Baby schläft nicht

Unser Einschlaf-Drama und die einfache Lösung inklusive Zauberformel …

Das Bilderbuchmädchen ist nun 18 Monate alt und ich weiß nicht, ob es an der langen Krankheitsphase lag oder an einem Schub, aber das Einschlafen wurde in letzter Zeit zu einem richtigen Drama bei uns …

Wir hatten eine gute Phase vorher, in der musste ich nur kurz händchenhaltend an ihrem Bett sitzen und schwupps erreichte die Kleine das Land der Träume.

Doch in den vergangenen Nächten mit dem hohen Fieber schlief die kleine Maus wieder bei uns im Bett. Denn sie brauchte unsere Nähe. Nach dieser Phase klappte das Einschlafen im eigenen Bett eigentlich wieder gut, jedoch wurde sie nachts gegen 1:00 Uhr wach und konnte dann nicht mehr allein einschlafen. Ich legte mich dann erschöpft einfach mit in ihr Zimmer auf die Matratze, die ich in der Zeit vor ihrem Bett liegen hatte. Da ich auch angeschlagen war durch Erkältung und Schlafmangel war ich froh wenn das Bilderbuchmädchen einschlief mit mir im Raum und ich nichts weiter machen musste, als danebenzuliegen. Manchmal hat sie auch mit auf der Matratze geschlafen. Meist hab ich dann die ganze Nacht dort verbracht. War ja auch ganz gemütlich …

Einschlafritual – Alles auf Anfang

Nachdem nun aber die Krankenstation abgebaut wurde und alle wieder auf dem Damm waren, wollte ich das alte Einschlaf-Ritual einführen: Im Zimmer noch etwas spielen oder lesen. Dann Wickeln, Schlafsack an, Zähne putzen, das letzte Buch gucken und das Bilderbuchmädchen in ihr Bett legen. Etwas Händchen halten und Friede, Freude, Eierkuchen oder so …

Aaaaber weit gefehlt. Die letzte Woche war wirklich mein persönliches Einschlafdrama. Ich habe jeden Abend zwischen 1,5 und 3 Stunden damit verbracht die Kleine ins Land der Träume zu befördern.

Nach dem letzten Buch habe ich sie in ihr Bett gelegt, mich auf der Matratze vor ihrem Bett dazugelegt und dann versucht sie mit Händchenhalten in den Schlaf zu begleiten. Erst ganz liebevoll und geduldig, irgendwann immer gereizter.
Erst wollte sie noch was trinken, dann nochmal in den Arm genommen werden, dann nochmal den kompletten Tag durchgehen. Oder sie fing an albernen Quatsch zu machen. Natürlich musste ich manchmal darüber lachen, was dazu führte, dass sie sich bestätigt fühlte und weiter fröhlich Grimassen zog. Wenn ich dann gesagt habe: „So jetzt ist Schluss. Es wird geschlafen. Mach mal die Äuglein zu!“ wurde das mit verständnislosem Weinen quittiert.
Ich hab alles versucht: den Tag mit ihr besprochen, sie getröstet, sie in den Arm genommen, gesungen, gestreichelt, sie zu mir auf die Matratze geholt, ruhig erklärt, dass wir jetzt schlafen und dann nichts mehr gesagt, sondern so getan, als würde ich schlafen … Nichts klappte.

Wer braucht schon einen Feierabend? (Ich!!!!!)

Ich war gefrustet, hatte ich doch schon seit Tagen keinen richtigen Feierabend mehr oder erst dann wenn ich selbst so müde war, dass ich nur noch ins Bett wollte.
An einem Abend verließ ich nach zwei Stunden entnervt den Raum. Mein Mann sollte es jetzt bitte richten. Was natürlich nicht klappte, weil das Bilderbuchmädchen traurig war, dass die Mama den Raum so wütend verlassen hatte. Da konnte der Papa solange trösten wie er wollte, das Bilderbuchmädchen war ja verwirrt und verunsichert, weil die Mama so komisch drauf war. Wie soll man da auch einschlafen?
Und so kam ich zurück, um ihr zu sagen, dass es mir Leid tut und ich sie ganz doll liebhabe. Es hat zwar trotzdem noch lang gedauert, doch sie schlief dann ein. Ich leider auch direkt mit … Feierabend ade.

