Archiv für den Monat: Oktober 2015

Baby witzig angezogen

Die neue „Kollektion“

Manchmal passiert es einfach: Nichts, was sauber ist passt zusammen … Unsere Kleinen sehen dann aus, als hätte man die Klamotten ähnlich wie bei dem 80iger-Jahre-Spiel „Monster-Mix“ zusammengewürfelt … In Stars and Stripes and Blümchen könnt ihr nachlesen, wie es bei uns das letzte Mal zu so einem Monster-Mix-Outfit kam 😉

Erkenntnis des Tages: Wieder mal zum Thema „Essen“

Als ich das erste mal Brokkoli für meine Kleine gekocht habe, wurde der ratz-fatz verdrückt. Ich dachte also in meiner Erstlings-Mama-Naivität: „Super! Brokkoli, mag sie!“
Frohen Mutes servierte ich am nächsten Tag nochmals Brokkoli. Madame untersuchte das Gemüse, als hätte sie es noch nie zuvor gesehen. Berührte das grüne Zeug mit den Lippen, spuckte es wieder aus und sagte sehr entschlossen: „Ne!“
Und ihr Blick sprach Bände … Mama, was soll das denn sein? Willst du mich vergiften? (Nur zur Info: Kieselsteine, Erde und vertrocknete Kellerasseln würde sie sich ohne mit der Wimper zu zucken einverleiben …)

Nun ja, wieder was dazu gelernt:

„Nur weil Brokkoli einmal geschmeckt hat, heißt das nicht, dass er beim nächsten Essen wieder schmeckt (gilt für Bananen, Nudeln, … ach eigentlich für alle Lebensmittel …)“

„Schläft sie denn jetzt im eigenen Bett?“

oder: Gedanken zum Thema „Baby’s Schlaf“

Vorgestern war es soweit. Unsere kleine Maus ist in ihr eigenes Bett im eigenen Zimmer umgezogen. Dass sie ihren Mittagsschlaf im eigenen Bett macht und wie wir das ganz ohne „Schreien lassen“ geschafft haben, habe ich ja bereits im Projetk „Mittagsschlaf“ beschrieben.

Nun also zum Thema „Nachtschlaf“:
Seit ihrer Geburt seit sie nachts schläft, schlief sie bei uns im Familienbett. Bevor ich Mama wurde, habe ich immer gesagt: „Nein! Das mach ich auf keinen Fall! Das Baby hat im eigenen Bett zu schlafen!“ Ganz schön herzlos … im Nachhinein betrachtet …

Dann war die Kleine da und das einzige was mich davon abhielt, sie sofort in unserem Bett schlafen zu lassen, war meine Angst sie im Schlaf zu überrollen. Wir versuchten sie also immer in ihrem Beistell-Bettchen zum Schlafen zu bekommen.

Es stellte sich aber heraus, dass unsere Kleine gaaaanz viel Nähe brauchte, jedes Ablegen, war ein Grund für einen heftigen Weinkrampf. Irgendwann war ich einfach nur froh, wenn sie überhaupt irgendwo geschlafen hat, denn das war auch alles was ich wollte: Schlafen.

Ich habe bestimmt drei Schlaf-Ratgeber gekauft in der Zeit, weil ich dachte, mit dem Schlaf meines Babys stimmt doch was nicht … (Wer Geld verdienen will, sollte dringend einen schreiben, verzweifelte Eltern kaufen vieles 😉  …) Es wird einem von außen ja auch immer suggeriert, dass es ganz normal ist, dass Babys im eigenen Bett schlafen. Da kann man als Erstlings-Mama schon mal an sich zweifeln, wenn das kleine, rosige Bündelchen sein Bett einfach verweigert und ganz panisch reagiert, wenn es dort hineingelegt wird.

