Frau fischt Post aus Briefkasten

Blogparade – Alltagsfehler, die man immer wieder macht

In Hollywood-Filmen erscheint es ja immer ach so charmant, wenn die Haupt-Protagonistin ein kleines süßes Schusselchen ist … Früher gern gespielt von Jennifer Aniston zum Beispiel. Weiß nicht wer heute dafür zuständig ist.

Im wahren Leben ernten schusselige Geschöpfe wie ich oft eher Unverständnis und diesen „Nicht-dein-Ernst“-Blick …

Die liebe Beatrice Confuss merkte in einem ihrer Blogbeiträge an, dass ihr Mann sich nicht vorstellen könne, dass irgendwem genauso viele Alltagsfehler unterlaufen könnten wie ihr.

Challenge accepted!

Und so wollte ich unbedingt bei ihrer tollenBlogparade: Alltagsfehler, die ich immer wieder mache“ mitmachen. Tja nun, den Grad meiner Verschusselung könnt ihr schon daran erkennen, dass ich im Kopf hatte, die Blogparade ginge länger. Eigentlich ist sie nämlich schon beendet, aber großzügigerweise darf ich meinen Text trotzdem noch nachreichen. Danke dafür!! Und daher erfahrt ihr nun heute doch noch meine häufigsten „Alltagsfehler“:

  1. Das leidige Thema Tanken …In den letzten Monaten standen ein paar mal Ausflüge oder einfach nur längere Fahrten mit dem Auto an. Da in meinem Auto bis vor kurzem unser einziger Kindersitz eingebaut war, standen die Fahrten immer mit meinem Auto an. Ich versuchte also vor den Fahrten gewissenhaft alles vorzubereiten. Ich packte allen möglichen Krempel zusammen: Getränke für Eltern und Kind, Windeln, Feuchttücher, Umziehsachen, zur Sicherheit ein paar Snacks und etwas zum Spielen (man könnte ja in einen Stau kommen, oder was auch immer …) Richtig stolz war ich, dass ich auch die Ankunfts-Adressen schon vorher rausgesucht hatte und nicht erst im Auto danach googlen musste. Ganz schön gut organisiert, was? 😉  Naja, mitten auf der Autobahn stellten wir leider fest, dass wir auf dem letzten Tröpfchen Benzin herumtuckerten. Kann ja mal passieren … Aber allein dieses Jahr hatten wir dreimal ähnliche Situationen … Zum Glück hat mein Mann jetzt auch einen Kindersitz im Auto. Nächstes Mal fahren wir mit seinem Auto. Dann bin ich nicht für den Tank verantwortlich und ihm würde das natürlich nie passieren 😉
  2. Wo wir grad schon beim gewissenhaften Packen sind … Ich vergesse IMMER irgendetwas … Und zwar immer das was wir am dringendsten brauchen. Ist ja klar … Gehen wir zu einer Feier und ich habe ausnahmsweise kein komplettes Wechsel-Outfit für die Tochter mit (weil es nicht weit von zuhause ist und wir eh nicht so lange da sein werden) kommt mir mit Sicherheit zehn Minuten nach Ankunft ein total durchnässtes Bilderbuch-Mädchen entgegen, weil es irgendwo etwas mit Wasser zum Spielen gab … Meist kann man sich ja netterweise von Bekannten etwas leihen, aber Obacht Alltagsfehler Nummer 3 wartet:
  3. Ich vergesse geliehene Dinge zeitnah wieder zurückzugeben. Nicht selten bekam ich mal Bodies für die Kleine geliehen, wollte sie irgendwann wieder zurückgeben, doch da passten sie dem Kind, von dem es geliehen wurde, gar nicht mehr … Uuups …
  4. Ich stehe öfters mit vollgepacktem Einkaufswagen an der Kasse, will bezahlen und hab gar kein Geld dabei … Meist, weil ich es aus der Tasche am Kinderwagen nicht in meine Handtasche zurückgepackt habe … Habe ich das nicht vergessen, ist es aber auch möglich, dass ich ein Portemonnaie dabeihabe, aber da kein Geld drin ist und meine EC-Karte leider auch nicht … Denn die habe ich wahrscheinlich beim letzten Einkauf gedankenverloren in meine Hosentasche gesteckt. Wer weiß das schon? Aufgetaucht ist sie zumindest immer wieder …
  5. Verloren, dank leerem Handy-Akku …Mein Orientierungssinn ist ein Witz … Ehrlich, man darf ihn eigentlich gar nicht als solchen bezeichnen. Meine beste Freundin ist umgezogen. Ich verrate lieber nicht wie lange das schon her ist. Ohne mein Handy-Navi finde ich den Weg zu ihr immer noch nicht direkt. Woher ich das weiß? Ja, ich fuhr einmal abends zu ihr und hatte vorher vergessen meinen Handy-Akku aufzuladen. Klar gibt es diese tollen Kabel für den Zigaretten-Anzünder im Auto, aber meins ist kaputt und ich vergesse immer mir ein neues zu besorgen. Ihr merkt, da zieht sich eine Linie durch 😉 Normalerweise hätte der Akku noch bis zu meiner Freundin gereicht, doch dann geriet ich in einen Stau … Der Balken sank und meine Panik stieg. Ich schaute mir den Weg nochmal genau an, solange das Handy noch an war, und versuchte ihn mir einzuprägen. Doch irgendwie war die Ausfahrt in der Realität viel verwirrender als auf dem Handy-Bildschirm und ich hab mich total verfahren. Eine Stunde brauchte ich um trotzdem zu ihr zu finden. Ich heulte vor Wut, weil ich kurz davor war aufzugeben und wir eh nicht soviel Zeit hatten, weil ich am gleichen Abend wieder zurückfahren musste. Naja, letztendlich hab ich es ja doch noch geschafft.
  6. Genau wie Beatrice Confuss vergesse ich auch sehr häufig, auf die Uhr zu gucken, wenn ich Brötchen zum Aufbacken in den Ofen schiebe. Meist hole ich sie rechtzeitig heraus. Ein paar sind mir aber auch schon verbrannt.
  7. Kaffee-Filter-Desaster
    Eine zeitlang hab ich ständig vergessen die Kaffee-Filter vorm Brühen des Kaffees in die Maschine zu geben. Mir ist das so oft passiert, dass ich schon eine gute Routine darin hatte, die darauffolgende Sauerei möglichst klein zu halten. Ich klopf vorsichtshalber dreimal auf Holz, aber das ist mir schon länger nicht mehr passiert.
  8. Warum ich des Öfteren mit einem Kochlöffel im Briefkasten herumfische:
    Ich verlege wirklich oft unseren einzigen Briefkasten-Schlüssel. Manchmal bin ich mir ziemlich sicher, dass mein Mann ihn zuletzt hatte, aber irgendwie taucht der Schlüssel immer in einer meiner Jacken, Taschen oder Schuhe auf. Ich denke es ist eine Verschwörung 😉
  9. Die Mülltonne rausstellen.
    Manchmal wache ich morgens auf, höre das Geräusch der Müllabfuhr und fahre zusammen. Verdammt? Hab ich diesmal dran gedacht, die Tonne rauszustellen? Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass in den Mietwohnungen, in denen wir vorher wohnten, die Müllabfuhr sich die Tonnen immer selbst geholt hat, oder wir nur einmal im Jahr Tonnen-Dienst hatten. Ok, wir wohnen jetzt schon zwei Jahre hier in unserem Haus und ich sollte langsam daran gewöhnt sein, dass da einmal die Woche Tonnen raus müssen, aber auch dieses Malheur ist mir zum Glück schon länger nicht mehr passiert. Puh, vielleicht bin ich ja doch lernfähig.

Was soll ich sagen? Ich bin leider ein kleiner Chaos-Kopf. Während ich etwas tue, denke ich meist schon daran, was ich noch alles tun muss. Eins nach dem anderen zu machen fällt mir schwer. Am liebsten würde ich immer alles auf einmal machen.

