Archiv für den Monat: August 2016

Kleinkind ist wütend

Unsere magische Bubble ist geplatzt dank: Kita-Eingewöhnung

Es folgt ein wehmütiger Blogbeitrag …

Für uns geht grad ein besonderer Abschnitt zu Ende. Zwischen dem Ende der Tagesmutter-Betreuung und dem Anfang der Kindergarten-Betreuung des Bilderbuch-Mädchens lagen einige Wochen. Wochen, vor denen ich mich ehrlich gesagt ein bisschen gefürchtet hab. Komisch, was?Naja, mir gefiel mein Alltag. Die Balance zwischen dem halbtags Arbeiten und danach den halben Tag für mein Mädchen da sein zu können. Ich hatte einen Teil des Tages für mich, in dem ich Erwachsenen-Dinge tat, in dem ich mich mit Erwachsenen unterhalten konnte, in Ruhe auf Klo gehen konnte und nur für mich und meine Arbeit verantwortlich war. Eine Arbeit, die mir Spaß machte, unter Kollegen, mit denen ich super auskam. Mittags gegen 14:30 Uhr dann freute ich mich aber auch schon immer wie eine Irre darauf, mein kleines Bilderbuch-Mädchen wieder in die Arme zu schließen und mit ihr den Rest des Tages zu verbringen. Klar, es war immer noch viel zu tun, Einkauf, Haushalt, Garten etc. Aber es war ein andere Art Stress als auf der Arbeit. Wie gesagt, für mich eine tolle Balance.

Mit gemischten Gefühlen sah ich der längeren Pause entgegen. Würde ich alles so hinbekommen, wie geplant? Die betreuungslose Phase umfasste den gemeinsamen Familienurlaub, eine Papa-Woche (in der ich länger als sonst arbeiten ging, um Überstunden aufzubauen für die Kita-Eingewöhnung), Urlaubswochen, die ich allein mit dem Bilderbuch-Mädchen verbrachte, und Home-Office Tage während der Kindergarten-Eingewöhnung.

Vor dieser Phase strengten mich arbeitsfreie Tage mehr an, als die Tage zuhause, sprich Wochenenden oder Urlaub.

Nun war meine Sorge, dass die lange betreuungslose Zeit mich sehr auslaugen würde.

Aber das Gegenteil war der Fall. Es war eine wunder-, wunderschöne Zeit! Eine Zeit wie eingepackt in einer Seifenblase. In Gedanken nannte ich den Abschnitt liebevoll „unsere Bubble“. Hätte ich mir zuvor nie vorstellen können ganz zuhause zu bleiben, so könnte ich es jetzt auf jeden Fall.

Die gemeinsame Urlaubswoche mit der ganzen Familie war traumhaft. Wir hatten zwar keinen Urlaub gebucht, aber das Wetter war toll und wir verbrachten einen Tag am Meer, machten Ausflüge ins Irrland und in den Freizeitpark nach Brüggen und genossen es uns einfach etwas treiben zu lassen. Herrlich.

Danach folgte meine Woche allein mit der Kleinen und auch die war wunderschön. Wir verbrachten gemütlich Morgende ohne Terminstress. Der Haushalt ließ sich gut erledigen und somit hielten sich die fiesen: „Das muss ich noch machen, das muss ich noch machen und das muss ich noch machen … „ – Gedanken in Grenzen. (Zumindest wenn man Dinge wie Keller aufräumen und endlich mal die Unterlagen sortieren und unser Pfandvermögen wegbringen mal außer Acht ließ).

Wir besuchten Freunde und Familie, malten und bastelten oder machten einfach Musik an und tanzten zusammen. Wir verbanden den Einkauf mit einem Gang zur Eisdiele und chillten danach noch eine Runde am Brunnen auf dem Markt. Ohne besonderen Termindruck. Es ist toll nicht immer hetzen zu müssen.

Das Kind will noch den Hund streicheln oder die Kieselsteine bewundern. Klar, warum nicht?

Die Woche mit Papa ließ das Bilderbuch-Mädchen sogar noch entspannter werden. Die beiden machten sich gemütliche Tage und gern auch mal hier und da einen Regenspaziergang. Denn ausgerechnet in dieser Woche war das Wetter leider etwas schlechter. Die Laune allerdings kein bisschen. Die stieg stetig weiter an 🙂 Auf der Arbeit erfreute ich mich an den süßen Selfies meiner beiden Liebsten, die ich per Whatsapp erhielt.

Wutanfälle beim Bilderbuch-Mädchen? Kaum noch vorhanden. Einschlaf- oder Durchschlafschwierigkeiten? Schnee von gestern.

Klar gab es hier und da mal kleine Streitigkeiten, aber dennoch war es im Großen und ganzen für uns so easy going, wie ich es mir nie hätte erträumen lassen.

In der darauffolgenden Woche begann mein Home-Office und es wurde wieder etwas stressiger. Dennoch lief es gut, da das Bilderbuch-Mädchen vorbildlich ihren Mittagsschlaf machte und immer pünktlich gegen 19:30 Uhr einschlief. Ohne Einschlaf-Begleitung und dann gleich mal bis 08:00 morgens. Ich bekam also gut etwas geschafft zuhause. Ab und an sprangen auch mal Oma und Opa oder unsere liebe Babysitterin ein. Für den Blog war leider kaum Zeit, aber mein Illustrations-Auftrag für die Arbeit ging gut voran, auch wenn ich zwischenzeitlich auch noch eine Phase hatte, in der mein Kreislauf dermaßen im Keller war, dass ich vor lauter Schwindel nach jeder kleinsten Belastung erst mal eine lange Pause brauchte. Egal, denn es gab ja tatsächlich Zeit für Pausen.

