher. Innerhalb von 20 Minuten waren wir am Krankenhaus. Ich wartete noch eine Welle ab, verabschiedete mich von meiner kleinen Maus und der Bilderbuch-Papa fuhr sie zu seinen Eltern, die glücklicherweise nicht weit weg wohnen vom Krankenhaus.

Sicheren Schrittes ging ich zur Geburtsabteilung. Und die diensthabende Hebamme schloss mich ans CTG an. Ich legte mich dabei gemütlich hin und driftete wieder in entspanntes Dösen ab. Der Bilderbuch-Papa war mittlerweile auch wieder da und es war ca. 02:30 Uhr als die Hebamme erstaunt feststellte, dass der Muttermund schon 7 cm geöffnet war. So wanderte wir also in den Kreissaal. Dort lief ich erst mal umher und atmete mit den Wellen und kreiste dabei mit dem Becken und fühlte mich einfach gut vorbereitet. Doch auch wenn ich es bis dahin nicht als schmerzhaft empfand, es war sehr sehr anstrengend. Irgendwann zitterte ich und mir war unglaublich kalt. Während der Bilderbuch-Papa eher schwitze, weil es eigentlich ziemlich warm im Kreissaal war. Es war wohl einfach die Anstrengung. Ich bekam eine Decke und schnell war mir wieder warm.

Eröffnungsphase entspannt überstanden, doch dann …

Was meine Geburt etwas verzögerte war, dass ich mir vorgenommen hatte auf keinen Fall im Liegen zu gebären. Da ja eigentlich alle anderen Positionen besser zum Gebären sind. Nun hatte ich gegen Ende aber absolut keine Kraft mehr. Die Wellen veratmete ich immer noch mit der 4 mal ein und 7 mal Ausatmen-Technik und auch das war in dem fortgeschrittenen Teil der Geburt nicht förderlich. Denn, weil ich kaum Schmerzen hatte, sondern nur Anstrengung verspürte, hatte ich gar nicht mitbekommen, dass ich schon längst „Presswehen“ hatte. Erst als die Hebamme mir sagte, ich solle die Wehen doch nicht immer veratmen, sondern besser mitdrücken, da wurde es mir klar. Da war es allerdings schon so weit, dass ich die erste Runde Presswehen nicht genutzt hatte. Die Wellen wurden plötzlich seltener und die Abstände länger. Ich vermute mein Körper wollte erst mal neue Kraft sammeln.

Ich hockte auf dem Bett und hing mit dem Oberkörper über der aufgerichteten Lehne. Eigentlich die perfekte Position, aber ich konnte es kräftemäßig nicht mehr aushalten. Ich konnte vor Anstrengung auch nicht mehr sprechen. Die Fruchtblase war übrigens schon geplatzt, aber das kann ich zeitlich gar nicht mehr einordnen. Die Hebamme schloss mich an einen Wehentropf an, damit es weitergehen konnte. Sie sagte mir, ich solle mich nicht gegen das Liegend-Gebähren sperren. Sie hatte Recht. Innerlich hatte ich mich schon dagegen entschieden und gesträubt, aber das konnte ich nach ihrer Ansage abstellen. Ich legte mich hin und ließ mich auf ihre Anweisungen ein. Endlich kamen wieder Wehen und ich wollte jede so gut es geht nutzen, um unserem Baby auf die Welt zu helfen.

Ich kann nicht mehr sagen, wieviele Wellen es insgesamt waren, aber das mitschieben auf Anweisung der Hebamme hat super geklappt 🙂 Ich konnte zum Schluss den Kopf komplett ausschalten und spürte kaum Schmerzen, es war nur für eine ganz kurze Zeit unangenehm.

Im Moment der Geburt war ich sehr stolz – auf mich, auf meinen Körper, auf das Baby und auf den Bilderbuch-Papa. Da war sie, unser kleines Mädchen. Gesund und einfach perfekt. Um 05:35 Uhr war sie also da. Hätte ich die Presswehen schneller enttarnt, wäre es wahrscheinlich noch schneller gegangen. Aber auch so war es eine echte Traumgeburt. 😀 Und danach durften wir noch lange kuscheln mit unserem neuen Familienmitglied.

Allen, die bald eine Geburt vor sich haben, kann ich nur raten, sich gut vorzubereiten, sich nicht allzusehr auf etwas zu versteifen, aber schon zu wissen was man möchte und darauf zu vertrauen, dass der Körper weiß was zu tun ist 🙂 Für mich war es richtig toll, dass ich mich mit der Atmung in einen super entspannten Zustand versetzen konnte, in dem mir alle äußeren Räumlichkeiten oder ähnliches egal waren. Ich fühlte mich einfach mit mir und in mir wohl. Klingt vielleicht komisch, aber ich brauchte für meine Wohlfühlstimmung weder Duftkerzen noch mein eigenes Wohnzimmer oder bestimmte Musik. Nur die Gewissheit, dass mein Mann für mich da ist und mich selbst.

