Archiv für den Monat: September 2015

Projekt Mittagsschlaf

oder wie bekomme ich mein Baby dazu täglich einen Mittagsschlaf zu machen?

(Hinweis: Ursprünglich wollte ich schon früher anfangen zu bloggen und meinen Weg zum Mittagsschlaf täglich mit euch teilen. Doch dann verschob sich mein Blogprojekt immer weiter nach hinten und nun bekommt ihr die ganze „Staffel“ von Projekt Mittagsschlaf auf einmal. Diesen Artikel habe ich also vor ca. 2,5 Monaten begonnen und bis heute fortgeführt. Hoffe die Doku zum Thema Mittagsschlaf gefällt euch.)

Vorgeschichte:
Meiner Kleinen fiel es schon immer schwer einzuschlafen. Alleine irgendwo einschlafen klappt bis heute nicht.
Sie schläft nur ein, wenn …
sie im Kinderwagen geschoben wird (als Neugeborenes nicht mal da, sondern nur im Tragerucksack),
sie auf dem Arm geschuckelt wird, (und dort auch weiterschlafen darf),
sie in ihrem Autositz mit uns durch die Gegend fährt
oder abends, wenn ich an ihrer Seite im Bett miteinschlafe (und mich dann nach ner Zeit rausschleiche).

Sie schläft bei uns im Familienbett, was ich vor allem in der Stillzeit super fand. Ich war immer ausgeschlafen, dadurch, dass ich nachts zum Füttern nicht raus musste. Bis sie 4 Monate war, schlief sie nur während des liegenden Stillens im Bett ein. Das Einschlafstillen, konnte ich ihr später zum Glück gut abgewöhnen. Im Moment finde ich es total schön, sie bei uns im Bett zu haben. Wenn sie so süß neben uns schläft und morgens mit uns kuschelt. Außerdem schläft sie so auch ihre 11-13 Stunden am Stück. Yess!! 😉 Ich denke, dass ihr das Familienbett dabei hilft.

Mein Problem ist aber der Mittagsschlaf… Natürlich gehe ich gern mit ihr Spazieren, aber wann soll ich irgendwas anderes schaffen oder mal ausruhen, wenn ich immer in Bewegung sein muss, damit sie schläft? Wie kann ich da was ändern?

Erst einmal den Ist-Zustand beleuchten:
Zugegebenermaßen habe ich bisher sehr planlos agiert, was den Mittagsschlaf angeht.
Ich war oft morgens mit ihr einkaufen und als sie noch in die Babyschale passte, hat sie während dem Einkauf in eben dieser Schale ihr Schläfchen gemacht. Sie brauchte dann natürlich mittags erst mal keinen Schlaf …
Dafür dann aber gegen 15:00 Uhr. Da war ich eh oft Spazieren, also schlief sie dann im Wagen. Ich erledigte Einkäufe, Amtsgänge, Arztermine. Alles während sie schlief. Irgendwie auch praktisch …
Außerdem besuchte ich oft während der Mittagszeit meine Eltern, Freunde und Arbeitskollegen. Dort ist die Kleine so gut wie nie eingeschlafen und war danach dementsprechend übermüdet. Wenn ich zurück nachhause fuhr, hat sie in der Babyschale im Auto selig geschlummert.
Ich habe sie dann mit ins Haus genommen und sie schlief ca. 20 Minuten weiter. In der Zeit versuchte ich dann immer in vollkommener Hektik irgendwas im Haushalt zu schaffen. Alles was eben schlecht mit Baby geht. In meinem Kopf sah es dabei ungefähr so aus:

Schnell Wäsche machen. Nein! Moment, erst Flaschen und Schnullis desinfizieren. Mist, die Spülmaschine ist auch noch voll. Sollte ich nicht endlich mal den Müll rausbringen? Und Bad putzen, ja ganz dringend Bad putzen! Und dieses Schreiben vom Amt, das müsste man ja auch mal erledigen. Hab ich heute eigentlich schon was gegessen …?