Arbeitsabläufe kann man sich bei mir in etwa so vorstellen:

Ich fange an die Küche aufzuräumen, dann finde ich aber dabei etwas, das ins Wohnzimmer gehört und bringe es dorthin. Schwups, sehe ich aber im Wohnzimmer eine Decke, die ich schon lange mal Waschen wollte, also bringe ich sie in den Keller, wo sich die Wäsche stapelt. Ich denk mir: ‚Komm, die stellste eben noch an.‘ Dann ist aber die Maschine noch voll und ich muss das Zeug erst mal aufhängen. Dann klingelt es an der Haustür, ich gehe nach oben, nehm ein Paket an und seh wieder die Küche, die furchtbar unaufgeräumt ist! Also leg ich da wieder los, während im Keller die halb ausgeräumte Wäsche wartet.

Ich bin einfach vollkommen unstrukturiert. Ich hab das schon oft versucht zu ändern. Mit Listen, Kalendern, festen Tagen, an denen ich bestimmte Dinge mache, aber das hab ich nie lange durchgehalten. Denn wenn ich mich in einem Raum nicht wohl fühle, kann ich dort zum Beispiel nicht schreiben oder zeichnen. Dann muss ich sofort aufräumen und kann nicht erst meine Schreib- oder Illustrations-Aufträge erledigen und den anderen Kram liegenlassen. Auch wenn ich es mir vorgenommen habe. Tja, so ist das nunmal. Ich glaub am wenigsten stressig ist es, das Verpeilt-Sein einfach anzunehmen. Gibt ja dadurch im Nachhinein auch immer neue witzige Geschichten, was? Und so ein Hollywoodfilm fällt auch nicht einfach so vom Himmel. Da muss es ja auch Vorbilder für geben 😉

Und an all die leicht verpeilten Mädels da draußen, wenn ihr euch besser fühlen wollt, lest mal die anderen Beiträge zur Blogparade. Wir sind nicht allein!

Liebe Grüße,

Eure Nätty

Mama und Kleinkind streiten kindisch

Irgendwie kommt mir das doch bekannt vor …

Liebes Bilderbuch-Mädchen,

glaube nicht, dass du dich beim „Nein! Doch!“-Spiel mit mir messen kannst. Ich halte das stundenlang durch! Ich hatte zwei jüngere Schwestern 😉

Es ist schon witzig wie oft man durch die lieben Kleinen eine Zeitreise in die eigenen Kindheit machen darf.

Als das Bilderbuch-Mädchen letztens auf ein „Nein!“ von mir immer wieder mit einem „Doch!“ geantwortet hat, war wieder einer dieser Momente.

Ich saß plötzlich mit meiner kleinen Schwester im Kinderzimmer und wir stritten darum, welche Farbe unsere neuen Fahrradhelme haben sollten. Es gab damals genau zwei Farben zur Auswahl. Neongelb und Neonpink. Iiirghs … Die 90iger halt. Was wollte man machen? Zu gern, hätte ich den pinken gehabt, aber den wollte meine Schwester auch, also wollte ich natürlich lieber den gelben Helm haben. Hauptsache nicht dieselbe Farbe wie meinem kleine Schwester. Ist doch klar, oder?

So ging es hin und her: „Ich nehme dann auch den gelben!“ beharrte meine kleine Schwester.

„Nein!“, wütete ich.

„Doch!“

„Nein!“

„Doch!“

etc. pp. …

Leider waren wir beide sehr erprobt in diesem Spiel, wie das bei Geschwistern nun mal so ist. So kam es wie es kommen musste, nach langem Gezanke entschieden die Eltern:

„Wenn ihr euch nicht einigen könnt, dann bekommt ihr jetzt beide den gelben! Ende der Diskussion!“ 

Tja, beim Bilderbuch-Mädchen und mir endete die Konversation damit, dass die Kleine die Küche verließ und ich sie im Wohnzimmer noch murmeln hörte: „Doch!“

Haha, also das mit dem „Immer-das-letzte-Wort-haben“ hat sie schon mal raus. In diesem Sinne freue ich mich jetzt schon auf die Teenie-Zeit mit ihr. Das wird bestimmt spaßig 😉

Gab es bei euch auch Situationen mit euren Kleinen, die euch sofort an die eigene Kindheit denken lassen? Ach, was frag ich. Bestimmt Tausende, oder?

Liebe Grüße,

Nätty

 

 

Familienmoment

#Familienmoment 14 – Das Einschlafgrölen

Heute hab ich mal wieder einen kleinen #Familienmoment für euch 🙂

Wir hatten ja früher öfter mal leidliche Phasen, was das Einschlafen angeht, die wir durchgestanden oder auf eine irgendeine Art lösen konnten (siehe hier oder hier).

Nun haben wir es über verschiedene Zwischenschritte in einem langsamen Prozess geschafft, dass keine Einschlafbegleitung mehr nötig ist. Teilweise wird hier jetzt sogar mit Begeisterung schlafen gegangen. Letztens z. B. machte der Papa das Bilderbuch-Mädchen nach dem Mittagessen für ein Mittagsschläfchen fertig und sagte:

„So, jetzt machst du einen kleinen Mittagsschlaf und dann geht der Tag weiter!“

Die süße Erwiderung lautete: „Einen großen Mittagsschlaf!“ Hihi, eindeutig meine Tochter!

Auch abends läuft es jetzt rund. Wir gehen nach dem Abendessen hoch ins Kinderzimmer. Es werden Zähne geputzt (ok, das ist immer noch sehr wild), dann wird gewickelt, Schlafsack angezogen, noch etwas gelesen und dann machen wir das Licht aus. Hier ist der Moment, indem das Bilderbuch-Mädchen eigentlich jedes mal verlangt: „Papa, noch was fragen!“

Ich nehme sie dann auf den Arm, wir wandern den Flur entlang rüber zum Papa und das Bilderbuch-Mädchen schmeißt sich direkt mit dem Kopf von meinem Arm in Richtung Papas Arme. Je nach Laune der Kleenen folgt dann eine Runde Familien-Kuscheln, es wird noch etwas rumgedruckst und dann heißt es: „Papa, noch eine Milch machen!“

Der Papa macht also die abendliche Milch fertig und ich gehe mit der Bilderbuch-Madame schon in ihr Zimmer.

„Im Bett warten!“, ruft sie gutgelaunt.

Es ist der Wahnsinn, sie will dann tatsächlich gerne ins Bett!

Ich decke sie zu, sie sammelt ihre Lieblingskuscheltiere um sich herum und los geht das Einschlaf-Gegröle. Als es das erste Mal soweit war – vor etwa zwei Wochen – hätte ich mich kaputtlachen können, daher ist das mein Familien-Moment der letzten Zeit.

Früher hab ich zum Einschlafen sanft „Lalelu“ gesungen, aber momentan singt die Kleine immer mit. Ich soll jetzt immer „Schlaf, Kindlein, schlaf!“ singen. Als wir in der Babyphase so große Einschlaf-Probleme hatten, habe ich mit für dieses Lied gefühlte 1000 Strophen einfallen lassen. Eine ist aber anscheinend besonders im Kopf geblieben. Und die singen wir jetzt jeden Abend zusammen. Nein eigentlich ist es wirklich eher ein Grölen (jeder Fanclub, dem meine Tochter mal beitreten sollte, kann sich glücklich schätzen). Hier unser Lied:

Ruh, Kindlein, ruh!

Die Mama ist ne KUH!

Der Papa ist ein GROßER Bär!!!!

Der liebt sein kleines Kindlein sehr,

ruh, Kindlein, ruh!

Das Lied wird sowas von schief geschmettert, aber das macht nichts, es ist immer einfach ein sehr schöner Moment.