Es wurde also stundenlang geschuckelt, gepuckt, „Sch“-Laute gemacht, in den Schlaf gestillt und  „White-Noise“ lief sowieso auf Dauerschleife, um unsere Kleine ins Land der Träume zu begleiten.
Irgendwann hat es sich dann so eingependelt, dass wir das ganze Gedöns nicht mehr brauchten. Es reichte unsere Nähe während des Einschlafens und das Schlafen im Familienbett.
Und das war richtig schön! Ich denke, wenn alle Parteien damit am gut klar kommen, was spricht denn dagegen? Ich habe das Gefühl, in den westlichen Ländern ist das aber einfach verpönt. Warum auch immer …

Dabei ist es doch eher widernatürlich seinen Säugling nicht bei sich schlafen zu lassen. Aber das wurde mir auch erst klar, als unsere Kleine da war. Zu tief saß die Erziehung, dass Babys so früh wie möglich alleine schlafen lernen müssten. Ja, wo kämen wir da nur hin, wenn wir alle unsere Babys im Familienbett schlafen ließen … Wie die Hippies …
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass eine Hawaiianerin eine deutsche Touristin gefragt hat, ob es denn wahr sei, dass in Deutschland, die Säuglinge nachts in Käfige gesperrt werden. Hm, irgendwie schon … Eigentlich traurig.

Die Lieblingsfrage aller Bekannten war ja anfangs immer: „Schläft sie denn schon durch?“
Das haben wir relativ früh mit „Ja.“ beantworten können. (Es dauerte zwar stundenlang bis die Kleine schlief, aber wenn sie dann mal eingeschlafen war, hatten wir Glück und sie schlief direkt ein paar Stunden am Stück.)

Dann kam direkt die nächste Frage: „Und schläft sie denn jetzt im eigenen Bett?“
Was wurden wir das oft gefragt …
Auf unser „Nein.“ hin, ernteten wir immer diese: „Ohje …“-Blicke.

Wir hörten daraufhin die alte Leier vom Verwöhnen (ich weiß gar nicht woher diese Angst vor dem Verwöhnen kommt, aber es müssen schlimme Dinge passieren, wenn man nicht aufpasst und sein Baby verwöhnt …). Wir bekamen Tipps von „Einfach mal Schreien lassen“ bis „Vor dem Schlafen gut mit Brei abfüllen.“

Und dann der unvermeidbare Spezialisten-Kommentar:
„Die kriegt ihr aber nie wieder aus eurem Bett raus!“
Jeder kannte irgendwen, der jemanden kannte, bei dem die Kinder mit 6 Jahren immer noch nicht im eigenen Bett schliefen. So! Und jetzt waren wir dran.

Als unsere Kleine acht Monate alt war, machten wir einmal einen Versuch sie in ihr eigenes Zimmer umzuziehen. Sie hat so panisch geschrien, bis sie kaum noch Luft bekommen hat. Es war so schlimm, wie in den ersten Monaten.

Die „Ihr-kriegt-sie-nie-wieder-aus-eurem-Bett-raus“-Fraktion fühlte sich bestätigt. „Da, seht her, sie tanzt euch auf der Nase herum! Das müsst ihr sofort unterbinden!“ Ähm, Leute … Unsere Kleine ist ein unschuldiges Baby, kennt diese Welt gerade mal 8 Monate und hat Angst. Angst allein zu sein. Angst verlassen zu werden. Wir müssen ihr zeigen, dass es dazu keinen Grund gibt. Wenn das Vertrauen da ist, wird sie auch alleine Schlafen.

Der Versuch damals hat uns also gezeigt, dass sie noch nicht bereit war. Jedes Baby ist nun mal anders. Manche schlafen mit 2 Monaten schon auf dem Boden mitten beim „Mami-Cafe“ zwischen lauter anderen Babys und fremden Müttern ein, andere müssen auch mit zwei Jahren oder länger noch in den Schlaf begleitet werden.