Irgendwie fiel es mir früher oftmals schwer irgendeine spaßige Kinderunterhaltung aus dem Hut zu zaubern, aber auch das gehörte der Vergangenheit an. Ich schnipselte gern einfach mal zwischendurch ein Bild mit meiner Kleinen oder organisierte schnell eine Mini-Party, als sie neidisch war, dass der Papa zu einer Firmenfeier durfte und sie keine Party haben sollte (Ich hätte in den 90igern nie gedacht, dass ich mal mit meiner kleinen Tochter zu den Spice-Girls abgehen würde).

Für mich hätte diese Zeit ewig so weiter gehen können. Wir hatten einen Lauf.

Doch letzte Woche ist die Bubble dann geplatzt und zwar mit einem großen Knall …

Die Kita-Eingewöhnung stand an. Für so eine kleine Maus wie unser Bilderbuchmädchen ist das natürlich ein krasser Einschnitt. Wochen voller kompletter Mama- und/oder Papa-Betüddelung gingen zu Ende. Von heute auf morgen sollten nun unbekannte Erzieherinnen sich um sie kümmern.

Der Kindergarten ist zwar sehr spannend, doch auch voller neuer Reize … Meine kleine reizoffene Maus ist total überfordert damit. Als hätte jemand den Reset-Knopf gedrückt müssen wir alle unsere Routinen erst wieder neu einspielen. Alles auf Anfang sozusagen.

Jeder Tag mit dem Bilderbuch-Mädchen gleicht einem Lotteriespiel. Mal schläft sie nach den zwei Stunden im Kindergarten erschöpft sofort ein, mal schläft sie weder Mittags noch abends. Wut- und Schreianfälle sind wieder an der Tagesordnung. Nichts, aber auch gar nichts kann man ihr dann Recht machen. Einmal ist sie ohne Witz in hysterisches Schreien ausgebrochen, weil ich sie meinen großen Schatz nannte … Sie wollte lieber mein KLEINER Schatz sein … Wie konnte ich das nur falsch machen?

Richtig schlimm wird es vor allem vor dem Schlafengehen. Sie schreit und schreit und schreit. Es erinnert mich an die Babyzeit.

Abends kommt alles raus, was sich am Tage angestaut hat und Schreien war schon immer ihr Ventil …

Da Lautstärke mich mega stresst, ist das mein Albtraum. Meine Nerven liegen dann immer schnell blank, dabei weiß ich dass sie nicht anders kann. Und sie tut mir so Leid, doch außer für sie da sein kann ich nicht viel machen.

Und anhänglich ist sie natürlich momentan. In den ersten Kindergartentagen durfte ich gar nicht gehen. Dann kam auch noch ein Tag dazu, an dem sie an Verstopfung litt. Grad schien sie bereit zu sein, sich auf den Kindergarten einzulassen, da warfen sie die Schmerzen total zurück. Niemand durfte sie trösten außer mir. Schon gar nicht die Erzieherinnen. Der Tag endete dann auch noch mit einem Einlauf … Na, hallelulja … So macht Eingewöhnungszeit richtig Spaß.

Damit es auch ja nicht langweilig wurde, stand auch noch die U7 an, die das Bilderbuch-Mädchen erstaunlicherweise mehr begeisterte als der Kindergarten … Da hat sie zumindest geweint als sie wieder gehen musste 😉 In die Zeile „Bemerkungen“ schrieb ihre Kinderärztin: „topfit!“ Das hat mich natürlich sehr gefreut 🙂

Nunja, gestern war das Einschlafen auf jeden Fall das größte Drama seit Ewigkeiten. Ich durfte nicht rausgehen nach dem Gute-Nacht-sagen, was ich auch ok finde, denn schließlich macht sie grad einiges mit. Aaaber, statt zu schlafen verlangte Madame noch Bücher vorgelesen zu bekommen. Ok, auch das wurde ausnahmsweise noch gewährt. Dann waren es aber die falschen Bücher und es wurde sich so in Rage geschrien, dass ich auch nicht mehr verstehen konnte, welche Bücher sie denn eigentlich lesen wollte. Weil ich sie nicht verstanden habe, wurde sie natürlich noch wütender. Dann wollte sie, dass der Papa ihr Bücher vorliest … Obwohl, warum nicht noch ein Brot mit Frischkäse essen? Oder doch lieber noch etwas spielen? Irgendwie schien sie selbst nicht mehr zu wissen, was sie wollte. Außer: Nicht schlafen!!!

Und alles, was ihr so einfiel zu wollen, musste natürlich hysterisch schreiend verlangt werden. Klar, oder?

Gestern und heute habe ich mich also jeweils zwischen einer und drei Stunden anschreien lassen. Yey, während ich darüber nachdachte, dass ich eigentlich noch Home-Office machen wollte nachdem die Kleine im Bett war.

Aber gestern war echt die Krönung. Nichts ging mehr … Da ich mir absolut keinen Rat mehr wusste, wie das Schreien zu beenden sein könnte (kuscheln geht übrigens in dieser Phase absolut gar nicht …), erklärte ich meiner Maus gegen 22:00 Uhr, dass ich sehr müde sei und da sie ja nicht müde zu sein schien, sie ruhig in ihrem Zimmer noch machen dürfe, was sie wolle. Ich würde aber nur ruhig dabei sitzen ohne zu spielen. Das war ok. Sie beschäftigte sich dann auch ca. eine Dreiviertelstunde. Ich war aber mittlerweile vollkommen fertig und konnte nicht mehr. Also bat ich sie wieder, nun zu versuchen zu schlafen. Wäre ja auch morgen wieder früh Tag und wir wollten ja auch fit sein und so …

Wüaaaaahhhh!!!