Abends hatte ich nun schon immer ein ungutes Gefühl beim ins Bett bringen. Jeden Abend dasselbe Szenario. Schlafenszeit gleich Schrei- und Weinzeit … Einmal brauchte ich ganze 3 Stunden um sie zum Schlafen zu bekommen. Zwischendurch habe ich sie aus dem Bett geholt und noch eine halbe Stunde spielen lassen, weil ich dachte sie sei nicht müde genug. Nachdem ich wieder alle Register gezogen hatte und nichts half und sie nur schrie, wurde ich auch laut. Ich war mit den Nerven am Ende, wollte nur noch endlich selber schlafen.
„Jetzt schlaf doch endlich!“ In meinem Kopf war dieser Gedanke schon ewig gekreist und nun war er raus und das nicht besonders leise. Verschüchtert legte sich mein Mädchen hin und schlief … Oh nein … Das wollte ich doch auch nicht. Wie traurig muss sie eingeschlafen sein? Es tat mir so unendlich Leid. Ich wartete still an ihrem Bett und hoffte sogar sie würde nochmal aufwachen, damit ich mich entschuldigen könnte. Aber sie schlief durch bis zum nächsten Morgen. Es folgte noch ein weiterer unsäglicher Einschlaf-Drama-Abend und dann beschloss ich:

So kann es nicht weiter gehen.

Jeden Abend wieder Angst vor dieser schlimmen Phase. Wahrscheinlich bei mir und der Kleinen gleichermaßen. Das Bilderbuchmädchen verband das ins Bett gehen wahrscheinlich jetzt damit, dass die Mama irgendwann immer entnervt war.

Wir haben eine Lösung gefunden. Wir haben nur einige Kleinigkeiten verändert:

1. Die Matratze vor ihrem Bett habe ich weggeräumt und durch einen Stuhl ersetzt. Das bewirkt, dass ich nicht so schnell müde werde. Denn das dauert im Sitzen länger, als wenn man sich mithinlegt. Nicht so müde bedeutet für mich, weniger gereizt zu sein, wenn das Baby nicht sofort einschläft 😉

2. Für das Einschlaf-Ritual habe ich extra ein neues Buch gekauft (Mein erstes großes Gutenacht-Buch *- Rezension folgt noch. So viel schon vorab, es ist total süß illustriert und die Geschichten sind sehr niedlich und schön kurz). Ich hoffe, dass sie das Buch später immer mit Schlafenszeit verbindet, wenn wir das gemütlich zusammen lesen.

3. Die Schlafenszeit habe ich etwas nach hinten verschoben, denn ich hatte auch die Vermutung, dass sie nicht mehr so früh müde ist.

4. Reihenfolge ist nun: Noch etwas spielen, wickeln, Schlafsack an, Zähneputzen, das neue Buch lesen und danach sofort ins Bett.

Der erste Abend war heftig. Sie schrie aufgelöst …. Es folgte ein schlimmer Wutausbruch so wie hier beschrieben Wickeln in der Trotzphase … So heftig hatte ich das seitdem nicht mehr erlebt. Alles nur, weil ich sie ins Bett legte und mich danach nicht auf der Matratze vor ihrem Bett.

Ich war lange ratlos, versuchte dies und das aber nichts half, doch dann fand ich die einfachste Lösung ever!

Irgendwann sagte ich einfach: „Du bist wütend und traurig! Das ist dein gutes Recht! Du darfst ruhig weinen, wenn du traurig bist, dass die Mama nicht hier schläft. Mama weint auch manchmal wenn sie traurig ist. Lass einfach alles raus!“. Das war alles. Das Zaubermittel. Ich hab ihr gesagt, dass ich verstehe, warum sie weint und dass das vollkommen ok ist traurig zu sein. Zack, hat sie sich beruhigt. Ab und zu wollte sie meine Hand, hat kurz geschluchzt, dann aber beruhigt: „Mama!“ geseufzt und ist eingeschlafen. Wahrscheinlich war sie erleichtert und glücklich, dass ich sie endlich verstanden hab.