Kinder sind halt keine Roboter, die sich einfach so auf Knopfdruck von jetzt auf gleich programmieren lassen, wie es uns passt. Und wenn doch, dann nur mit „Schreienlassen“. Alles andere erfordert nun mal Geduld, Durchhaltevermögen und Liebe. Und das hat nichts mit Verwöhnen zu tun!

Und nun ist es tatsächlich soweit, unsere Kleine schläft in ihrem eigenen Bett. Für mich ist das fast etwas unwirklich. Vorgestern lag ich zum ersten Mal seit ca. 13 Monaten alleine in unserem Bett (Mein Mann geht meist später als ich schlafen). Ich habe die Kleine schon etwas vermisst, aber ich bin auch stolz darauf, dass wir ihr nun das Vertrauen vermitteln konnten, dass sie in ihrem Bettchen sicher ist. Dass wir immer für sie da sind, auch wenn wir nicht in Sichtweite sind.

Sie ist jetzt 13,5 Monate alt. Das Einschlafen im eigenen Bett begleite ich noch und es dauert auch bedeutend länger als im Familienbett, aber es ein meilenweiter Unterschied zu unserem Versuch damals mit 8 Monaten. Und das bestätigt mich darin, dass man merkt, ob sein Kind bereit dafür ist. Wenn man noch sogenannte Einschlaf-Programme benötigt, schlimmstenfalls welche, die die „Schreien lassen“-Methode beinhalten, dann ist das wohl eher nicht der Fall.

Gerade beim ersten Kind lässt man sich ja schnell verunsichern, wenn einem nur oft genug gesagt wird:

„Das geht aber so nicht …“,
„Wir haben das aber anders gemacht …“,
„Ihr müsst dabei konsequent sein!“.

Ja, wir sind konsequent. Konsequent liebevoll 🙂

Jeder muss beim Schlafen den Weg gehen, der ihm als der Richtige erscheint. Es geht nicht darum, wer sein Baby als erstes ausquartiert oder wer es am längsten bei sich behält, sondern nur darum, auf das eigene Gefühl zu vertrauen und sich von niemandem reinreden zu lassen.

Eure Nätty

Liebster Award

„Liebster-Award“-Nominierung

Vielen Dank, liebe Kiwimama für deine Nominierung. Deinen Blog verfolge ich auch immer sehr gespannt. Du hast einen tollen Schreibstil! Wer Tipps und Erfahrungen einer frisch gebackenen Mama sucht oder gern Alltags-Anekdoten zum Thema „Mama-Sein“ sucht, der sollte unbedingt mal bei ihr reinschauen:

www.kiwimama.de

Nun zu deinen Fragen:

