Es wird gegessen was auf den Tisch kommt! Oder auch nicht …

Mein Beitrag zur Blogparade von mamaontherocks:

#MissionFood4Kids wir haben eine Mission, und wir werden sie erfüllen!

„Wird sie denn auch satt?“ Wie oft habe ich den Satz in der Stillzeit gehört. Und nie musste ich mir Gedanken machen. Denn klar wurde sie satt, nahm zu und wurde groß.
„Wird sie denn auch satt?“ Das denke ich mir eher heute. Und ganz ehrlich ich versuche alles! Aber den Geschmack meiner Kleinen zu treffen ist gerade eine Mission Impossible …

Neulich im Drogerie-Markt

Ich höre abwertendes Getuschel hinter mir an in der Schlange an der Kasse.
„Was es heute alles für einen Firlefanz für Kinder gibt. Also zu unsere Zeit gab es sowas ja nicht, nicht wahr?“ Eine ältere Dame blickt Zustimmung suchend ihre Begleiterin an.
„Ne, also zu unserer Zeit, da haben die Kinder ein Brötchen auf die Hand bekommen und gut ist … In diesen Riegeln da ist ja auch viel zu viel Zucker drin …“ Ach, aber Brötchen sind so super gesund, oder was?
„Manche Leute haben auch einfach zu allem einen Kommentar!“ grummel ich in mich hinein, packe die zehn Fruchtriegel und ein paar Obstgläschen, die ich erstanden habe in den Korb unterm Kinderwagen und verziehe mich.

Ich hasse es, wenn Leute, die nur ein Fitzelchen von meinem Leben mitbekommen denken, sie wüssten Bescheid. Glauben die, ich mach jeden Morgen ein Fruchtriegel-Frühstück für mein Kind oder was?
„Da, Kind, haste deine 10 Riegel. Viel Spaß damit, Mama muss sich jetzt die Nägel lackieren.“
Ne, ne, ne, ne, ne! Mehr als einen Riegel pro Tag gibt’s nicht, und die sind nur Ergänzung zum normalen Essen, was momentan hier leider mau ausfällt. Und ich möchte das die Kleine wenigstens etwas im Bauch hat und ja, wenn sie gerade Brötchen essen würde, dann würde sie eins bekommen. Auf die Hand! Aber die isst sie derzeit nun mal nicht. (Was nicht heißt, dass sie sie nicht freudestrahlend, von der ebenfalls freudestrahlenden Bäckerei-Verkäuferin annehmen würde … Dann beißt sie einmal ab und das war`s auch schon).

Momentan bin ich froh, wenn das Bilderbuchmädchen überhaupt etwas zu sich nimmt.
Das hat mehrere Gründe. Zum einen war sie länger krank, da ist eh nicht viel mit essen und dann bekommt sie gerade ihre vier Eckzähne. Noch ein Grund für weniger essen.
Und selbst als noch alles tutti war, bestand ihre Lieblingsmahlzeit aus: Frikadellen und Nudeln mit ohne Soße. Und vor allem mit ohne GEMÜSE! Denn Gemüse ist der Feind! Jawohl! Ist auch nur eine Erbse auf ihrem Teller, wird diese erst mal mit der Gabel verdroschen. Wird aus Versehen irgendeine Art von Gemüse aufgepickt, muss die Gabel solange hektisch geschüttelt werden, bis das fiese Zeug herunterfällt. So will es das Gesetz!

Will man eine Gabel mit Blumenkohl zu ihrem Mund führen, verbiegt das Bilderbuchmädchen artistisch den Rücken nach hinten (Schlangenfrauen würden vor Neid erblassen), um ja die Entfernung zwischen sich und dem Gemüse nicht geringer werden zu lassen.

Um Obst ist es leider auch nicht viel besser bestellt. Früher war sie ein riesiger Fan von Bananen, aber leider ist der Hype vorbei. Trauben werden nur einmal angebissen, bevor sie angeekelt mit einem „Ne!“ kommentiert, auf dem Boden landen. Äpfel darf ich gerne schälen, aber gegessen werden sie dann leider auch nur von mir. Eigentlich müsste ich schon einen Vitamin-Schock haben vor lauter Obst, das in meinem Bauch landet, anstatt in dem meiner Tochter.

Daher kaufe ich Obstgläschen, denn die gehen wenigstens ab und zu. Und das ist doch besser als nichts. Oder? ODER?

Anfängerfehler

Gern denke ich an alte Zeiten zurück. Da aß das Bilderbuchmädchen alle erdenklichen Gemüse-Sorten. Selbst den giftgrünen Brokkoli. Was war ich stolz. „Also unsere Kleine isst ja gern Brokkoli!“ Erstlingsmutter-Anfängerfehler! So etwas darf man doch nicht aussprechen. Brokkoli wurde seitdem nie wieder angerührt.

Ich könnte ja die Möhren zu einer Soße pürieren. Vielleicht würde sie sie dann essen. Ähm, nein. Würde sie nicht …

Oder vielleicht mische ich einfach den Spinat unter den Kartoffelbrei. Vielleicht … NEIN! Definitiv nein! Auch dann wird der Spinat nicht gegessen.

Ich gebe nicht auf! Mein Baby soll sein Essen bekommen!