Aaaaaahhhaaahhhhahhhh“. Ok, Baby ist wieder wach und was stelle ich mit knurrendem Magen fest? Ich hab nichts geschafft außer Schnullis und Flaschen zu säubern und die Spülmaschine auszuräumen. Frische Wäsche ist auch vollkommen überbewertet …

Zurück zum Punkt. Da die Kleine schlecht einschlafen kann, waren die unstrukturierten Tage wohl nicht sehr zuträglich. Erst wo ich mir das so vor Augen führe, merke ich was ich falsch gemacht habe. Eigentlich ziemlich offensichtlich. Aber jetzt ist Schluss damit 😉 Ich werde konsequent sein!

Ziel:

  1. Mittagsschlaf immer nach dem Mittagessen, täglich etwa zur selben Zeit.
  2. Mittagsschlaf im eigenen Bett.
  3. Irgendwann alleine im eigenen Bett einschlafen.

 

Projekt Mittagsschlaf im eigenen Bett (damals 10 Monate altes Baby)
Tag 1:
Baby und ich sind morgens im Krabbeltreff. Danach ist es super-müde und schläft im Auto ein. Es ist 11:15 Uhr. Mist. Blöde Zeit für ein Schläfchen, wenn das mit dem Mittagsschlaf klappen soll. Zum Glück brauchen wir nur 15 Minuten. Zuhause angekommen, wird Baby beim Aussteigen wach. Sehr gut!

Um 12:00 gibt es Essen.
Um 12:30 Mittagsschlaf: Der 1. Versuch. Trommelwirbel:
Rollos im Kinderzimmer werden heruntergelassen, Baby bekommt eine Jogginghose an (Schlafsack wird mittags verweigert …). Ich lege mich zusammen mit Baby auf die große Matratze im Kinderzimmer. Die liegt vor dem Gitterbettchen. Baby turnt nur rum. An Schlaf ist nicht zu denken, obwohl Baby hundemüde die Äuglein reibt …
Ok, Rollos weiter runter bis auf einen Schlitz.
Ein Schlaflied summend lege ich mich wieder auf die Matratze . Baby ist sehr müde, aber nur am Turnen und Meckern. Zieht sich an den Gitterstäben ihres Bettchens hoch. Befürchte mein Plan könnte schon am ersten Tag scheitern.
Nein, ich muss jetzt konsequent sein! 😉
Dritter Versuch. Ich reanimiere alte Einschlafrituale: Versuche Baby auf dem Arm in den Schlaf zu schuckeln. Huihuihui, ist das heftig … bei ca. 9 kg Gewicht … Etwas anstrengender als bei einem Neugeborenen 3 kg-Krümelchen.
Aber immerhin Baby wird schläfrig. Meine Oberarm- und Oberschenkel-“Muckis“ kommen nach gefühlten 1000 Schuckelbewegungen an ihre Grenzen. Ich kann nicht mehr, bevor Baby eingeschlafen ist.
Legen uns wieder auf die Matratze. Und siehe da: Es hat gereicht. Baby liegt neben mir, kuschelt sich kurz an mich und schläft ein. Halleluja!
Der Plan ist, dass ich die ersten Tage mit der Kleinen liegen bleibe, bis sie sich an die neue, täglich gleiche Schlafenszeit gewöhnt hat. Dann werde ich versuchen mich immer weiter von ihr zurückzuziehen beim Einschlafprozess, damit sie irgendwann alleine einschläft.