Wie konnte ich es nur wagen das böse Wort „Schlafen“ auch nur zu erwähnen … Ok, ich seh ein, das war falsch und die Schrei-Attacke hatte ich bestimmt verdient …

Am Ende gegen 23:00 Uhr war ich so müde, dass ich dem Bilderbuch-Mädchen erklärt habe, ich würde nun ins Bett gehen. Sie könne, wenn sie auch müde werden sollte, in ihr Bett gehen oder zu mir ins Bett kommen. Ich legte mich in mein Bett und das Bilderbuch-Mädchen stellte sich heulend davor und verlangte, dass ich nicht schlafen solle. Irgendwann konnte ich sie überzeugen, einen Versuch zu starten in meinem Bett zu schlafen. Ungefähr fünf Minuten kuschelten wir und ich freute mich, dass sie sich beruhigt hatte. Da ging es wieder los.

Doch im eigenen Bett schlafen!!! Trotzig wühlte sie sich aus meinem Bett und wanderte in ihres.

„Mamaaaaaa! Zudecken!!!! Schnief. Heul. Wimmer …

Jaja, Mama lässt sich aus dem gemütlichen Bett plumpsen und geht noch die Decke richten, vergibt den 158. „Gute-Nacht-Kuss“ und stolpert wieder ins eigene Bett.

„Mamaaa, die Decke ist falsch rum!!!“ Wie bitte?

Ich watschel wieder rüber, richte die Decke, vergebe Gute-Nacht-Kuss Nummer 159 und lege mich wieder schlafen.

Unter schimpfen und schluchzen schläft das Bilderbuch-Mädchen endlich ein.

23:30 Uhr. Ich schleiche in ihr Zimmer, mache die Gitterstäbe wieder ans Bett und schließe ihre Kinderzimmertür, dann gehe ich wieder ins eigene Bett, beantworte noch schnell noch eine Firmen-Mail und dann schlafe ich ENDLICH ein.

Der nächste Morgen ist natürlich ein Traum. Also ein Albtraum, ist klar, oder?

Oh Wunder, oh Wunder, Madame ist übermüdet und weinerlich …

Der Tag im Kindergarten läuft so mittel. Der Mittagsschlaf danach wird kategorisch abgelehnt und auch heute abend (sie müsste eigentlich hundemüde sein …) war das Einschlafen wieder katastrophal. Wer braucht schon Schlaf? Voll überbewertet sowas.

Während ich diesen Beitrag schrieb, stürzte übrigens der Laptop ab. Ich schloss nur kurz die Augen und bin ohne Witz in einen Sekunden-Schlaf gefallen … Über viel zu wenig Schlaf kann ich mich eigentlich nicht beklagen. Da gab es bei Weitem Schlimmere Zeiten. Dennoch ermüdet mich diese Phase irrsinnig. Das Geschrei, der Widerstand, die Gedanken daran, dass alles möglichst schnell klappen muss, damit ich bald wieder regelmäßig arbeiten kann … Denn ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber irgendwann wollen die Chefs einen doch mal wieder auf der Arbeit begrüßen dürfen. Ich wäre 1000 mal entspannter, wenn Zeit kein Problem wäre. Und dann schwirren auch noch so viele Termine in meinem Kopf herum. Seit einiger Zeit habe ich Zahnschmerzen, doch auch nach drei Terminen konnte das nicht behoben werden. Also ist das noch offen. Zudem muss das Bilderbuch-Mädchen wegen ihrer dauernden Verstopfung eine Blutuntersuchung und ein Röntgen hinter sich bringen. Natürlich mit folgendem Besprechungstermin. Außerdem soll auch ich einen Termin bei einem Blutgerinnungslabor machen, da, mein Gerinnungswert komisch ist. Natürlich ist danach ein Besprechungstermin erforderlich. Zudem muss das der neue Gebrauchtwagen dringend zurück zum Händler, da die Wegfahrsperre spinnt und das noch in der Garantiezeit erledigt werden sollte. Der Geburtstag der kleinen Maus steht an, auch der muss vorbereitet werden.

Termine über Termine, die ich noch nicht einmal festmachen kann, da ich keine Ahnung habe wie die Eingewöhnung so weiter laufen wird. Das alles macht mir Bauchschmerzen. Ich will zurück in meine Bubble!

Wuuähhhh!

Vielleicht sollte ich Yoga in Betracht ziehen … Ommm …

Jetzt seid ihr Up-to-date …

Alles liebe,

eure Jammer-Nätty

Frau fischt Post aus Briefkasten

Blogparade – Alltagsfehler, die man immer wieder macht

In Hollywood-Filmen erscheint es ja immer ach so charmant, wenn die Haupt-Protagonistin ein kleines süßes Schusselchen ist … Früher gern gespielt von Jennifer Aniston zum Beispiel. Weiß nicht wer heute dafür zuständig ist.

Im wahren Leben ernten schusselige Geschöpfe wie ich oft eher Unverständnis und diesen „Nicht-dein-Ernst“-Blick …

Die liebe Beatrice Confuss merkte in einem ihrer Blogbeiträge an, dass ihr Mann sich nicht vorstellen könne, dass irgendwem genauso viele Alltagsfehler unterlaufen könnten wie ihr.

Challenge accepted!

