Archiv für den Monat: Dezember 2015

Wenn ich das vor dem ersten Kind gewusst hätte… (Blogparade)

Auf der Seite von Rubbelmama ist derzeit eine Blogparade am Start, in der sie fragt, was wir denn so anders gemacht hätten, hätten wir gewusst, wie es ist Kinder zu haben. Da ging bei mir gleich das Gedankenkarussell los. Hier könnt ihr daran teilhaben:

Ich hätte vorgekocht. Wie oft hatte ich Hunger in der ersten Zeit mit Baby. Wie gern hätte ich mal was Gesundes, Warmes gegessen? Ich dachte immer, ich könnte kochen und essen wenn das Baby schläft … (Blöd nur, wenn das Baby nur an einem dran im Tragetuch schläft, nie besonders lang und sofort aufwacht, wenn man sich nicht genug bewegt … Und man dazu noch irre müde ist, weil man ewig nicht mehr als zwei Stunden am Stück geschlafen hat).

Ich hätte mich mehr informiert über das Stillen. Das stellte ich mir im Nachhinein betrachtet nämlich viel zu einfach vor …

Auch mit Tragemöglichkeiten hatte ich mich gar nicht beschäftigt, denn es kam mir nicht einmal in den Sinn, dass ein Baby nicht gern im Kinderwagen liegen könnte …

In meiner Freizeit hätte ich weniger gegammelt und wäre mehr meinen Hobbys nachgegangen, wie z. B. Zeichnen. Was habe ich viel Zeit für Hobbys einfach mit fernsehen oder unnötigem Haushaltskram gefüllt …

Kinobesuche hätte ich mehr genossen!

Ich hätte weniger über Mütter gelästert, die irgendwie nichts im Haushalt gebacken bekommen, obwohl sie den ganzen Tag zuhause sind.

Weniger über Mütter gelästert, bei denen die Haare ungmacht sind und die an 2 Tagen hintereinander die gleichen Klamotten anhaben …

Ich hätte nicht die Stirn über die Erzählung einer Mutter gerunzelt, die meinte, an manchen Tagen käme sie nicht mal zum duschen. Lächerlich, oder?!?

Ich hätte nicht abwertend über eine Neu-Mami gedacht, die ihrem Mann abends nach dem harten Arbeitstag das Baby in die Hand drückte, und der dann auch noch an seinem Geburtstag die Gäste selber bedienen musste, weil sie zu fertig war. Und ich mich fragte, wovon denn bloß? Die war doch den ganzen Tag nur mit einem Baby zuhause. Das Baby war grad 3 Monate alt und für diese Gedanken dürfen mich Neu-Mamas gerne hauen, wenn sie mich treffen …

Für diese Lästereien leide ich nun unter der fehlenden Anerkennung, die Mütter für ihre Arbeit von unserer Gesellschaft bekommen. Was habe ich damals über den Begriff „Familienmanagerin“ geschmunzelt. Hach, wie süß, die Muttis dürfen nun auch so tun, als hätten sie einen richtigen Job … Ihr seht, ich war eine richtige Bratsche …

Hust, als gerechte Strafe saß ich häufig mit meinem pflegeintensiven Baby, ungeduscht, unausgeschlafen, ungestylt, hungrig und vollkommen perplex über das anstrengende Leben einer Mama in meinem absolut chaotischen Wohnzimmer. Am Rande des Nervenzusammenbruchs …

Wie schon häufiger erwähnt, war ich auf das, was Eltern erwartet, einfach nicht vorbereitet. Ich frage mich heute, wie ich es nie hatte sehen können …?
Da fällt mir auch ein, was ich vor dem Kinder bekommen noch gemacht hätte: Elternblogs lesen!!! Denn da erfährt man die ganze Wahrheit.

Naja, aber egal wie überrumpelt ich war, für mich war es die richtige Entscheidung ein Kind zu bekommen. Für mich ist das Leben reicher geworden durch mein kleines Wunder. Dazu lest vielleicht hier: Familienmoment 1. Aber das muss nicht zwangsläufig für jeden das Richtige sein.

Denn die Leute, die denken, man kann sein Leben weiterleben wie zuvor, werden größtenteils enttäuscht werden. Dazu müssten sie schon ein sehr, pflegeleichtes, wenig krankheitsanfälliges Anfängerbaby bekommen, das gern aus der Flasche trinkt, sich ablegen lässt ohne zu schreien (ja, das ist nicht selbstverständlich …) keine Koliken hat, nicht fremdelt und zusätzlich müsste man mit Großeltern oder anderen tollen Babysittern gesegnet sein, die ständig abrufbereit sind und vom Kind akzeptiert werden (es sei denn das ist einem egal…). Dazu kommt noch das man sich auch selber verändert. Der Lebensabschnitt ohne Kinder ist einfach vorbei, wenn sie einmal da sind.