Das Bilderbuchbaby schläft heute von 12:55 – 14:55 Uhr. Wow, so lange hat sie tagsüber noch nie am Stück geschlafen. Ich werte das als großen Erfolg 🙂

Tag 2:
07:30 aufgestanden. Fläschchen getrunken, gefrühstückt, geduscht, fertig angezogen und los zum Einkaufen/Spazieren.
10:45 Uhr: Baby droht auf dem Rückweg in ihrem Kinderwagen einzuschlafen. Nichts da! Eisern halte ich es wach 😉
11:15 Uhr mache ich schnell Essen. Etwas früher als sonst, da meine Maus schon so müde ist. 11:45 Uhr sind wir dann bereit für das Mittagsschläfchen.
Rollos werden bis auf einen Schlitz heruntergelassen. Baby bekommt seine gemütliche Jogginghose an. Wir legen uns auf die Matratze und ich summe ein Schlaflied. Dabei streichle ich Babys Rücken. Baby schläft ein 🙂 Sofort. Das war leicht!

Ich bleib auch heute mit liegen. Will das die ersten Mittage zur Gewöhnung so beibehalten. Bin happy, dass es bisher so gut klappt 🙂 Der Schlaf dauert von 11:50 bis 13:20 Uhr.

Nachtrag: Am Abend merkt man, dass der Mittagsschlaf wohl zu kurz war. Bereits um 16:45 ist Baby suuuper-müde. Um 18:00 muss ich sie ins Bett bringen. Mal sehen, wie früh sie morgen aufwacht … Ich werde berichten.

Tag 3:
07:45 aufgestanden. Ja, ihr lest richtig. Trotz der frühen Schlafenszeit gestern. Das Langschläfer-Gen hat sie von mir 😉
Um 12:00 Uhr sind wir mit Essen fertig. Schnell ab ins Kinderzimmer. Jogginghose an und zack geht’s auf die Matratze. Rollos sind wie an den letzten beiden Tagen bis auf einen Schlitz heruntergelassen.
Ich komme weder dazu ein Schlaflied zu summen, noch dazu Babys Rücken zu streicheln. Baby kuschelt sich einfach an und schläft auf der Stelle ein. Sagenhaft! Jetzt muss ich mich nur noch Schritt für Schritt durch ein Stofftier ersetzen und tataaa: es ist geschafft! Wenn das so einfach wäre …
Heute bleibe ich noch neben ihr liegen, schlafe sogar selber kurz ein. Eigentlich sehr entspannend … Wären da nicht ein paar Dinge zu erledigen.

Morgen beginne ich mit Phase 2: Werde versuchen mich täglich etwas weiter von ihr zu entfernen beim Einschlafprozess. Bis sie es hoffentlich schafft, alleine einzuschlafen oder mit Teddy oder so. Dann kommt Phase 3. Der Schlaf im eigenen Bett. Drückt mir die Daumen 🙂

Tag 4
07:45 aufgestanden.
11:50 Uhr Mittagessen.
Direkt danach merke ich schon, dass Baby jetzt schlafen möchte.
Ich habe heute die große Matratze an die Wand geschoben und das Gitterbett davor. So ist Baby an drei Seiten vor dem Rausfallen gesichert. Wand, Wand, Gitterbett. Am Fußende kann ich später das Stillkissen auftürmen.
Zusammen legen wir uns auf die Matratze, leider habe ich vergessen die Tür zuzumachen und es ist zu hell im Raum. Baby turnt rum. Ich muss aufstehen, um die Tür zu schließen und das bringt Baby aus der Fassung. Es wird geweint. Kann doch nicht sein, dass die Mama weggeht! Wo kommen wir da hin?
So klappt es leider gar nicht, dass Baby etwas weiter von mir entfernt einschläft, stattdessen kuschelt es sich enger denn je an mich und ich muss beruhigend ein Einschlaflied summen. Trotzdem klappt es dann sehr schnell mit dem Schlafen.
Heute schleiche ich mich zum ersten Mal raus und siehe da, es klappt super.
Schlafenszeit 12:20 bis 14:00 Uhr.
Ich glaub, Baby ist sogar nur aufgewacht, weil die Tür so laut war, als ich einmal nach ihr geschaut habe.