Und so wollte ich unbedingt bei ihrer tollenBlogparade: Alltagsfehler, die ich immer wieder mache“ mitmachen. Tja nun, den Grad meiner Verschusselung könnt ihr schon daran erkennen, dass ich im Kopf hatte, die Blogparade ginge länger. Eigentlich ist sie nämlich schon beendet, aber großzügigerweise darf ich meinen Text trotzdem noch nachreichen. Danke dafür!! Und daher erfahrt ihr nun heute doch noch meine häufigsten „Alltagsfehler“:

  1. Das leidige Thema Tanken …In den letzten Monaten standen ein paar mal Ausflüge oder einfach nur längere Fahrten mit dem Auto an. Da in meinem Auto bis vor kurzem unser einziger Kindersitz eingebaut war, standen die Fahrten immer mit meinem Auto an. Ich versuchte also vor den Fahrten gewissenhaft alles vorzubereiten. Ich packte allen möglichen Krempel zusammen: Getränke für Eltern und Kind, Windeln, Feuchttücher, Umziehsachen, zur Sicherheit ein paar Snacks und etwas zum Spielen (man könnte ja in einen Stau kommen, oder was auch immer …) Richtig stolz war ich, dass ich auch die Ankunfts-Adressen schon vorher rausgesucht hatte und nicht erst im Auto danach googlen musste. Ganz schön gut organisiert, was? 😉  Naja, mitten auf der Autobahn stellten wir leider fest, dass wir auf dem letzten Tröpfchen Benzin herumtuckerten. Kann ja mal passieren … Aber allein dieses Jahr hatten wir dreimal ähnliche Situationen … Zum Glück hat mein Mann jetzt auch einen Kindersitz im Auto. Nächstes Mal fahren wir mit seinem Auto. Dann bin ich nicht für den Tank verantwortlich und ihm würde das natürlich nie passieren 😉
  2. Wo wir grad schon beim gewissenhaften Packen sind … Ich vergesse IMMER irgendetwas … Und zwar immer das was wir am dringendsten brauchen. Ist ja klar … Gehen wir zu einer Feier und ich habe ausnahmsweise kein komplettes Wechsel-Outfit für die Tochter mit (weil es nicht weit von zuhause ist und wir eh nicht so lange da sein werden) kommt mir mit Sicherheit zehn Minuten nach Ankunft ein total durchnässtes Bilderbuch-Mädchen entgegen, weil es irgendwo etwas mit Wasser zum Spielen gab … Meist kann man sich ja netterweise von Bekannten etwas leihen, aber Obacht Alltagsfehler Nummer 3 wartet:
  3. Ich vergesse geliehene Dinge zeitnah wieder zurückzugeben. Nicht selten bekam ich mal Bodies für die Kleine geliehen, wollte sie irgendwann wieder zurückgeben, doch da passten sie dem Kind, von dem es geliehen wurde, gar nicht mehr … Uuups …
  4. Ich stehe öfters mit vollgepacktem Einkaufswagen an der Kasse, will bezahlen und hab gar kein Geld dabei … Meist, weil ich es aus der Tasche am Kinderwagen nicht in meine Handtasche zurückgepackt habe … Habe ich das nicht vergessen, ist es aber auch möglich, dass ich ein Portemonnaie dabeihabe, aber da kein Geld drin ist und meine EC-Karte leider auch nicht … Denn die habe ich wahrscheinlich beim letzten Einkauf gedankenverloren in meine Hosentasche gesteckt. Wer weiß das schon? Aufgetaucht ist sie zumindest immer wieder …
  5. Verloren, dank leerem Handy-Akku …Mein Orientierungssinn ist ein Witz … Ehrlich, man darf ihn eigentlich gar nicht als solchen bezeichnen. Meine beste Freundin ist umgezogen. Ich verrate lieber nicht wie lange das schon her ist. Ohne mein Handy-Navi finde ich den Weg zu ihr immer noch nicht direkt. Woher ich das weiß? Ja, ich fuhr einmal abends zu ihr und hatte vorher vergessen meinen Handy-Akku aufzuladen. Klar gibt es diese tollen Kabel für den Zigaretten-Anzünder im Auto, aber meins ist kaputt und ich vergesse immer mir ein neues zu besorgen. Ihr merkt, da zieht sich eine Linie durch 😉 Normalerweise hätte der Akku noch bis zu meiner Freundin gereicht, doch dann geriet ich in einen Stau … Der Balken sank und meine Panik stieg. Ich schaute mir den Weg nochmal genau an, solange das Handy noch an war, und versuchte ihn mir einzuprägen. Doch irgendwie war die Ausfahrt in der Realität viel verwirrender als auf dem Handy-Bildschirm und ich hab mich total verfahren. Eine Stunde brauchte ich um trotzdem zu ihr zu finden. Ich heulte vor Wut, weil ich kurz davor war aufzugeben und wir eh nicht soviel Zeit hatten, weil ich am gleichen Abend wieder zurückfahren musste. Naja, letztendlich hab ich es ja doch noch geschafft.
  6. Genau wie Beatrice Confuss vergesse ich auch sehr häufig, auf die Uhr zu gucken, wenn ich Brötchen zum Aufbacken in den Ofen schiebe. Meist hole ich sie rechtzeitig heraus. Ein paar sind mir aber auch schon verbrannt.
  7. Kaffee-Filter-Desaster
    Eine zeitlang hab ich ständig vergessen die Kaffee-Filter vorm Brühen des Kaffees in die Maschine zu geben. Mir ist das so oft passiert, dass ich schon eine gute Routine darin hatte, die darauffolgende Sauerei möglichst klein zu halten. Ich klopf vorsichtshalber dreimal auf Holz, aber das ist mir schon länger nicht mehr passiert.
  8. Warum ich des Öfteren mit einem Kochlöffel im Briefkasten herumfische:
    Ich verlege wirklich oft unseren einzigen Briefkasten-Schlüssel. Manchmal bin ich mir ziemlich sicher, dass mein Mann ihn zuletzt hatte, aber irgendwie taucht der Schlüssel immer in einer meiner Jacken, Taschen oder Schuhe auf. Ich denke es ist eine Verschwörung 😉
  9. Die Mülltonne rausstellen.
    Manchmal wache ich morgens auf, höre das Geräusch der Müllabfuhr und fahre zusammen. Verdammt? Hab ich diesmal dran gedacht, die Tonne rauszustellen? Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass in den Mietwohnungen, in denen wir vorher wohnten, die Müllabfuhr sich die Tonnen immer selbst geholt hat, oder wir nur einmal im Jahr Tonnen-Dienst hatten. Ok, wir wohnen jetzt schon zwei Jahre hier in unserem Haus und ich sollte langsam daran gewöhnt sein, dass da einmal die Woche Tonnen raus müssen, aber auch dieses Malheur ist mir zum Glück schon länger nicht mehr passiert. Puh, vielleicht bin ich ja doch lernfähig.