Außerdem sollte man gerne planen. Denn jedes mal wenn man zu zweit weg will, muss man zwangsweise vorab den Termin sehr genau planen. Außer vielleicht die Großeltern oder anderweitige Babysitter wohnen direkt im selben Haus, wissen genau, was zu tun ist und sind sofort verfügbar, weil sie schon in Rente sind, dennoch natürlich total fit sind und auch sehr gern bereit sind, ihre Freizeit mit einem schreienden zu Babys verbringen 😉

Und selbst dann, wenn alle äußeren Umstände optimal passen, kann es jedes Mal sein, dass es doch nicht klappt mit dem Weggehen, weil das Kind Zähne bekommt, Fieber hat oder sich nur durch die Mutter zum Einschlafen bringen lässt (was nicht heißt, dass es nach dem ersten Einschlafen nicht noch 4 – 400 Mal in der Nacht aufwacht …). Was ja auch irgendwie meine Vor-Eltern-Vorstellung kaputtmachte, dass man das Baby ins Bett bringt und dann einfach der Babysitter im Wohnzimmer fernsieht, bis man als Eltern aus dem Kino zurückkommt oder so …

Meine naive Vorstellung wieder auf ein Festival zu fahren für ein verlängertes Wochenende, wenn das Baby so 5 Monate alt ist, hat sich auf jeden Fall nicht erfüllen lassen. Aber ehrlich gesagt, hätte ich auch gar nicht fahren können, da ich mein Baby viel zu sehr vermisst hätte. Was noch so ein Punkt ist, den ich vor dem Elternwerden nicht bedacht hatte: Man liebt sein Kind sooo abgöttisch, dass man manche Dinge, die man sich so vorgenommen hat, einfach nicht durchziehen kann oder gar nicht mehr möchte. Auch wenn man sie gleichzeitig trotzdem ein wenig vermisst. Ganz schön schwierig zu beschreiben.

Zurück zum Thema: Ich wusste vor dem Elternsein nicht, wie viel Luxus Zeit ist, über die man komplett selbst bestimmen kann. Ich hätte meine Zeit sicherlich öfter dazu genutzt, etwas mit Freunden zu machen, die nicht um die Ecke wohnen. Oft wollte ich aber in meiner Freizeit lieber ausruhen und war zu müde für lange Ausflüge. Wenn ich damals gewusst hätte, dass ich gar keine Vorstellung davon hatte, was es bedeutet wirklich müde zu sein … Vielleicht hätte ich meinen inneren Schweinehund öfter mal überwunden und weniger Zeit auf der Couch verbracht.

Aber egal was ich hier schreibe, es werden nur Eltern nachvollziehen können. Hätte ich den Text als Nicht-Mama gelesen, hätte ich mir wahrscheinlich gedacht: „Die Mutti stellt sich an, die hat ihr Baby nicht richtig erzogen, bei mir wird das ganz anders laufen …“ Manche Dinge versteht man erst, wenn man sie selbst erlebt und selbst dann empfindet natürlich jeder bestimmte Situationen anders. So ist das einfach 🙂

Mehr Berichte zum Thema findet ihr bei Rubbelmama.

Alles Liebe,

Nätty

Familienmoment

#Familienmoment 1

Auf die „Familienmomente“-Aktion von Küstenkidsunterwegs bin ich durch Steffi vom Blog kiwimama.de aufmerksam geworden. Mir gefiel die Idee immer mittwochs von einem schönen Moment zu berichten. Ob ich das regelmäßig schaffen werde, muss ich mal schauen, aber hier gibt es schon mal einen meiner Lieblingsmomente aus der letzten Woche:

Mein schönster Familienmoment in dieser Woche war am Freitag Abend als meine Kleine und ich vor dem Schlafengehen zusammen gespielt haben. Es hat sooo viel Spaß gemach!

Ich habe momentan, (weil das Einschlafen in den letzten Tagen, in denen sie krank war, länger dauerte), eine Matratze vor ihrem Bett liegen. Da liege ich drauf und halte Händchen bis sie eingeschlafen ist.

An besagtem Freitag Abend ist sie auf jeden Fall ganz selbstverständlich auf die Matratze gestiegen, hat sich immer wieder darauf fallen lassen und dann total happy drauf herumgewälzt. Es war sooo ein schönes Gefühl zu sehen, wie gut es ihr geht und wieviel Spaß sie hat. Vor allem wenn ich an unsere erste Phase denke, in der so viel geschrien wurde wegen Koliken, wegen Reizüberflutung wegen „Nicht-Einschlafen-können“, wegen … Allem möglichem eigentlich.

Und nun ist sie so zufrieden (außer sie bekommt ihren Willen nicht, aber das ist ein anderes Thema 😉  ) so ausgelassen, so neugierig, mutig, interessiert, wissbegierig und experimentierfreudig. Sie ist ehrgeizig in allen Bereichen, ob Sprechen, ob Laufen, ob Nachahmen von Erwachsenen, sie versucht alles so unermüdlich lange, bis es klappt.

All das schoss mir durch den Kopf, wie sie so auf der Matratze herumspazierte, sich fallen ließ, selbstverständlich heruntersprang und meist auf den Füßen landete. Und wenn nicht? Dann konnte sie sich immer super abfangen.

Da ist man schon stolz als Mama, wenn man sieht was die Kleine so alles gelernt hat in den letzten 15 Monaten. Vom hilflosen rosigen (naja, in unserem Fall eher gelblichen) Bündelchen zum kleinen Weltenentdecker! Diese Gedanken machten mich so unendlich glücklich! Ein perfekter Glücksmoment! Und während ich den so genoss, kletterte die Maus auf die Matratze, schrie „Waaah!“, landete mit einem Hechtsprung auf mir und freute sich riesig über mein überraschtes Gesicht. Wir käbbelten noch ein bisschen und dann wurde noch kurz gekuschelt. Zum krönenden Abschluss. Wie schön das Leben doch ist mit so einem Knirps!