  1. Was ist für dich das Schönste am Bloggen?
    Schreiben an sich hat mir schon immer sehr viel Spaß gemacht. Als Teenie waren es die Tagebücher, später waren es Geschichten und jetzt blogge ich.
    Am Bloggen gefällt mir besonders, dass die Leser die Möglichkeit haben meine Texte zu kommentieren. Man kann Erfahrungen teilen und sich mit anderen austauschen. Natürlich freut es mich auch sehr, wenn ich lese, dass ich mit meinen Texten oder Zeichnungen Leute zum Lachen bringen konnte. Im Witze erzählen bin ich nämlich eine Niete, daher muss ich meinen Humor anders teilen 😉
  1. Wann kam dir der Gedanke, mit dem Bloggen zu beginnen?
    Kurz nachdem meine Kleine geboren wurde. Irgendwie gab es immer so viele Storys zu erzählen und Tipps weiterzugeben. Seit ich Mama bin fühle ich mich ein bisschen wie neues Mitglied eines Geheimbundes. Auf meinem Blog verrate ich (fast) alle Geheimnisse …
  1. Was ist dein liebstes Fortbewegungsmittel?
    Meine Füße. Zumindest seit meine Kleine da ist. Ich hab es richtig lieben gelernt Spazieren zu gehen. In der Elternzeit waren wir eigentlich jeden Tag unterwegs und ich versuche das auch jetzt beizubehalten, wo ich wieder arbeite. Und wenn wir nur zum Supermarkt spazieren.
  1. An welches Kinderbuch aus deiner eigenen Kindheit erinnerst du dich besonders gerne?
    „Susis Lämmchen“. Das konnte meine Oma mir 1000 mal vorlesen und es wurde nie langweilig. Hab es grad nochmal gegoogelt – oh man das ist der pure Kitsch! Ich war wohl so`n richtiges Mädchen … So kitschig hatte ich es gar nicht in Erinnerung.
  1. Hast du einen Lieblingsfilm oder eine Lieblingsserie?
    Davon gibt es viele. Ich bin ein kleiner Serienjunky. Ich schaue gern „Game of Thrones“, „The Walking Dead“, „Shameless“ und „Breaking Bad“ fand ich auch genial.
    Aber meine absolute Lieblings- und Wohlfühlserie ist „Gilmore Girls“. Und jetzt soll es vielleicht bald eine Fortsetzung geben Aaaaaah, wie geil ist das denn?!
  1. Welchen Feiertag magst du besonders?
    St. Martin. Die Laternen, der Duft nach Weckmännern (kennt man wahrscheinlich nur am Niederrhein?), das Feuerwerk am Ende des St. Martin-Zuges. Herrlich!
    Mein Opa wohnt genau mit Sicht auf den Turm, von dem das Feuerwerk gezündet wird. Da treffen wir uns an St. Martin immer. Außerdem ist mein Opa pensionierter Bäcker und backt zu St. Martin Weckmänner (Stutenkerle?) und Püfferchen (kleine Krapfen) für die ganze Familie. Hmm, lecker, bald ist es ja wieder soweit.
  1. Hast du ein großes Lebensziel, das du noch erreichen möchtest?
    Ich würde gern ein Buch veröffentlichen.
  1. Welche deiner Träume hast du bereits verwirklichen können?
    Gaaanz viele 🙂 Heiraten, ein Baby bekommen, im Central Park in New York chillen, ein Roadtrip durch den Westen Amerikas machen, Zeichnungen von mir veröffentlichen
  1. Bist du eher der Hunde- oder Katzenliebhaber?
    Ich mag sowohl Hunde als auch Katzen. Katzen könnte ich stundenlang beobachten und an Hunden liebe ich ihre Verspieltheit.
  1. Welches Land würdest du lieber besuchen: Amerika oder Japan?
    Amerika. Ich war zwar schonmal da, aber einmal ist keinmal. Es ist ja sooo riesig. Allein bei unserem 3,5 Wochen Trip damals haben wir alle möglichen Landschaften gesehen (Wüsten, Vulkane, vereiste Bergseen, Steppe …) Einfach toll! An einem Tag fuhren wir über eine sehr einsame Wüstenstraße und sahen stundenlang kein anderes Auto. Als wir dann mal Pause machten, war auf dem Rastplatz außer uns nur ein Fahrzeug. Und woher kamen die Fahrer des Autos? Aus Deutschland natürlich :))) Wer außer Touries fährt schon gern durch die Wüste …
  1. Was war der schönste Moment in den letzten Wochen für dich?
    Ach, es gibt so viele schöne Momente. Da kann ich mich gar nicht entscheiden. Immer wieder tolle Momente sind, wenn meine Kleine etwas gelernt hat. Sie sagt jetzt bewusst „Mama“ und „Papa“. Das ist zum Dahinschmelzen. Oder wenn sie herzhaft lacht. Das liebe ich! Witzig ist auch immer, wenn wir als Familie Abendbrot essen und unsere Kleine ein Lied im Radio hört, dass sie toll findet und dazu abgeht, dann machen mein Mann und ich immer sofort mit. Würde für Außenstehende bestimmt witzig aussehen, wie wir so tanzend am Tisch sitzen.