Ich hatte heute also tatsächlich mal 1 std. und 40 Minuten Zeit etwas ohne Baby zu machen. Herrlich! Und was tue ich hohle Fritte mit der neu erworbenen Freizeit? Ich räume meinen Kleiderschrank auf 😉

Tag 5:
07:45 Uhr aufgestanden.
09:45 Uhr Krabbeltreff.
11:45 Uhr Mittagessen.
12:15 Uhr Mittagsschlaf. Ablauf ist mittlerweile Routine. Wickeln, Schlafhose anziehen. Rollos runter. Wir legen uns auf die gesicherte Matratze.
Seit heute habe ich ein Türgitter am Kinderzimmer. So kann ich die Tür angelehnt lassen und durch den Schlitz später schauen, ob alles ok ist. Falls Baby aufwacht und vor mir an der Tür ist, kann es nicht rauskriechen und im Flur die Treppe runterpurzeln. Sehr beruhigend 🙂
Juchhu, ein weiterer Erfolg. Baby schläft sofort ein, ohne an mich gelehnt zu sein. Ich schleiche mich kurze Zeit später raus. Alles scheint super geklappt zu haben.
Doch nach 40 Minuten wacht sie schon wieder auf 🙁 Lege mich zu ihr und sie schläft (natürlich an mich gekuschelt) wieder ein. Bleibe eine Weile mit ihr Liegen und schleiche dann wieder raus. Ich gehe die Treppe runter ins Erdgeschoss in freudiger Erwartung gleich eine kurze Pause zu haben, mit Kaffee und vlt. einem Stück Schocki, da seh ich ihn durch die Glastür: DEN PAKTEBOTEN. Er steht vor der Tür. Ich gestikuliere wild, versuche ihn daran zu hindern zu klingeln … Aber zu spät. Er klingelt, ich nehme das Paket an. Baby ist wach. Das war’s mit Mittagsschlaf für heute 🙁

Tag 6:
08:30 Uhr aufgestanden.
12:30 Uhr Mittagsschlaf. Leider nur bis 13:00 Uhr.
Der ganze Tag ist irgendwie murks. Baby ist weinerlich und anhänglich. Kann keine Sekunde allein sein.

Tag 7:
08:00 Uhr aufgestanden.
12:30 Uhr Mittagsschlaf.
13:30 Uhr Baby wacht auf und weint ganz fürchterlich. Nach dem Trösten schlafen wir nochmal zusammen auf der Matratze ein bis 14:15 Uhr.
Von der Dauer her also ein ganz guter Mittagsschlaf-Tag. Man muss das Positive hervorheben 😉

Tag 8:
08:00 Uhr aufgestanden.
11:45 Uhr Mittagessen.
12:15 Uhr Mittagsschlaf. An mich gekuschelt eingeschlafen. Bis 13:15 Uhr geschlafen.

Tag 10:
Wir sind heute erst um 08:30 aufgestanden. Ich versuche mich mit Baby gegen 12:45 Uhr hinzulegen. Aber es bringt nichts. Es wird nur rumgetobt. Leider purzelt Baby auch noch von der Matratze und ich muss meinen aufgelösten Schatz erst mal trösten. Wir spielen danach etwas und als Baby mir müde erscheint, will ich mich wieder hinlegen, aber schon beim Anblick der Matratze wird bitterlichst geweint. Verdammt … Also heißt es wieder trösten, ganz nah kuscheln und dann ist Baby auch schnell eingeschlafen. Allerdings wieder gaaanz dicht an mich gekuschelt. Sogar mit Kopf auf meinem Arm. Der Erfolg der Mission „Baby schläft ohne mich ein“, rückt in weite Ferne 😉 Immerhin konnte ich mich rausschleichen und was im Haushalt machen und jetzt sogar bloggen.

Baby schläft seit 13:45 Uhr. Jetzt haben wir 15:00 Uhr.