15 Monate ist ein wirklich tolles Alter! Ich liebe es, wie ihre Augen strahlen, wenn sie Spaß hat und wie sie mit mir interagiert. Es ist so toll jetzt richtig spielen und rumalbern zu können. Und die erste Konversation zu führen. Alles unbeschreiblich schön!

Und dieser Moment war es, in dem ich dachte: „Oh, nein, diese tolle Zeit geht viel zu schnell vorbei!“ Das hatte ich zuvor noch nie gedacht.

Jeder sagte mir: „Du musst die Baby-Zeit genießen. Die geht viel zu schnell vorbei!“ und ich hatte immer nur gedacht: „Na, Gott sei Dank, dann kann die Maus bald endlich sitzen, mit vom Tisch essen, krabbeln, laufen, sprechen …“

Tja, und nun bin ich soweit. Nun, sag ich`s auch ein bisschen wehmütig: „Wo, ist nur die Zeit geblieben? Lass das alles doch etwas langsamer vorbeigehen …“ 

Aber Dank der tollen „Familienmomente“-Aktion von Küstenkidsunterwegs werden viele dieser tollen Lebensphasen und Momente unvergesslich bleiben. Wollt ihr mehr Familien-Momente? Dann hüpft doch kurz rüber zu ihr 🙂

Stoff-Enten

Ich oute mich als Klammer-Mama …

Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber ich bin eine Klammer-Mama …

Auch wenn ich sehr oft darüber jammere, dass ich so wenig Zeit für mich habe, das ändert nichts daran, dass mir die Trennung von meiner Kleinen immer sehr sehr schwer fällt.

Ich musste das von Anfang an in kleinen Mini-Schritten lernen.

Schritt 1: Zahnarzttermin
Das allererste Mal, dass wir getrennt waren, war einige Wochen nach der Geburt. Ich kann nicht mehr genau sagen, wie lange danach. Ich hatte einen Zahnarzttermin und mein Mann kümmerte sich um die Kleine.
Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll, aber als ich aus dem Haus ging, war es ein Gefühl, als würde etwas fehlen. Als wäre ein Teil von mir, der nun einfach zu mir gehörte, nicht dabei. Das war richtig heftig für mich. Denn ich muss dazu sagen, ich hatte mich tatsächlich auf diesen Abstand gefreut. Als Neu-Mama war ich nämlich nicht auf die krasse Lebensumstellung vorbereitet gewesen. Darauf, dass man für eine gewisse Zeit gefühlt kein Individuum mehr ist, sondern auf eine Art nur noch für dieses neue, kleine Menschlein lebte. Mir zumindest kam es vor, als wären wir eine Person … Und ich brauchte eine Auszeit! Einfach nur Ich-sein. Und wenn das nur bedeutete, dass ich allein zum Zahnarzt ging. Freiheit! Das zumindest hatte ich gedacht, aber als ich dann unterwegs war, vermisste ich mein kleines Herz so schmerzlich, wie ich es mir nie hätte vorstellen können … Dabei war ich nur eine Stunde unterwegs und mein Mann hat sich natürlich super um unsere Kleine gekümmert.
Naja, was soll ich sagen: es folgten weitere Zahnarzttermine und ich hab die Trennungen alle überlebt 😉

Schritt 2: Ein Essen mit Kolleginnen
Ich war wie in Trance, als ich das Haus verließ. Auch dieses mal hatte ich sehr darauf hingefiebert, dass ich endlich mal wieder etwas alleine unternehmen konnte. Doch auch dieses mal konnte ich es nicht wirklich genießen. Ich kam mir vor, als gehöre ich gar nicht in die normale Welt, sondern käme aus einer Parallel-Welt, in der es nur um Stillen, Wickeln und „Baby-zum-Schlafen-zubekommen“ ging. Durch den Schlafmangel war ich eh in den ersten Monaten leicht durch den Wind, dazu ein Beispiel: Ich kochte Erbsen, vergaß aber Wasser in den Topf zu füllen. Ich sag nur, jetzt haben wir einen Topf weniger ;))

Etwas konfus kam ich also im Restaurant an und war froh, dass ich keine Milchflecken auf der Kleidung hatte. Viel mehr Style konnte man von mir grad nicht erwarten. Ich freute mich riesig meine Kolleginnen zu sehen, aber so richtig konnte ich mich nicht auf die Gespräche konzentrieren. Ständig dachte ich, was wenn die Kleine Hunger bekommt und das Fläschchen nicht nimmt? Was, wenn sie nur schreit … ? Was …? Und dann, oh Schreck, fiel mir auf, ich hatte keinen Handy-Empfang im Restaurant. Sofort stürmte ich nach draußen, schrieb meinem Mann, die Nummer des Restaurants und war ab da noch unruhiger. Ich scharrte regelrecht mit den Hufen. Bezahlte so schnell es ging, verabschiedete mich kurz bei meinen Freundinnen aus der anderen Welt und rannte zurück nachhause. Ähm ja, ihr habt richtig gelesen … Rannte …