Das war es von mir. Nun zu meiner Liste. Ich nominiere diese drei liebevoll gestalteten Blogs:

Nadine von http://zolisblog.de/

Anke von http://mama-geht-online.de/

Désirée  von http://jokihu.de/

Das sind meine Fragen an euch:

  1. Wie kam es dazu, dass du einen Blog gestartet hast?
  2. Zu welcher Tages-/oder Nachtzeit erstellst du deine Blogbeiträge?
  3. Wie lässt du dich für deinen Blog inspirieren?
  4. Was ist deine liebste Freizeitbeschäftigung?
  5. Welche Musik hörst du am liebsten?
  6. Was war dein Berufswunsch als Kind?
  7. Und was hast du tatsächlich für einen Beruf?
  8. Welche Fernsehserie fandest du als Kind besonders toll?
  9. Wenn du die Möglichkeit hättest, in welches Land würdest du gern auswandern?
  10. Wenn ein Film über dein Leben gedreht würde, welche/r Schauspieler/in würde dich spielen?
  11. Worüber hast du das letzte mal herzhaft gelacht?

Hier nochmal die Regeln:
Danke dem Blogger, der dich nominiert hat und verlinke ihn in deinem Beitrag. Füge den “Liebster-Blog-Award”-Button in deinen Post ein und beantworte die dir gestellten Fragen. Nominiere anschließend weitere neue Blogger und stelle ihnen elf neue Fragen.

Ich hoffe, ihr ward bisher noch nicht nominiert und macht mit 🙂

 

 

Erkenntnis des Tages: Kuscheln

Als meine Kleine etwa 10 Monate alt war, begann sie vermehrt damit, ihre Zuneigung ausdrücken. Ganz unerwartet rammte sie dazu ihren Kopf in Stofftiere, Gegenstände (z. B. den Hochstuhl) oder eines Tages gegen Mamas Nase … Aua!

Meine Erkenntnis des Tages lautete damals:

Baby denkt, kuscheln bedeutet, Kopf in den geliebten Gegenstand / Mensch rammen.
Je fester, desto besser.“

PS: Sie kuschelt mittlerweile auch manchmal indem sie einem den Kopf an die Schulter legt und die Arme um einen schlingt, aber die Kopfnuss-Variante gibt es immer noch 😉

Kaffeetisch

#RabenmütterErzählen: „Darf sie denn schon Kuchen?“

Zur Ernährung eines Babys hat ja jeder eine Meinung. Und leider behält die niemand für sich …

Das zumindest dachte ich mir oft, als meine Kleine vor gut einem Jahr zur Welt kam und mir von jeder Seite aus Kommentare zu dem Thema an den Kopf geschmissen wurden.

Zu Anfang ging es ums Stillen:

„Wird die Kleine denn auch satt?“
Das war eine sehr beliebte Frage. Bei jedem Schrei von ihr hieß es gleich: „Die hat bestimmt Hunger!“, „Oooch, hat sie Hunger?“.  Ja, genau … Weil Babys nämlich immer und grundsätzlich nur schreien, wenn sie Hunger haben … 

Diese Frage wurde wirklich zu meiner absoluten Hass-Frage. Ich hätte jedes mal ausrasten können. Sogar wildfremde Menschen, die ich beim Spazierengehen traf, bemerkten beim kleinsten Pieps meiner Tochter wissend: „Ach, da hat aber jemand Hunger!“
Aaaaahhhrg … Schrie ich innerlich auf. Machen Sie dass sie wegkommen! Ich hab gefühlt nur drei Stunden geschlafen in den letzten 6 Wochen und ich habe hier geladene Windeln und werde sie auch einsetzen, wenn es nötig ist!