Dann erscheint der Papa mit der Milch, das Bilderbuch-Mädchen bekommt noch einen Gute-Nachtkuss von Mama und Papa und dann gehen wir raus. Crazy, was? Und es wird nicht gejammert, geschrien oder sonst was. Höchstens noch etwas weitergesungen.

Wie im Bilderbuch! 😉

So, und jetzt hab ich es geschrieben … Das heißt, ab heute Abend klappt das wahrscheinlich nicht mehr …

Mehr Familien-Momente könnt ihr wie immer bei der lieben Küstenmami finden.

Hüpft doch mal rüber.

Alles Liebe,

Eure Nätty

Kleinkind lässt Mama nicht schlafe

#Kindermacken&Co – Blogparade

Heute gibt es noch ne Runde witzige Macken der süßen Kleinen hier auf dem Blog. Zu den älteren Marotten geht es hier entlang.

Diesmal hat Dienna vom Blog „Zwischen Windeln und Wahnsinn“ im Rahmen einer Blogparade dazu aufgerufen einmal die Marotten der lieben Kleinen rauszukramen. Klar, dass ich da nicht widerstehen konnte 😉

Darf ich vorstellen? Das Bilderbuch-Mädchen alias:

Dancing Queen / Rampensau / Party-Maus !!!

Unsere Kleine ist die unangefochtene Königin der Tanzflächen. Ob „Schmetterling, du kleines Ding“ oder „All the Single Ladies“ von Beyoncé. Wo Musik läuft, ist das Bilderbuch-Mädchen nicht weit und macht Party!!!

Letztens waren wir z. B. auf einer Hochzeit und ich hatte dem Bilderbuch-Mädchen Musik und Tanz versprochen. Und sie ist dann wirklich bei jedem Klang von Musik zum Tanzen aufgesprungen. Auch wenn es nur ein kurzes Zwischenstück während der Hochzeits-Zeremonie war. Und viel später als dann endlich auch von den Erwachsenen getanzt wurde, war sie gar nicht mehr runterzubekommen vom Dancefloor. Erst gegen 1:00 Uhr nachts – als wir sie in den Kinderwagen zwingen mussten, weil sie sich vor Müdigkeit kaum noch gerade halten konnte – schlief sie dann ein. Und zwar unter einem stetigen: „Noch weiter tanzen!“-Gemurmel.

Gesangstalent

Gesungen wird hier auch wirklich ständig. Vor dem Schlafen, nach dem Aufwachen, im Auto. Überall. Und ihr fällt es leicht sich gefühlt hunderte von Liedtexten zu merken und diese wann immer Langeweile aufkommt zum Besten zu geben. Letztens im Kinderwagen erschallte plötzlich ein: „Die Räder am Kinderwagen drehen sich rum, rum, rum, durch die gaaanze Stadt!“

Kommentatorin

Immer noch wird hier wirklich alles bis ins kleinste kommentiert. Unser Abendessen hört sich manchmal son an: „Du isst Brot, Mama. Ich esse Brot, Mama. Papa isst Brot, Mama. Wir essen alle Brot!“ Ein bisschen witzig ist es schon wenn alles, was man macht kommentiert wird.

Selfie-Königin

Schnuten ziehen, Grimassen schneiden oder lachen – Alles kein Thema für das Bilderbuch-Mädchen, wenn es um das perfekte Selfie geht. Seit sie das mit ihrer Großcousine geübt hat, gehört „ein Selfie machen“ wie selbstverständlich zu ihrem Repertoire.

Kitzel-Monster

Sobald man hier mit nackten Füßen herumläuft, muss man aufpassen. Sofort kommen zwei kleine Händchen auf einen zugestürzt, um einen durchzukitzeln.

Fürsorglich

Wird irgendwo geweint, kann man sicher sein, dass das Bilderbuch-Mädchen zur Stelle ist. Trösten in drei Schritten ist dann angesagt:

Schritt 1: Es wird festgestellt: „Da weint ein Baby!“ (eigentlich egal wie alt die weinende Person wirklich ist).

Schritt 2: Traurige Person wird tröstend in den Arm genommen.

Schritt 3: Es wird beruhigend auf traurige Person eingeredet: „Alles wieder gut!“

Keine Pause für die Mama!

Mama DARF NICHT liegen! Sinke ich mal erschöpft nach einem harten Tag auf den Boden im Kinderzimmer während wir dort spielen oder wage es mich in mein Bett zu legen, während das Bilderbuch-Mädchen wach ist, erschallt ein empörtes: „Mama, nicht schlafen!“ oder „Aufstehen, Mama!“ Dann werde ich wieder hochgezogen. Wenn ich dann nicht stehe, sondern NUR sitze, höre ich ein: „Noch mehr aufstehen!“ 😉

Ich will das nicht! Oder vielleicht doch … ?

Also eigentlich will das Bilderbuch-Mädchen erst mal grundsätzlich gar nichts von dem was man ihr so vorschlägt. Im Kinderwagen spazieren fahren? „Ich will das nicht … Ich will das nicht … Ich will das nicht …“

Sitzt sie dann erst mal im Kinderwagen und es geht los, ist das Widerstreben plötzlich vergessen und es wird begeistert singend im Kinderwagen eine Spazierfahrt unternommen …

Höflichkeitsfloskeln

Des Öfteren probiert sie etwas Neues zu Essen und frage ich sie danach: „Und? Schmeckt es?“, so antwortet sie eigentlich immer: „Mhmmm, lecker!“ Aber oft schiebt sie dann den Teller nach diesem einen Bissen weg und erklärt: „Satt!“ Ähm ja … War wohl doch nicht so lecker 😉

So, das waren nun die süßen Eigenarten des Bilderbuch-Mädchens mit nun fast 23 Monaten. Mehr liebenswerte Marotten findet ihr bei Dienna. Hüpft doch mal rüber zu ihr. Vielleicht habt ihr ja auch selbst Lust bei ihrer Blogparade #Kindermacken&Co mitzumachen? Bis zum 31.08.2016 habt ihr noch Zeit 🙂

Alles liebe,

eure Nätty

San Francisco Cable Car

Wie wir einmal ohne Geld in San Francisco dastanden … (Werbung)

In dem Moment als ich verzweifelte und mir klar wurde, wir sitzen jetzt hier in San Francisco auf der Straße mit einem Restbudget von ca. 10 Dollar und ohne irgendeine Möglichkeit an Geld zu kommen, schoss mir schon der Gedanke durch den Kopf: „Im Nachhinein wird das bestimmt eine sehr lustige Geschichte ergeben …“ Aber wohl gemerkt erst im Nachhinein.

Unsere Amerika-Rundreise war ein Traum, den mein Mann und ich uns 2013 (noch ohne das kleine Bilderbuch-Mädchen also) erfüllten.

Ein Großteil unserer Reise lag bereits hinter uns als wir San Francisco erreichten. Wir checkten im Hotel ein, wobei klar wurde, dass irgendwas mit meiner Kreditkarte nicht stimmte (übrigens die einzige Kreditkarte, die wir im Urlaub mithatten).

Wir versuchten uns aber nicht zu viele Gedanken zu machen und zahlten erst mal das Hotel nur für eine Nacht in bar. Das Geld hatten wir gerade noch. Wir gingen abends nur noch kurz zum Strand, um dann nach einem leckeren Abendessen in unsere gemütlichen Hotelbetten zu fallen.

Der Tag darauf sollte eine schöne Erkundungs-Tour durch die Stadt werden. Eine Fahrt mit den berühmten Cable Cars wäre ja toll gewesen, oder? Wir fuhren also ohne besonders konkrete Pläne in die Innenstadt und gönnten uns dort erst mal so einen richtig fiesen amerikanischen Kaffee mit viel Sirup, Milch und Gedöns, so dass man danach eigentlich den ganzen Tag nichts mehr zu essen brauchte.

Danach versuchte ich dann am Automaten Geld abzuholen. Vielleicht hatte ja nur das Kartengerät des Hotels eine Macke gehabt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, nicht wahr?