Schritt 3: Spaziergang mit den Schwiegereltern
Auch hier kann ich nicht mehr genau sagen, wie alt unsere Kleine da war, vielleicht sechs Monate? Irgendwie war es von vorneherein zum Scheitern verurteilt, denn sie hasste Kinderwagen (wollte ja irgendwie keiner so richtig glauben „Alle Babys fahren doch gern im Kinderwagen/Auto …“ Nun ja, unseres halt nicht, zumindest in den ersten Monaten …). Was soll ich sagen? Nach zehn Minuten waren Schwiegereltern schweißgebadet mit schreiendem Baby zurück und ich war sooo froh meine Kleine wieder zu haben. Vielleicht, aber nur ganz vielleicht hatte ich sogar etwas geweint … Denn es war das erste Mal das die Kleine weder bei mir noch bei meinem Mann war …

Schritt 4: Allein bei meinen Eltern
Das erste Mal alleine mit meinen Eltern war die Kleine mit 8 Monaten. Wir waren im Familien-Urlaub und hatten alle Appartments in derselben Anlage. Das war super praktisch. Einmal war die Kleine bei meinen Eltern und wir haben in Ruhe gefrühstückt und einmal waren wir essen. Nur mein Mann und ich. War voll ungewohnt, aber richtig schön und ich konnte es sehr genießen. Und danach klappte es zuhause dann auch, dass Schwiegermama allein mit der Kleinen spazieren ging. Mit Vollendetem 9. Monat war auch die Fremdelphase glücklicherweise vorbei und der Buggy war und ist nun sehr beliebt bei der Maus.

Schritt 5: Die Eingewöhnung bei der Tagesmutter
Die hat richtig super geklappt (Siehe: Erste Schritte in die große, weite Welt).  Kurz zuvor erschien mir der Gedanke, die Kleine 24 Stunden in der Woche abzugeben, ziemlich unerträglich. Aber nach der tollen Eingewöhnung fühle ich mich jetzt richtig gut mit der Entscheidung wieder arbeiten zu gehen. Allerdings bin ich froh, dass es für mich möglich ist in Teilzeit zu arbeiten, denn eine längere Trennung würde ich dann wahrscheinlich doch nicht aushalten … Auch wenn ich oft jammere, wie anstrengend es ist ein Kleinkind in der Trotzphase zu betreuen 😉

Schritt 6: Einen Babysitter mit meiner Kleinen spazieren gehen lassen
Puh … Das erschien mir auch lange unvorstellbar. Und nur ganz zufällig hat es sich ergeben, dass meine Kleine heute mit 15 Monaten das erste Mal mit einer Babysitterin unterwegs war.
Da ich in den ersten Monaten mit Baby selten zum gründlichen putzen kam und mein Mann und ich uns einig waren, dass das nicht besser würde, wenn ich wieder arbeiten ginge, stellten wir eine Putzhilfe ein. Diese war zufällig Mutter von Zwillingen und verstand sich auf Anhieb glänzend mit dem Töchterlein. Selbst in der Fremdelphase, war die Kleine ihr gegenüber sehr offen. Seit August kennen wir uns nun und haben uns auf Anhieb gut verstanden.
Irgendwann schaffte ich nach und nach doch wieder mehr im Haushalt, als die Kleine sich etwas besser beschäftigen konnte oder mir „helfen“ konnte. Ab da fand ich es praktischer, dass unsere Putzhilfe aufs Töchterlein aufpasste, während ich Sachen im Haushalt machte, die mit Kleinkind nicht so schnell zu erledigen sind. Die Kleine war begeistert und lachte super viel beim Spielen. Es war schön den beiden zuzuhören. Ich hatte das Gefühl, dass beide richtig Spaß hatten. Das bewog mich dazu, ja zu sagen, als meine – nun – Babysitterin mich fragte, ob sie heute mit der Kleinen spazieren gehen könne. Trotzdem war es ein komisches Gefühl, die beiden gehen zu sehen. Der Klammer-Mama in mir ist es schwer gefallen.

Und die Kleine? Hat mir fröhlich gewunken zum Abschied und mich nach einer Stunde genauso fröhlich wieder in die Arme geschlossen.

Oh man, sie werden so schnell groß …

Und dieses Wochenende folgt Schritt 7:
Ich werde das erste mal woanders übernachten ohne die Kleine. Ich bin so aufgeregt!
Wie das gelaufen ist, werde ich euch dann demnächst hier berichten 😉

Eure Nätty

Engel

Blogger-Adventsgeschichte – Teil 13 „Jeder Zauber hat seinen Preis …“

Das vorherige Kapitel „Der verwunschene Wald“ findet ihr auf der Seite welovefamily.at

„Jeder Zauber hat seinen Preis …“

„Frida! Kommst du wohl her!“ Eine herrische Stimme hallt durch den Wald.