Ok, zurück zum Thema. Weitere bei mir beliebte Fragen und Kommentare in der Stillzeit waren:

„Woher weißt du denn, dass sie genug getrunken hat?“

„Also, wir haben ja damals Schmelzflocken gegeben.“

„Hast du immer noch genug Milch?“

„Kriegt sie denn nie mal was anderes? Saft oder so? Für den Geschmack?“

„Wann kriegt sie denn mal Brei?“

„Also nach dem Abendbrei haben meine immer durchgeschlafen.“

„Waaaas, du stillst immer noch?“ (Diese Frage kam meist von den älteren Semestern, wenn sie mitbekamen, dass ich die Kleine mit vier Monaten IMMER NOCH stillte ) oder:

„Waaas, du stillst nicht mehr?“ (Meist gefragt von jungen Müttern, die mitbekamen, dass ich die Kleine mit sechs Monaten komplett abgestillt hatte).
Wie gesagt, bei diesem Thema will einfach jeder seinen Senf dazugeben.

Später ging es dann um die Brei-Mahlzeiten:

Als sich das Thema Stillen erledigt hatte, war meine Kleine wie erwähnt sechs Monate alt. Und spätestens, aber allerspätestens ab da ging es los: Irgendwie schien es keiner erwarten zu können, die Kleine ENDLICH mit Bananen, Keksen und Pommes vollzustopfen.

Ich hatte oft das Gefühl, ich müsste mich dafür rechtfertigen, dass ich meinem sechs Monate altem Baby keine Kekse gebe … Ich meine, sie hatte noch nicht einmal Zähne …
Doch selbst beim Kinderarzt wurde ich gefragt, ob sie denn schon Kekse gegessen hätte und auf mein: „Nein.“, wurden bedeutsame Blicke zwischen den Arzthelferinnen gewechselt: „Aha, schon wieder so ne Öko-Mutti …“

Dabei waren wir gerade erst mal dabei zu lernen wie man festere Sachen, wie zum Beispiel Brei isst. Denn alles will gelernt sein. Auch Essen. Und für mich war klar, dass meine Kleine die Zeit dazu bekommen sollte.

Anfangs habe ich jeden Löffel Brei, den sie runterbekommen hat richtiggehend gefeiert. Immer sofort eine Nachricht an den Papa geschickt: „Yey, heute waren es fünf Löffel weiße Karotte!“ Gezwungen, mehr zu essen als sie probieren wollte, hab ich sie nie.

Manche Aussagen haben mich damals echt traurig gemacht. Zum Beispiel eine aus der älteren Generation: „Unser Kleiner hat ja damals immer alles ausgespuckt, dann haben wir es immer wieder reingeschoben, bis es drin blieb …“

Babys müssen doch erst lernen, das Essen mit der Zunge in den Mund zu befördern. Und das Rausschieben ist halt ein normaler Reflex bei kleinen Babys. Die spucken doch anfangs nichts aus, um einen zu ärgern. Wenn nichts drin bleibt, dann ist es vielleicht einfach noch zu früh. So!

Tadaaa, beim Familienessen angekommen:

Das Brei-Essen funktionierte also irgendwann super und es gab bald das erste Brot mit zerdrückter Avocado oder Frischkäse. Und danach ging es gefühlt schnell, bis unsere Kleine vom Familientisch mitessen konnte. Sie war da ungefähr 11 Monate alt. Hach, was habe ich mich gefreut, dass ich nun für alle zusammen kochen konnte.

Zu Trinken bekommt sie stilles Wasser. Es hat lange gedauert, bis sie überhaupt was anderes als Milch trinken wollte. Wir haben einiges probiert, in unserer Panik, dass Kind könne dehydrieren: Tee, stark verdünnten Obst-Saft, verdünnten Gemüse-Saft. Doch Madame wollte nüscht von alledem.