Tja, nun, leider wurde die Hoffnung direkt zunichte gemacht. Denn was sagte mir der freundliche Geld-Roboter: Kreditkarten-Limit erreicht. Sorry, Kohle gibt es jetzt keine mehr. Von einem Moment auf den anderen bekam ich wackelige Knie und das Herz rutschte mir in die Hose …

Aber, aber, wer wird denn gleich in Panik ausbrechen? War ja eigentlich alles kein Problem. Ich hatte ja noch meine EC-Karte und die hatte ich ja natürlich fürs Ausland freigeschaltet vor der Reise! Ich klopfte mir innerlich auf die Schulter, steckte die Karte in den Automaten uuuund … Ähm ja, und nichts … Blackout. Seit fast drei Wochen hatte ich die Karte nicht benutzt und mir fiel partout meine Geheimzahl nicht mehr ein. Mein Panik-Level stieg wieder ins Unermessliche und das trug nicht dazu bei, dass ich mich besser erinnern konnte. Immerhin fielen mir später drei Zahlen des Codes ein. Ich scheiterte aber immer an der letzten Zahl. Und es kam wie es kommen musste:

Die Karte wurde gesperrt.

Mein Mann hatte seine EC-Karte nicht freigeschaltet fürs Ausland, diese Option fiel also auch flach. Wir hatten ja auch damit gerechnet, dass eine Kreditkarte, eine freigeschaltete EC-Karte und einen Teil Bargeld genug Sicherheit wären. Hätte man ja auch meinen können, oder? Wer rechnet schon mit soviel Verpeiltheit???

Naja, warum sollte man denn jetzt in Stress verfallen?

Im Zeitalter des Online-Bankings und Telefonbankings ist doch alles möglich, oder? Ich rief also meine Bank an, erklärte verzweifelt, dass wir ohne Geld in Amerika stünden, nicht wüssten, wo wir des Nachts schlafen sollten, geschweige denn, wie wir bis zu unserem Abflughafen nach L.A. kommen sollten (vielleicht hab ich auch ein bisschen geweint bei diesem Telefonat), aber gebracht hat’s nichts …. Denn ich hatte meine Telefon-Pin nicht dabei. Und ohne die kein Telefon-Banking – Logisch. Übers Online-Banking funktionierte das Erhöhen des Kreditkarten-Limits leider auch nicht. Am liebsten hätte ich mich einfach im Bett verkrochen … Unser Hotel hatte so gemütliche Boxspringbetten, kennt ihr die? Darin hätte man sich einfach in eine Traumwelt flüchten können.

Nun gut, aber Träume sind Schäume und irgendwie brauchten wir eine Lösung. Wir riefen die lieben Schwiegereltern an und erklärten, wo in unserer Wohnung sie vielleicht die Pin zu meinem Telefon-Banking finden könnten. Netterweise machten die sich sofort auf den Weg, um uns zu helfen. Leider fanden sie nur eine veraltete Nummer, die uns nichts brachte.

Hatte ich erwähnt, dass es sich um den Anfang des Pfingst-Wochenendes handelte? Sprich alle Banken in Deutschland würden in Kürze nun schön erst mal für drei bis vier Tage geschlossen sein. Aaaaaah!!!

Mein Mann blieb aber zum Glück cool und ergoogelte uns dann DIE Lösung. Hach, mein Held! Wir konnten uns nämlich selbst Bargeld schicken an eine Bank vor Ort in Amerika!

Wir fuhren zurück in unser Hotel und ich wünschte, es wäre da schon sicher gewesen, dass wir unsere Nacht auch dort in den gemütlichen Betten würden verbringen dürfen. Wir füllten online an unserem Laptop alle nötigen Formulare aus und warteten gespannt. Kurze Zeit später wurden wir informiert, dass alles geklappt hatte und wir das Geld nun bei einer Partner-Bank abholen könnten.

Dafür hatten wir aber nur noch 7 Minuten Zeit, denn dann schlossen die Banken und zwar für mindestens drei Tage …

Internet sei Dank erhielten wir schnell die Information, dass die nächste Partner-Bank direkt um die Ecke war. Es lag also nicht im Bereich des Unmöglichen es zu schaffen.

Schweißgebadet hechteten wir ins Auto. Mit quietschenden Reifen ging es los. Die Bank war innerhalb von drei Minuten erreicht.

Doch, oh Schreck, kein Parkplatz war zu finden …

Also sprang ich raus um den Rest zu regeln, während mein Mann Runden um die Bank drehte. Man, war ich aufgeregt!

Als ich in die Bank stürmte, wollte eine Bankangestellte gerade Feierabend machen und die Filiale schließen. Völlig aufgelöst und in meinem gebrochenem Englisch versuchte ich zu erklären, was los war. Und es klappte tatsächlich! Der Service war echt einmalig! Die beiden Damen, die noch vor Ort waren, waren unglaublich nett und verschoben ohne Murren ihren Feierabend für mich. Freundlich halfen sie mir beim Ausfüllen aller weiteren Formulare und waren danach selbst total gutgelaunt, weil sie meinen Tag gerettet hatten. Und das hatten sie wirklich!

Mir sind 1000 Steine vom Herzen gefallen und als ich beschwingt aus der Bank kam, konnte wohl auch mein Mann – der im Auto wartete – direkt sehen, dass alles geklappt hatte. Urlaub gerettet!

Und ihr glaubt nicht wie erleichtert ich abends im Hotel in unser Traumbett gefallen bin!

Und nun kann ich es ganz offiziell sagen, im Nachhinein ist es wirklich eine erheiternde Geschichte. Bin aber froh, dass sie ausgestanden ist 😉

Eure Nätty

Familienmoment

#Familienmoment 13 – Warum Babys bei meiner Tochter nicht weinen ;)

Die Zeit, die Zeit, das ewige Dilemma. Mehr als eine Woche sind ins Land gegangen seit meinem letzten Post. Eine Ewigkeit in diesem Parallel-Universum, das sich Internet schimpft.

Es also Zeit für etwas Neues aus dem Hause „Bilderbuch“. Da bietet sich doch ein kleiner, feiner #Familienmoment zur Aktion der Küstenmami an.

Es geschah also wie folgt in der letzten Woche:

Bei schwüler Hitze hatte die Mutti, die tolle Idee im Garten etwas umzugraben. Während ich so schuftete und das Bilderbuch-Mädchen abwechselnd vom Planschbecken zum Kinderlieder hören ins Wohnzimmer hin und her eilte, hörte ich plötzlich ein Rumpeln.

Nanu?

Erst mal der Check: Das Bilderbuch-Mädchen war in Sichtweite und definitiv nicht der Urheber der Rumpelei.

Also, erst mal weitergearbeitet. Dann erneut:

Polter, Polter …

Zaghaft begebe ich mich vom Garten durchs Wohnzimmer in Richtung Haustür. Und sieh an, die kleine Nachbarstochter steht samt Laufrad auf der Matte. Ich öffne und schon murmelt sie etwas von „Mama, Papa zuhause. Spielen!“

Ich weise ihr den Weg zu meiner Tochter und schwups spielen die beiden auch schon bei uns im Garten im Matschbecken. Süß! Ich freu mich innerlich, dass die beiden bald in eine Kindergartengruppe kommen werden.

Kurze Zeit später tauchen auch die Eltern der Nachbars-Tochter samt kleiner 4 Wochen alten Schwester auf. Und auch mein Mann kehrt von der Arbeit heim. Die Gartenarbeit ruht. Da stehen wir zwei kleinen Familien und quatschen. Irgendwie schön. Die Sonne scheint. Ich wiege mittlerweile das Baby auf dem Arm und wundere mich wie leicht es ist. War das Bilderbuch-Mädchen auch mal so leicht? Naja, so entspannt war es in diesem Alter auf jeden Fall selten. Selig schläft die Kleine.