Frida zuckt zusammen. Uih, sie hatte gewusst, dass das Ärger geben würde. Sie war gerade dabei gewesen den hübschen Baum, den Bjarne Bär, der Fuchs und Lisbeth mitgebracht hatten, mit etwas goldenem Engelsglanz-Zauper-Pulver zu verzieren. „Warum muss sie mich ausgerechnet jetzt finden,“ denkt Frida. „Nun darf ich bestimmt nicht mit den Tieren Weihnachten feiern … So was Blödes …“

Traurig tappst Frida ihrer Mutter entgegen, die ungeduldig vor der Höhle der Tiere steht. Zum Glück sehen die Tiere sie jetzt nicht, weil alle unterwegs sind, um Futter zu suchen. Außer den Igeln, aber die schlafen ja mal wieder tief und fest …

„Frida, nun guck nicht so traurig!“ fordert ihre Mutter sie auf. „Du weißt doch genau, dass es verboten ist, Schutzengel-Magie für Dinge einzusetzen, die nicht so wichtig sind. Was hast du dir dabei gedacht, einfach so Zündhölzer herbeizuzaubern?“

„Ich wollte doch nur den Tieren helfen, damit ich bei ihrem Fest mitmachen darf,“ murmelt Frida.

„Erstens, ist es unsere Aufgabe auf die Menschen aufzupassen und nicht auf die Tiere … und zweitens hat jeder Zauber seinen Preis. Nun hoffen wir mal, dass deine kleine Zauberei keine großen Konsequenzen hat … Und hast den Tieren etwa auch noch verraten, dass du ein Engel bist?“

„Nein, Mama. Natürlich nicht!“, beteuert Frida.

„Wenigstens daran hast du gedacht, dass keiner von uns wissen soll. Kind, mit dir komm ich noch in Teufels Küche …“

„Aber da dürfen wir doch nicht hin!“, ruft Frida empört aus.

„Das sagt man doch nur so. Und jetzt komm, wir müssen …“

Plötzlich unterbricht ein lautes Poltern Fridas Mutter.

Frida_Mutter_Engel

 

HILFE! Helft mir doch!“

„Mama, schnell!“, ruft Frida und ehe die Mutter reagieren kann, rennt das kleine Engelchen schon los. Die Strickjacke rutscht ihr von den Schultern und entblößt ihre Flügel. Ohne Nachzudenken beginnt Frida mit ihren Schwingen zu flattern und erhebt sich in die Lüfte.

Hilfe!“, schallt es wieder durch den Wald. Es ist ein piepsiges, verängstigtes Stimmchen. Doch Frida sieht niemanden auf dem Waldboden … bis sie über einen kleinen Hügel hinwegfliegt.

Frida_Mutter_Engel3

 

 

Da entdeckt Frida Frau Maus, die panisch vor einer schwarzen Katze flieht. Im Sturzflug lässt Frida sich herab und erreicht gerade noch rechtzeitig die kleine zitternde Maus.

„Gerettet. Du hast mich gerettet! Danke! Oh vielen Dank!“ piepst Frau Maus erleichtert, während Frida wieder vor der Höhle der Tiere landet.

„Gern geschehen!“, bringt Frida außer Atem hervor.

„Ich war nochmal beim Haus des Försters und wollte nachschauen, ob die Frau wieder etwas Leckeres in die Tonne geschmissen hat, das wir für unser Fest gebrauchen könnten, aber da hörte ich sie plötzlich sagen, dass sie neue Zündhölzer kaufen müsse, da ihre verschwunden seien und sie doch so gern die Kerzen an irgendeinem Kranz anzünden wolle … Und zack ging die Tür auf und die Katze stürmte noch vor der Försters-Frau hinaus. Direkt auf mich zu. Ich hatte Todesangst!!!“

„Oh …“, entfährt es Frida …

„Da siehst du, wohin deine Zauberei führt …“ schimpft Fridas Mama, die mittlerweile auch wieder an der Höhle angekommen ist. „Hättest du die Streichhölzer nicht hergezaubert, wären die von Frau Förster nicht verschwunden und die Katze wäre nicht aus dem Haus gekommen. Siehst du? Ich verbiete Dinge nicht, um dich zu ärgern, sondern weil manche Regeln einfach wichtig sind, damit die Welt nicht aus den Fugen gerät!“

„Zaubern … Du kannst zaubern? Und fliegen kannst du ja auch. Oh, bist du etwa ein Engel?!“, Frau Maus bekommt vor Aufregung kaum noch Luft und starrt Frida ungeniert an. Doch die beachtet das kleine Tierchen gar nicht, denn sie will ganz dringend ihre Mutter davon überzeugen noch etwas für die Tiere zu tun.

„Ach, Mama. Es tut mir Leid … Ich werde in nächster Zeit bestimmt nicht mehr zaubern … Großes Engels-Ehrenwort! Aber können wir nicht doch noch etwas zum Fest der Tiere beisteuern? Ich weiß, eigentlich sind wir nur für die Menschen zuständig, aber die Tiere brauchen uns doch. Die Menschen hier haben es so gut, die leben in ihren warmen Häusern haben genug Essen und die armen Tiere müssen frieren und wissen nicht, ob sie genug zu fressen haben werden für ihr Fest. Das ist so ungerecht!! Bitte lass mich ihnen doch helfen!“

Frida_Mutter_Engel4

Die Mutter schaut ihr Töchterchen an. Da steht ihre kleine Frida mit den goldenen Löckchen und dem zielstrebigen, leicht trotzigem Gesichtsausdruck. Ja, die Kleine weiß was sie will und sie will Gutes tun. Warum sollte man ihr das verbieten?