Aber das Experimentieren wäre wohl auch gar nicht nötig gewesen, denn als sie soweit war, trank sie einfach Wasser. Damit ist sie vollkommen zufrieden und wir natürlich auch. Aber so manches mal müssen wir uns trotzdem anhören:
„Oh, die kleine bekommt nur stilles Wasser …“ Es folgt ein mitleidiger Blick.
Ja, was sind wir doch für Rabeneltern … Es gibt tatsächlich mit 13 Monaten noch keine Capri-Sonne 😉

Bis sie ein Jahr alt wurde, war es mir zudem noch wichtig darauf zu achten, dass sie wenig bis keinen Raffinade-Zucker zu sich nimmt oder allgemein zu gewürzte Speisen. So backte die Öko-Mami in mir ab und zu für sie Bananen-Dinkel-Kekse. Oder sie bekam Dinkelstangen zu knabbern. Auch dazu gab es diverse Kommentare.

„Lass sie doch auch mal ein Stück Kuchen essen …“, hörte ich nicht selten.

„Wieso?“, fragte ich mich. „Was man nicht kennt, kann man nicht vermissen.“

Solange sie glücklich an ihrer Dinkelstange geknabbert hat, während wir uns den Kuchen reingeschoben haben, haben wir das eben ausgenutzt. Und diese Zeiten sind ja früh genug vorbei, nicht wahr? 😉

Mit diesem Text habe ich bei der Blogparade #RabenmütterErzählen der lieben Kathrin vom Blog ÖkoHippieRabenmutter mitgemacht, den ich sehr empfehlen kann. Einfach witzig und frei nach Schnauze! So wie ich das mag 😉 Hab ihr vielleicht auch Lust bei ihrer Blogparade mitzumachen oder wollt einfach mal lesen, was andere Rabenmütter so erzählen? Dann schaut doch mal bei ihr rein: Öko-Hippie-Rabenmutter

Erkenntnis des Tages: Babyschlaf

Als ich heute morgen im Bett verschlafen auf mein Handy schaute und es viertel vor acht war … WAAAS? Viertel vor acht? Meine Kleine und ich müssen doch um acht Uhr aus dem Haus! Warum hat der Wecker nicht geschellt und warum um alles in der Welt schläft die Kleine noch so süß und friedlich neben mir?

Weil wir früh raus müssen. Genau darum. Denn, meine Erkenntnis des Tages lautet:

„Babys wollen nur früh aufstehen, wenn sie und ihre Eltern eigentlich ausschlafen könnten …“

PS: Memo an mich: Fake-Termine fürs Wochenende ansetzen 😉

Möhrchen, Katzenkot und Wutanfälle …

Oder: Warum der Alltag mit einem 13 Monate altem Baby anstrengend ist.

Seit einem Monat gehe ich wieder halbtags arbeiten. Also 5 Stunden pro Tag. Außer mittwochs, da bin ich zuhause.

Diese Woche war meine Kleine am Dienstag krank und ich habe den Tag zuhause verbracht und danach direkt den kompletten Mittwoch. Und was soll ich sagen? Leute, ich bin fertig … Hatte jetzt schon ganz vergessen wie anstrengend das ist, 2 Tage hintereinander größtenteils allein für das kleine Krümelchen verantwortlich zu sein und nebenbei ein bisschen was zu erledigen.

„Was genau ist nur so anstrengend?“, frage ich mich grad völlig ermüdet auf der Couch liegend.

Folgende Dinge gehen mir durch den Kopf:

Gefühlte 24.586 Mal „Nein!“ sagen. (Nein, nicht aus dem Mülleimer essen! Nein, nicht mit dem Toilettenwasser spielen! Nein, nicht das Kabel rausreißen! Nein, nicht die Fingerchen im Kassenband bei Aldi einklemmen. Nein! Der Backofen ist heiß. Nein …. Aaaah!)

Aber Baby lernt ja auch was dabei. Und was? Genau: Auch „Nein“ zu sagen …
Zum Beispiel:
Ich: „So, jetzt ziehen wir dir mal die Jacke an.“
Baby: „Ne!“ Dreht sich um und rennt weg … Und ich steh da mit meinem dummen Gesicht …

Oder:

Ich: „So, jetzt gibt es leckere Möhrchen.“
Baby: „Ne!“ Kopf wird ruckartig weggedreht und das angebotene Essen beherzt auf den Boden gepfeffert.