Was soll ich sagen? Ich bin leider ein kleiner Chaos-Kopf. Während ich etwas tue, denke ich meist schon daran, was ich noch alles tun muss. Eins nach dem anderen zu machen fällt mir schwer. Am liebsten würde ich immer alles auf einmal machen.

Arbeitsabläufe kann man sich bei mir in etwa so vorstellen:

Ich fange an die Küche aufzuräumen, dann finde ich aber dabei etwas, das ins Wohnzimmer gehört und bringe es dorthin. Schwups, sehe ich aber im Wohnzimmer eine Decke, die ich schon lange mal Waschen wollte, also bringe ich sie in den Keller, wo sich die Wäsche stapelt. Ich denk mir: ‚Komm, die stellste eben noch an.‘ Dann ist aber die Maschine noch voll und ich muss das Zeug erst mal aufhängen. Dann klingelt es an der Haustür, ich gehe nach oben, nehm ein Paket an und seh wieder die Küche, die furchtbar unaufgeräumt ist! Also leg ich da wieder los, während im Keller die halb ausgeräumte Wäsche wartet.

Ich bin einfach vollkommen unstrukturiert. Ich hab das schon oft versucht zu ändern. Mit Listen, Kalendern, festen Tagen, an denen ich bestimmte Dinge mache, aber das hab ich nie lange durchgehalten. Denn wenn ich mich in einem Raum nicht wohl fühle, kann ich dort zum Beispiel nicht schreiben oder zeichnen. Dann muss ich sofort aufräumen und kann nicht erst meine Schreib- oder Illustrations-Aufträge erledigen und den anderen Kram liegenlassen. Auch wenn ich es mir vorgenommen habe. Tja, so ist das nunmal. Ich glaub am wenigsten stressig ist es, das Verpeilt-Sein einfach anzunehmen. Gibt ja dadurch im Nachhinein auch immer neue witzige Geschichten, was? Und so ein Hollywoodfilm fällt auch nicht einfach so vom Himmel. Da muss es ja auch Vorbilder für geben 😉

Und an all die leicht verpeilten Mädels da draußen, wenn ihr euch besser fühlen wollt, lest mal die anderen Beiträge zur Blogparade. Wir sind nicht allein!

Liebe Grüße,

Eure Nätty

Mama und Kleinkind streiten kindisch

Irgendwie kommt mir das doch bekannt vor …

Liebes Bilderbuch-Mädchen,

glaube nicht, dass du dich beim „Nein! Doch!“-Spiel mit mir messen kannst. Ich halte das stundenlang durch! Ich hatte zwei jüngere Schwestern 😉

Es ist schon witzig wie oft man durch die lieben Kleinen eine Zeitreise in die eigenen Kindheit machen darf.

Als das Bilderbuch-Mädchen letztens auf ein „Nein!“ von mir immer wieder mit einem „Doch!“ geantwortet hat, war wieder einer dieser Momente.

Ich saß plötzlich mit meiner kleinen Schwester im Kinderzimmer und wir stritten darum, welche Farbe unsere neuen Fahrradhelme haben sollten. Es gab damals genau zwei Farben zur Auswahl. Neongelb und Neonpink. Iiirghs … Die 90iger halt. Was wollte man machen? Zu gern, hätte ich den pinken gehabt, aber den wollte meine Schwester auch, also wollte ich natürlich lieber den gelben Helm haben. Hauptsache nicht dieselbe Farbe wie meinem kleine Schwester. Ist doch klar, oder?

So ging es hin und her: „Ich nehme dann auch den gelben!“ beharrte meine kleine Schwester.

„Nein!“, wütete ich.

„Doch!“

„Nein!“

„Doch!“

etc. pp. …

Leider waren wir beide sehr erprobt in diesem Spiel, wie das bei Geschwistern nun mal so ist. So kam es wie es kommen musste, nach langem Gezanke entschieden die Eltern:

„Wenn ihr euch nicht einigen könnt, dann bekommt ihr jetzt beide den gelben! Ende der Diskussion!“ 

Tja, beim Bilderbuch-Mädchen und mir endete die Konversation damit, dass die Kleine die Küche verließ und ich sie im Wohnzimmer noch murmeln hörte: „Doch!“

Haha, also das mit dem „Immer-das-letzte-Wort-haben“ hat sie schon mal raus. In diesem Sinne freue ich mich jetzt schon auf die Teenie-Zeit mit ihr. Das wird bestimmt spaßig 😉

Gab es bei euch auch Situationen mit euren Kleinen, die euch sofort an die eigene Kindheit denken lassen? Ach, was frag ich. Bestimmt Tausende, oder?

Liebe Grüße,

Nätty

 

 

Familienmoment

#Familienmoment 14 – Das Einschlafgrölen

Heute hab ich mal wieder einen kleinen #Familienmoment für euch 🙂

Wir hatten ja früher öfter mal leidliche Phasen, was das Einschlafen angeht, die wir durchgestanden oder auf eine irgendeine Art lösen konnten (siehe hier oder hier).