„Baby, willst du runter?“ Höre ich plötzlich das Bilderbuch-Mädchen fragen. „Matschbecken spielen?“

„Nein, dafür ist sie noch zu klein.“ erwidere ich lachend.

„Traut sich nicht?“ fragt das Bilderbuch-Mädchen.

„Nein, leider kann sie das noch nicht, aber sicher wird sie bald mit euch spielen.“ versichere ich meiner kleinen Maus.

So, das war nun die Vorgeschichte zu meinen Familienmoment.

Wie sehr das Baby meine Kleine begeistert hat, zeigte sich nämlich am nächsten Tag.

Auf dem Weg zu Oma und Opa musste die kleine Puppi des Bilderbuch-Mädchens auf jeden Fall mit. Und die hatte plötzlich einen Namen und zwar den des kleinen Babys vom Vortag. Das war so süß. Wurde die Puppi in den Tagen vorher oft achtlos an einem Bein getragen, so wurde sie nun plötzlich ganz vorsichtig angefasst. Teilweise wurde sogar ihr Köpfchen gestützt 😉 Zu niedlich!

Da, das Baby am Vortag einmal kurz geweint hat, fragte ich das Bilderbuch-Mädchen zum Spaß: „Und? Weint dein Baby auch manchmal?“

„Nein, das Baby ist glücklich bei mir!“

Haha, so einfach kann das nämlich sein. Wenn man möchte, dass sein Baby nicht schreit, muss an es einfach nur glücklich machen. Tja, mein Mädchen weiß anscheinend, wie man mit Babys umgeht.

Das war mein kleiner Familienmoment für euch heute. Wie so oft: Besser spät als nie 😉

Mehr Momente findet ihr hier. Hüpft doch mal rüber!!

Alles Liebe,

Nätty

Ich hab dich lieb

Wenn das Herz auf der Zunge liegt …

… steht das Plappermäulchen niemals still!

Was soll ich sagen? Meine Name ist Natalie, ich bin eine Schnatterlie. Und meine Tochter halt auch.

Das kleine Plappermaul spricht mit 22 Monaten gefühlt wirklich JEDEN Gedanken aus. Meistens ist das sehr süß. Manchmal auch ein bisschen nervig ;D

Das Bilderbuch-Mädchen kommentiert fast jede ihrer Handlungen und auch alle Handlungen ihrer Mitmenschen und die Handlungen jeglicher Tiere in der Umgebung.

Versucht sie zum Beispiel ihre Schuhe anzuziehen, klingt das in etwa so:

„Das geht nicht, Mama! Das geht nicht, Mama!! Das geht nicht, Mama!!!“ Weinerlich, jammernd, schaut sie mich dabei anklagend an, als wenn ich etwas dafür könnte. Unter lautem „Geht nicht, Mama!“-Gejammer wird weiter probiert, bis es endlich heißt: „Doch. Geht doch. Geht doch, Mama!“ Stolz steht sie dann vor mir. Meist mit verkehrt herum angezogenen Stiefeln, aber sie hat sie SELBER angezogen und darauf kommt’s ja an.

Alles was sie so gerade macht, erzählt sie uns auch: „Ich spiel mit dem Ball. Ich puzzle. Ich geh jetzt nachhause. Ich male. Ich knete.“ Ahja, wissen wir also Bescheid.

Bevor sie etwas macht – zum Beispiel „Rutschen“ – sichert sie sich immer die Aufmerksamkeit ihres Publikums:

„Jetzt pass mal auf, Papa!“, „Schau mal, Mama!“

Umarmen wir Eltern uns, dann kommt direkt von unten der Kommentar: „Mama und Papa haben sich lieb!“

Jegliche Tierart bittet sie eindringlich mit auffordernden Gesten zu sich: „Komm her, Fliege! Komm her, Katze!“ Ok, nicht nur Tiere, auch Gegenstände: „Komm her, Auto!“

Laufen Tiere vor ihr weg oder fliegen vor ihr davon – manche Tiere haben komischerweise gebührenden Respekt vor freudig kreischenden Kleinkindern – vermutete sie: „Vielleicht Angst gehabt die Taube …“

Hat man das Bilderbuch-Mädchen um sich, dann kann man sich gewiss sein, dass man häufig gelobt wird. Letztens als ich ihr ein Gute-Nacht-Lied gesungen habe, kommentierte sie anerkennend: „Super, Mama! Das machst du aber super! Klasse!“ Wenigstens einer in diesem Haus weiß meine Gesangskünste zu schätzen.

„Das war aber schön! Das war ein schöner Tag. Das war ein Spaß-Tag. Das macht Spaß, oder?“ Jaha, Spaß erkennt die kleine Maus sofort. Und das muss natürlich auch kommuniziert werden. Ich liebe es ja, wenn sie das sagt, da freut man sich doch, was richtig gemacht zu haben.

Bevor so ein Spaß aber losgehen kann, muss man natürlich erst mal ein paar Worte sagen. So, zum Beispiel als wir letztens auf einem Spaziergang eine Pfütze vorfanden:

„Das ist aber eine super Pfütze, Mama!“ (springt rein)

Im weiteren Verlauf des Spaziergangs stießen wir auf ein besonderes Highlight: „Hundekacke“. Die war so faszinierend, dass wir nachdem wir schon gut 30 Meter entfernt waren, nochmal zurück mussten um „mal zu schauen“. Nachdem das Fundstück ausgiebig betrachtet worden war, sprach das Bilderbuch-Mädchen auf einmal: „Hunde-Aa wegzaubern! Ene, mene, meck, Hunde-Aa weg. Hex Hex! Geht nicht, Mama!“ Anklagender Blick in meine Richtung. Komisch … Naja, zaubern kann halt nur der Papa:

Wir spielten abends einmal Ball im Kinderzimmer als der Papa den Ball auf einmal versteckt hat. „Ball weggezaubert!“, rief das Bilderbuch-Mädchen erstaunt.
„Ja, Papa kann zaubern,“ sage ich.
„Ok.“ Das Bilderbuch-Mädchen nickte.  Wenn Mama das sagt, dann wird das wohl so sein.

Ihre Tisch-Konversation ist übrigens auch sehr löblich. Sie fragt gern in die Runde, ob es denn auch schmeckt: „Schmeckt`s, Ur-Opa?“

Sie lobt auch gern die Köchin: „Mhm, lecker. Mama hat gut gekocht!“ (Komischerweise, verlässt sie nach diesem Satz des Öfteren den Tisch ohne einen weiteren Bissen zu essen. Und jetzt weiß ich auch nicht …)

„Papa, bist du satt? Bist du fertig?“ Ja, ok, wir brauchen ihr meist zu lange beim Essen. Ist vielleicht doch nicht der höflichen Tisch-Konversation hinzuzufügen. Etwas aufdringlich ist auch der „Wir haben Hunger, Hunger, Hunger …“-Gesang vor dem Essen, wenn es nicht schnell genug geht.