Der zweite Abend danach lief super. Ich legte sie ins Bett, sie wollte aber noch nicht und sagte: „Iss wütend. Iss traurig! Darf weinen!“ (Herzzereißend …) „Mama kuscheln!“

Also haben wir lange gekuschelt und dann wollte sie von sich aus in ihr Bett, drehte sich zufrieden seufzend um und schlief. Wow!

Heute war der 3. Abend. Gegen 19:30 Uhr erklärte sie mir: „Iss müde! Schlafen!“

Wir gingen in ihr Zimmer und nach dem Einschlaf-Ritual sagte sie: „Schlafenszeit!“

Ganz so toll klappte es dann doch nicht mit dem Schlafen, aber kein Vergleich zur Anfangsphase. Sie wollte nochmal auf den Arm kuscheln und als ich sie danach ins Bett legte, war sie ein bisschen hibbelig. „Milch! Papa!“ verlangte sie. Also hat der Papa ein Milchfläschchen gemacht. Und siehe da, nachdem sie das gemütlich im Bett trinken durfte, schlief sie friedlich ein.

Ich bin so dankbar, dass es wieder besser klappt mit dem Einschlafen. Endlich sind wir wieder entspannt in dieser Phase. Und ich brauche einfach Abends noch etwas Zeit für mich. Das macht mich viel ruhiger und ausgeglichener 🙂 Drückt mir die Daumen, dass es so bleibt!

Eure  Nätty

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20 Gedanken zu „Unser Einschlaf-Drama und die einfache Lösung inklusive Zauberformel …

  1. kiwimamasblog

    Ich hab die letzten Abende echt mit dir mitgelitten und musste oft an dich denken.
    Deswegen freut mich so sehr, dass es jetzt besser klappt mit dem Einschlafen! Und ich finde, das hast du echt toll gemacht! 🙂

    Übrigens ist das Bild wie immer klasse! 🙂

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    1. Nätty Beitragsautor

      Danke 🙂 Das Zeichnen macht mir grad wieder richtig Spaß. Hatte je eine kleine flaue Phase, was das anging.
      Ich bin auch so froh, dass wir Abends jetzt nicht mehr so eine Stress-Phase haben. Das hat mich ganz schön fertig gemacht. Dann kam auch noch dazu, dass die Kleine einen Schub hatte und immer nur die Mama wollte … Das ist echt anstrengend, wenn der Papa nicht zwischendurch mal einspringen kann. Aber auch diese Phase ist nun wieder vorbei. Juchhu!

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    1. Nätty Beitragsautor

      Freut mich, dass der Artikel dir gefallen hat. Manchmal kann es so einfach sein 🙂 Ich bin so froh, dass ich dem Ins-Bett-Bringen jetzt wieder positiv entgegen sehen kann. Liebe Grüße!!!

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  2. Beatrice

    Das ist echt manchmal zermürbend bis man herausfindet was diese kleinen Menschlein so wollen und brauchen. Aber ihr habt das doch super gemeistert. Und die kurzen Differenzen, die man immer mal wieder so hat, nehmen die Kinder auch nicht übel. Ehrliche Reaktionen und Gefühle sind immer gut. Auch wenn sie man negativ angehaucht sind.

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    1. Nätty Beitragsautor

      Danke. Ich finde auch, dass es gut ist für Kinder zu lernen mit solchen Gefühlen umzugehen. Aber ich bin auch immer froh, wenn ich nach solchen Situationen der Kleinen nochmal erklären kann, dass auch Mamas manchmal falsch handeln. Früher hätte ich sowas nicht gedacht, aber selbst mit anderthalb verstehen diese kleinen Menschen viel mehr als man denkt. Ich spüre förmlich ihre Erleichterung, wenn ich ihr sage: „Hey, das war jetzt grad nicht so toll, was Mama gemacht hat. Du hast nichts falsch gemacht, sondern ich.“ Es ist erstaunlich, wie sehr sich danach eine Situation entspannen kann.