„Na gut, wenn du helfen möchtest, habe ich eine Idee: Lass uns zusammen in der Weihnachtsbäckerei Lebkuchen für deine Freunde backen. Dann haben sie beim Fest genug zu naschen!“

„Ohja, das ist toll! Das machen wir!“

„Ihr seid echte Engel!“ Frau Maus ist vollkommen verdattert, erst der Schreck mit der Katze und nun das!? Das wird ihr doch keiner glauben …

„Ohje, was machen wir denn jetzt mit Frau Maus?“, fragt Frida.

„Wir sollten etwas singen. Zu Weihnachten gehört einfach Musik!“, lächelt Fridas Mutter mit einem Augenzwinkern.

„Ja, stimmt!“ Frida klatscht in die Hände und legt los. „Oh du Fröhliche …“ Ihre Stimme ist so klar und lieblich, dass Frau Maus sich sofort beruhigt und sich andächtig lauschend hinsetzt.

Die weichen Töne umschmeicheln ihre Sinne und tragen sie ganz sachte ins Land der Träume.

„Sie ist eingeschlafen und wird beim Aufwachen alles vergessen haben, also schnell, lass uns zur Weihnachtsbäckerei fliegen,“ flüstert Fridas Mutter.

„Aber wenn die Katze zurückkommt …“ gibt das kleine Engelchen zu bedenken.

„Mach dir keine Sorgen, schau wer da kommt!“

Frida sieht sich um. Ah, da kommt der alte Dachs herangestapft.

„Na, gut, wenn der Dachs jetzt da ist, kann er auf sie aufpassen. Dann können wir los. Das wird eine tolle Überraschung!“, freut sich Frida und fliegt mit ihrer Mutter davon.

„Frau Maus. Frau Maus! Ist alles in Ordnung mit Ihnen?“, der Dachs rüttelt vorsichtig an der Schulter des kleinen Wesens bis es langsam die Augen öffnet.

„Wo bin ich? Was ist passiert? Ich wollte zum Haus des Försters, ab da weiß ich nichts mehr …“

„Ich kann leider auch nicht mehr sagen, ich habe Sie hier schlafend gefunden … Zum Glück geht es Ihnen gut. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht. Ich hatte von einer Amsel gehört, dass Eika und Sie mich suchen wollten, aber da Sie nicht angekommen sind, hab ich mich auf dem Weg zu Ihnen gemacht …“

„Das ist lieb von Ihnen, Dachs!“ sagt die Maus. „Huch, mir ist immer noch etwas schummrig …“

„Warten Sie, Frau Maus. Ich helfe Ihnen,“ sagt der Dachs und bietet seine Pfote an.

„Danke! Was die Amsel gesagt hat, stimmt. Wir waren auf dem Weg zu Ihnen, weil wir viele Fragen an Sie haben und Sie zu unserem Futterfest einladen wollten, aber Ihr alter Dachsbau war leer … Wir dachten schon, wir müssten ohne Sie feiern …“

„Oh, ich bin im Frühjahr umgezogen … Neben meinem alten Dachsbau – in der Eiche – hat sich eine Spatzen-Familie eingenistet und die sind ja so laut. Frau Maus, Sie wissen ja gar nicht, was so kleine Spatzen-Kinder für einen Krach machen … In meinem Alter braucht man seine Ruhe! So, jetzt bin ich aber mal gespannt auf eure Fragen.“

Das nächste Kapitel gibt es ab dem 14.12 bei tollabea

Und wer die Geschichte komplett nachlesen möchte, findet hier alle bisher veröffentlichten Links: Zur Kapitelübersicht inklusive Linkliste.

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt ein Kind zu bekommen?

Es gibt sie bestimmt, diese Menschen, die es gar nicht erwarten können Kinder zu bekommen. Endlich eine Familie zu gründen!
Bei mir war es nie so. Ich wusste nur: Ja, ich möchte auf jeden Fall Kinder haben. Irgendwann. Ein sehr schwammiges irgendwann …

Mir schien nie der richtige Zeitpunkt zu sein. Nach dem Fachabi war ganz klar eine Ausbildung wichtiger. Sehr vernünftig! Danach musste erst mal Berufserfahrung gesammelt werden. Auch klar … Dann fiel mir auf, das mir der erlernte Beruf gar keinen Spaß machte, also begann ich nochmal von vorn: Meine neue Ausbildung begann ich mit Mitte 20. Und danach ging das Spiel mit der Berufserfahrung wieder los 😉 Also passte es wieder nicht, aber gestört hat mich das kein bisschen. Ich fühlte mich nicht bereit für Kinder.

Es ging auf die 30 zu und ich erinnerte mich: Moment mal, als du jünger warst waren dir alle Frauen suspekt die erst so spät Kinder bekommen haben … Du wolltest immer spätestens mit 28 loslegen. Und überhaupt, wenn es nicht gleich klappen sollte …, allein aus dem Grund sollte man doch nicht zu spät anfangen, oder?