Auch anstrengend ist, das Baby auf dem Arm herumzutragen. Denn es ist ja schön und gut, dass Baby jetzt laufen kann. Aber es läuft ja immer dahin, wo es nicht hinsoll. Um Dinge zu essen, die es nicht essen soll. Denn mal ehrlich warum sollte man Mittags Möhren essen, wenn draußen Kieselsteine und Katzenkot winken … Würg … Also trag ich Baby manchmal oft, damit ihm nichts passiert und mir nicht der Geduldsfaden reißt.
Zum Beispiel wenn ich mit Einkäufen beladen vom Auto zu unserem Haus laufe. Meist meine Handtasche umgehangen, zwei Einkaufstüten in einer Hand und Baby irgendwie auf dem Arm. Aber Baby will unbedingt selber laufen und strampelt und schreit. „Jeder Meter näher an der Haustür ist gut!“, denke ich und trage eisern weiter.
Irgendwann verlässt mich aber doch die Kraft und wir kommen direkt zum nächsten Punkt:

Wutanfälle
Nah an der Haustür setze ich Baby ab und will die Tüten reintragen, da bekommt Baby einen Wutanfall. Warum? Es will auch eine Tüte reintragen. Aber die ist natürlich viel zu schwer … Um das ganze abzukürzen, stelle ich schon mal Handtasche und Tüte 1 ins Haus und klemme mir dann Baby und Tüte 2 unter den Arm. Ab ins Haus, bevor die Nachbarn bei dem Geschrei das Jungendamt rufen.

Leider müssen so Einkäufe ja auch noch ausgeräumt werden. Das ist natürlich ein Grund für den Dauer-Jammer-Modus beim Baby, das sich wohl denkt:
„Warum darf ich nicht mit den Eiern spielen?“ Heul.„Warum muss Mama die Fischstäbchen in die Tiefkühltruhe im Keller bringen und nimmt mich nicht mit.“ Heul.
„Warum darf ich das Brot nicht sofort essen?“ Heul.

Um das Baby abzulenken, lasse ich es mit Töpfen spielen. Diese verteilt es auch direkt selig im kompletten Erdgeschoss. In der Zeit räume ich die Spülmaschine aus. Immer wenn es in die Küche kommt, rennt es zur offenen Spülmaschine und will reinkriechen oder mit den Messern im Besteckkasten spielen … Irgendwie werde ich trotzdem fertig und räume danach das restliche Chaos auf.

Halleluja, es ist Zeit das Abendessen zu Kochen! Seeeehr langweilig für das Baby. Es will immer auf meinen Arm. Klammert sich an meinen Beinen fest und weint, weil ich es grad nicht hochheben kann, weil ich Zwiebeln schneide. Ich setze es in seinen Hochstuhl, damit es mehr sieht, aber das gefällt ihm auch nicht. Also wird noch mehr geweint. Puh, meine Ohren!

Es folgen noch Essen, (es schmeckt Baby nicht so gut und landet in großen Teilen auf dem Boden …), Küche aufräumen (in der Zeit wird Baby zum Glück vom Mann bespaßt, der nun auch „Feierabend“ hat), Wickeln (macht Baby nicht so viel Spaß, daher wird geweint und rumgezappelt), Zähneputzen, Schlaflied und Bettchen.

Yey, Feierabend! Naja, oder sagen wir: Rufbereitschaft 😉

Freu mich schon auf meinen Kaffee morgen früh am Rechner auf der Arbeit. Diese Ruhe dort ist einfach herrlich! (Und gleichzeitig werde ich wahrscheinlich mein kleines lärmendes Baby vermissen … Haha, Mütter, halt …)