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    1. Nätty Beitragsautor

      Ja, ich war selbst sehr erstaunt, wie sehr diese einfachen Worte unsere Situation entspannt haben. Von jetzt auf gleich, Drama vorbei. Wir brauchen immer noch ca. eine dreiviertel Stunde bis Stunde zum einschlafen, aaaaber es ist jetzt richtig schön entspannt dabei. Wir erzählen vom Tag, wenn sie im Bett liegt, ab und an möchte sie nochmal umarmt werden und dann schläft sie entspannt und glücklich ein. Das ist sooo toll! <3

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  3. Mama geht online

    Ist doch toll, wenn etwas plötzlich klappt, was vorher eine Katastrophe war. Da kannst du schon stolz auf dich sein. Wir haben auch einen immer gleichen Ablauf vor dem Schlafen gehen jeden Abend. Seit wir das haben, läuft es auch super. Kind weiß, was kommt und eine Geschichte vor dem Einschlafen gibt es auch jeden Abend.
    Ganz liebe Grüße
    Anke

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    1. Nätty Beitragsautor

      Ja, ab einem gewissen Alter machen gleiche Rituale abends echt Sinn. MIr als sehr unstrukturiertem Menschen ist die Einführung und Einhaltung solcher leider etwas schwer gefallen ;D
      Aber wenn`s hilft, muss ich da wohl durch.
      Liebe Grüße zurück!!

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  4. schnuppismama

    Ich kenne diese Phasen auch nur zu gut. Wie oft dachte ich schon, dass es nie wieder besser werden kann. Wie oft kam dann einhergehend mit meiner „Resignation“, dass das nun also so ist, die „Erlösung“. Als ob das Kind gemerkt hat, dass ich hier nicht länger „kämpfen“ will…

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    1. Nätty Beitragsautor

      Ja, es ist echt unglaublich was die Kinder alles wahrnehmen. Manchmal scheinbar jede Stimmung und Einstellung. Und du hast Recht, manche Phasen wollen einfach nicht enden, aber irgendwie gewöhnt man sich an alles und dann ist man erstaunt wenn sich die Situation doch plötzlich wieder bessert. Leider bin ich jedes mal genauso erstaunt, wenn die guten Phasen wieder vorbei sind … Langsam müsste ich es doch mal gelernt haben. Alles ist im stetigen Wandel 😉

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  5. wheelymum

    Wow! Schlafen war hier auch ein Duerthema und es hat mich teilweise an den Rand der Verzweiflung gebracht. Es ist schon der Wahnsinn, was solche Dinge mit einem selbst machen können. Und wie du das für Euch hingebogen hast- große Klasse. Es ist so viel wert, wenn man sch selbst und sein Verhalten relfektieren kann. Und das mit den Gefühlen und der Wahrheit. JA – ich finde das auch für alle sehr befreiend. <3 Danke für disen ehrlichen Einblick

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  6. Nätty Beitragsautor

    Sehr gern. Schlafen ist echt immer ein großes Thema. Und es gibt ja schon tausende Artikel dazu und trotzdem wer weiß, vielleicht ist mein Lösungsansatz für jemand Suchenden der Richtige. Und dann bin ich froh, das ich helfen konnte. Und ich hätte selbst nicht gedacht, dass so ein paar Kleinigkeiten, so einen Unterschied machen können. Ich bin echt so dankbar, dass das ins Bett bringen jetzt wieder eine schöne Sache ist. Es dauert zwar immer noch lange, aber statt gereizter Stimmung gibt es grad ganz viel Wärme und Liebe. Ich bin erleichtert das wieder so leisten zu können 🙂 Ganz liebe Grüße!!!

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