Nun ja, irgendwann würden wir schon loslegen, aber erst wollten wir noch was von der Welt sehen! Wenigstens einmal einen anderen Kontinent betreten haben. Also ging es erst mal nach Amerika. Und das war so eine tolle Reise, die mein Fernweh in keinster Weise stillen konnte, sondern nur noch vergrößerte … Es war wirklich ein besonderer Roadtrip für uns. Ich werde dieses Abenteuer-Gefühl nie vergessen. Alles selbst geplant. Hotels / Motels immer nur sehr kurzfrisitg vorher gebucht. Einfach toll! So schön, dass ich euch ein paar Impressionen zeigen möchte 🙂  Hach, bei den Bildern könnt ich direkt wieder in den Flieger steigen!

Aber zurück zum Thema 😉 Mittlerweile war ich 30 und hatte wirklich Panik, dass es nicht so schnell klappt mit dem Kinderkriegen, wie man sich das vorstellt. Biologische Uhr und so …

So richtig bereit fühlte ich mich aber immer noch nicht … Ich fuhr gerne auf Festivals, war frisch angefixt mit Fernreisen und liebte meine Gammeltag-Wochenenden, die mit Kindern wohl endgültig Geschichte sein würden. Außerdem erschien mir das Mutter-Leben ziemlich öde. Die Neu-Mamas in unserem Freundeskreis tranken auf Parties nichts mehr, redeten irgendwie nur noch über Baby-Kram und verabschiedeten sich früh, wenn sie denn überhaupt kamen.

Mit Bildern von neugeborenen Babys wurde ich auch nie so richtig warm. Süß? Es war mir schleierhaft wie diese runzeligen Wesen einem ein verzücktes Grinsen ins Gesicht zaubern konnten. Da schaute ich mir lieber Hundewelpen an. Also eigentlich fand ich alle Tierbabys süßer als den haarlosen menschlichen Nachwuchs …

Dennoch legten wir dann los mit der Familienplanung. Schließlich wollte wir doch Kinder … Irgendwann.

Und was soll ich sagen? Es klappte relativ schnell und obwohl ich nie das Gefühl hatte, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, war es die beste Entscheidung meines Lebens!

Babys (menschliche und vor allem meins) können mir innerhalb von Sekunden dieses verzückte, weltentrückte Lächeln auf’s Gesicht zaubern. Ich kann stundenlang über Babys reden, mir Bilder und Videos anschauen und vermisse Partys kein Stück. Was ich vermisse, könnt ihr hier nachlesen: Was ich manchmal vermisse.

Ich bin so froh, dass wir das Kinder bekommen nicht noch länger vor uns hergeschoben haben. Es ist unglaublich wieviel Liebe man für so ein kleines Wunder empfinden kann. Warum weiß man nur vorher nicht, wie glücklich einen ein Kind machen kann? Gesagt wurde es mir vorher schon mal. Klar. Aber so richtig verstehen und fühlen konnte ich es erst, als ich Mama wurde. Sogar während der Schwangerschaft war ich manchmal unsicher, ob ich schon bereit dafür war Mama zu werden.

Eigentlich hätte ich nach meinen Erfahrungen bis vor kurzem jedem Unschlüssigem geraten, den Schritt zu wagen. Da es sich für mich als das Tollste auf der Welt herausstellte. Doch so uneingeschränkt kann ich das jetzt nicht mehr empfehlen. Denn ich habe auch andere Meinungen gehört. Es gibt auch Menschen, die es bereuen Kinder bekommen zu haben, die ihre Kinder dennoch lieben, aber ihr altes Leben sehr vermissen. Daher kann man wohl niemandem einen Rat geben, wenn es um diesen wichtigen Schritt geht. Ich kann nur für mich sagen, ich war irgendwie nie bereit und doch, als es soweit war, fühlte es sich richtig an. Im Nachhinein betrachtet war es sogar genau der richtige Zeitpunkt. Party hatte ich genug gemacht, wenigstens einmal war ich in Amerika gewesen, beruflich war alles gefestigt. Was wollte ich damals eigentlich mehr? Ich kann es gar nicht mehr sagen. Manchmal fehlt einem einfach der Mut zum Absprung in einen neuen Lebensabschnitt. Ich bin froh, dass wir den Sprung gewagt haben 🙂

Eure Nätty

Puppe, Kissen, Schnuller

Pass auf mit dem was du dir wünschst …

… es könnte in Erfüllung gehen.

In den letzten Tagen war es etwas stiller hier auf dem Blog. Vielleicht hat es der ein oder andere bemerkt. Nun, lasst mich erzählen, wie es dazu kam.

Alles fing damit an, dass ein langgehegter Wunsch von mir in Erfüllung ging. Und zwar erlebte ich einen perfekten Morgen! Ja, ich möchte sagen einem verzauberten Morgen!

Die Kleine schlief lange genug, so dass ich in Ruhe vor der Arbeit duschen und mich fertig machen konnte. Sie ließ sich widerstandslos wickeln und anziehen. Beim Jacke und Schuhe anziehen kooperierte sie und half sogar mit, anstatt wie sonst: „Ne!“ zu rufen und wegzurennen.