Anderes Thema: Grenzen setzen, kann sie auch schon ganz gut. Will ich ihre Haare kämmen, höre ich nicht selten: „Lass das, Mama! Das sind meine Haare!“

Gelernt hat sie auch, das man mit Kinder, mit denen man schimpft oft mit Vor- und Zunamen anredet. Gerne ermahnt sie in diesem Stil auch ihrem Cousin. Das ist einfach zu witzig. „Maximilian Hansen*, nicht da dran gehen!“

Erregt etwas ihre Aufmerksamkeit was sie nicht zuordnen kann, fragt sie: „Was passiert da? Was passiert denn da, Mama. Was ist das, Mama?“

Bei eigentlich allem, was man extra außer ihrer Reichweite deponiert hört man schnell ein höfliches: „Komm ich nicht da dran …Darf ich das haben?“ Antwortet man mit „Nein“ erschallt ein lautes: „Das haben! Das! Das haben!“ (Heulanfall). Aber ich möchte hier löblich erwähnen, dass sie sehr oft erst mal höflich um Dinge bittet, die sie gern haben möchte, wie letztens als wir vor dem Kiosk in einem Freizeitpark standen und sie sagte: „Ich hätte gern ein Eis!“ 

Wortkreationen von Kleinkindern sind ja auch immer wieder genial. Wollen sie etwas sagen, aber wissen das genaue Wort nicht, dann greifen sie halt auf Eigen-Kreationen zurück. Die neusten des Bilderbuch-Mädchens sind: „Mückenstecher“ (Mückenstich) und „Alarmi“ (Salami)

Gehen wir in den Garten kommentiert sie es mit einem freudigen: „Raus mit euch!“

Seit kurzem nutzt sie die Worte „dringend“ und „endlich“. Noch finde ich das ja unheimlich süß. Mal sehen, wie das in ein paar Monaten ist 😉

Letztens auf dem Weg in den Tierpark hatte ich dem Bilderbuch-Mädchen beim Einsteigen ins Auto versprochen, dass wir Ziegen füttern fahren. Wir machten vorher noch einen Stop bei Supermarkt, um etwas Proviant zu kaufen. Da hörte ich eine Beschwerde von der Rückbank: „Wann jetzt ENDLICH Ziegen füttern?“

Abends meinte sie letztens zu mir: „Ich muss dringend schlafen! Ich muss jetzt dringend schlafen.“ Dann legte sie sich auf den Boden. Leider war das anscheinend nur so ein Ausspruch, denn als ich sie dann ins Bett bringen wollte, war sie gaaar nicht mehr müde …

„Ich schlaf noch!“ So schallte es mir heute morgen entgegen und dann hat sich die süße Maus einfach nochmal eingekuschelt, die Augen zugekniffen und geschnarcht. Das war zu witzig.

Ich könnte ewig so weiterschreiben, ihr wisst schon mein Schnatter-Gen. Aber nun ist Schluss. Nur noch meine Lieblings-Sätze möchte ich kurz anmerken. Schon oft hat das Bilderbuch-Mädchen zu mir gesagt: „Mama lieb!“ und letztens hat sie zum Papa gesagt: „Ich hab dich auch lieb.“ Und heute, ja heute durfte ich es auch endlich von ihr hören:

„Ich hab dich lieb, Mama! Du hast mich auch lieb.“

Die schönsten Worte für mich 🙂 Da schmelzt das Mama-Herz natürlich dahin und die Welt ist schön. So, ich schwebe jetzt mal vor mich hin im siebten Himmel. Isset nich schön mit den lieben Kleinen?

Eure Nätty – Schnatterlie

*(Name geändert)

Zaehneputzen Kleinkind Mama

#Familienmoment Nr. 12 – Zähneputzen und was fürs Herz und noch mehr!

Schon zweimal hintereinander habe ich es verpasst bei der Familienmomente-Aktion der lieben Küstenmami mitzumachen. Shame on me! In den Wochen hat sich natürlich so einiges angesammelt an kleinen belanglosen oder witzigen oder auch zauberhaften Momenten. Daher habe ich mich entschieden heute mal eine kleine Auswahl kurz anzureißen, anstatt einen Moment besonders hervorzuheben. Los geht`s:

1) Das Zähneputzen

Ja nach Laune der Bilderbuch-Madame kann das Zähneputzen schon mal in einem kleinen Drama enden. Letzte Woche habe ich allerdings herausgefunden, wie es sogar richtig Spaß machen kann:
Ich putzte so meine Zähne vor mich hin, während die Maus auf ihrer Zahnbürste herumkaute, als sie plötzlich hervorschnellte und befahl: „Mama, jetzt mal schön ‚Aaaah‘ machen!“
Ich hab natürlich gleich aufs Wort gehorcht und los ging es: Mehr oder weniger sanft wurden meine Zähne (Augen, Nase, und was man alles so aus Versehen treffen kann) geputzt. Gleichzeitig durfte ich dann ganz ohne Drama die Zähne des Bilderbuch-Mädchens putzen. Ok, der Schwierigkeitsgrad ist nicht zu unterschätzen, aber irgendwas ist ja immer …

2) Wir sind eine Familie

Das ist definitiv mein liebster Familienmoment der letzten Zeit.

Abends, wenn das Bilderbuch-Mädchen nicht gut einschlafen kann, fragt sie immer den Papa, ob der ihr noch ein Fläschchen Milch macht. Heute Abend hatte ich sie auf dem Arm und sie wollte den Papa nach ihrer geliebten Milch fragen. Sie stürzte sich quasi von meinen in seine Arme, hat ihn herzlich umarmt und gesagt: „Wir gehören zusammen!“ Das war sooo süß!
Des öfteren umarmen wir uns nämlich zu dritt und dann sage ich immer: „Wir sind eine Familie! Wir gehören zusammen!“

Als wir das letztens in der Küche gemacht haben, antwortete das Bilderbuch-Mädchen mir mit: „Für alle Zeit!“ Oh, zum dahinschmelzen. Diesmal war das kein Zitat aus einem Bilderbuch, wie hier. Sondern aus der Serie „Mascha und der Bär“. Dort gibt es nämlich so ein süßes Lied, indem gesungen wird: „Wir sind eine Familie, für alle Zeit!“ Auch wenn es nur daraus zitiert wurde, war ich dennoch sehr gerührt, da es in dem Moment auch so toll passte und sie uns dann ganz fest umarmt hat. Ich bin immer wieder erstaunt was sie sich alles so merken kann und wie toll sie schon spricht mit ihren 22 Monaten.

3) Gesangseinlagen

Das Bilderbuch-Mädchen singt grad so viel. Das ist einfach zu süß. Manchmal zum Einschlafen und eigentlich immer morgens zum Aufwachen ertönt aus dem Baby-Phone fröhlicher Gesang. Diese Woche waren wir zusammen mit dem Papa im Supermarkt. Ich bin nochmal zurück zum Eingang gelaufen, weil ich da noch was vergessen hatte, während mein Mann und die Kleine schon an der Kasse standen. Dennoch konnte ich laut und deutlich das Bilderbuch-Mädchen krakeelen hören: „Alle meine Täubchen gurren auffem Dach! Gurren auffem Dach!“ (Mal wieder die niederrheinische Version 😉 ) Immer wieder kleine Glücksmomente, wenn man sein Kind so fröhlich und frei singen hört.

4) Witzige Wortkreationen

Wegschmeißen können, hätte ich mich, als die Kleine letztens am Abendbrottisch eine „Alarmi“ verlangte.

„Was möchtest du?“ fragte ich amüsiert nach.

„Eine Salmanie?“ verbessert sie sich.
„Wie heißt das?“
„SALAMI!“
Aha. Aber „Alarmi“ fand ich auch spitze 😉

5) Sinnlose Dinge genießen

Einfach Arm im Arm auf dem Küchenboden liegen und die Decke anstarren. Warum auch nicht?

6) Unbeschwertheit

Heute waren wir in einem Freizeitpark und wir haben in jedem Moment diese tolle Unbeschwertheit unserer Kleinen genossen. Tiere füttern, Klettern, Rutschen, Bahn fahren. Alles hat die Augen unserer Kleinen zum leuchten gebracht. Dem Bilderbuch-Mädchen zuzusehen, wie sie – egal wo es hinging – immer gerannt ist und gelacht hat und gestaunt. Das war toll. Jeder, der an solch kindlicher Begeisterung teilhaben darf, hat großes Glück. Ich hatte heute auf jeden Fall so viele Glücksmomente im Bauch, dass der ganze Tag ein wunderschöner Familienmoment für mich war.

 

Familienmoment

 

Waaas? Das reicht euch immer noch nicht an Familienmomenten? Dann schnell rüber zur Küstenmami, da gibt’s noch mehr!