Nun haben wir es über verschiedene Zwischenschritte in einem langsamen Prozess geschafft, dass keine Einschlafbegleitung mehr nötig ist. Teilweise wird hier jetzt sogar mit Begeisterung schlafen gegangen. Letztens z. B. machte der Papa das Bilderbuch-Mädchen nach dem Mittagessen für ein Mittagsschläfchen fertig und sagte:

„So, jetzt machst du einen kleinen Mittagsschlaf und dann geht der Tag weiter!“

Die süße Erwiderung lautete: „Einen großen Mittagsschlaf!“ Hihi, eindeutig meine Tochter!

Auch abends läuft es jetzt rund. Wir gehen nach dem Abendessen hoch ins Kinderzimmer. Es werden Zähne geputzt (ok, das ist immer noch sehr wild), dann wird gewickelt, Schlafsack angezogen, noch etwas gelesen und dann machen wir das Licht aus. Hier ist der Moment, indem das Bilderbuch-Mädchen eigentlich jedes mal verlangt: „Papa, noch was fragen!“

Ich nehme sie dann auf den Arm, wir wandern den Flur entlang rüber zum Papa und das Bilderbuch-Mädchen schmeißt sich direkt mit dem Kopf von meinem Arm in Richtung Papas Arme. Je nach Laune der Kleenen folgt dann eine Runde Familien-Kuscheln, es wird noch etwas rumgedruckst und dann heißt es: „Papa, noch eine Milch machen!“

Der Papa macht also die abendliche Milch fertig und ich gehe mit der Bilderbuch-Madame schon in ihr Zimmer.

„Im Bett warten!“, ruft sie gutgelaunt.

Es ist der Wahnsinn, sie will dann tatsächlich gerne ins Bett!

Ich decke sie zu, sie sammelt ihre Lieblingskuscheltiere um sich herum und los geht das Einschlaf-Gegröle. Als es das erste Mal soweit war – vor etwa zwei Wochen – hätte ich mich kaputtlachen können, daher ist das mein Familien-Moment der letzten Zeit.

Früher hab ich zum Einschlafen sanft „Lalelu“ gesungen, aber momentan singt die Kleine immer mit. Ich soll jetzt immer „Schlaf, Kindlein, schlaf!“ singen. Als wir in der Babyphase so große Einschlaf-Probleme hatten, habe ich mit für dieses Lied gefühlte 1000 Strophen einfallen lassen. Eine ist aber anscheinend besonders im Kopf geblieben. Und die singen wir jetzt jeden Abend zusammen. Nein eigentlich ist es wirklich eher ein Grölen (jeder Fanclub, dem meine Tochter mal beitreten sollte, kann sich glücklich schätzen). Hier unser Lied:

Ruh, Kindlein, ruh!

Die Mama ist ne KUH!

Der Papa ist ein GROßER Bär!!!!

Der liebt sein kleines Kindlein sehr,

ruh, Kindlein, ruh!

Das Lied wird sowas von schief geschmettert, aber das macht nichts, es ist immer einfach ein sehr schöner Moment.

Dann erscheint der Papa mit der Milch, das Bilderbuch-Mädchen bekommt noch einen Gute-Nachtkuss von Mama und Papa und dann gehen wir raus. Crazy, was? Und es wird nicht gejammert, geschrien oder sonst was. Höchstens noch etwas weitergesungen.

Wie im Bilderbuch! 😉

So, und jetzt hab ich es geschrieben … Das heißt, ab heute Abend klappt das wahrscheinlich nicht mehr …

Mehr Familien-Momente könnt ihr wie immer bei der lieben Küstenmami finden.

Hüpft doch mal rüber.

Alles Liebe,

Eure Nätty

Kleinkind lässt Mama nicht schlafe

#Kindermacken&Co – Blogparade

Heute gibt es noch ne Runde witzige Macken der süßen Kleinen hier auf dem Blog. Zu den älteren Marotten geht es hier entlang.

Diesmal hat Dienna vom Blog „Zwischen Windeln und Wahnsinn“ im Rahmen einer Blogparade dazu aufgerufen einmal die Marotten der lieben Kleinen rauszukramen. Klar, dass ich da nicht widerstehen konnte 😉

Darf ich vorstellen? Das Bilderbuch-Mädchen alias:

Dancing Queen / Rampensau / Party-Maus !!!

Unsere Kleine ist die unangefochtene Königin der Tanzflächen. Ob „Schmetterling, du kleines Ding“ oder „All the Single Ladies“ von Beyoncé. Wo Musik läuft, ist das Bilderbuch-Mädchen nicht weit und macht Party!!!

Letztens waren wir z. B. auf einer Hochzeit und ich hatte dem Bilderbuch-Mädchen Musik und Tanz versprochen. Und sie ist dann wirklich bei jedem Klang von Musik zum Tanzen aufgesprungen. Auch wenn es nur ein kurzes Zwischenstück während der Hochzeits-Zeremonie war. Und viel später als dann endlich auch von den Erwachsenen getanzt wurde, war sie gar nicht mehr runterzubekommen vom Dancefloor. Erst gegen 1:00 Uhr nachts – als wir sie in den Kinderwagen zwingen mussten, weil sie sich vor Müdigkeit kaum noch gerade halten konnte – schlief sie dann ein. Und zwar unter einem stetigen: „Noch weiter tanzen!“-Gemurmel.