Zur Krönung des Zauber-Morgens lief sie friedlich neben mir zum Auto und ließ sich anstandslos in ihren Kindersitz setzen und anschnallen. Spätestens da hätte mich ein ungutes Gefühl befallen müssen. Und richtig: Es handelte sich hier um einen faulen Zauber … Der fehlende Widerstand war nämlich nur ein Vorbote der sich nun anbahnenden Krankheitsphase

Dienstag wurde tagsüber klar, die Kleine hat mal wieder eine Bronchitis. Abends wurde sie auch super schnell müde, hatte leicht erhöhte Temperatur und schlief gegen 18:30 innerhalb von fünf Minuten in ihrem Bett ein. Und das hatte in letzter Zeit immer viel, viel, viel länger gedauert …

„Gut“, dachte ich, „dann hat sie ihren Schlaf wohl nötig.“

Leider wachte sie nach dem Einschlafen immer wieder zwischendurch mit Hustenanfällen auf. So auch gegen 23:00 Uhr. Sie schrie ganz panisch und hustete heftig. Ich konnte sie nochmal beruhigen. Machte mir aber Sorgen, da sie sich Mittags bei einem Trinkversuch aus einem Becher sehr verschluckt hatte … Was wenn sie nun Wasser in der Lunge hatte und daher so japsend hustete? Ja, Frau Google in mir hatte schon wieder die abenteuerlichsten Geschichten rausgekramt was das anging …

Die Kleine glühte nun richtig. Sie hatte hohes Fieber bekommen. Mit einem Zäpfchen sank es erst mal wieder und mein Mann und ich konnten die Kleine nochmals beruhigen und sie wieder zum Schlafen bringen.

Gegen 1:00 Uhr ging dann nichts mehr. Die Kleine hustete, japste nach Luft, hörte nicht mehr auf zu schreien, bekam natürlich noch weniger Luft und ich bekam Panik … Bestimmt eine halbe Stunde war kein Ende des Husten- / Schreikrampfs in Sicht. Also verbrachten wir die Nacht im Krankenhaus in der Notfall-Ambulanz. Die Kleine wurde gründlich untersucht (zu meiner Erleichterung kein Wasser in der Lunge), wir inhalierten, bekamen ein Asthma-Spray verschrieben, um zukünftig gerüstet zu sein und um es während der Bronchitis regelmäßig zu verabreichen.

Am Mittwoch, den ich zuhause mit der Kleinen verbrachte, war ich vollkommen gerädert. Nach nur 3 Stunden Schlaf in der vorherigen turbulenten Nacht und einem schlappen 10 Kilo-Bündelchen nonstop an mir dran, war mein Rücken eine einzige Baustelle. Zudem war ich nun auch selbst erkältet und meine Arme fielen vor Muskelkater fast ab. Wenn die Kinder Fieber haben, merkt man erst mal wie sie einem sonst beim Tragen helfen, indem sie sich festklammern.

© Lucie Kärcher / PIXELIO zu finden auf www.pixelio.de*

© Lucie Kärcher / PIXELIO zu finden auf www.pixelio.de*

Trance-artig verging der Tag. Die Kleine schlief viel. Das Fieber sank nur, wenn ich ihr ein Zäpfchen gab. So schlapp und teilnahmslos hab ich meinen kleinen Engel selten erlebt. Ähm, eigentlich noch nie. Und so anhänglich und kuschel-bedürftig zu sein, ist sonst gar nicht so ihr Ding. Sobald ich sie auf dem Arm hatte, war sie auch schon fast eingeschlafen.

Der Donnerstag verlief ähnlich. Selber leicht angeschlagen hab ich oft gedacht: „Ich kann nicht mehr!“ Aber irgendwie kann man ja doch immer als Mama bzw. man muss. Ausruhen, nur weil man krank ist? Geht halt nicht. Was war ich in den letzten Tagen immer froh, wenn mein Mann abends zuhause war und mir helfen konnte.

Da die Kleine nun tagsüber viel geschlafen hatte, war das Einschlafen am Abend dann wieder ein Kampf … Über eine Stunde dauerte es bis sie im Land der Träume war. Und dann konnte ich endlich ausruhen, äh nein, Moment, musste ja noch was für die Arbeit machen … Aber daaaaann, so gegen 24:00 Uhr hieß es endlich auch: „Heia!“ für die Mama. Juchhu!!!

Freitag morgen ging es erst mal ab zum Arzt zur Kontrolle. Und siehe da, die Kleine hatte das „3-Tage-Fieber“ zusätzlich zur Bronchitis (hatte ich erwähnt, dass sie auch gerade Zähne bekommt?). Eine Traumwoche … Hust …

Seit gestern ist die Kleine aber definitiv auf dem Weg der Besserung. Ihr eigener Kopf ist wieder voll da. Alles was Mama macht und von ihr will ist natürlich doof und alles was man nicht darf ist mega-spannend!

Trotzige Wutanfälle, Wegrennen, bei jeder Frage mit „Ne!“ antworten, so kennen wir sie doch!

Die Zauber-Morgende sind wohl vorbei, aber da jeder Zauber seinen Preis hat, darf das auch gern so bleiben 😉 So schnell werde ich mir nicht mehr wünsche, dass alles perfekt läuft …

Und ein bisschen hab ich es ja schon vermisst, mein kleines Trotzköpfchen 🙂

*Gekennzeichnetes Bild (schlafendes Baby) von www.pixelio.de