Tag 11:
08:00 Uhr Aufgestanden.
09:30 Uhr Krabbelgruppe.
11:45 Mittagessen. Baby kann dabei schon kaum noch die Augen aufhalten.
12:10 Mittagsschlaf. Heute hat es wieder geklappt, dass sie neben mir liegend einschläft. Das heißt ohne Berührung. Ein kleiner Fortschritt? Mal die nächsten Tage abwarten.

 

Die Sonne geht auf, die Sonne geht unter 😉
Tag 12-19:
Die letzten Tage habe ich keine Notizen gemacht. Es hat sich leider noch kein weiterer Fortschritt ergeben. Eine Zeitlang schlief Baby super. Also minimal 1,5 Std, oft aber auch 2 Std. und das immer allein. Allerdings klappte das mit dem weniger Körperkontakt überhaupt nicht. Keine Besserung. Eher im Gegenteil. Die letzte 2 Tage schlief Baby nur während ich danebenliege. Ist immer aufgewacht, wenn ich versucht habe mich rauszuschleichen …

Heute an Tag 19, konnte ich mich wieder rausschleichen. Knappe 1,5 Stunden hat sie auch geschlafen. Puh, ich weiß noch nicht genau, wie ich weiter vorgehen soll. Ab September ist schon Tagesmutter-Time. Eigentlich hatte ich gehofft, ihr bis dahin helfen zu können alleine einzuschlafen zu können. Natürlich ohne sie schreien zu lassen. Das finde ich nämlich grausam. Sieht nicht so aus als würde das in nächster Zeit klappen. Vielleicht braucht sie meine Nähe einfach noch zu sehr.

Tag 20
Auch heute war wieder ein Mittagsschlaf von 1,5 Stunden drin. Juchhu! Phase 1 ist erfolgreich abgeschlossen. Mittagsschlaf jeden Tag zur festen Zeit klappt super. Bin so froh darum. Durch diese Pause ist der Tag um einiges weniger anstrengend und auch der Haushalt türmt sich nicht mehr so. Bzw. schaff ich viel mehr, weil ich nicht immer mit Baby unterm Arm alles erledigen muss. Das schont den Rücken 😉
Eigentlich wollte ich nur kurz Bescheid geben, dass ich zum Thema Mittagsschlaf erst wieder schreiben werde, wenn sich gravierend etwas ändert. Also zum Beispiel: Einschlafen im eigenen Bett oder Einschlafen ohne Mami. Seid gespannt, ob ich je wieder dazu schreibe 😉

Tag 28
Es hat sich etwas gravierendes geändert. Unerwarteterweise habe ich Punkt zwei des Projekt Mittagsschlaf erfolgreich umgesetzt.
Das Bilderbuchbaby ist mittlerweile 11 Monate alt und schläft Mittags im eigenen Bett (Seit vier Tagen. Es ist also noch nichts in Stein gemeißelt). Ich muss nur dabei sein bis sie einschläft. Aus Gewohnheit summe ich immer ein Einschlaflied und habe meine Hand auf ihrem Rücken liegen. Weiß aber nicht, ob das nötig wäre.