Gesangstalent

Gesungen wird hier auch wirklich ständig. Vor dem Schlafen, nach dem Aufwachen, im Auto. Überall. Und ihr fällt es leicht sich gefühlt hunderte von Liedtexten zu merken und diese wann immer Langeweile aufkommt zum Besten zu geben. Letztens im Kinderwagen erschallte plötzlich ein: „Die Räder am Kinderwagen drehen sich rum, rum, rum, durch die gaaanze Stadt!“

Kommentatorin

Immer noch wird hier wirklich alles bis ins kleinste kommentiert. Unser Abendessen hört sich manchmal son an: „Du isst Brot, Mama. Ich esse Brot, Mama. Papa isst Brot, Mama. Wir essen alle Brot!“ Ein bisschen witzig ist es schon wenn alles, was man macht kommentiert wird.

Selfie-Königin

Schnuten ziehen, Grimassen schneiden oder lachen – Alles kein Thema für das Bilderbuch-Mädchen, wenn es um das perfekte Selfie geht. Seit sie das mit ihrer Großcousine geübt hat, gehört „ein Selfie machen“ wie selbstverständlich zu ihrem Repertoire.

Kitzel-Monster

Sobald man hier mit nackten Füßen herumläuft, muss man aufpassen. Sofort kommen zwei kleine Händchen auf einen zugestürzt, um einen durchzukitzeln.

Fürsorglich

Wird irgendwo geweint, kann man sicher sein, dass das Bilderbuch-Mädchen zur Stelle ist. Trösten in drei Schritten ist dann angesagt:

Schritt 1: Es wird festgestellt: „Da weint ein Baby!“ (eigentlich egal wie alt die weinende Person wirklich ist).

Schritt 2: Traurige Person wird tröstend in den Arm genommen.

Schritt 3: Es wird beruhigend auf traurige Person eingeredet: „Alles wieder gut!“

Keine Pause für die Mama!

Mama DARF NICHT liegen! Sinke ich mal erschöpft nach einem harten Tag auf den Boden im Kinderzimmer während wir dort spielen oder wage es mich in mein Bett zu legen, während das Bilderbuch-Mädchen wach ist, erschallt ein empörtes: „Mama, nicht schlafen!“ oder „Aufstehen, Mama!“ Dann werde ich wieder hochgezogen. Wenn ich dann nicht stehe, sondern NUR sitze, höre ich ein: „Noch mehr aufstehen!“ 😉

Ich will das nicht! Oder vielleicht doch … ?

Also eigentlich will das Bilderbuch-Mädchen erst mal grundsätzlich gar nichts von dem was man ihr so vorschlägt. Im Kinderwagen spazieren fahren? „Ich will das nicht … Ich will das nicht … Ich will das nicht …“

Sitzt sie dann erst mal im Kinderwagen und es geht los, ist das Widerstreben plötzlich vergessen und es wird begeistert singend im Kinderwagen eine Spazierfahrt unternommen …

Höflichkeitsfloskeln

Des Öfteren probiert sie etwas Neues zu Essen und frage ich sie danach: „Und? Schmeckt es?“, so antwortet sie eigentlich immer: „Mhmmm, lecker!“ Aber oft schiebt sie dann den Teller nach diesem einen Bissen weg und erklärt: „Satt!“ Ähm ja … War wohl doch nicht so lecker 😉

So, das waren nun die süßen Eigenarten des Bilderbuch-Mädchens mit nun fast 23 Monaten. Mehr liebenswerte Marotten findet ihr bei Dienna. Hüpft doch mal rüber zu ihr. Vielleicht habt ihr ja auch selbst Lust bei ihrer Blogparade #Kindermacken&Co mitzumachen? Bis zum 31.08.2016 habt ihr noch Zeit 🙂

Alles liebe,

eure Nätty

San Francisco Cable Car

Wie wir einmal ohne Geld in San Francisco dastanden … (Werbung)

***WERBUNG***  (Dieser Beitrag wurde von dormando.de in Auftrag gegeben und vergütet.)

In dem Moment als ich verzweifelte und mir klar wurde, wir sitzen jetzt hier in San Francisco auf der Straße mit einem Restbudget von ca. 10 Dollar und ohne irgendeine Möglichkeit an Geld zu kommen, schoss mir schon der Gedanke durch den Kopf: „Im Nachhinein wird das bestimmt eine sehr lustige Geschichte ergeben …“ Aber wohl gemerkt erst im Nachhinein.

Unsere Amerika-Rundreise war ein Traum, den mein Mann und ich uns 2013 (noch ohne das kleine Bilderbuch-Mädchen also) erfüllten.

Ein Großteil unserer Reise lag bereits hinter uns als wir San Francisco erreichten. Wir checkten im Hotel ein, wobei klar wurde, dass irgendwas mit meiner Kreditkarte nicht stimmte (übrigens die einzige Kreditkarte, die wir im Urlaub mithatten).

Wir versuchten uns aber nicht zu viele Gedanken zu machen und zahlten erst mal das Hotel nur für eine Nacht in bar. Das Geld hatten wir gerade noch. Wir gingen abends nur noch kurz zum Strand, um dann nach einem leckeren Abendessen in unsere gemütlichen Hotelbetten zu fallen.

Der Tag darauf sollte eine schöne Erkundungs-Tour durch die Stadt werden. Eine Fahrt mit den berühmten Cable Cars wäre ja toll gewesen, oder? Wir fuhren also ohne besonders konkrete Pläne in die Innenstadt und gönnten uns dort erst mal so einen richtig fiesen amerikanischen Kaffee mit viel Sirup, Milch und Gedöns, so dass man danach eigentlich den ganzen Tag nichts mehr zu essen brauchte.

Danach versuchte ich dann am Automaten Geld abzuholen. Vielleicht hatte ja nur das Kartengerät des Hotels eine Macke gehabt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, nicht wahr?