In diesem Sinne wünsche ich jedem seine Traumgeburt!

Alles Liebe,

Eure Nätty

PS: Für alle Hypnobirthing-Ahänger. Das hier waren meine Mantras:

„Die Welle kommt, die Welle geht!“

„Mein Körper ist dafür gemacht!“

„Jede Welle bringt mich meinem Baby näher.“

„Ich kann alles für eine Minute aushalten.“

12 Gedanken zu „Mein Geburtsbericht mit einem Hauch von hypnobirthing

  1. Beatrice

    Ein schöner Bericht! 🙂 Was du schreibst, stimmt. Sich vertrauen, mental vorbereitet sein. Sich den Wellen hingeben….
    Übrigens wollte ich auch nie im Liegen die Kinder bekommen. Aber mein Körper zwang mich jedesmal mich hinzulegen. Ich fand die Seitenlage total angenehm. Der Mann hat das obere Bein mit hochgehalten und somit konnte ich mich ganz auf den Geburtstprozess konzentrieren. Ich hatte auch keine kRaft übrig, um es selbst zu halten. Selbst die GEburtstposition muss man auf sich zukommen lassen. 😀
    LG

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    1. Nätty Beitragsautor

      Danke! 🙂
      Das stimmt. es ist einfach nicht so planbar wie man es vielleicht hätte 😀 Stimmt Seitenlage wär noch ne Idee gewesen. Aber daran hab ich irgendwie gar nicht gedacht.
      LG

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  2. motherbirthblog

    Liebe Nätty,

    was du beschreibst, ist nicht „nur ein Hauch“ von Hypnobirthing – das IST Hypnobirthing at it´s best!!!
    Und Hypnobirthing funktioniert natürlich nicht nur bei Hausgeburten oder im Geburtshaus. Ich habe jetzt privat einige Mamas bei ihrer Vorbereitung unterstützt, die bewusst in eine Level 1 Klinik gegangen sind. Auch ihnen ist es gelungen sich tief und bewusst zu entspannen und eine nahezu schmerzfreie Geburt zu erleben.

    Und wie ich schon auf Instagram schrieb: ich glaube nicht, dass der Hypnobirthingkurs so zufällig in dein Leben getreten ist. Irgendein unterbewusster Teil von dir, hatte ihn schon irgendwie gesucht 😉 …

    Ich freue mich sehr mit dir, dass du so ein schönes Geburtserlebnis haben durftest. Es wird dich über Jahre hinweg als Mutter stärken. Immer <3

    Liebe Grüße
    Mother Birth

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    1. Nätty Beitragsautor

      Danke sehr 🙂 Ja, manchmal ist es echt Schicksal. Das glaub ich auch. Und ich bin sooo dankbar dafür. Mir war es auch sehr wichtig diesen positiven Bericht zu veröffentlichen, damit Schwangere wissen, die Geburt kann ein sehr, sehr schönes Erlebnis sein und keine Angst haben müssen. Wichtig ist aber auf jeden Fall sich vorzubereiten 🙂
      Dein Geburtsbericht war ja auch der Wahnsinn! Den hatte ich noch vor meiner Geburt gelesen. Hammer, wie du das gemacht hast!!!
      Falls hier jemand die Kommentare liest und Interesse hat einen sehr spannenden Geburtsbericht zu lesen. Hier geht es zu Teil 1: https://motherbirthblog.wordpress.com/2017/07/03/99-hausgeburt-oder-wie-sich-familie-flodder-aufmachte-um-ihr-kind-zu-gebaeren-teil1/

      Ganz liebe Grüße!

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      1. motherbirthblog

        Ich habe deinen Bericht auch gerne geteilt, weil er zeigt wie selbstbestimmt auch eine Geburt im Krankenhaus stattfinden kann, wenn man sich als Schwangere bewusst auf die Geburt vorbereitet. Ich persönlich bin ja definitiv eine Anhängerin von Hypnobirthing. Es hat mein Leben verändert!

        Ich mag zwei deiner Affirmationen besonders gerne:
        *Die Welle kommt – die Welle geht
        und
        *Ich kann alles für eine Minute aushalten

        DIE muss ich mir merken! Vielleicht magst du sie ja bei Zeiten auch noch mal teilen? Mit einem netten Bild oder so. Sie könnten auch andern Müttern helfen. Aus meiner Sicht gehen sie da ganz unten im Text eher etwas unter… 😉

        Ganz liebe Grüße
        Andrea

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