So, nun denkt ihr euch: Wow, wie hat sie es geschafft, dass die Kleine im eigenen Bett einschläft, was sie seit der Geburt noch nie gemacht hat? Verrate uns das Zaubermittel!
Tja, ich muss euch leider enttäuschen, es war eine ziemlich individuelle Lösung.
Seit zwei Wochen sind wir jeweils an 2 Tagen morgens bei der Tagesmutter zur Eingewöhnung. Der viele neue Input macht die Kleine sooo müde, dass ich sie bereits zweimal gegen 12:00 Uhr, als wir zurück zu Hause waren, schlafend vom Auto ins Bett tragen konnte. Und dort schlief sie weiter und ist erst nach 1,5 std. aufgewacht.
So dachte ich mir einen schönen Tages, warum nicht mittags auch mal versuchen, sie in dem Babybett einschlafen zu lassen. Zur Not könnte ich sie ja immer noch neben mir auf der Matratze zum einschlafen bringen.
Ohne große Hoffnung legte ich die Kleine vor vier Tagen nach dem Mittagessen in ihr Bett mit ihrem Lieblingskuscheltier und einer Kuscheldecke und siehe da, sie schlief innerhalb von 2 Minuten ein. Ich traute meinen Augen nicht und rechnete fest damit, dass sie innerhalb der nächsten 5 Minuten aufwachen würde, um mich anzumeckern, wie ich es denn wagen könnte, sie in ihrem Bettchen schlafen zu lassen. Ganz allein.
Aber nichts dergleichen geschah. Ok, der Mittagsschlaf dauerte nur 50 Minuten. Etwas weniger als sonst. Aber 50 Minuten sind 50 Minuten 😉
Heute ist der 2. Tag, an dem ich sie wach in ihr Bettchen gelegt habe und sie kurz danach eingeschlafen ist. Sie schläft jetzt wieder seit ca. 50 Minuten.

Tag?
(Baby ist jetzt 12 Monate alt)
Jetzt ist es in Stein gemeißelt (Ich klopfe trotzdem mal lieber dreimal virtuell auf Holz …). Der Mittagsschlaf ist eine feste Institution. Jeden Mittag zwischen 12 und 13 Uhr kann ich sie in ihr Bett legen. Sie schläft dort alleine ein, während ich im Raum bin. Kuscheltier (eigentlich egal welches) wird sich geschnappt, Schnulli rein, zur Seite gedreht und ab geht’s ins Land der Träume. Das ist jetzt die Regel. Klar, läuft es auch mal schlechter, wenn sie krank ist oder so, aber das sind dann die Ausnahmen. Schlafdauer ist immer so zwischen 1 und 2 Stunden.

Wenn ich so an die Anfänge zurückdenke, wundere ich mich wie schwierig es war, sie damals zum Schlafen zu bekommen. Ich freue mich, dass ich ihr jetzt das Vertrauen vermitteln konnte, dass sie in ihrem Bettchen sicher ist.

Ich bin stolz auf uns. Alle Ziele erreicht 🙂 Eigenes Bett, alleine Einschlafen, feste Mittagsschlaf-Zeit.

Abschließend kann ich zum Projekt Mittagsschlaf sagen, meine Zaubermittel hießen:
1.) Vormittags gut auspowern (und spätestens 8:00 Uhr aufstehen).
2.) Konsequent zur selben Zeit schlafen legen, anfangs keine Ausnahmen
3.) Geduld 😉

Wer bis hierhin durchgehalten hat, versucht vermutlich grad sein Baby an einen Mittagsschlaf zu gewöhnen. Der Rest hat sich wahrscheinlich spätestens an Tag 1 verabschiedet … 😉

Wünsche allen Müttern viel Erfolg bei ihren persönlichen Mittagsschlafprojekten! Schreibt mir gern eure Erfahrungen!

Schwangere kann sich nicht allein umdrehen

Wie fühlt es sich an schwanger zu sein?

oder: Schwangerschaft und ich 😉

Wenn mich heute – 12 Monate nach der Geburt meiner kleinen Tochter – jemand fragen würde, würdest du lieber nochmal schwanger sein oder ein Kind gebären, ich würde sofort „Zweiteres.“ antworten. Natürlich angenommen, dass man nur eins von beidem durchmachen müsste …

Schon im Schulsport war ich eher für`s Sprinten, als für den 800-Meter-Lauf. Den Sprint hatte man zumindest schnell hinter sich. Wie die Geburt. Sie ist zwar heftiger als die Schwangerschaft, aber schneller vorbei. So eine Geburt ist in zwei bis 40 Stunden erledigt. 40 Stunden?!? Ja, kann evtl. passieren, aaaaber was sind 40 Stunden im Vergleich zu 40 Wochen Schwangerschaft? Schade, dass man die Schwangerschaft nicht den Männern überlassen kann 😉