Tja, nun, leider wurde die Hoffnung direkt zunichte gemacht. Denn was sagte mir der freundliche Geld-Roboter: Kreditkarten-Limit erreicht. Sorry, Kohle gibt es jetzt keine mehr. Von einem Moment auf den anderen bekam ich wackelige Knie und das Herz rutschte mir in die Hose …

Aber, aber, wer wird denn gleich in Panik ausbrechen? War ja eigentlich alles kein Problem. Ich hatte ja noch meine EC-Karte und die hatte ich ja natürlich fürs Ausland freigeschaltet vor der Reise! Ich klopfte mir innerlich auf die Schulter, steckte die Karte in den Automaten uuuund … Ähm ja, und nichts … Blackout. Seit fast drei Wochen hatte ich die Karte nicht benutzt und mir fiel partout meine Geheimzahl nicht mehr ein. Mein Panik-Level stieg wieder ins Unermessliche und das trug nicht dazu bei, dass ich mich besser erinnern konnte. Immerhin fielen mir später drei Zahlen des Codes ein. Ich scheiterte aber immer an der letzten Zahl. Und es kam wie es kommen musste:

Die Karte wurde gesperrt.

Mein Mann hatte seine EC-Karte nicht freigeschaltet fürs Ausland, diese Option fiel also auch flach. Wir hatten ja auch damit gerechnet, dass eine Kreditkarte, eine freigeschaltete EC-Karte und einen Teil Bargeld genug Sicherheit wären. Hätte man ja auch meinen können, oder? Wer rechnet schon mit soviel Verpeiltheit???

Naja, warum sollte man denn jetzt in Stress verfallen?

Im Zeitalter des Online-Bankings und Telefonbankings ist doch alles möglich, oder? Ich rief also meine Bank an, erklärte verzweifelt, dass wir ohne Geld in Amerika stünden, nicht wüssten, wo wir des Nachts schlafen sollten, geschweige denn, wie wir bis zu unserem Abflughafen nach L.A. kommen sollten (vielleicht hab ich auch ein bisschen geweint bei diesem Telefonat), aber gebracht hat’s nichts …. Denn ich hatte meine Telefon-Pin nicht dabei. Und ohne die kein Telefon-Banking – Logisch. Übers Online-Banking funktionierte das Erhöhen des Kreditkarten-Limits leider auch nicht. Am liebsten hätte ich mich einfach im Bett verkrochen … Unser Hotel hatte so gemütliche Boxspringbetten, kennt ihr die? Darin hätte man sich einfach in eine Traumwelt flüchten können.

Nun gut, aber Träume sind Schäume und irgendwie brauchten wir eine Lösung. Wir riefen die lieben Schwiegereltern an und erklärten, wo in unserer Wohnung sie vielleicht die Pin zu meinem Telefon-Banking finden könnten. Netterweise machten die sich sofort auf den Weg, um uns zu helfen. Leider fanden sie nur eine veraltete Nummer, die uns nichts brachte.

Hatte ich erwähnt, dass es sich um den Anfang des Pfingst-Wochenendes handelte? Sprich alle Banken in Deutschland würden in Kürze nun schön erst mal für drei bis vier Tage geschlossen sein. Aaaaaah!!!

Mein Mann blieb aber zum Glück cool und ergoogelte uns dann DIE Lösung. Hach, mein Held! Wir konnten uns nämlich selbst Bargeld schicken an eine Bank vor Ort in Amerika!

Wir fuhren zurück in unser Hotel und ich wünschte, es wäre da schon sicher gewesen, dass wir unsere Nacht auch dort in den gemütlichen Betten würden verbringen dürfen. Wir füllten online an unserem Laptop alle nötigen Formulare aus und warteten gespannt. Kurze Zeit später wurden wir informiert, dass alles geklappt hatte und wir das Geld nun bei einer Partner-Bank abholen könnten.

Dafür hatten wir aber nur noch 7 Minuten Zeit, denn dann schlossen die Banken und zwar für mindestens drei Tage …

Internet sei Dank erhielten wir schnell die Information, dass die nächste Partner-Bank direkt um die Ecke war. Es lag also nicht im Bereich des Unmöglichen es zu schaffen.

Schweißgebadet hechteten wir ins Auto. Mit quietschenden Reifen ging es los. Die Bank war innerhalb von drei Minuten erreicht.

Doch, oh Schreck, kein Parkplatz war zu finden …

Also sprang ich raus um den Rest zu regeln, während mein Mann Runden um die Bank drehte. Man, war ich aufgeregt!

Als ich in die Bank stürmte, wollte eine Bankangestellte gerade Feierabend machen und die Filiale schließen. Völlig aufgelöst und in meinem gebrochenem Englisch versuchte ich zu erklären, was los war. Und es klappte tatsächlich! Der Service war echt einmalig! Die beiden Damen, die noch vor Ort waren, waren unglaublich nett und verschoben ohne Murren ihren Feierabend für mich. Freundlich halfen sie mir beim Ausfüllen aller weiteren Formulare und waren danach selbst total gutgelaunt, weil sie meinen Tag gerettet hatten. Und das hatten sie wirklich!

Mir sind 1000 Steine vom Herzen gefallen und als ich beschwingt aus der Bank kam, konnte wohl auch mein Mann – der im Auto wartete – direkt sehen, dass alles geklappt hatte. Urlaub gerettet!

Und ihr glaubt nicht wie erleichtert ich abends im Hotel in unser Traumbett gefallen bin!

Und nun kann ich es ganz offiziell sagen, im Nachhinein ist es wirklich eine erheiternde Geschichte. Bin aber froh, dass sie ausgestanden ist 😉

Eure Nätty