Also egal, was ich koche, sehr oft schmiere ich Madame danach noch zusätzlich ein Brot mit Frischkäse (ging mal ganz gut, aber im Moment auch nicht mehr), mit Leberwurst (klappt ab und zu. Juppi!) oder wenn alle Stricke reißen mit Marmelade. Aber selbst Marmelade ist kein Garant mehr dafür, dass ein Brot gegessen wird. Geduldig wird trotzdem Brotscheibe um Brotscheibe von mir von der Kruste befreit, geschmiert und in kleine appetitliche Häppchen geschnitten. Und irgendwann, wer weiß, muss ich das Brot vielleicht nicht mehr selber essen.

Gruppenzwang kann auch nützlich sein …

Bei der Tagesmutter isst das Bilderbuchmädchen angeblich Gemüse-Suppe. Also ich weiß nicht … Schwer vorstellbar. Aber manchmal ist es vielleicht so ein Gruppenzwang-Ding.
Wenn die anderen Kinder es auch essen, dann ess ich es auch, oder so. Vielleicht ist das der Trick? Ich brauche eine Horde Kleinkinder, die Gemüse verschlingend beim Mittagessen neben dem Bilderbuchmädchen sitzt.

Denn ich weigere mich in Betracht zu ziehen, dass es an meinen Kochkünsten liegt 😉 Ich hab früher echt gerne gekocht und das gar nicht schlecht. Ich habe viele neue Rezepte ausprobiert. Was habe ich eine Auswahl an Kochbüchern mit tollen Gerichten! Aber die kommen alle nicht mehr auf den Tisch. Hier gibt es jetzt Pfannkuchen, Kartoffelbrei mit Frikadellen oder Nudeln mit Fischstäbchen für das Bilderbuchmädchen und den Papa. Und für mich gibt es dazu auch Gemüse. Ja, ich esse es und ich lebe noch!

Nur eine Phase …

So da wären wir. Ja, ich habe meiner Tochter essen besorgt. Und bisher ist sie nicht vom Fleisch gefallen. Das wäre als Pluspunkt zu werten, finde ich. Und auch wenn sie sich momentan von einem Fruchtriegel, einem Fläschchen Milch und zwei Gabeln von trockenen Nudeln ernährt, es werden auch wieder bessere Zeiten kommen. Wahrscheinlich macht man sich einfach viel zu viele Gedanken und am Ende ist es wie immer: Nur eine Phase!

Eure Nätty

Dies war mein Beitrag zur Blogparade von mamaontherocks. Für mehr Beiträge schaut doch mal bei ihr rein. Bis zum 15.03.2016 könnt ihr auch selbst noch mitmachen und erzählen was euch zum Thema „Essen mit und für Kids“ unter den Nägeln brennt. Und darum geht’s:

„Was habt ihr (egal ob Mann oder Frau) schon getan, um eure Kinder ausgewogen zu ernähren? Habt ihr Tricks auf Lager, um zum Beispiel Gemüse in sie reinzukriegen? Oder ist das eh alles Quatsch und sie sollen ruhig Nudeln ohne alles essen? Weg mit dem Hype also? Andererseits: Kennt ihr dieses Erfolgsgefühl, wenn die Kinder etwas mit Begeisterung essen, das sie eigentlich gar nicht essen wollten? Was meint ihr, wieso freut uns das so? Wer oder was bewirkt, dass wir so fühlen? Und wie hat sich euer Verhältnis zu Essen verändert, seit ihr Eltern seid? Ich bin gespannt auf euren Input!“
(Zitat von mamaontherocks)

6 Gedanken zu „Es wird gegessen was auf den Tisch kommt! Oder auch nicht …

  1. schnuppismama

    Ja, das ist in jeder Hinsicht, nicht nur beim Essen, ein großes Thema mit den kleinen Momentaufnahmen, die andere aus dem eigenen, doch nunmal soviel komplexeren Leben mitbekommen. Wer daraufhin wertet oder überhaupt diese Situation ver-/beurteilt, hat nix verstanden!

    Und ansonsten weißt ja: Cook on! 😉

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    1. Nätty Beitragsautor

      Ja, du hast Recht 😉 Leider reg ich mich manchmal trotzdem über solche Leute auf, die immer alles besser wissen. Und damit haben diese Leute ja auch noch was sie wollen … Ich muss lernen sowas keine Beachtung zu schenken 😉
      Liebe Grüße!!

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  2. MamaOTR

    Danke für den tollen Beitrag! Mein Sohn ist auch schwierig. Zurzeit haben wir aber eine „so lange Ketchup drauf ist, esse ich es halt“-Phase. Tschakka! (und ich kriege dann vom Umfeld zu hören: „Wie, der darf Ketchup essen?“ ^^ JAAAAAA!!!!

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    1. Nätty Beitragsautor

      Sehr gerne. Hat Spaß gemacht dazu zu schreiben.
      Ketchup-Phase wäre für uns schon ein echter Fortschritt 😉 Warum nicht mal Erbsen mit Ketchup? Besser als gar keine Erbsen, finde ich ^^
      Ich wäre auch zufrieden, wenn ich einfach alles mit Käse überbacken müsste. Naja, aber letztens wurde hier zumindest Möhren-Schnipsel in Kartoffelpuffer versteckt gegessen. Aber ob die mit all dem Fett angebraten noch gesund waren?

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  3. Pingback: Auswertung der Blogparade #MissionFood4Kids: Kinder holen sich, was sie brauchen – Mama on the rocks

  4. Pingback: Kuck mal wer da spricht | BilderbuchBaby – Bilderbuchfamilie? Gibt`s nicht. Die Wahrheit über den Mama-Alltag!

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