Ich kenne allerdings auch viele Frauen, die es geliebt haben schwanger zu sein. Ja, ehrlich. Denen ging es da besser als je zuvor. Bei mir war das, sagen wir mal: anders …

Ich hatte keine besonderen Komplikationen in der Schwangerschaft und wenn mich jemand fragte, wie es mir und dem kleinen Lebewesen so ginge, antwortete ich stets: „Gut.“ Mit einem Lächeln natürlich! Und dies war der Fehler, liebe Mütter! Keiner, der noch nie schwanger war, weiß, was dieses „Gut.“ bedeutet.

Eigentlich sollte man ehrlich antworten, damit kommende Mütter wissen, auf was sie sich einlassen. Daher habe ich mir erlaubt meine komplikationslose, gute Schwangerschaft mal ausführlich zu beleuchten 😉 Wie genau fühlt es sich an Schwanger zu sein? Was sollte man auf die Frage, „Wie geht es dir?“, antworten?

Leiden und Wehwehchen nach Trimestern:

Die Antwort im 1. Trimester

„Mir geht es soweit gut, aber:
Es fühlt sich so unwirklich an, dass ich schwanger sein soll … Ich bin überglücklich, aber meine Welt steht gleichzeitig Kopf. War das wirklich eine gute Idee? Bin ich wirklich schon bereit Mutter zu werden?
Vor allem, wenn mich folgende Dinge noch beschäftigen: Alle dürfen auf Parties Alkohol und koffeinhaltige Getränke trinken, nur ich nicht. Auch der Mett-Igel ist tabu … Darauf ein Prost mit einem Glas Wasser. Ich fühle mich außen vor, muss mir ständig Ausreden einfallen lassen, warum ich nicht richtig mitfeiere oder das Mousse o chocolat mit den rohen Eiern links liegen lasse. Soll ja noch nicht jeder wissen, dass ich schwanger bin.
Ich hab immer Angst, dass ich das Baby verliere – das passiert ja leider häufiger in den ersten drei Monaten.
Meine Brüste tuen so weh.
Essen ekelt mich an, aber ich habe ständig Huuunger. Mir wird schlecht, bei dem Gedanken an frische Lebensmittel. So richtig Gelüste hab ich nicht. Es ist eher so, dass ich mich vor jeglichem Essen ekle, und es ab und zu ein Lebensmittel gibt, bei dem mir nicht gleich kotzübel wird, wenn ich daran denke. Und das muss ich dann sofort haben. Logisch, da ich ja immer einen Riesenhunger habe. Kommt das bestimmte Lebensmittel zu spät, ekelt es mich an und ich kann es vergessen. Ganz schön nervig. An Kochen ist gar nicht zu denken.
Irgendwie muss ich jetzt schon viermal die Nacht auf Klo, dabei kann das Baby mit seinen 4mm an Größe wohl kaum auf meine Blase drücken … Außerdem habe ich extreme Hitzewallungen. Mindestens einmal die Nacht reiße ich das Fenster auf und halte den Kopf raus.
Und mein Körper denkt sich anscheinend: Oh, was für ein niedlicher Zellhaufen in der Gebärmutter!!! Alle Abwehrkräfte sind jetzt nur noch für das Krümelchen zuständig. Das Muttertier kann mal sehen, wo es bleibt. Ich habe also eine Erkältung nach der anderen, Allergie-Attacken und Lippenherpes. Alles halte ich brav ohne Medis aus. Natürlich.
Ich habe Schmerzen im Unterleib, google das direkt und bekomme Panikattacken beim Lesen der Suchergebnisse. Mein linkes Auge zuckt ständig. Magnesium-Mangel? Kann mich kaum auf die Bildschirmarbeit im Büro konzentrieren.
Hatte ich die Übelkeit erwähnt? Ach ja, Sodbrennen und Verstopfung hab ich übrigens auch.