Alles Liebe,

Eure Nätty

Helikopter-Mama meckert rum

Erkenntnisse einer meckernden Helikopter-Mami …

(… die gerne eine Bilderbuchmama wäre)

Seit letzter Woche plagt das Bilderbuchmädchen und mich eine Husten- und Kopfschmerzreiche Erkältung.

Wäääh … 

Und soll ich euch was sagen? Wir haben trotzdem fast alle unsere Termine durchgezogen. Wir waren im Irrland, haben uns mit der Krabbelgruppe getroffen, einen Sandkasten*  mit Papa aufgebaut (ok, Papa hat aufgebaut während wir im Weg rumstanden) und den Sand dafür besorgt. Alles erledigt, aber warum haben wir uns nicht einfach drinnen etwas Ruhe gegönnt? Hahahahahaha … (Ihr hört mich leicht hysterisch lachen).
Ähm, solange kranke Kleinkinder nicht mit 40 Fieber im Bett oder wahlweise in Mamas Armen liegen, gibt es zuhause keine Ruhe. Nicht für die kranke Mama und nicht fürs kranke Kleinkind. Solange man es noch irgendwie schafft sich aus dem Haus zu schleppen, ist es dort auf jeden Fall weniger anstrengend als drinnen. Das ist zumindest meine Erfahrung.

Ich war trotzdem durchgehend müde und platt und hab nur das Nötigste auf die Kette bekommen. In den ersten Tagen war auch noch die Laune meiner kleinen Maus total im Keller. Vermutlich weil es ihr so mies wie mir ging. Diese Vermutung änderte leider nichts daran, dass ich hätte ausrasten können!
Denn nichts, aber auch gar nichts konnte man der Bilderbuch-Madame zu der Zeit Recht machen.
Ehrlich, ich habe versucht geduldig zu sein und trotz hämmernder Kopfschmerzen nicht auszurasten, weil die Kleine ständig nur gebrüllt hat. Und das obwohl ich versucht habe – ganz attachment-parenting-like – zu agieren (hat dann irgendwann auch so gar nicht mehr geklappt). Ein Beispiel: Normalerweise lasse ich ja gern mal mit mir reden, wenn es um die Wahl der Jacke geht. Heute nicht die blaue? Nun gut, dann vielleicht die pinke zur roten Hose oder bis zum Auto lieber gar keine? Bin vollkommen offen für die Meinung zu diesem Thema und das Bilderbuch-Mädchen darf gern entscheiden.

Nicht so aber letzte Woche, denn egal, was ich nach ihrem lauten „Neiheihein!!!“ – Geheule als Alternative vorschlug, es wurde danach nur noch lauter geschrien. Mit dem Gesichtsausdruck, der sagt: „Keiner versteht mich! Warum tut Mama mir das an! Nie machen wir was ich möchte (was immer das in diesem Moment war …) Die Welt ist soooo ungerecht!“ Kennt ihr den Gesichtsausdruck auch von euren Kleinen?

Und irgendwann ist einfach Schluss. Dann wird halt die blaue Jacke angezogen, trotz Schreien. Dann laufen wir halt unter Geschrei zum Auto, was will man machen, wenn man nun mal Termine hat?

Weitere Schreigründe lieferten in der letzten Woche unter anderem:

  • Unsere Uneinigkeit darüber, wieviele Obst-Quetschies ein Kleinkind am Tag verdrücken darf.
  • Die Frage, warum Spülen nicht bedeutet, dass man das Wasser volle Kanne aufdreht und die Hand direkt darunter hält, um somit die ganze Küche unter Wasser zu setzen.
  • Die Diskussion darüber, warum man als Kleinkind mit dem Laufrad auf dem Bürgersteig zu bleiben hat und nicht auf die Straße fahren darf.
  • Das abendliche ins Bett bringen. Das hat mal wieder katastrophalte Zustände angenommen, die wir aber zum Glück nach drei Nächten klären konnten.
  • Alle möglichen Kleinigkeiten … Sie wissen schon.

Vor meinem inneren Auge zog ich schon einen kleinen Tyrannen heran.

Ein Kind, dass nur schreit, sobald es seinen Willen nicht bekommt und einem auf der Nase herumtanzt. Und was hatte man mich gewarnt. Da war es: das verzogene Kind, das keine Grenzen kannte. Hah, verwöhnt! Selber Schuld. Haste jetzt davon!

Doch dann fiel mir etwas auf. Ok, zugegebenermaßen bin ich nicht ganz allein drauf gekommen. Am Dienstag waren das Bilderbuch-Mädchen und ich bei einem Treffen mit einigen Müttern von der alten Krabbelgruppe und wir kamen auf das Thema Wutausbrüche bei Kleinkindern zu sprechen. Und ja, es wurde ein Zusammenhang hergestellt zwischen Mamas Laune und der des Kindes. Wir alle kamen überein, dass die Kinder wirklich viel öfter ihrer Wut freien Lauf lassen, wenn auch Mama einen schlechten Tag hat und z. B. besonders viel motzt.

Und jetzt ratet mal … Ja, in den Erkältungstagen haben wir uns gegenseitig so richtig schön aufgeschaukelt. Schlimm. Ich war nur noch gereizt. Mich hat aber auch alles gestört. Denn jedes Mal, wenn ich etwas verbieten musste und das Bilderbuchmädchen lautstark ihren Unmut äußerte, war ich unverhältnismäßig genervt. Mir ging es ja schlecht. Mein Kopf und so … Aber dem Bilderbuch-Mädchen ging es auch schlecht. Husten und so … Kann einem schon mal die Laune vermiesen. Daher wohl auch die noch häufigeren Wutausbrüche als sonst schon in der Autonomie-Phase. Mein Nervenkostüm war nur noch hauchdünn. Ein umgekippter Kakao? Gleich eine Katastrophe für mich. Ich holte schon aus zu meiner üblichen Predigt: „Pass doch bitte mal besser auf. Hampel nicht so rum auf deinem Stuhl. Jetzt müssen wir dich noch umziehen … etc. Zeter – Blablablub.“

Da zitierte meine Maus aus einem Bilderbuch: „Das war der Kakao … ‚Macht nichts,‘ sagt Mama und wischt den Tisch sauber. Dann holt sie einen neuen Pullover.“

Wahnsinn …

Ich bin vollkommen verdattert. Erstens, weil sich die kleine Madame soviel merken kann und zweitens, warum die liebe Bilderbuch-Mama so locker flockig: „Macht nichts,“ flötet und ich schon wieder nur am Meckern bin und zwar auf 180. Mein Dauer-Mecker-Modus geht mir dabei ja selbst schon auf den Keks. Kein Wunder, dass der bei meiner Maus zu Wutausbrüchen führt.

Nun gut, trotz „Bilderbuchbaby“ werde ich wohl so schnell keine Bilderbuch-Mama, die immer nur gutmütig und entspannt jede Lebenslage annimmt (meine Omi konnte das ja), aber ich gebe mir Mühe weniger zu meckern. Versprochen. Vielleicht wird ja dann auch weniger zurückgemeckert.

Abends in einem Gespräch mit meinem Mann kam auch noch heraus, dass ich weniger bei belanglosen Sachen motzen könnte, dafür vielleicht öfter mal bei wichtigeren Dingen eine Grenze ziehen sollte. Reden hilft ja ungemein. Während unserem Gespräch fiel auf, dass ich echt übervorsichtig bin. Ich verbiete häufig Dinge, weil ich weiß, dass sich das Bilderbuchmädchen wehtun KÖNNTE, WENN DENN etwas schiefgehen sollte. In Wirklichkeit traue ich ihr oft zu wenig zu und selbst wenn sie sich mal eine Beule abholt, dann lernt sie daraus, das nächste Mal vorsichtiger zu sein. Ich alte Helikopter-Mama. Auch auf diesem Gebiet versuche ich mich zu bessern. Mein Kind soll ja auch aus Fehlern lernen dürfen. Außerdem nimmt sie mein „Nein!“ vielleicht auch etwas ernster, wenn ich nicht bei jeder Kleinigkeit panisch damit um die Ecke komme 😉

So viele Erkenntnisse in der letzten Woche. Man lernt wirklich nie aus. Erziehung ist echt gar nicht so einfach. Leider werden diese Kinder ja alle ohne Betriebsanleitung geliefert und wenn ich auch sonst keine lese, gäbe es eine für mein Kind, ich würde sie verschlingen ;)))

Eure Nätty

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Mama zeigt Baby ihrer Oma

Oma ist die Beste (Blogparade)

Es gibt im Moment viele Blogparaden, an denen ich gern teilnehmen würde. Leider reicht die Zeit nicht für alle. Doch an der Blogparade von Anke von mama-geht-online kam ich nicht vorbei. Ein Thema über das ich schon sehr lange schreiben wollte:

Oma ist die Beste – Doch warum eigentlich?

Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, dann hat meine liebe Oma da immer einen ganz besonderen Platz.

Allein wenn ich nur an sie denke, wird mir ganz warm ums Herz. Sie hat so viel Liebe, Wärme und Geduld ausgestrahlt. Wirklich bewundernswert. Ich war unheimlich gern bei ihr, ob als Kleinkind, Kind, Teenie oder junge Erwachsene. Meine Oma war ein besonderer Mensch für mich und das wird sie in meinem Herzen immer bleiben.

Hatte ich Kummer, Angst oder Sorgen, strich sie mir beruhigend über den Arm und sagte liebvoll: „Ach, mein Mädchen!“ und schon ging es mir ein Stückchen besser. Ich wusste, meine Oma liebt mich, egal was kommt.

Omas Mädchen. Das war ich wirklich gern, denn als „Omas Mädchen“ wurde man geliebt, verwöhnt und mit Aufmerksamkeit überschüttet.

Unermüdlich hat sie meinen Geschwistern, meinen Cousins und Cousinen und mir Bilderbücher vorgelesen als wir noch klein waren. Zu jeder Tages- und Nachtzeit konnte man zu ihr kommen und sie z. B. um einen geschälten Apfel, gebratene Nudeln mit Ei aus der Pfanne bitten, oder was einem sonst einfiel. Ihr war nie etwas zu aufwendig oder gar zu lästig.

Wir Kinder waren ihr ein und alles und das hat sich gut angefühlt. Sehr gut sogar.

In frühen Kindheitserinnerungen sitze ich bei ihr in der Küche, reibe Zwieback zu feinem Mehl und vermatsche es dann mit Wasser zu einer „köstlichen“ Pampe. Ich erinnere mich, dass ich das wirklich gern gemacht habe.

Bei Oma durfte man natürlich auch immer etwas mehr als zuhause. Das war toll. Länger aufbleiben, länger Fernsehen, mehr Süßes essen – es herrschten paradiesische Zustände. Und Ärger gab es nie. Ging mal etwas kaputt oder wurde etwas dreckig – kein Weltuntergang bei Oma. Dann wurde es halt repariert oder saubergemacht oder weggeworfen und nicht mehr drüber gesprochen.

Ihr jüngster Sohn – mein Onkel also – ist nur zwei Jahre älter als ich. Wenn ich bei ihr übernachtet habe, war es, als hätte ich einen älteren Bruder. Wir hatten natürlich auch viel Quatsch im Sinn, aber trotzdem wurde Oma nie, nie, niemals nie böse mit uns.

Wie spielten zum Beispiel „Spiegelspucken“. Das ganze Spiel bestand nur darin mit dem Gurgelwasser vom Zähneputzen den Spiegel im Bad vollzuprusten. Immer wieder. Ehrlich? Ich würde als Mama da heutzutage ausrasten … Meine Oma war total gleichmütig, „Ach, so sind Kinder halt …“, schien sie sich zu denken.

Sie hatte immer ein offenes Ohr und war so interessiert an allem was gerade bei uns Enkeln im Leben passierte und aktuell war. Nichts davon war unwichtig für sie.

Ich im Gegenzug fand ihre Geschichten auch immer sehr spannend, besonders als ich schon etwas älter war. Wie war denn meine Mama so als Kind? Wie war es für meine Omi als Kind im Krieg in den Süden Deutschlands fliehen zu müssen. Die Schule in der Fremde verbringen zu müssen? Wie war es einen Bomben-Alarm mitzuerleben. Wie war es aus der Stadt aufs Land zu ziehen? Meine Oma kam nämlich gebürtig aus dem Ruhrgebiet. Das hat man auch an manchen Ausdrücken gemerkt. Statt „jetzt“ sagte sie zum Beispiel oft „getz“.

Viele Kleinigkeiten im Alltag erinnern mich an meine Oma. Irgendwie denke ich immer an sie, wenn ich Nudeln in der Pfanne brate, oder wenn ich Frikadellen mache, denn die hat sie oft für uns zubereitet. Wenn ich eine Packung „Katzenpfötchen“ sehe, denke ich an sie, denn die hat sie meinen Schwestern und mir oft mitgebracht.

Ich denke an sie, wenn ich ab und an mal etwas spüle, denn meine Oma hatte zum Schluss zwar eine Spülmaschine, aber die hat sie nie benutzt. Sie hat lieber alles per Hand gespült.

Wenn ich einen alten Wecker höre, denke ich daran, wie ich als Kind im Gästebett bei ihr und Opa im Schlafzimmer übernachtet habe, denn da tickte immer ein Wecker ganz laut.

Wenn ich erkältete bin und mich mit Eukalyptos-Creme einreibe denke ich an sie, weil sie das früher bei mir auch gemacht hat, wenn ich krank war.

Am meisten denke ich natürlich an sie, wenn ich meinen Opa treffe, der übrigens auch ganz toll ist! Zu beschreiben wie toll, würde jetzt aber den Beitrag sprengen.

An Weihnachten denke ich immer daran, wie schön Oma und Opa uns Kindern den ersten Weihnachtstag gestaltet haben. Es gab jedes Jahr einen liebevoll, geschmückten Baum im Wohnzimmer, jede Menge Geschenke, eine leckere Weihnachtstorte von Opa und jede Menge Plätzchen.

Ich weiß noch, dass ich als ich mein erstes Auto gekauft habe (einen 11 Jahre alten Fiat 500), erst mal Oma und Opa zu einer Probefahrt abgeholt habe. Oma musste dann hinten auf die Rückbank klettern in dem kleinen Dreitürer.

Oder wie ich sie und Opa stolz nach Düsseldorf in meine erste eigene Wohnung eingeladen habe und sie sich so für mich gefreut hat.

Mein größter Wunsch wäre gewesen, dass meine Oma das Bilderbuch-Mädchen noch kennengelernt hätte.

Leider haben sie sich um einige Tage verpasst. Und in den letzten Tagen ihres Lebens ging es meiner lieben Oma leider auch sehr, sehr schlecht.

An meinem 31. Geburtstag war ich hochschwanger zuhause. Ich erinnere mich genau, dass meine Oma mich zum Geburtstag anrief und ich im fertigen, neuen Kinderzimmer des Bilderbuch-Mädchens mit ihr telefoniert habe. Unser letztes Telefonat … Sie hat es körperlich nicht mehr geschafft zu meinem Geburtstag zu kommen, aber sie hat an mich gedacht. Sie hat immer an mich gedacht. Die Karte, die ich von ihr zu meinem Geburtstag bekommen habe, halte ich in Ehren. Immer wenn ich sie in meinen Händen halte und die liebevollen Worte darin lese, kommen mir die Tränen. Bis zum Schluss hat meine Oma mir all ihre Liebe gegeben. Ich bin so dankbar für diese bedingungslose Liebe und ich wünsche mir, dass ich diese genauso an meine Tochter weitergeben kann. An „Mein Mädchen“.

Danke, liebe Omi! Danke für alles! Ich vermisse dich hier sehr!

Dein Mädchen