Danke der Nachfrage, mir geht es gut.“

Die Antwort im 2. Trimester

„Ich bin sooooo müde. Ständig bin ich müde. Dass ich auf der Arbeit nicht einschlafe grenzt an ein Wunder.
Es ist ein reges hin- und her zwischen Hunger und Ekel vor allem Essbarem.
Mein Bauch ist noch ziemlich klein und trotzdem habe ich starke Rückenschmerzem. Ischias-Schmerzen um genau zu sein. Laufen fällt mir dadurch jetzt schon schwer. Wo soll das noch hinführen? Netterweise leiht mir eine Kollegin einen Bauchgurt, der mir etwas hilft. Alle Rückenübungen beim Schwangerschaftssport machen die Beschwerden noch schlimmer. Als eine Hebamme mich versucht einzurenken, kann ich 2 Tage kaum Laufen … Auf dem Rücken liegen geht gar nicht mehr. Tut sehr weh und ich bekomme keine Luft.
Es beginnt die Zeit in der ich weder auf dem Bauch noch auf dem Rücken schlafen kann. Immer nur auf der Seite. Ungemütlich.
Meine Beine fühlen sich zunehmend schwerer an und irgendwie ist eine Schwangerschaft ein Freifahrtschein für ALLE einem an den Bauch zu grabschen. Furchtbar…

Danke der Nachfrage, mir geht es sonst gut.“

Die Antwort im 3. Trimester

„Die Rückenschmerzen gehen überhaupt nicht mehr weg. Sind nur mit Bauchgurt aushaltbar.
Ich habe plötzlich ständig Sodbrennen. Wusste vorher nicht mal wie sich das anfühlt …
Mein lieber Mann, ich war ja früher schon häufig auf der Toilette, aber jetzt renn ich für jeden Tropfen, als hätte ich 5 Liter getrunken und wäre stundenlang nicht auf Klo gewesen (nur um dann direkt wieder zu müssen …)
Ich habe öfter Stiche im Unterleib. Das Baby ist ziemlich aktiv und tritt wild um sich. Aua … Wenn es mal nicht tritt, bekomm ich direkt Panik, dass was nicht stimmt. Mir kann man es da nicht Recht machen 😉
Meine Beine und Knöchel sind geschwollen, das Gesicht aufgedunsen, aber immerhin hab ich nen schönen Schwangerschaftsbauch ohne Streifen.
Der Bauch wird immer öfter unangenehm hart. Ich bin mega-kurzatmig und fühle mich wie 80. Mindestens. Kann mich im Bett kaum ohne Hilfe von einer auf die andere Seite drehen. Hilfe, ich bin ein Wal! Das Gewicht geht auch auf meine Knöchel, die echt doll schmerzen. Morgens brauch ich ewig um in die Gänge zu kommen.

Danke der Nachfrage, mir geht’s sonst gut.“

Und so fühlte es sich für mich an schwanger zu sein 😉

Die „Erkenntnis des Tages“-Kategorie

Oft schießen mir Gedanken durch den Kopf, die man als kleine Erkenntnisse bezeichnen könnte. Diesen kleinen Gedanken-Hopsern widme ich jetzt eigens eine Kategorie.

Irgendwann schaute ich meiner Lütten so beim Krabbeln zu, wie sie mit wild-entschlossenem Gesicht, so wuchtig es eben ging, die Händchen auf die Fliesen klatschte. Patsch, patsch. Patsch, patsch. Und da kam mir die Erkenntnis des Tages:

„Baby, denkt, je lauter es krabbelt, desto schneller bewegt es sich fort …“

Jetzt hab ich also einen Blog

Super! Ich hab es endlich geschafft. Ich habe einen Anfang gefunden und einen Blog gestartet. Eine realistische Vorstellung vom Bloggen habe ich auch schon:

Ab jetzt werde ich nur noch nachdenklich mit meinen Laptop im Cafe sitzen, einen Kaffee trinken und über die Welt sinnieren!